Vegane Ernährung in 10 Punkten: Ein Crashkurs

Der beliebteste Hebel den Antiveganer gegen Veganismus verwenden ist, von Überfällen eines Sondereinsatzkommandos mal abgesehen, die Konstruktion der veganen Ernährung als eine gefährliche Sache. Das sitzt. Kaum ein Neuveganer der sich nicht irgendwann mit hypochondrischer Panik in einem Forum meldet (“Ich hab so ein Stechen im linken, kleinen Zeh, Mangel??!). Die Hebel basieren teils auf veralteten Information (“Proteine müssen bewußt kombiniert werden”), teils auf Desinformation durch Weglassen bestimmter Fakten (“Risiko Vitamin D Mangel” – betrifft alle, auch Nichtveganer). Teils auf Diskreditierung bestimmter Rohstoffe, die der veganen Ernährung zugewiesen werden, die bei genauerer Überprüfung aber gerade nicht die vegane, sondern die unvegane Ernährung belastet (“Soja zerstört den Regenwald” – ja, das Futtermittelsoja für die “Viehzucht”). Ganz perfide ist die Methode, bei der wirklich radikale Kostformen, die mit veganer Ernährung eigentlich nichts zu tun haben unter veganer Ernährung subsumiert werden. Natürlich auch in Kombination oder absurd gemischt, da sind der Phantasie des fanatischen, antiveganen Sektierers keine Grenzen gesetzt.

Merke: Wer im Jahr 2010 noch pauschal vor veganer Ernährung warnt, der ist entweder dumm oder bösartig.

Jede Kritik schlechter Ernährung betrifft aber meist auch automatisch die unvegane Alltagsraxis, das wird gerne unterschlagen. Die Krankenreparaturindustrie ist nicht deshalb milliardenschwer, weil unsere nichtveganen Freunde sich so gesund ernähren. Dennoch gibt es bei der veganen Ernährung Grundprinzipien die sie von der unveganen Ernährung unterscheidet. Wer diese nicht kennt oder nicht wahrnimmt spielt Antiveganern in die Hände, sei es aus Naivität, Natürlichkeitsglauben oder was auch immer. Tatsache ist: Alle möglichen Faux Pas der veganen Ernährung sind leicht und komplett vermeidbar. Zur vollständigen Emanzipation reichen bereits 10 Punkte.

Hier also die harten Fakten zu veganer Ernährung bezüglich der Nährstoffe, auf die man achten sollte, das Grundgerüst. Rot markierte müssen beachtet werden, alle anderen erledigen sich bei einer vollwertigen veganen Ernährung von selbst, quasi nebenher. Was man danach anstellt ist vollkommen egal und kann man bei http://www.rezeptefuchs.de nachlesen, im http://tierrechtskochbuch.de/ oder anderen Rezepteseiten im Netz. Manche Punkte betreffen Veganer und teilweise Nichtveganer, manche betreffen Alle.

Reinhaun cc-by-nc-2.0:cproppe

1.) Vitamin B12

Betrifft vor allem Veganer und unvegan lebende Senioren aus anderen Gründen. Vitamin B12 ist bakterienbasiert, das heißt, überall wo B12 drin ist, waren vorher Bakterien am Werk die das gebildet haben. Obwohl eine Methode besteht die B12 in veganen Lebensmitteln fermentieren kann, erwähnt hier im Blog, konnte die sich nie durchsetzen weil B12 in Reinform, also das was auch in Supplementen vorhanden ist, in großen Mengen günstig hergestellt wird und dann Lebensmitteln beigefügt werden kann, als Anreicherung. Auch die Reinform basiert auf besonderen Bakterien oder als Ausnahme auf speziell für diesen Zweck gezüchtete Hefen. Bis sich eine Interessengruppe wie eine Kooperative oder kleine Unternehmer finden, die Professor Bärwalds Methode anwendet, muss B12 in Reinform, sprich Supplementen zugeführt werden. Am praktischsten ist die Supplementierung einmal pro Woche mit 2000 Mikrogramm, die Autorin nimmt hierfür Solgar B12 mit 250 “Nuggets” mit 1000 Mikrogramm pro Nugget, also zwei Nuggets pro Woche. Beziehbar hier. Vorrat mit 250 Nuggets reicht 125 Wochen und kostet ca. 30 Euro, also grob etwa ein Euro pro Monat. Wer eine billigere Quelle kennt soll sie als Kommentar eintragen. Solgar verwendet nach eigenen Angaben keine gentechnisch veränderten Bakterien. Alternative: Dr. Ankermann B12 Tropfen. Diese täglich dem Essen hinzufügen, 10mcg. Ältere Nichtveganer sollten wie gesagt genau so vorgehen, deswegen. Vegane Raucher brauchen eventuell eine Extrastrategie und sollten sich diesen Teil der Kommentarlinie ansehen, ggfs Fragen einstellen.

