Veganismus, eine Religion?

Antiveganer verunglimpfen Veganismus gerne als Religion. In diesem Artikel leuchtet Veganes Auge das mal etwas aus.

Kennt jeder Veganer, dutzende Male gehört oder gelesen:

<<Das erinnert mich an die Zeugen Jehovas. Die sind auch so.>>

Hysterisch religiöser Veganer cc-by-2.0:vramak

Gibts auch in anderen Varianten, aber Scientology wird aus Feigheit selten genommen, da die als juristisch aggressiv gelten und die will man ja nicht gerade auf den Plan rufen nur um mal eben Veganer runterzubügeln. Taliban wird auch sehr gerne genommen, allerdings stagniert der Verunglimpfungsindex seit dem 11. September etwas, wie an der Börse sind die Niederungen der Verunglimpfungsrhetorik von Angst und Gier getrieben. Die Zeugen Jehovas sind in diesem Zusammenhang zu Zeiten der Krise an verfügbaren Fundamentalisten das beliebteste Investitionsobjekt antiveganer Diffamierer, weil es am risikolosesten gilt.

Ich kenne mich mit der Theologie der Zeugen Jehovas nicht so gut aus, und wo es bei denen Überschneidungen gibt mit veganer Ethik (vermutlich gar keine?), leider bleiben die Protagonisten da immer sehr unkonkret und oberflächlich. Soweit ich weiss ist nur eine einzige christliche Gemeinschaft mit veganen beziehungsweise vegannahen Erwägungen vertraut, und das sind die Siebenten-Tags-Adventisten von denen viele unvegan vegetarisch oder auch vegan leben.

Basis dieser Verunglimpfung ist die Grundannahme, dass Religion als Hort moralischer Willkür und Aberglaube in der wirklich wahren und modernen Welt nicht Ernst zu nehmen ist, und Veganismus das gleiche sei weil es auch hier um Ethik geht. Auf dem rhetorischen Niveau also, „Apotheken und Hypotheken seien Orte, an denen Bier verkauft würde, weil, was sonst könne es an Theken geben“.

Nicht nur setzt dieses rhetorische Nullniveau Empfänger voraus, die besonders dämlich sind (und die gibt es tatsächlich haufenweise, sonst würde sich so ein Nullniveau nicht halten können), sondern auch eine vollkommen falsche Vorstellung was Ethik eigentlich bedeutet.

Die meisten Leute, das muss man leider so sagen, haben eine dumme Vorstellung von Ethik, die sie, wie Dumme das so an sich haben zum Maßstab machen. Sie verwechseln Ethik mit Willkür, also ihrem Gegenteil. Sie denken im Tunnel ihrer Dummheit, Ethik definiere sich über die Zuweisung von Wert an quasi ein zuvor leeres Objekt, und so läge die Abwägung des Werts beim Betrachter. Das ist aber keine Ethik sondern Willkür. Der „Wert“, also ethische Rechte müssen nicht zugewiesen werden, denn die hat der Inhaber dieser Rechte automatisch. Ethik bedeutet also nicht die Zuweisung ethischer Rechte, sondern die Wahrnehmung ethischer Rechte. Ein ethisches Recht das der Betrachter bestimmt, für andere, führt sich also selbst ad absurdum.

Die Betreibung von Ethik als Willkür ist jedoch nicht nur wegen ihrer Merkbefreitheit abstoßend: Denn eine willkürliche Wertzuweisung reduziert Andere auf ein schieres Objekt eigener Interessen. Also im Kern identisch mit der Weltwahrnehmung eines klinischen Psychopathen. Überspitzt: Das erschreckende hierbei ist, dies ist der sozioevolutionäre Status Quo unserer Gegenwart, die Gesellschaft ist die Scheinkooperation von Psychopathen die mit Krücken wie externen Gesetzen und der Androhung von (Staats)Gewalt davon abgehalten werden, aufeinander loszugehen. Wie sie ohne Gesetze agieren, kann man daran ablesen wie mit denen umgegangen wird, die durch juristische Rechte nicht geschützt sind: Tiere. Nirgendwo anders entlarvt sich die Krankhaftigkeit des menschlichen Zustandes deutlicher als an dessen Umgang mit anderen Tieren. Hier ist das Eigeninteresse „ihre Körper schmecken“ schon ein ausreichender Grund sie umzubringen.

