Der beliebteste Hebel den Antiveganer gegen Veganismus verwenden ist, von Überfällen eines Sondereinsatzkommandos mal abgesehen, die Konstruktion der veganen Ernährung als eine gefährliche Sache. Das sitzt. Kaum ein Neuveganer der sich nicht irgendwann mit hypochondrischer Panik in einem Forum meldet (“Ich hab so ein Stechen im linken, kleinen Zeh, Mangel??!). Die Hebel basieren teils auf veralteten Information (“Proteine müssen bewußt kombiniert werden”), teils auf Desinformation durch Weglassen bestimmter Fakten (“Risiko Vitamin D Mangel” – betrifft alle, auch Nichtveganer). Teils auf Diskreditierung bestimmter Rohstoffe, die der veganen Ernährung zugewiesen werden, die bei genauerer Überprüfung aber gerade nicht die vegane, sondern die unvegane Ernährung belastet (“Soja zerstört den Regenwald” – ja, das Futtermittelsoja für die “Viehzucht”). Ganz perfide ist die Methode, bei der wirklich radikale Kostformen, die mit veganer Ernährung eigentlich nichts zu tun haben unter veganer Ernährung subsumiert werden. Natürlich auch in Kombination oder absurd gemischt, da sind der Phantasie des fanatischen, antiveganen Sektierers keine Grenzen gesetzt.
Merke: Wer im Jahr 2010 noch pauschal vor veganer Ernährung warnt, der ist entweder dumm oder bösartig.
Jede Kritik schlechter Ernährung betrifft aber meist auch automatisch die unvegane Alltagsraxis, das wird gerne unterschlagen. Die Krankenreparaturindustrie ist nicht deshalb milliardenschwer, weil unsere nichtveganen Freunde sich so gesund ernähren. Dennoch gibt es bei der veganen Ernährung Grundprinzipien die sie von der unveganen Ernährung unterscheidet. Wer diese nicht kennt oder nicht wahrnimmt spielt Antiveganern in die Hände, sei es aus Naivität, Natürlichkeitsglauben oder was auch immer. Tatsache ist: Alle möglichen Faux Pas der veganen Ernährung sind leicht und komplett vermeidbar. Zur vollständigen Emanzipation reichen bereits 10 Punkte.
Hier also die harten Fakten zu veganer Ernährung bezüglich der Nährstoffe, auf die man achten sollte, das Grundgerüst. Rot markierte müssen beachtet werden, alle anderen erledigen sich bei einer vollwertigen veganen Ernährung von selbst, quasi nebenher. Was man danach anstellt ist vollkommen egal und kann man bei http://www.rezeptefuchs.de nachlesen, im http://tierrechtskochbuch.de/ oder anderen Rezepteseiten im Netz. Manche Punkte betreffen Veganer und teilweise Nichtveganer, manche betreffen Alle.
1.) Vitamin B12
Betrifft vor allem Veganer und unvegan lebende Senioren aus anderen Gründen. Vitamin B12 ist bakterienbasiert, das heißt, überall wo B12 drin ist, waren vorher Bakterien am Werk die das gebildet haben. Obwohl eine Methode besteht die B12 in veganen Lebensmitteln fermentieren kann, erwähnt hier im Blog, konnte die sich nie durchsetzen weil B12 in Reinform, also das was auch in Supplementen vorhanden ist, in großen Mengen günstig hergestellt wird und dann Lebensmitteln beigefügt werden kann, als Anreicherung. Auch die Reinform basiert auf besonderen Bakterien oder als Ausnahme auf speziell für diesen Zweck gezüchtete Hefen. Bis sich eine Interessengruppe wie eine Kooperative oder kleine Unternehmer finden, die Professor Bärwalds Methode anwendet, muss B12 in Reinform, sprich Supplementen zugeführt werden. Am praktischsten ist die Supplementierung einmal pro Woche mit 2000 Mikrogramm, die Autorin nimmt hierfür Solgar B12 mit 250 “Nuggets” mit 1000 Mikrogramm pro Nugget, also zwei Nuggets pro Woche. Beziehbar hier. Vorrat mit 250 Nuggets reicht 125 Wochen und kostet ca. 30 Euro, also grob etwa ein Euro pro Monat. Wer eine billigere Quelle kennt soll sie als Kommentar eintragen. Solgar verwendet nach eigenen Angaben keine gentechnisch veränderten Bakterien. Alternative: Dr. Ankermann B12 Tropfen. Diese täglich dem Essen hinzufügen, 10mcg. Ältere Nichtveganer sollten wie gesagt genau so vorgehen, deswegen. Vegane Raucher brauchen eventuell eine Extrastrategie und sollten sich diesen Teil der Kommentarlinie ansehen, ggfs Fragen einstellen.
