Falsche Tierrechtler

Tierrechtler sind kompromisslos im vertreten, leben und fordern einer veganen Lebensweise als einfachste und direkteste Umsetzung der Anerkennung ethischer Rechte von Tieren. Dies ist das Hauptmerkmal von Tierrechtlern, ohne Veganismus im Kern der Argumentation, und natürlich auch in der eigenen Lebensweise funktionieren Tierrechte nicht, genausowenig wie Kinderrechte durch bessere Ausbeutungsverhältnisse in indischen Teppichmanufakturen funktionieren würden. Wer behauptet ein Kinderrechtler zu sein, weil er den Kindersklaven ein Ventilator hinstellt, demonstriert damit höchstens seine geistige Entgleisung im besten Fall, und böswillige Verharmlosung im schlimmsten Fall. Geisterfahrer auf der Autobahn verstoßen gegen die Straßenverkehrsordnung, auch wenn sie langsam, in Kurven oder auf der Standspur in die falsche Richtung fahren. Gegenteilige Behauptungen oder Meinungen landen regelmäßig vor Gericht, vorausgesetzt der Protagonist überlebt die Meinung „nur ein bisschen Geisterfahrer zu sein“ würde nicht gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen.

Aber während die Straßenverkehrsordnung eine gesetzliche Regelung ist, besteht diese Verbriefung für das Wort Tierrechtler nicht, jeder darf sich Tierrechtler nennen, selbst Schlächter die von sich behaupten das Messer besonders sanft oder schnell durch die Kehle zu ziehen. Niemand könnte ihm das verbieten. Und wenn Blender sich Tierrechtler nennen, gibt es im Gegensatz zum Geisterfahrer keine Konfrontation mit der Realität, die einzige Chance auf diesen pädagogischen Mehrwert besteht in der veganen Kritik am Scharlatan. So etwas wie dieser Text hier. Das Netz mit seiner Abstraktheit verstärkt diesen Effekt noch, die Blender blenden vor allem sich selbst und so reduzieren sich ihre Argumente und Debatten auf Hypnoseversuche, die meist nicht nur ihre ganz eigene Logik verfolgen, sondern bar jeder Logik ausagiert werden.

Aber es gibt Abhilfe wie man solche Falschmünzer erkennt und entlarvt. Man kann sich bei der Wahrheitsfindung an der Kriminologie orientieren. In der Kriminologie gibt es in Bezug auf Serienmörder einen Grundsatz: Wichtig ist nicht, was der Täter über sich sagt, sondern was der Täter tut. In der Tat entlarvt sich der Täter, wenn ein Kopf in der Tiefkühltruhe gefunden wird (also ein Menschenkopf, schließlich ist ein Kopf eines anderen Tiers in der Truhe vollkommen legal), dann ist es bedeutungslos wenn der Täter behauptet der wäre von einem Lastwagen herunter gefallen und über die Straße ins Haus in die zufällig offene Truhe gerollt. Was für Gewaltverbrecher gilt, gilt gleichermaßen auch für Wahrheitsmasseure. Wichtig ist nicht, wer sich Tierrechtler nennt, sondern wie sich derjenige verhält.

Warum diese krassen Vergleiche? Nun, diese Vergleiche sind nicht krass, das ist die Ironie. Tierrechts-Bluffer nämlich rechtfertigen Gewalt an Tieren indem sie den Empfängern ihres Sendungsbewußtseins zusichern, man müsste nur die Rahmenbedingungen der Ausbeutung verändern und dann wär das Töten schon OK.

Jemand der „Haltungsarten“ kritisiert, aber nicht die Gefangenhaltung an sich oder gar die Ermordung von Tierpersonen am Ende der Gefangenhaltung, vertritt keine vegane Position und kann somit auch kein Tierrechtler sein. Wer lügt „sein“ „Fleisch“, „seine“ „Eier“ oder „seine“ „Milch“ „immer beim Biobauern zu holen“, wie viele Menschen im Dunstkreis der spendensammelnden Tierschutz-Vereinsszene und deren Drückerkolonnen, ohne den geringsten Anflug von Scham, der zeigt durch das was er tut, dass er kein Tierrechtler ist auch wenn er behauptet für Tierrechte einzutreten. Jemand der vorgibt Tierrechtler zu sein und Menschen auffordert, ihren „Fleisch“konsum zu reduzieren, anstatt vegan zu werden ist kein Tierrechtler. Jemand der die „Intensivmast“ der konventionellen Tiervernichter kritisiert, aber die bio-Tiervernichtung verharmlost oder gar als Alternative empfiehlt, der vertritt keine veganen Interessen sondern antivegane Interessen.