Und wer bereits an der Bedeutung von Ethik scheitert, der kann demnach auch nicht die Unterschiede zwischen veganer Ethik und religiöser Moral erkennen. Das ist dann auch genau die Mehrheits-Zielgruppe, die mit der Verunglimpfungs-Blendgranate vom Veganismus als sektiererischer, fanatischer, religiöser Fundamentalismus hypnotisiert werden soll. In der Realität sind Ethik und religiöse Moral nämlich oft völlig unvereinbar, Ethik im Kern ist nichts anderes als die konsequente Wahrnehmung ethischer Rechte *in Anderen*, die automatisch Inhaber dieser ethischen Rechte sind aufgrund von bestimmten Fähigkeiten und Eigenschaften. Ethische Rechte lassen sich demnach sogar physikalisch ableiten, so ist z. B. das Vorhandensein eines zentralen Nervensystems bereits eine Eigenschaft, auf der Fähigkeiten basieren wie Sinneswahrnehmungen und Lebenswille (Fluchtverhalten) aufgrund dessen schon ein „niederes“ Tier ethische Rechte innehat. Es gibt keine Religion die ihre Moralvorstellungen auf dieser naturalistischen Basis argumentiert. Wie auch, das Wissen darüber ist viel jünger als jede Religion.

Aber die Tunnelung auf ein Nullniveau ist typisch wenn nicht sogar zentral für die schmierigste aller Vorgehensweisen in Debatten, die vorsätzliche Verunglimpfung. Die vorsätzliche Verunglimpfung ist immer der argumentative Offenbarungseid, da der rhetorische Versager hiermit anerkennt, dass er keine Argumente hat und so den Gegner herabwürdigen muss, um seine Sicht der Dinge aufrecht erhalten zu können.

Faktisch vergleichbar ist vegane Ethik übrigens mit anderen Rechtsbewegungen der Aufklärung, also eine säkulare Angelegenheit, mit dem Unterschied, dass der Veganismus als eben eine säkulare, ethische Orthodoxie die konsequenteste Weiterführung aller Rechtsbewegungen darstellt. Der Veganismus betreibt denn auch nicht die juristische Verbriefung ethischer Rechte als Gesetze und Vorschriften, sondern die Reifung des ethischen Willen in jedem einzelnen Menschen aus eigenem Antrieb. Der Veganismus ist daher die progressivste und vor allem freiheitlichste Rechtsbewegung und ist daher mit religiösem Fundamentalismus nicht nur nicht vergleichbar, sondern steht ihm diametral gegenüber.

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Ava Ọdọemena
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23 Antworten to “Veganismus, eine Religion?”

  1. Liu Shifu Says:

    Universelles Leben“ ist z.B. eine christliche Sekte, die Veganismus propagiert.

    • Ava Odoemena Says:

      Hallo Liu, zu der Gruppe gibt es interessante Recherchen von meinen ganz besonderen Freunden von Antispe (*wink*) die in der Frage zu einem gegenteiligen Ergebnis kamen: http://home.arcor.de/veganwitch/ul/ Sind die jetzt inzwischen da ein Stück weiter?

      Kritisch mit UL hat sich auch Michel Rieth auseinander gesetzt:
      http://www.michelrieth.de/sekte.htm

      Edit: Michelrieth ist ein Ort, der Herr heißt Thomas Müller:-)

      Und natürlich gibt es auch innerhalb von Religionen eine Art Trend zu zumindest Vegetarismus, das ist auch unvermeidbar und wird in den nächsten Jahren massiv expandieren.

      Als erste wirklich große und wichtige Religion beginnen die Juden sich damit auseinander zu setzen.
      http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/baeume/vegetarismus.htm

      Auf Hagalil gab es auch noch einen Text über einen jüdischen Mathematiker der Vegetarismus als neuen jüdischen Imperativ bezeichnet, aber den kann ich jetzt nicht finden.

      Meist geht es nur Vegetarismus. Bei den Jaina in Indien ist über eine Rückkoppelung mit dem englischen Veganismus so dass die jetzt auch zu grübeln anfangen warum sie eigentlich Tiermilch konsumieren.

      Aus Taiwan kommt sogar eine Supreme Master. Die spammen ganz Youtube zu mit ihren Kochshows:-)

      Im übrigen probagiert keine dieser Religionen oder Personen innerhalb dieser Gläubigen Veganismus, sondern vegane Ernährung. Eine Verküpfung theologischer Inhalte mit veganer Ernährung kann man nicht wirklich als Veganismus bezeichnen.