Es gibt auch andere Methoden der Integration, keine jedoch so unaufwändig wie die wöchentliche. Wer Probleme mit Supplementierung hat, weil das ja irgendwie grauslich unnatürlich ist und die Chakren verschiebt oder so, wende sich bitte an Professor Bärwald und vereinbart einen Beratungstermin. Bitte durchgeben, wann und wo ein natürliches B12-Fermentgetränk o.ä. erhältlich ist:-)
Wird gerne vergessen oder geleugnet: Einer der größten Einzelabnehmer für B12 und andere Nahrungsergänzungsmittel ist die Futtermittelindustrie.
2.) Vitamin D
Betrifft vegan und unvegan lebende Menschen gleichermaßen. Behandelt wird das Thema ausführlich im Extra-Artikel zu Vitamin D. Zu Vitamin D gibt es sehr viele neue Informationen, inzwischen geht man sogar davon aus, dass bei allen Menschen selbst eine ganzjährige Supplementierung angemessen sein kann. Mindestens aber im UVB-Winter, der Ende September bis März dauert, sollte Vitamin D zugeführt werden, nicht nur bei Veganern. Das einzige sinnvolle und günstige, vegane Vitamin D2 Produkt welches durch die Vorarbeit von Veganes Auge nun auch ohne Umschweife erhältlich ist, ist Sterogyl 2.000.000, mit 400 IE pro Tropfen und selbstverständlich auch für Nichtveganer geeignet, da hier sehr günstig dosiert werden kann. Kostet um die 2,50 pro Tropffläschchen und reicht 100 Tage bei einer Dosierung von 10 Tropfen / 4.000IE. Bestellbar hier. (Quelle versiegt, neue wird organisiert…) EDIT: Die Bezugsquelle ist nach Klärung wieder offen hier kann bestellt werden, rezeptfrei für 2,50. Email mit Betreff Sterogyl-Bestellung und Adresse reicht, wird gegen Rechnung verschickt. Siehe auch Blogeintrag zu Sterogyl, mit vielen guten Kommentaren.
Alternative: Im Sommer Pilze auf Stroh züchten lernen (gibt Sets im Netz) und in der Sommersonne trocknen, als Wintervorrat. Der Vitamin D Gehalt in unbelichteten Pilzen ist vernachlässigbar, diese Alternative gilt also nur in Kombo mit der Sonnentrocknung. Wer im Sommer nicht supplementieren will, sollte so oft wie möglich 10 bis 20 Minuten in der Mittagssonne verbringen. Wird die Haut großflächig belichtet, so generiert sie innerhalb dieser kurzen Zeit 10.000 bis 20.000 IE Vitamin D3. Dicke Menschen sollten jedoch auf jeden Fall ganzjährig supplementieren, das im Sonnenlicht gebildete D3 lagert sich nämlich im Fettgewebe ein, gelangt nicht an die Blutbahn und zerfällt ohne Nutzung.
(Hinweis: Veganes Auge bekommt keine Kommission, Klickgeld oder sonstige Vergütungen durch Links auf kommerzielle Angebote. Sollte das irgendwann in der Zukunft der Fall sein, wird dies deutlich angezeigt.)
3.) Calcium
Bei Calcium ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Es gibt Thesen die davon ausgehen, dass Veganer wesentlich weniger Calcium benötigen wegen der besseren Calcium-Balance veganer Ernährung. Tofu der mit Calcium Sulfat (“Lebensmittelgips”) geronnen wurde, dunkelgrüne Blattgemüse wie Mangold, Weisskohl, Broccoli, zu denen auch Salate wie Feldsalat, Löwenzahn gehören; natürlich angereicherte Sojamilch, aber auch Mohn im Gebäck oder Orangen leisten ihren Beitrag in der Calciumversorgung, genauso wie Zuckerrübensirup. Mineralwässer wie im Kommentar angemerkt sind auch eine gute Quelle, vielleicht sollte man sich bei Stadtverwaltung informieren inwiefern das eigene Leitungswasser dazu beiträgt. Bei Mineralwasser ist darauf zu achten, dass der Natriumgehalt nicht so hoch ist wenn man viel davon trinkt.