Es gibt auch andere Methoden der Integration, keine jedoch so unaufwändig wie die wöchentliche. Wer Probleme mit Supplementierung hat, weil das ja irgendwie grauslich unnatürlich ist und die Chakren verschiebt oder so, wende sich bitte an Professor Bärwald und vereinbart einen Beratungstermin. Bitte durchgeben, wann und wo ein natürliches B12-Fermentgetränk o.ä. erhältlich ist:-)

Wird gerne vergessen oder geleugnet: Einer der größten Einzelabnehmer für B12 und andere Nahrungsergänzungsmittel ist die Futtermittelindustrie.

2.) Vitamin D

Betrifft vegan und unvegan lebende Menschen gleichermaßen. Behandelt wird das Thema ausführlich im Extra-Artikel zu Vitamin D. Zu Vitamin D gibt es sehr viele neue Informationen, inzwischen geht man sogar davon aus, dass bei allen Menschen selbst eine ganzjährige Supplementierung angemessen sein kann. Mindestens aber im UVB-Winter, der Ende September bis März dauert, sollte Vitamin D zugeführt werden, nicht nur bei Veganern. Das einzige sinnvolle und günstige, vegane Vitamin D2 Produkt welches durch die Vorarbeit von Veganes Auge nun auch ohne Umschweife erhältlich ist, ist Sterogyl 2.000.000, mit 400 IE pro Tropfen und selbstverständlich auch für Nichtveganer geeignet, da hier sehr günstig dosiert werden kann. Kostet um die 2,50 pro Tropffläschchen und reicht 100 Tage bei einer Dosierung von 10 Tropfen / 4.000IE. Bestellbar hier. (Quelle versiegt, neue wird organisiert…) EDIT: Die Bezugsquelle ist nach Klärung wieder offen hier kann bestellt werden, rezeptfrei für 2,50. Email mit Betreff Sterogyl-Bestellung und Adresse reicht, wird gegen Rechnung verschickt. Siehe auch Blogeintrag zu Sterogyl, mit vielen guten Kommentaren.

Alternative: Im Sommer Pilze auf Stroh züchten lernen (gibt Sets im Netz) und in der Sommersonne trocknen, als Wintervorrat. Der Vitamin D Gehalt in unbelichteten Pilzen ist vernachlässigbar, diese Alternative gilt also nur in Kombo mit der Sonnentrocknung. Wer im Sommer nicht supplementieren will, sollte so oft wie möglich 10 bis 20 Minuten in der Mittagssonne verbringen. Wird die Haut großflächig belichtet, so generiert sie innerhalb dieser kurzen Zeit 10.000 bis 20.000 IE Vitamin D3. Dicke Menschen sollten jedoch auf jeden Fall ganzjährig supplementieren, das im Sonnenlicht gebildete D3 lagert sich nämlich im Fettgewebe ein, gelangt nicht an die Blutbahn und zerfällt ohne Nutzung.

(Hinweis: Veganes Auge bekommt keine Kommission, Klickgeld oder sonstige Vergütungen durch Links auf kommerzielle Angebote. Sollte das irgendwann in der Zukunft der Fall sein, wird dies deutlich angezeigt.)