  2. feuerhexe Says:

    Hallo Ava Odoemena ;)
    Sehr schöne und informative Seite… werd mir die Zeit nehmen und hier mal mehr drin lesen!
    Habe noch einen zweiten Blog – bist herzlich eingeladen mal vorbei zu schauen: charlottesspinnennetz.wordpress.com

    • Ava Odoemena Says:

      Aloha Nachbarin. Danke für die Blumen, ich denke Veganes Auge ist für alle geeignet die etwas Polemik ertragen können:-) Dein zweites Blog hatte ich unter dem Blogetikett Veganismus gar nicht gesehen. piyh, eine andere Nachbarin auf WordPress habe ich auch schon kennengelernt, ist spannend zu sehen wie verschieden alle auf das Thema Veganismus zugehen.

  3. Von Entenvaginas und synthetischem Leben « Veganes Auge Says:

    […] diese Manipulation keine ethischen Rechte anfasst, wie z. B. das kommerziell begründete Mißachten von Risiken bei der Genmanipulation wie […]

  4. Schmalex Says:

    Also Ava, ich bin mit deiner Ethikerklärung ja etwas unzufrieden. Da es ja nicht nur eine Ethik gibt, sondern im Laufe der Zeit von vielen Philosophen, etc. diverse Ethiken formuliert wurden (mir fällt grade nur wörtlich Schopenhauers Mitleidsethik ein, um mal eine zu nennen) beschäftigten sich Ethiken schon mit der Zuweisung von „Werten“ und in dem Sinne dann natürlich mit der praktischen Wahrnehmung und Anwendung dieser Rechte. Zwar nicht wörtlich Werte, indem gesagt wird ja der Mensch hier is drei Kühe wert, sondern indem durch Gedankenexperimente und „Tatsachen“ (naturwissenschaftliche oder was einem sonst so einfällt) Begündungen gesucht werden warum welches Objekt welche Rechte haben sollte. Wenn eine bestimmte Ethik dann mal allgemeiner Konsens ist, gehts natürlich nicht mehr um die Begründung sondern nur noch die Warnehmung, da hast du natürlich Recht, aber dann gibt es die Ethik ja auch schon.
    Aber da, soweit ich Ahnung habe, jegliche Ethik ein geistiges menschliches Konzept ist, wird es irgendwann mal „geschaffen“ und ist daher mehr oder minder willkürlich. Sobald ich ne gewisse Basis für meine Begründungen wähle is das ganze ja schon Willkür und ich sag mal jetzt der „Grad der Willkür“ ist dann ja nur antiproportional zur Rationalität meiner Basis.
    Genauso ist das „physikalische ableiten“ reine Willkür. Natürlich ist das Heranziehen des ZNS ne super Sache, die ich in Diskussionen auch gern mal ranbringe, aber rein prinzipiell gesehen ist das wieder ne willkürliche Entscheidung zu sagen, dass nur Lebewesen die ein Interesse am Leben haben ethische Rechte besitzen. Wird ja oft von Veganern angeführt, wenn jemand das super Pflanzenlebewesen-argument bringt. Ich könnte aber genauso gut sagen, dass jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat weil es lebt, im rein biologischen Sinne. Das wäre auch, nun ja nicht physikalisch, aber sagen wir mal naturwissenschaftlich abgeleitet, nicht ganz unsinnvoll und wir müssten alle Frutarier (heißt dass so? ich weiß es nämlich nie…) sein. Also ist es de facto schon willkürlich was ich als Grundsatz nehme. Und was ich, jetzt länger als geplant aber eigentlich kurz, sagen wollte, ist, dass jede Ethik die ich als Ausgangspunkt meines ethischen Handels wähle schon willkürlich ist, ich aber zumindest die wählen sollte, die in sich logisch konsistenter ist.

    Ja das wars auch, ansonsten top Blog und so, manchmal etwas überzogen, aber sehr unterhaltsam und ab und and sogar mal informativ ;)

    • Ava Odoemena Says:

      Du reparierst genau den Trugschluss, der im Artikel argumentativ ausgeleuchtet wird: Das Ethik etwas geschaffenes sei und somit (so die Suggestion) Interpretationssache sei. Dieses sematische Argument verdrängt, dass Ethik ja nur ein Wort ist, welches die Bedeutungserfassung von ethischen Rechten beschreibt. Du vermeidest also entweder bewusst oder aus Ignoranz das Vordringen zum Kern.