4. ) Vitamin K
Nichtveganer betroffen. Vitamin K wird hier nur gelistet weil für die Knochengesundheit Vitamin D, K und Calcium zusammenwirken, es nützen keine Megamengen an Calcium wenn die Kost nicht auch Vitamin K enthält. Da es in großen Mengen in dunkelgrünen Blattgemüsen vorkommt, in der Form K1, sind Nichtveganer die wenig davon verzehren nicht gut damit versorgt. Vitamin K2, wie B12 ein Bakterienvitamin und das angeblich bessere Vitamin K, findet sich in Sauerkraut, Sojajoghurt, Miso und Natto. (Achtung: Saucentütchen bei Natto enthält meist Fischleiche als Grundstoff.) Allerdings ist auch in vielen Gemüsen der Vitamin K(1)-Gehalt so hoch, dass auch – sollte es denn tatsächlich stimmen dass diese Variante weniger potent ist – immer noch genug drin wäre. 100 Gramm getrockneter Basilikum z. B. hat 1715 mcg oder 2143% des Tagesbedarfs.
Und wie immer ist höhere Potenz auch nicht gleichzeitig besser und es ist sowieso noch umstritten inwiefern K2 eigentlich besser sein soll. Z. B. wird zuviel Eisen schnell giftig. Und manchen Herzpatienten mit speziellen Medikamenten sollten keinen Joghurt essen (egal ob vegan oder unvegan), weil Vitamin K mit dem Wirkstoff in dem Medikamet kollidiert. Natürlich wird versucht über den Unterschied, vegane Ernährung zu diskreditieren. Ist aber ein politisches Thema, kein ernährungsphysiologisches.
5.) Jod
Betrifft vegan und unvegan lebende Menschen gleichermaßen.
Jodierung in Jodsalz ist ausgerichtet auf Menschen die bis 9-15 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen. Diese Menge Salz ist nicht gesund, und Veganer verzehren weitaus weniger Fertiggerichte oder gastronomisch aufbereitete Nahrung, wer Salz also zuhause konsumiert, so 1-3 Gramm, für den ist diese Jodierung nicht ausreichend. Besser: Unjodiertes Salz kaufen und die Feinkostalge Arame (Bioladen, Reformhaus) als Jodlieferant nutzen. Eine Tüte Arame reicht knapp ein Jahr! Ist wie ein Gewürz, ein paar Zweigerl zum Hauptgang dazutun oder auch in die Salatsauce, ist in der kleinen Menge auch geschmacklich nicht zu erkennen. Kombu ist nicht geeignet da hier Jod in erheblichen Mengen vorhanden ist und vermutlich der Grund warum die DGE vor Algen als Jodlieferant warnt. Der Körper gewöhnt sich an das natürliche Jod und im Laufe der Zeit kann es dann auch in höheren Mengen konsumiert werden ohne negative Effekte. Aber warum extra Geld ausgeben? Arame ist perfekt. Bei Nori (die Papierartige) kann man mehr nehmen, da hier ein niedrigerer Jodgehalt vorhanden ist, verfischt das Gericht aber stark im Geschmack.
6.) Selen
Betrifft Alle. In Vollkorngetreide vorhanden, zu schwankenden Mengen. Besser: Täglich eine Para (Brazil) Nuss. Wie bei Jod, mehr ist nicht besser, denn eine Nuss enthält bereits den täglichen Bedarf an Selen. Die Autorin bevorzugt Bio-Paranüsse. Konventionelle Paranüsse haben öfter mal ein, zwei Nüsse in der Tüte deren Fett gekippt ist, nicht besonders lecker.
7.) B2
Betrifft Veganer mehr als Nichtveganer. Stinknormale Backhefe ist eine günstige, unbekannte Nährwertbombe, unter anderem reichhaltig an B2 und Zink. Selbst Weissbrot wird mit zwei bis vier Würfeln Backhefe zum sehr gesunden Nahrungsmittel, besonders wenn man es mit dem Trester und Saft der Karotte und etwas Rapsöl macht. Die Karotte bringt dann auch noch gleich die nötigen Zucker mit, sodass man keinen anderen Zucker beifügen muss. Auch eine gute Zugabe, Zuckerrübendicksaft, auch eine Nährwertbombe. Und durch die Fermentierung mit Hefe geht der Nachteil des Zuckergehaltes verloren. Also, einfach ein paar Würfel mehr nehmen, dann klappts auch mit dem Nachbarn oder so:-)
8.) Eisen
Soll Veganer mehr betreffen, das letzte Wort ist auch hier noch nicht gefallen. Sehr viel veraltete Info im Netz zu Eisen. Generell: Nur Frauen die auch in unveganen Zeiten zu Eisenmangel neigten, tun das auch zu veganen Zeiten. Das Thema ist eigentlich vernachlässigbar. Vitamin C im Essen erhöht die Resorption, z. B. durch Gemüsepaprika oder Petersilie (extrem viel Vitamin C), oder Apfelsaftschorle.