3.) Calcium

Bei Calcium ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Es gibt Thesen die davon ausgehen, dass Veganer wesentlich weniger Calcium benötigen wegen der besseren Calcium-Balance veganer Ernährung. Tofu der mit Calcium Sulfat (“Lebensmittelgips”) geronnen wurde, dunkelgrüne Blattgemüse wie Mangold, Weisskohl, Broccoli, zu denen auch Salate wie Feldsalat, Löwenzahn gehören; natürlich angereicherte Sojamilch, aber auch Mohn im Gebäck oder Orangen leisten ihren Beitrag in der Calciumversorgung, genauso wie Zuckerrübensirup. Mineralwässer wie im Kommentar angemerkt sind auch eine gute Quelle, vielleicht sollte man sich bei Stadtverwaltung informieren inwiefern das eigene Leitungswasser dazu beiträgt. Bei Mineralwasser ist darauf zu achten, dass der Natriumgehalt nicht so hoch ist wenn man viel davon trinkt.

4. ) Vitamin K

Nichtveganer betroffen. Vitamin K wird hier nur gelistet weil für die Knochengesundheit Vitamin D, K und Calcium zusammenwirken, es nützen keine Megamengen an Calcium wenn die Kost nicht auch Vitamin K enthält. Da  es in großen Mengen in dunkelgrünen Blattgemüsen vorkommt, in der Form K1, sind Nichtveganer die wenig davon verzehren nicht gut damit versorgt.  Vitamin K2, wie B12 ein Bakterienvitamin und das angeblich bessere Vitamin K, findet sich in Sauerkraut, Sojajoghurt, Miso und Natto. (Achtung: Saucentütchen bei Natto enthält meist Fischleiche als Grundstoff.) Allerdings ist auch in vielen Gemüsen der Vitamin K(1)-Gehalt so hoch, dass auch – sollte es denn tatsächlich stimmen dass diese Variante weniger potent ist – immer noch genug drin wäre. 100 Gramm getrockneter Basilikum z. B. hat 1715 mcg oder 2143% des Tagesbedarfs.

Und wie immer ist höhere Potenz auch nicht gleichzeitig besser und es ist sowieso noch umstritten inwiefern K2 eigentlich besser sein soll.  Z. B. wird zuviel Eisen schnell giftig. Und manchen Herzpatienten mit speziellen Medikamenten sollten keinen Joghurt essen (egal ob vegan oder unvegan), weil Vitamin K mit dem Wirkstoff in dem Medikamet kollidiert. Natürlich wird versucht über den Unterschied, vegane Ernährung zu diskreditieren. Ist aber ein politisches Thema, kein ernährungsphysiologisches.

5.) Jod

Betrifft vegan und unvegan lebende Menschen gleichermaßen.
Jodierung in Jodsalz ist ausgerichtet auf Menschen die bis 9-15 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen. Diese Menge Salz ist nicht gesund, und Veganer verzehren weitaus weniger Fertiggerichte oder gastronomisch aufbereitete Nahrung, wer Salz also zuhause konsumiert, so 1-3 Gramm, für den ist diese Jodierung nicht ausreichend. Besser: Unjodiertes Salz kaufen und die Feinkostalge Arame (Bioladen, Reformhaus) als Jodlieferant nutzen. Eine Tüte Arame reicht knapp ein Jahr! Ist wie ein Gewürz, ein paar Zweigerl zum Hauptgang dazutun oder auch in die Salatsauce, ist in der kleinen Menge auch geschmacklich nicht zu erkennen. Kombu ist nicht geeignet da hier Jod in erheblichen Mengen vorhanden ist und vermutlich der Grund warum die DGE vor Algen als Jodlieferant warnt. Der Körper gewöhnt sich an das natürliche Jod und im Laufe der Zeit kann es dann auch in höheren Mengen konsumiert werden ohne negative Effekte. Aber warum extra Geld ausgeben? Arame ist perfekt. Bei Nori (die Papierartige) kann man mehr nehmen, da hier ein niedrigerer Jodgehalt vorhanden ist, verfischt das Gericht aber stark im Geschmack.

6.) Selen

Betrifft Alle. In Vollkorngetreide vorhanden, zu schwankenden Mengen. Besser: Täglich eine Para (Brazil) Nuss. Wie bei Jod, mehr ist nicht besser, denn eine Nuss enthält bereits den täglichen Bedarf an Selen. Die Autorin bevorzugt Bio-Paranüsse. Konventionelle Paranüsse haben öfter mal ein, zwei Nüsse in der Tüte deren Fett gekippt ist, nicht besonders lecker.