Das Gros der Tierrechts-Schwindler kommt aus der Tierschutz-Szene, die eine Art Affekt-Industrie darstellt und Abermillionen von Spendengeldern abschröpft von naiven Leuten die glauben damit Tieren zu helfen. Naiv schon alleine deshalb, weil Tierhilfe auf dem Teller beginnt. Wer Tierkörper oder Produkte aus (gerade so) lebenden Körpern konsumiert und Tierschutzkolonnen Geld gibt, der ist entweder naiv, dumm, oder tätigt eine Ablasszahlung um das eigene Gewissen zu erleichtern.

Nur, weshalb diese schlechte Travestie der Tierschützer?

Der Tierschutz ist seit einigen Jahren vermehrt unter Druck durch Veganer die nach und nach alle Argumente für den Tierschutz widerlegt und als nutzlos, sinnlos oder schädlich entlarvt haben. Vor allem im angloamerikanischen Raum tut sich der Jura und Philosophieprofessor Gary Francione hervor, der selbstverständlich vegan lebt und zu dem Thema einiges an Literatur veröffentlicht hat. Veganes Auge wird sich bemühen, wenn der Blog weitere Verbreitung gefunden hat und seinem Qualitätsanspruch gerecht geworden ist und dies auch akzeptiert wird, mit Francione ein Interview zu führen und es auf Deutsch zu übersetzen.

Nicht ausschließlich aber doch zu einem erheblichen Anteil durch den Beitrag von Francione ist der Tierschutz als Ideologie weitgehend „verbrannt“, und selbst die langsamen Tierschützer merken das mittlerweile (die schnellen sind schon lange vegane Tierrechtler). Die aggressive Kolonisierung von Tierrechten durch Tierschützer ist demnach weniger als Angriff zu werten, sondern als Eingeständnis an die Unzulänglichkeit der eigenen Sache.

Politisch sind sie aber nach wie vor die Feinde von uns Veganern, denn wer dem Normvolk suggeriert es gäbe außerhalb des Veganismus einen Umgang mit Tieren muss sich warm anziehen.

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4 Antworten to “Falsche Tierrechtler”

  1. clemens sebastian Says:

    „Politisch sind sie aber nach wie vor die Feinde von uns Veganern, denn wer dem Normvolk suggeriert es gäbe außerhalb des Veganismus einen Umgang mit Tieren muss sich warm anziehen.“

    im Winter schon AVA
    wo man im kalten Norden lebt

    Feinde wären allerdings nur die
    die sich als Feinde in Stellung bringen
    in ihrem Unverstand quasi zu dir( Ethik)
    die an deiner Ehtik einen Anstoss nach rückwärts hegen
    im Eigentor die Wahrheit sehen

    ganz so ist es aber auch nicht
    weil „deine“ politische Kraft dem Normvolk nicht einleuchtend
    das zu normende Volk der Ethik entfremdet scheint
    die Kraft fehladressiert
    die Post sagt
    kein Empfänger
    das Paket verschwunden
    oder ………………………..

    grüsse clemens

    • Ava Odoemena Says:

      Bonjour Clemens,

      Zweimal gedrückt? Möchtest du, dass ich eines davon lösche?

      > ganz so ist es aber auch nicht
      > weil „deine“ politische Kraft dem Normvolk nicht einleuchtend

      Das stimmt schon, aber das Normvolk ist kein Feind, das Normvolk ist einfach nicht ausreichend wach was die Wahrnehmung ethischer Rechte von Anderen betrifft. Und nicht nur das Normvolk, oder lebst du vegan?:-)

      Ich bin mir nicht sicher ob du wirklich verstanden hast gegen was Veganer sich wehren hier. Oder ich hab einfach deine Prosa nicht verstanden. Das kommt mitunter auch vor .

  2. clemens sebastian Says:

    guten morgen Ava

    eines der Postings löschen, warum nicht
    steht ja das Gleiche drin
    ich glaubte eine Emailadresse wär nicht korrekt gewesen

    wo man nicht ausreichend wach , nicht auf die Wahrheit konzentriert,
    so ist man sich selbst kaum bewusster Feind, man könne allerdings
    wach gerüttelt werden

    wo ich „dich“ aber verstehe und kein Veganer wäre
    so wär ich doch ein politischer Feind
    ein Unhold

    grüsse Clemens

    • Ava Odoemena Says:

      > wo man nicht ausreichend wach , nicht auf die Wahrheit konzentriert,
      > so ist man sich selbst kaum bewusster Feind, man könne allerdings
      > wach gerüttelt werden

      Das ist der Plan:-)

      > wo ich „dich“ aber verstehe und kein Veganer wäre
      > so wär ich doch ein politischer Feind
      > ein Unhold

      Ein politischer Feind wärst du höchstens wenn du aktiv gegen Tierrechte
      oder Veganismus vorgehen würdest (z. B. durch subversive Methoden wie
      die Tierschützerszene).

      Ohne das bist du „lediglich“ der Feind deiner Opfer.

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