9.) Omega3-Fettsäuren
Wer behauptet, Veganer hätten zu wenig davon liegt falsch. Gerade ein Hype, der glücklicherweise am abflauen ist. Omega3-Fettsäuren kann der Körper nämlich selbst synthetisieren, wenn die Fett-Balance stimmt. Wer also tonnenweise Algenpresslinge mampft, bei dem stimmt die Fettbalance wahrscheinlich eher nicht. Auch wieder so ein unvermuteter Nährwertstar: Rapsöl. Es muss sogar noch nicht einmal das kalt gepresste sein. Vorteil: Während andere Öle mit guter Fettsäurenverteilung allgemein und Omega3 im Besonderen kalt verarbeitet werden müssen, kann man Rapsöl bis 180°C auch zum braten nehmen. Nur frittieren sollte man damit nicht. Dafür nimmt man dann Palm, oder Kokosöl, die sind selbst bei hohen Temperaturen stabil. Vermeiden sollte man umgeesterte Fette, “gehärtet”, wobei die Transfettpanik eher angebracht war bei den Methoden der Umesterung die in den USA verwendet wird. Auch mal probieren: Statt Margarine natives Rapsöl aufs Brot. Lecker! Wer lieber mit Olivenöl kocht sollte dies mit kaltem Leinsamenöl ergänzen, mit einem Teelöffel. Auch Nüsse sind Lieferanten gesunden Fettes, aber der Star unter den Fetten ist das Hanföl aus Speisehanfsamen. Diese Hanfnüsse sind auch so zu bekommen, geschält und sehr lecker, 5 Esslöffel Hanfsamen sind eine gute Quelle für Omega 3 Fettsäuren. Weitere gute Lieferanten: Mandeln, Macademia, Cashews, Haselnüsse und Avocados.
10.) Zink
Wird gerne erwähnt als kritischer Nährwert der veganen Ernährung, der Autorin ist niemand Veganes bekannt bei dem je ein Zinkmangel festgestellt wurde. Backhefe und damit fermentiertes Getreide (Brot), Kürbiskerne, Okra-Gemüse, Mungbohnen mit mehr als 20mg pro 1000 Kcal, dann Vollkornweizen, Hafer, Erdnüsse, Sojabohnen, Schwarze-Augen-Bohnen (beim Türken/Asiaten/online?) mit mehr als 10mg pro 1000 Kcal. Zuviel Calcium blockiert die Zinkaufnahme, also Haferflocken mit angereicherter Sojamilch eher ungeeignet, vor allem wenn man die Phytinsäure bedenkt die bei nicht fermentiertem Getreide auch die Zinkaufnahme blockiert. Durch Keimen von Saaten (wie man das bei Mungbohnen macht, auch “Sprossen” genannt), wird Phytinsäure erheblich reduziert. Keimlinge als Salatbeilage sind immer eine gute Idee. (Gekaufte Sprossen blanchieren.)
Und was ist mit Eiweiss?
Vergessen, abhaken, ignorieren. Alle Befürchtungen betreffend Protein gelten inzwischen als veraltet, was im Netz kreist stammt noch aus der Urzeit der Ernährungsphysiologie, heute weiss man dass der Körper in der Lage ist, Eiweiss aus verschiedener Nahrung zu kombinieren, sogar “zwischenzulagern”. Einzig bei Kindern sollte die Ernährung Fett und Proteinreicher sein als bei Erwachsenen. Nüsse, Hülsenfrüchte, Pilze, Hefen, Getreideprodukte und Sojazubereitungen. Wir ertrinken im Protein. Das gleiche gilt für alle anderen Mikronährwerte wie z. B. Folsäure und Vitamin C. Was in real praktizierter, unveganer Ernährung aller nicht genannten Mikronährstoffe oft viel zu wenig vorhanden, ist bei einer halbwegs verünftigen Ernährung kein Thema.
Die Informationen basieren zum größten Teil auf Plant based Nutrition and Health ISBN 0-907337-26-0 von Dr. Stephen Walsh, den wissenschaftlichen Koordinator der International Vegetarian Union, der auch im Beirat der ältesten “Vegan Society” in Großbritannien ist. Informationen zu Vitamin D aus aktuelleren Quellen.

Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)
Schlagwörter: Calcium, Eisen, Ernährungsaufklärung, Jod, vegan, vegane Interessen, Veganer im Netz, veganes auge, Veganismus, Vitamin B12, Vitamin D

8. September 2011 um 14:41 |
Bei den vermeintlichen Omega-3-Quellen haben sich einige Nieten eingeschlichen. Haselnüsse beispielsweise haben ein 6:3-Verhältnis von gegen ~100:1, sprich: enthalten praktisch keine Omega-3-Fettsäuren. Andere aufgeführte vermeintliche Quellen sind ähnlich schlecht (z.B. Cashew ~50:1). Diese Quellen kann man getrost als unendlich-zu-eins-Quellen abtun, wenn man am Schluss ein Verhältnis von 4:1 will. Sprich: Man muss bei allen Fetten mit einem Verhältnis von 40:1 oder schlechter die gesamte Menge an enthaltenen Omega-6-Fettsäuren kompensieren mit tatsächlichen Omega-3-Quellen. Als Kompensator für die zu viel zugeführten Omega-6-FS taugt bei den aufgeführten Quellen nur Leinöl. Rapsöl, Mandeln und Hanf (je nach Herkunft auch Macadamia) muss man wenigstens nicht oder nur geringfügig kompensieren.
Die Aussage, dass man Eiweiss vergessen könne, ist ebenfalls falsch. Es gibt sehr wohl Menschen mit einem Metabolismus, der sehr auf eher grosse Mengen an Eiweiss in guter Qualität angewiesen sind, um optimal zu funktionieren. Aber das am Rande.
8. September 2011 um 20:33 |
http://www.guardian.co.uk/books/2011/sep/07/michael-moore-hated-man-america
16. Dezember 2011 um 20:41 |
Zunächst einmal: Ich hab mich schlagartig verliebt! D A N K E, für all die Arbeit die du hier reinsteckst!
Da ich gerade zu müde bin um alle Kommentare zu lesen, weil mich mein kleiner Sohn noch immer nicht durchschlafen lässt, riskier ich eine vielleicht schon 100 mal gestellte Frage:
Omega 3 DHA. Also laut mehreren Seiten heisst es, der Körper kann nicht ausreichend DHA aus pflanzlichem Omega 3 synthetisieren und auch Herr Norris rät zur Supplementierung. Nun stieß ich auf deinen Artikel und deine Aussage über Omega 3 und mag einfach nur noch mal sicher gehen ob diese Infos noch aktuell sind und ich jetzt nicht im Wahn Algen-Kapseln kaufen muss. =D
In tiefster Verehrung,
Brae
18. Dezember 2011 um 21:49 |
Ich kann jetzt nicht so ausführlich drauf eingehen wie ich wollte (liege mit Erkältung im Bett), aber die Beweislage ist nicht wirklich tragfähig für eine Supplementierung mit DHA. Zumal man über die Vermeidung von kurzkettigen Omega6-Fettsäuren wie den Verzicht auf Mais- Soja- Sonnenblumen- Distel- u. Sesamöl schon viel machen kann.
Immer ein paar Walnüsse mit dazu, ab und zu einen Teelöffel Leinsaatöl oder noch besser Hanföl über den Salat. Norris empfiehlt auch nicht direkt eine Supplementierung von DHA, sondern in seinen Empfehlungen listet er die Möglichkeiten. Zum Beispiel das Verwenden von Raps- o. Olivenöl.
19. Dezember 2011 um 08:23 |
Na erstmal eine baldige Genesung! Und danke für die Antwort. Dann bleib ich weiterhin bei der Reduzierung der O-6en und dem Leinsaat Öl.
Bei der DHA Frage hab ich auch eher das Gefühl man will mir dringend etwas verkaufen, und zwar die 16 Euro teuren Tabletten. Na mal sehen wie sich das entwickelt.
Danke noch mal und wie gesagt: Werd jesund Kind!
19. Dezember 2011 um 11:03 |
Ich habe es in Norris Buch so verstanden, dass er schon empfiehlt mit geringen Mengen DHA zu supplementieren, obwohl die Beweislage was den Nutzen betrifft nicht eindeutig ist.
“Until we know more, we are inclined to recommend supplementing with very small amounts, around 200 to 300 milligrams of DHA (or DHA and EPA combined), every two or three days.”
(Vegan for Life, Seite 55)
Veganes DHA gibts inzwischen auch relativ günstig in Deuschland:
http://www.veganic.de/product_info.php/info/p70652_DEVA-Omega-3-DHA–30-Kapseln.html
http://www.veganic.de/product_info.php/info/p61370_DEVA-Omega-3-DHA–90-Kapseln.html
4. Januar 2012 um 11:54 |
Von Udo Pollmer gib’s auf Youtube ein Video “Karriere der Giftpflanze Soja” (https://www.youtube.com/watch?v=LKYTl1B7D3c) in dem eine U.S. Studie erwähnt wird (3:20 min.) bei der die Immunschädlichkeit von Soja festgestellt wurde.
Wäre dankbar, wenn hier mal darauf eingegangen würde.