7.) B2

Betrifft Veganer mehr als Nichtveganer. Stinknormale Backhefe ist eine günstige, unbekannte Nährwertbombe, unter anderem reichhaltig an B2 und Zink. Selbst Weissbrot wird mit zwei bis vier Würfeln Backhefe zum sehr gesunden Nahrungsmittel, besonders wenn man es mit dem Trester und Saft der Karotte und etwas Rapsöl macht. Die Karotte bringt dann auch noch gleich die nötigen Zucker mit, sodass man keinen anderen Zucker beifügen muss. Auch eine gute Zugabe, Zuckerrübendicksaft, auch eine Nährwertbombe. Und durch die Fermentierung mit Hefe geht der Nachteil des Zuckergehaltes verloren. Also, einfach ein paar Würfel mehr nehmen, dann klappts auch mit dem Nachbarn oder so:-)

8.) Eisen

Soll Veganer mehr betreffen, das letzte Wort ist auch hier noch nicht gefallen. Sehr viel veraltete Info im Netz zu Eisen. Generell: Nur Frauen die auch in unveganen Zeiten zu Eisenmangel neigten, tun das auch zu veganen Zeiten. Das Thema ist eigentlich vernachlässigbar. Vitamin C im Essen erhöht die Resorption, z. B. durch Gemüsepaprika oder Petersilie (extrem viel Vitamin C), oder Apfelsaftschorle.

9.) Omega3-Fettsäuren

Wer behauptet, Veganer hätten zu wenig davon liegt falsch. Gerade ein Hype, der glücklicherweise am abflauen ist. Omega3-Fettsäuren kann der Körper nämlich selbst synthetisieren, wenn die Fett-Balance stimmt. Wer also tonnenweise Algenpresslinge mampft, bei dem stimmt die Fettbalance wahrscheinlich eher nicht. Auch wieder so ein unvermuteter Nährwertstar: Rapsöl. Es muss sogar noch nicht einmal das kalt gepresste sein. Vorteil: Während andere Öle mit guter Fettsäurenverteilung allgemein und Omega3 im Besonderen kalt verarbeitet werden müssen, kann man Rapsöl bis 180°C auch zum braten nehmen. Nur frittieren sollte man damit nicht. Dafür nimmt man dann Palm, oder Kokosöl, die sind selbst bei hohen Temperaturen stabil. Vermeiden sollte man umgeesterte Fette, “gehärtet”, wobei die Transfettpanik eher angebracht war bei den Methoden der Umesterung die in den USA verwendet wird. Auch mal probieren: Statt Margarine natives Rapsöl aufs Brot. Lecker! Wer lieber mit Olivenöl kocht sollte dies mit kaltem Leinsamenöl ergänzen, mit einem Teelöffel. Auch Nüsse sind Lieferanten gesunden Fettes, aber der Star unter den Fetten ist das Hanföl aus Speisehanfsamen. Diese Hanfnüsse sind auch so zu bekommen, geschält und sehr lecker, 5 Esslöffel Hanfsamen sind eine gute Quelle für Omega 3 Fettsäuren. Weitere gute Lieferanten: Mandeln, Macademia, Cashews, Haselnüsse und Avocados.

10.) Zink

Wird gerne erwähnt als kritischer Nährwert der veganen Ernährung, der Autorin ist niemand Veganes bekannt bei dem je ein Zinkmangel festgestellt wurde. Backhefe und damit fermentiertes Getreide (Brot), Kürbiskerne, Okra-Gemüse, Mungbohnen mit mehr als 20mg pro 1000 Kcal, dann Vollkornweizen, Hafer, Erdnüsse, Sojabohnen, Schwarze-Augen-Bohnen (beim Türken/Asiaten/online?) mit mehr als 10mg pro 1000 Kcal. Zuviel Calcium blockiert die Zinkaufnahme, also Haferflocken mit angereicherter Sojamilch eher ungeeignet, vor allem wenn man die Phytinsäure bedenkt die bei nicht fermentiertem Getreide auch die Zinkaufnahme blockiert. Durch Keimen von Saaten (wie man das bei Mungbohnen macht, auch “Sprossen” genannt), wird Phytinsäure erheblich reduziert. Keimlinge als Salatbeilage sind immer eine gute Idee. (Gekaufte Sprossen blanchieren.)

