Was Materie mit Ethik zu tun hat

Als die klassische Physik sich aufmachte, den kleinsten unteilbaren Teil der Materie zu suchen, lief sie in eine Sackgasse und musste irgendwann akzeptieren, dass Materie gar nicht aus Materie aufgebaut ist, sondern aus einer Beziehungsstruktur.

Was wir als Materie erleben, ist eine Art Schatten von etwas anderem, ein Geflecht aus Beziehungen. Wenn sich 100 Menschen in 10 Reihen aufstellen und ein Quadrat formen, dann symbolisiert das Quadrat die Materie die wir sehen. In Wahrheit aber ist das Quadrat im Kern eine Abmachung von Leuten, sich so aufzustellen. Diese Menschen gehen also eine (kurzfristige) Beziehung ein, und jemand der weit genug weg ist, vielleicht in einem Heißluftballon, würde die Menschen gar nicht mehr sehen, sondern nur das Quadrat das sie formen.

Antony Gormley - Stahl

....Antony Gormley - Stahl.... cc-by-nc-sa-2-:whistlepunch

Beim Blick auf die Materie sind wir auch weit weg, oder waren es zumindest lange, denn erst mit Hilfe des Instruments der Quantenphysik beginnen wir zu erahnen, dass wir in einer bunten, 3-dimensionalen Welt aus Schatten leben, wie Tinte im Wasser. Was die Welt im Innersten zusammenhält, ist vermutlich reinste Information. Das Universum (und dahinter) ein Code, ein asymmetrischer Fraktalalgorithmus der aus sich selbst heraus entsteht. Chaos als eine Form der Ordnung, die wir nicht verstehen. Der nulldimensionale Informations”raum” ist ähnlich unvorstellbar wie die Abwesenheit von “Zeit und Raum” vor dem Urknall.

Das wirklich interessante aber an Materie, ist der seltsame Umstand, dass je mehr wir unseren Blick für das Detail schärfen, desto weniger Trennendes aber umso mehr Verbindendes können wir entdecken.

Das gleiche gilt für den Code hinter Zivilisation.

Wir erwachen aus einer dumpfen Ära, in der die Sippe den Zenit unseres Beziehungsgeflechts darstellte, hinein in eine Welt wo Hinwendung zum Anderen keine rigiden Grenzen hat. Eine Gesellschaft aus Flicken-Familien. Eine Gesellschaft in der eine andere Ethnie nicht mehr eine andere Art Mensch bedeutet, sondern ein Merkmal wie dick oder dünn, kräftig oder zierlich. Eine Gesellschaft in der bestimmte Tiere in den Familien leben und den Status von Kindern haben. Eine Gesellschaft, in der Kühe, Schweine, Hühner und Dinge aus ihren Körpern keine Nahrungsmittel mehr sind. Die Gesellschaft löst sich nicht auf, sie sortiert sich neu und besser.

Wir beginnen zu begreifen, dass wir als individuelle Entitäten mit unseren Handlungen untrennbar verbunden sind mit allen anderen die diesen Planeten mit uns teilen.  Wir beginnen zu verstehen, dass Ethik die Quantenmechanik der Zivilisation ist.

Wir erkennen, dass Freiheit eigentlich Liebe bedeutet.

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Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

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38 Antworten zu „Was Materie mit Ethik zu tun hat“

  1. Ava Odoemena sagt:

    http://www.dctp.tv/#/blinde-fleck-im-auge-der-banken/physikalische-erfahrungssaetze-fragen-der-finanzkrise

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