4. Januar 2012 um 19:27 |
Zu Pollmer fallen mir spontan viele Sachen ein, aber keine netten. Auf mich wirkt er wie ein entgleister Provokateur, der in der veganen Ernährung seinen natürlichen Feind gefunden hat und er lässt kaum eine Gelegenheit aus, tief ins Klo (oder Männern mit ImpotenzFUD an die Eier) zu greifen. Sojabohnen werden seit vielen Jahrtausenden gerade in der Gegend der Welt gegessen, in der die meisten Menschen leben.
Interessant ist auch der Gedanke, dass die meisten Sojabohnen schließlich von den Tierausbeutern eingekauft werden um sie an die Opfer der Leichenfabriken zu verfüttern. Wieviel Landlebewesen werden jährlich ermordet? 40 Milliarden? Interessant deshalb, weil Nicht- u. Antiveganer ansonsten Tierversuchen nicht abgeneigt sind – aber ignorieren, dass trotz des hohen Sojakonsums die Tiere eine erstaunliche Potenz vorweisen (schließlich wird jährlich eine große Anzahl gebraucht), und außerdem eine sehr prägnante Genstabilität…
4. Januar 2012 um 12:19 |
Hier werden gleich mehrere negative Studien angeführt “Udo Pollmer: Dement und impotent durch Soja?” (https://www.youtube.com/watch?v=E5Qe1DlWzIY).Zitierte Studien ab 7:00 min.
4. Januar 2012 um 14:39 |
Udo Pollmer ist unter Ernährungswissenschaftlern mehr als umstritten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Pollmer#Kritik
Mich wundert daher nicht, dass bei den Videos die Kommentarfunktion deaktiviert wurde……
Wie auch immer, ich denke, dass Soja in Maßen konsumiert für die meisten Menschen kein Problem ist, eher im Gegenteil.
Auf Veganhealth wird auf zahlreiche Studien verwiesen und man kommt zu dem Fazit:
“Based on the bulk of the evidence soy appears to be perfectly safe for nearly all healthy individuals when it is consumed in reasonable amounts. We would say that a reasonable amount of soy is two to three servings per day. Women who have had estrogen-positive breast cancer may want to be somewhat more restrictive in their soy intake but, if they are already eating and enjoying soyfoods, there is not enough evidence of any harmful effects to suggest that they need to avoid all soy. ”
http://www.veganhealth.org/articles/soymessina
Hier sind noch einige gute Infos zum Thema:
http://www.veganhealth.org/articles/soymessina#should
http://en.wikipedia.org/wiki/Soybean#Health_benefits
http://en.wikipedia.org/wiki/Soybean#Health_risks
5. Januar 2012 um 21:40 |
Hallo nochmal :
1. Was mich eigentlich Intressiert sind die Studien die Udo Pollner anführt bzw. wer diese Finanziert hat und wer sein Institut “EU.L.E e.V” finanziert.
2. Das Udo Pollmer bei Wissenschaftlern umstritten ist, ist wohl irrelevant solange man ihm nicht nachweissen kann das er unseriös argumentiert, wird er sich auch weiterhin bei den Medien großer beliebt erfreuen. Da er meiner ansicht nacht auch durchauß berechtigte Kritik an den Ernährungswissenschaftlern übt, kann man wohl kaum erwarten das er sich dort großer beliebtheit erfeut. Weshalb man damit seine Anhängern wohl zurecht nicht beeindrucken kann.
3. Wikipedia ist denke ich leicht zu Manipulieren. Wenn du egal womit Millionen verdienst, läßt du dir doch bestimmt nicht durch negative Einträge dort dein Geschäft versauen, sondern sagst deiner PR Agentur Sie soll dort für eine Darstellung in deinem Sinne sorgen.
Ich esse übrigens selber seit Jahren Sojaprodukte, allerdings nicht viel und kann bisher über keine der Angeblichen auswirkungen Klagen. Und auch sonst habe ich bisher nirgendwo ! von davon gehört Soja schädlich sei.
5. Januar 2012 um 23:00 |
Fällt dir was was auf? Wikipedia kann manipuliert werden, Ernährungswissenschaftler haben vor Wut und Zorn keine Argumente, aber Pollmers Polemik soll man ernst nehmen… Warum eigentlich? Warum gilt für Pollmer nicht was für Wikipedia und die irren Ernährungsphysiologen gilt? Ist Pollmer die Wiederkunft Jesu Christi in Form eines etwas rundlichen Antiveganers? Wem die Epidemiologie des jahrtausendelangen Konsums von Sojabohnen, von den potentesten Ethnien auf diesem Planeten nicht ausreicht, der soll sich doch gerne vom Pollmer-Troll gruseln lassen:-)
5. Januar 2012 um 23:32 |
OK, nur mal eine Kostprobe mit welchen Methoden die Demagogen arbeiten:
Behauptet wurde zum Beispiel, Soja verringere die Spermienzahl. Was aber tatsächlich in Wahrheit passierte, war, dass die Spermienzahl und das Volumen des Samens bei dem Konsum von Soja zunahm! Also genau das Gegenteil, was behauptet wurde.