Und was ist mit Eiweiss?

Vergessen, abhaken, ignorieren. Alle Befürchtungen betreffend Protein gelten inzwischen als veraltet, was im Netz kreist stammt noch aus der Urzeit der Ernährungsphysiologie, heute weiss man dass der Körper in der Lage ist, Eiweiss aus verschiedener Nahrung zu kombinieren, sogar “zwischenzulagern”. Einzig bei Kindern sollte die Ernährung Fett und Proteinreicher sein als bei Erwachsenen. Nüsse, Hülsenfrüchte, Pilze, Hefen, Getreideprodukte und Sojazubereitungen. Wir ertrinken im Protein. Das gleiche gilt für alle anderen Mikronährwerte wie z. B. Folsäure und Vitamin C. Was in real praktizierter, unveganer Ernährung aller nicht genannten Mikronährstoffe oft viel zu wenig vorhanden, ist bei einer halbwegs verünftigen Ernährung kein Thema.

Die Informationen basieren zum größten Teil auf Plant based Nutrition and Health ISBN 0-907337-26-0 von Dr. Stephen Walsh, den wissenschaftlichen Koordinator der International Vegetarian Union, der auch im Beirat der ältesten “Vegan Society” in Großbritannien ist. Informationen zu Vitamin D aus aktuelleren Quellen.



Creative Commons License
Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

 

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338 Antworten zu „Vegane Ernährung in 10 Punkten: Ein Crashkurs“

  1. Lady sagt:

    Upsi, liebe Ava,
    die Antwort mit dem Bildchen bitte löschen, hat nicht geklappt.

    Wegen dem Solgar – es ist schon vorgemerkt und wird als nächstes gekauft, wenn die Cyanocob.-Spritzen alle sind ;)

  2. Lady sagt:

    Ich hab verschiedene, meistens kommts in die Bauchfettschicht oder in den Schenkel ;)

    • Ava Odoémena sagt:

      Schenkel ist wohl intramuskulär und Bauchfett subcutan. Hab grad nachgesehen, schreibt sich mit c. Es gibt wohl auch natürlich intravenös und bestimmt auch den den einen oder anderen Freak der sich sein B12 so spritzt:-)) Intradermale Injektion kannte ich bisher noch nicht, und intraarteriell sowie intraartikulär gleich gar nicht.

      Wenn das im Prenzlauer Berg so weiter geht dass da überall vegane Läden aufmachen, dann können wir ja auch irgendwann für die B12-Fixer vegane Fixerstuben aufmachen.

      Gegen die Beschaffungskriminalität. Opis die Tomaten aus dem Jutebeutel stehlen und sie um die Ecke an Prenzlberger Kinderwagenpanzermuttis weiter zu verkaufen, das jeht jar nüscht!

      Nee aber mal im Ernst. Injektionen sind nix für Veganer sondern wirklich nur was für Patienten, von daher liegst du mit deiner Entscheidung zu wechseln goldrichtig. Und selbst bei Menschen mit einem drastischen Mangel sind bei oraler Stoßtherapie die Speicher schnell wieder voll – es sei denn man hat eine superseltene Stoffwechselkrankheit.

      Wer faul ist soll einen 1000µg-Pressling in eine Literflasche Wasser schmeissen und so trinken, dass der Liter einen guten Monat reicht.

  3. Lady sagt:

    Ja, hab dein blog mit den Infos ja auch zu spät bemerkt.
    Als ich die Spritzen gekauft habe, habe ich damals irgendwo im Inet gelesen, mann sollte gleich spritzen, dann kann man nichts falsch machen, weil sonst geht das meiste auch bei oraler Stoßtherapie verloren…vielleicht finde ich die Seite ja noch. Dann stand da noch, wenn man chronisch irgendwelche Magen/ Darmprobleme hat (welche sich eher als PMS erwiesen haben) dann sollte man auch wieder gleich zu den Spritzen greifen…

    Was glaubst du freu ich mich auf meinen ersten Pressling ;))

  4. Lady sagt:

    Ich glaub ich habs gefunden: http://veganekinder.de/vitamin-b12

  5. Lady sagt:

    Äh..ist eine maqi-Seite.