      Und ethische Rechte sind eben keine Defintionssache, sondern lassen sich aus FEM ableiten. (Fähigkeiten, Eigenschaften und Merkmalen.) FEM wiederum basiert auf der Physik evolutionaler Prozesse, ethische Rechte sind kein Produkt metaphysischer Philosophie oder Transzendingens und das Zeug, sondern lassen sich naturwissenschaftlich herleiten.

      Also ist dein Verständnis von Ethik willkürlich, aber die Wahrnehmung ethischer Rechte der fundamentalste Aspekt der Zivilisation.

      Natürlich ist das Heranziehen des ZNS ne super Sache, die ich in Diskussionen auch gern mal ranbringe, aber rein prinzipiell gesehen ist das wieder ne willkürliche Entscheidung zu sagen, dass nur Lebewesen die ein Interesse am Leben haben ethische Rechte besitzen. Wird ja oft von Veganern angeführt, wenn jemand das super Pflanzenlebewesen-argument bringt.

      Nein das stimmt nicht. Ein zentralen Nervensystem ist ein hinreichendes FEM. Pflanzen haben auch sonst keine, also überhaupt keine FEM, wofür sie ethische Rechte haben sollten.

      Ich könnte aber genauso gut sagen, dass jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat weil es lebt, im rein biologischen Sinne.

      Ja, du kannst natürlich in deiner willkürlichen Begriffsdeutung alles sagen. Nur ist etwas was man sagt, nicht unbedingt richtig oder relevant. Du kannst auch sagen die Erde ist eine Scheibe…

      Das wäre auch, nun ja nicht physikalisch, aber sagen wir mal naturwissenschaftlich abgeleitet, nicht ganz unsinnvoll und wir müssten alle Frutarier (heißt dass so? ich weiß es nämlich nie…) sein.

      Du kannst natürlich sagen, eine Karotte sei dir im Traum erschienen, und hätte dich gebeten ab sofort keine Karotten mehr zu essen. Träume lassen sich als neuroelektrische, rückgekoppelte Fraktale des Rechners Gehirn auch naturwissenschaftlich herleiten. Trotzem haben Karotten keine FEM, für die sie ethische Rechte besäßen.

      Du hast den Artikel nicht im geringsten verstanden und bewegst dich streng innerhalb der Ignoranz, dass der Beobachter definiert, was FEM ist. Das ist natürlich das genaue Gegenteil von Naturwissenschaft:-) Sondern es ist die Projektion deines Empathieversagens in die Wissenschaft hinein.

      Und was ich, jetzt länger als geplant aber eigentlich kurz, sagen wollte, ist, dass jede Ethik die ich als Ausgangspunkt meines ethischen Handels wähle schon willkürlich ist, ich aber zumindest die wählen sollte, die in sich logisch konsistenter ist.

      Eine Ethik die den Kern, also die Wahrnehmung ethischer Rechte nicht umfässt, ist aber nunmal keine Ethik, sondern Quatsch. Auch Quatsch kann logisch konsistent sein…

      Ja das wars auch, ansonsten top Blog und so, manchmal etwas überzogen, aber sehr unterhaltsam und ab und and sogar mal informativ ;)

      OK:-)

      Mach dir aber nochmal ein paar Gedanken zu dem Thema, bevor du das als erledigt in den Schrank hängst.

      • Schmalex Says:

        Vielen Dank für die Antwort, für mich deutlich informativer als der Artikel und klar mach ich mir dazu Gedanken, immer :)

        Dieses sematische Argument verdrängt, dass Ethik ja nur ein Wort ist, welches die Bedeutungserfassung von ethischen Rechten beschreibt.