Verringert hatte sich die Spermienzahl nur in der *Menge* der untersuchten Flüssigkeit weil sich das Volumen auch vergrößert hatte. Aber *insgesamt* war es mehr Flüssigkeit und mehr Spermien. Die Studie, die hergenommen wurden um die Impotenzmachung von Soja zu demonstrieren, bewies daher eigentlich, dass Soja Männer fruchtbarer macht.
Wer sich über Soja unterhalten will, muss sich also hauptsächlich mit FUD und Demagogie beschäftigen. Das sind die Kernbereiche um die es bei Soja geht.
Soja und dessen Diskreditierung ist ein Fetisch von Antiveganern, weil, so das maliziöse Denken, die Zerstörung von Soja als Lebensmittel auch die Grundlage der veganen Ernährung zerstören würde. Das kommt aus einer Zeit, in der man glaubte dass die essentiellen Proteine, also die, die der Körper selbst nicht herstellen kann, diesem also zugeführt werden müssen, dass die in einem Lebensmittel vorhanden sein müssen. Heute weiß man, dass der Körper essentielle Proteine sogar aus zeitlich versetzt konsumierten Nahrungsmitteln kombinieren kann. Eine vegane Ernährung wäre also auch völlig ohne Soja möglich.
Sich mit der psychologischen Wirkung von FUD auseinander zu setzen, und sich dagegen zu immunisieren ist eine Pflichtaufgabe für alle Veganer.
6. Januar 2012 um 10:02 |
Wie wär’s mit einem eigenen Soja Thema Post? Fänd ich gut, wenn mal du da mal Licht ins Dunkle postest.
9. Januar 2012 um 23:30 |
Auf jeden Fall, ich wollte das schon längst mal machen. Mal sehen:-)
14. Februar 2012 um 11:36 |
Aus einer Zeitung (deutsche Zeitung, 100.000 Auflagen):
Soja ist schädlich weil,
1) es das endokrine System unterdrückt
2) Im Unterschied zu Kindern die mit Milch aufgewachsen sind statt mit Soja, haben Kinder die von Geburt an mit Soja genährt wurden, öfter Schilddrüsenprobleme
3) Soja kann das Altern (des Organismus) beschleunigen, zu Problemen mit Blutversorgung im Gehirn führen und Alzheimer beschleunigen.
3) Nicht geeignet für Leute die an Migräne leiden
4) Nicht geeignet für Leute mit Blasensteinen. Erklärung hierfür: In Soja sind Salze der Oxalsäure enthalten, welche zu Nierensteinen führen (können).
5) Aufgrund des hohen Gehaltes der Phytoöstrogene nicht für Schwangere geeignet
by Werner Media Group
hahahaha.
4. Februar 2012 um 14:19 |
[Admin: Diese Frage erreichte mich per Email, öffentlich interessante Emailfragen werden als solche anonym im Blog eingestellt.]
Wärst Du so nett, mir noch eine Frage zur Arame-Alge zu beantworten?
Du schreibst, man solle täglich (?) eine Alge essen? Ich frage mich, wie Du das konkret umsetzt? Vermutlich isst Du nicht jeden Tag einen Eintopf oder eine Suppe, oder? Wenn du nun relativ “trockene” Speisen hast, evtl. auch mal nur Brot und Obst isst, machst Du Dir dann wirklich die Mühe, eine Alge zu waschen, diese eine Stunde in kaltes Wasser zu legen und dann noch einmal 10 Minuten (?) zu kochen?
Oder fügst Du die Deinem Essen auch nur dann zu, wenn eh gerade flüssige Nahrung auf dem Programm steht?
4. Februar 2012 um 14:51 |
Klar:-)
Hm, ich kann mich gar micht erinnern das so formuliert zu haben, hier im Crashkurs habe ich geschrieben:
“Eine Tüte Arame reicht knapp ein Jahr! Ist wie ein Gewürz, ein paar Zweigerl zum Hauptgang dazutun oder auch in die Salatsauce, ist in der kleinen Menge auch geschmacklich nicht zu erkennen.”