    • Ava Odoémena sagt:

      Was jetzt nicht perse das Problem wäre, der Veganismus-FAQ von Stößer ist legendär, aber gerade bei dem Text handelt es sich um eine maqinische Realsatire. Um den Text richtig deuten zu können, muss man sich mit der maqinischen Denkwelt auseinander gesetzt haben.

      Maqi beabsichtigt damit etwa nicht – obwohl im Zusammenhang des Kontextes vegane Kinder durchaus der Eindruck entsteht – dass vegane Ernährung beinhaltet man müsse seinen Kindern Spritzen setzen.

      (Weil die orale Aufnahme ja so ineffektiv sei…so ineffektiv dass es bei mir gerade mal zu 948 pg/ml reicht:-)

      Nein, das ist in erster Linie ein politischer und kein aufklärerischer Text. Der Text ist ein in der Not geborenes Ablenkungsmanöver, indem Fakten so kombiniert werden, dass beim Leser der Eindruck entstehen soll, B12 sei kein veganes Thema. Als Beispiel werden hier die rein zahlenmäßig höheren B12-Mangelvorkommen bei Nichtveganern erwähnt, obwohl in jedem direkten Vergleich immer Veganer prozentual am stärksten von B12-Mangel betroffen waren. (Was natürlich komplett vermeidbar wäre.)

      Eigentlich braucht man von den Text nur das Fazit lesen:

      “Somit kann mit dem alten Paradigma aufgeräumt und festgestellt werden, daß ernährungsbedingter Vitamin-B12-Mangel kein Problem der veganen, sondern der unveganen Ernährung ist.”

      Dieser Kernsatz wurde natürlich vor allem von veganen Naturalisten so aufgefasst, dass B12 vernachlässigbar sei, weil für den ungeübten Leser nicht erkennbar ist, dass es sich hier um einen politischen Text handelt, also um “maqideolgische” Poltik.

      In seiner Wirkung (nach Innen und nach Außen) ist der Text nichts weniger als eine Katastrophe. Mir wird jedes mal schlecht wenn ich das lese. Da hilft auch nicht der unfreiwillige Humor eines behaarten Körperteils in dem eine Spritze steckt, copyrighted mit veganekinder(!).de.

      Ich denke mal dass Martin zu den Leuten gehört, die B12 noch als Makel der veganen Ernährung erleben, und daher versucht diesen Makel abzuwehren. Kritik am Text im Forum wurde natürlich weiträumig gelöscht, begleitet von der maqinischen Mobbingmethode der subtilen Provokation und Abwertung ins Lächerliche.

      Was ich aus dem Text lerne:

      Maqi wurde vom B12-Thema überrascht.
      B12 ist kein Problem, betrifft hauptsächlich Nichtveganer, bitte gehen Sie weiter es gibt hier nichts zu sehen.
      Martin bevorzugt Spritzen. (Ist ja auch viel geiler.)
      Das Seitenlayout wird von einem Heterosexuellen betreut.
      Wissenschaftliche Fakten schützen nicht vor intellektueller Unehrlichkeit.

      • Stefan sagt:

        Die Sache mit den B-12 Injektionen finde ich wirklich mehr als seltsam…. Abgesehen davon, dass das bestimmt nicht so angenehm ist, ist es auch mit Sicherheit keine gute Werbung für den Veganismus.

        Ich habe gerade meinen B12 Wert von Januar nachgelesen: 1020 pg/ml. Erreicht auch ganz ohne irgendwelche Spritzen.
        Homocystein usw. habe ich aber nicht messen lassen.

        lg

      • Ava Odoémena sagt:

        Um fair zu sein: Martin kann auch anders, den Text hier finde ich gut gelungen:

        http://vegane-gesellschaft.de/archives/60-Methoden-der-Veganismusgegner.html

        • Ava Odoémena sagt:

          PS: Der Blog “vegane-gesellschaft” hat nichts mit der dem Verein zu tun, die Domain wurde wahrscheinlich rasch von jemand von Maqi registriert, als im Forum zum ersten mal die Diskussion für den Bedarf nach einer “Veganen Gesellschaft” (im Sinne der Britischen Vegan Society NGO) aufkam.