        Na ja hier ist der Punkt an dem wir uns glaube ich missverstanden haben und der meiner Meinung auch nicht so gut im Artikel rauskommt, nämlich dass, wenn allgemein von Ethik geredet wird, die klassische Ethik als Teilgebiet der Philosophie und deren praktische Anwendung in der gesellschaft gemeint wird, die meist wenig auf naturwissenschaftliche Befunden fußt. Und diese befasst sich im klassischen Sinne nunmal mit alledem (Begründen, etc. insbesondere auch von ethischen Rechten). Demgegenüber stellst du deinen Begriff von Ethik (ich weiß nicht ob das dein Begriff ist, der der Ethikgesellschaft oder so) der allein die Wahrnehmung ethischer Rechte bedeutet, welche der Ethik quasi vorausgehen. Da die naturwissenschaftlich fundiert sind wäre das eine naturwissenschaftliche Ethik (ums mal wörtlich zu fassen) die aber überhaupt nichts mit klassischer Ethik zu tun hat, weswegen meiner Meinung nach der Begriff Ethik an sich ein unpassendes Wort ist, oder man müsste zumindest einen weltweiten Definitionswechsel durchführen. Ach so, nur um mal anzumerken, ich denke ja auch eher in dieser nat.-wiss. Ethik die für mich aber trotzdem (warum später) willkürlich ist.

        FEM wiederum basiert auf der Physik evolutionaler Prozesse, ethische Rechte sind kein Produkt metaphysischer Philosophie oder Transzendingens und das Zeug, sondern lassen sich naturwissenschaftlich herleiten.

        Das FEM Konzept (gibts dazu ne Lit-Quelle?) kenne ich so nicht, aber wie gesagt sehe ich das auch so, dass aus FEMs ethische Rechte abzuleiten sind , aber da kommt für mich trozdem die Willkür im mathematisch physikalischen Sinne zu sagen: bestimmte FEM = bestimmte ethische Rechte, weil für mich ethische Rechte keine physikalische Größe im Sinne von Druck, Volumen, etc. sind und somit kein rein physikalischer Zusammenhang da ist. Ich weiß nicht ob das ganz klar wird wie ich das meine. Bzw wenn du mir sagen könntest oder was verlinken wie das mit den FEMs detailliert läuft würde evtl. mir das helfen.

        Pflanzen haben auch sonst keine, also überhaupt keine FEM, wofür sie ethische Rechte haben sollten.

        Wie gesagt, ich hab keine Ahnung von dem FEM Konzept und welche das sind, aber wieso zählen z.B. nicht Stoffwechsel oder Fähigkeit zur Reproduktion dazu? Warum zählt das ZNS als hinreichendes dazu?

        Du kannst auch sagen die Erde ist eine Scheibe…

        Natürlich, aber das ist physikalisch widerlegbar.

        Trotzdem haben Karotten keine FEM, für die sie ethische Rechte besäßen.

        Erneut, welche sind denn das (nicht?), also ernsthaft, mich interessierts, ohne Ironie und so.

        Du hast den Artikel nicht im geringsten verstanden und bewegst dich streng innerhalb der Ignoranz, dass der Beobachter definiert, was FEM ist.

        Hm, verstanden denke ich schon, ich bin glaube ich im Kern nur nicht deiner Meinung bzw. fehlen mir ein paar tiefere Infos. Und natürlich definiert der Beobachter nicht was FEM sind, die hat das Objekt von sich aus, abgesehn davon dass man sie erst mal nat.-wiss. nachweisen muss. Aber wie am Beispiel der Karotte, warum ist ein funktionierender Stoffwechsel keine Eigenschaft aus der das ethische Recht „Recht auf Erhalt des Stoffwechsels“ entspringt? Ich meine ich kann den Stoffwechsel einer Pflanze ja nat.-wiss. nachweisen und wieso leitet sich dann eben dieses Recht nicht ab? Und da kommt eben meiner Meinung die Willkür ins Spiel zu sagen das wäre kein ethisches Recht.

        Eine Ethik die den Kern, also die Wahrnehmung ethischer Rechte nicht umfässt, ist aber nunmal keine Ethik, sondern Quatsch.

        Wie gesagt, du unterscheidest meiner Meinung nicht scharf genug zwischen klassisch und naturwissenschaftlich, da auch klassische „Ethiken“ die Wahrnehmung ethischer Rechte beinhalten, die aber halt auf Quatsch basieren.

        Letztendlich danke noch mal, wie gesagt mich interessiert das ganze, nur fehlen mir wie du siehst vllt einige Infos um meinen Gedanken klarer auszudrücken oder zu ändern. Falls du keine Zeit/Lust hast meinen Kram zu lesen/beantworten wäre ich dir verbunden, wenn du mir nen ausführlichen Text zu dem Thema empfehlen kannst, in dem insbesondere auf so naturwissenschaftlichen Kram eingegangen wird.