Ich esse in der Tat jeden Tag einen Hauptgang, von daher hat sich mir die Frage vorher noch gar nicht gestellt. Arame kann aber auch hervorragend in Aufstriche gegeben werden, wer Brot isst wird da ja was drauf tun. Man muss auch nicht zwingend jeden Tag absolut Arame aufnehmen, bei Jod handelt es sich schließlich nicht um die Kategorie Atemluft.
Waschen, in Wasser einlegen und 10 Minuten kochen sollte man Arame gerade nicht, denn diese Zubereitungsform dient dazu, Jod zu entfernen. Wir wollen das Jod aber doch haben. Arame – ich weiss nicht ob du dir das schonmal angesehen hast, sieht aus wie Schwarztee für das Tee-Ei, nur dass die kleinen Blättchen trocken viel härter sind. Man kann sie in den Fingern zerbröseln und man braucht gar nicht viel, wie gesagt ein paar Blättchen / Zweigchen.
Den Zubereitungshinweis den du benennst gilt für andere Feinkostalgen wie Kombu, die extremst viel Jod haben, und bei denen eine Gefahr der Überdosierung besteht. Die soll man einweichen, abschütten und auskochen, damit das viele Jod verschwindet. Bei Arame aber wollen wir das Jod haben.
Man braucht dafür keine flüssige Nahrung, im Prinzip könnte man die Blättchen auch lutschen:-) Moment, ich mach das grad mal. Hm, gar nicht mal so übel, so pur schmeckts aber schon ein wenig nach Meer. Allerdings hat bereits ein Salat, bzw. die Salatsauce genug Feuchtigkeit, um die Blättchen zart zu machen. Eventuell reicht sogar pure Rohkost, z. B. geraspelte Karotten.
Aber, wie gesagt, man kann die auch so essen aus der Tüte:-)
4. Februar 2012 um 16:54 |
Hallo Ava,
vielen Dank für die Antwort!! Hatte spontan dazu im Netz nichts gefunden (und komme mir gerade etwas doof vor als Neu-Veganer :).
Prima, dann hat sich das Problem ja schon mal erledigt! Hatte mich nämlich in der Tat gefragt, ob man die nicht einfach auch trocken essen kann; ich war nicht sicher, ob das Jod möglicherweise erst in Reaktion mit Wasser freigesetzt wird.
Egal! Herzlichen Dank!
VG
Jürgen
4. Februar 2012 um 16:59 |
Aloha Jürgen, schön dass du vorbeischaust.
Der Gedanke ist gar nicht so abwegig, denn Jod ist löslich, allerdings würde daher der Speichel als Lösungsmittel ausreichen:-) Wieso kommst du dir grad doof vor? Das war eine völlig legitime Frage.
13. Februar 2012 um 12:18 |
Erstmal ein großes Dankeschön für diese Infos! Bin seit zwei Jahren Veganerinund möchte dies auch (hoffentlich) nicht mehr ändern ;). Käse ist eine Sache die ich in manchen Momenten vermisse,deshalb beschäftige ich mich in der Tat etwas mit Fermentation (z.B. für die Herstellung von Cashew-Käse). Meine Frage betrifft vit B 12: ich nehme die ganz normalen Mulitvitamintabletten aus dem Supermarkt (täglich eine deckt wohl den B12 Bedarf). Ist dies in irgendeiner Weise problemtaisch oder warum wird hier (und generell) die wöchentlich “Bombe” empfohlen? Das interessiert mich schon länger,konnte aber nie etwas dazu finden also würde ich mich über eine Antwort sehr freuen.
Danke !
13. Februar 2012 um 16:19 |
Hallo Loula,
Die normalen Multivitamintabletten haben mehrere Probleme. Erstens sind sie meistens nicht vegan weil Gelatine (Überzug) oder Lactose drin ist, zweitens sind Multis sehr schlecht auf den eigentlichen Bedarf abgestimmt, besonders bei Veganern. Daher sind einige Vitamine zu reichhaltig vorhanden, andere zu wenig, z. B. bei Folsäure und Vitamin D.
Besser ist es, sich bei der veganen Ernährung auf B12 und Vitamin D zu konzentrieren.
Die wöchentliche “Bombe” ist eigentlich gar keine, weil bei B12 immer nur ca. 1% aufgenommen werden kann. 2000µg bedeutet dann gerade mal 12-16µg die ganze Woche, was dann ja nochmal durch 7 für 7 Tage geteilt werden muss. Bei der wöchentlichen Integration kommt man bei 2.000µg also gerade so mal hin.
Eine sehr billige Methode ist das “strecken” von B12, da musst du einfach eine 1000µg-Tablette in einem 20ml Braunfläschchen aus der Apotheke auflösen und mit der Pipette einmal aufsaugen. Hatte das hier schon einmal erklärt.