          Noch zu haben wäre:

          vegane-gesellschaft.fr
          vegane-gesellschaft.co.uk

          .de gehört Achim :-)

          .com .net .org .info gehört Christian :-)
          Wie auch vegangesellschaft.de

          Woohoo!

          Aber auch ohne Minuszeichen wäre noch zu haben:

          veganegesellschaft.eu
          veganegesellschaft.at
          veganegesellschaft.net
          veganegesellschaft.info
          veganegesellschaft.fr
          veganegesellschaft.co.uk

          Hmmmm, .net ist ja schon recht verlockend… aber ich widerstehe der Versuchung.

          Zu haben in den Toplevels ist auch noch ohne “e”:

          vegangesellschaft.eu
          vegangesellschaft.at
          vegangesellschaft.ch
          vegangesellschaft.com
          vegangesellschaft.net
          vegangesellschaft.org
          vegangesellschaft.info
          vegangesellschaft.fr
          vegangesellschaft.co.uk

  6. Lady sagt:

    Ich frage mich gerade, warum ich damals als Veganerin die im Netz nach gleichgesinnten (Themen) suchte, auch zuerst immer auf maqi/ antispe Seiten landete.

    Ich habe VA auch durch Anti:vegan punkt d:e zuerstmal entdeckt und danke an dieser Stelle für die vielen (wirklich sehr gut recherchierten, für die man selber wahrscheinlich viel Zeit hätte brauchen müssen) Infos.

    • Ava Odoémena sagt:

      Gern geschehen:-)

      Suchergebnisse und vor allem die Rangliste sind eine Wissenschaft für sich. veganismus.de und vegan.de sind da schon alleine deshalb weit oben, weil das “alte” Seiten sind. Von daher findet man VA eher über die “soziale Rangliste” im Netz, also Empfehlungen.

  7. Lady sagt:

    Eine Frage: Die Bezugsquelle zu Solgar Nuggets, importieren sie nur für Apotheken oder auch für Privatpersonen? Da muss man die Adresse der Apotheke angeben und nicht seine eigene, war das bei dir auch so?

  8. Mario sagt:

    Die vegane gesellschaft deutschland e.v. hat auch ihre Probleme mit Cyanocobalamin und rät davon ab wegen Leberbelastung, wenn ich das grad beim Überfliegen richtig gelesen habe:

    zu herzen nehmen – unsere vitamin b12-tipps

    Sie nehmen dabei auch Bezug auf veganhealth.org, wo angeblich stehen würde, dass von Cyanocobalamin abgeraten wird.

    Zumindest weisen sie darauf hin, dass B12-Tests alleine nichts bringen und Homocystein auch getestet werden sollte.

    • Ava Odoémena sagt:

      Zu Veganhealth hatte sich zuletzt erst Stefan hier im Blog geäußert, und dass das eben dort nicht so steht.

      Cyano-B12 ist übrigens *Der* Wirkstoff der in wissenschaftlichen Studien als Placebo verwendet wird, gerade wegen seiner Unbedenklichkeit.

  9. Lady sagt:

    Hier noch günstiger: http://solgar.co.uk/product/vitamin-b12-1000-mcg-nuggets-250-E3230.html
    Versand unter 5 Euro ;)))

  10. Nergál sagt:

    “Wird gerne vergessen oder geleugnet: Einer der größten Einzelabnehmer für B12 und andere Nahrungsergänzungsmittel ist die Futtermittelindustrie.”

    Hast du da irgendwelche Links bzw. Beweise für die Aussage? Sollte ich diese Sache mal als Argument gebrauchen, wär’s net schlecht eine Quelle dafür zu haben… abgesehen von ‘nem offensichtlich veganen Blog natürlich, der es Gegnern einfach macht, mal den Lobbying- und Einseitigkeitsvorwurf in den Raum zu werfen.

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