      • Schmalex Says:

        :( Schade, über ne Antwort hätte ich mich schon gefreut

  5. Ava Odoemena Says:

    Da habe ich die Lust verloren:

    Wie gesagt, ich hab keine Ahnung von dem FEM Konzept und welche das sind, aber wieso zählen z.B. nicht Stoffwechsel oder Fähigkeit zur Reproduktion dazu?

    Das war für mich der Hinweis, dass deine Argumentation die Vorbereitung einer Diskreditierungsprämisse ist, denn wer Verständnis für komplizierte Zusammenhänge formulieren kann, dann gleichzeitig aber vorgibt, den Unterschied zwischen einem Schweineauge und einem Kartoffelauge nicht zu verstehen, entlarvt sich durch diesen Widerspruch nunmal als Speziesist.

    Und mich von einem Speziesisten melken zu lassen steht konträr zu meiner Engergieeinteilung. Schließlich arbeite ich lieber dafür das Melken abzuschaffen…

    Solltest du tatsächlich einfach nur fürchterlich betriebsblind sein, möchte ich dir die Literatur von Gary Francione ans Herz legen. Dort werden Sie geholfen.

    • Schmalex Says:

      Oh ok,

      nein, sollte sie eigentlich in keinster Weise sein! Ich weiß ja nicht ob das aus dem bisherigen klar wurde, aber ich bin selbst (leider noch nicht so lange) vegan und für mich ist der Punkt eben nicht so offensichtlich wie Schweineauge/Kartoffelauge, da ich grade dabei bin mir hinisichtlich naturwissenschaftlicher Begründbarkeiten und so Gedanken zu machen. Dabei bin ich auch auf den Blog und die Artikel gestoßen. Ok, vllt hab ich mir in der Tat nicht allzu viel Zeit genommen mich vor meinen Kommentaren zu informieren/mir Gedanken zu machen, aber die waren keinesfalls diskreditierend gemeint.
      Tut mir Leid, dass dir das als melken vorkommt, ich hab nur leider auf den gängigen Blogs/Seiten weniger tiefgründiges gefunden.
      Danke für den Tipp und sry noch mal fürs nerven.

      • Ava Odoemena Says:

        Wenn das so stimmt dass du vegan bist, dann war meine Einschätzung in der Tat eine Fehlinterpretation. In dem Fall würde ich mich entschuldigen.

      • Schmalex Says:

        Null Problem, bin in der Tat vegan. Jetzt so im Nachinein drübergelesen kommt das wohl nicht so raus bei meinen Kommentaren. ich glaube da ist mir was im Kopf rumgegeistert, was ich jetzt aber auch nicht mehr weiß…

    • Kabi Says:

      Also ich hab das als rein theoretische Frage verstanden.
      Obwohl mir meine Intuition den Unterschied zwischen Kartoffel- und Schweineauge überdeutlich vorgibt, wüsste ich spontan auch nicht, wie ich bestimmte Merkmale als Grund für bestimmte ethische Rechte letztbegründen sollte. Aber da sind wir wieder bei dem Thema von vorne

      • Ava Odoemena Says:

        Mir war das Tunneln auf vermeintlich gleichartige Merkmale suspekt (Reproduktion), unter Verdrängung der Unterschiede wie z. B. dem Umstand, dass bei den meisten Tieren im Gegensatz von Pflanzen der Reproduktion eine Entscheidung für einen bestimmten Sexualpartner voraus geht.

        Grundkonsens für vegane Kultur ist das Vermeiden vermeidbaren Leids, die Leidfrage steht also zentral und bei der Beantwortung der Leidfrage wenden Veganer nunmal keine anthropozentrische Definition von Leid an, sondern bereits Fluchtverhalten z. B. ist ein hinreichendes Kriterium um Leid voraus zu setzen.

        Prinzipiell ist vegane Kultur überhaupt nicht rechtfertigungswürdig. Es besteht also kein Erklärzwang für unsere Positionen.

        Und eigentlich ist immer der in der argumentativen Bringschuld, der ethisches Handeln ablehnt! Wir sind nur so dermaßen dran gewöhnt uns zu erklären, dass wir die verkehrte Welt als unverkehrt akzeptiert haben.

        Sicherlich ist es notwendig, um ethisches Reifen in anderen zu motivieren, mithilfe von Argumenten eine Gedankenmaschine zu starten.

        Aber wenn es darum geht dass derjenige, der ethisches Handeln ablehnt vor dem Regal der Philosophien die Knöpfchen drückt, auf dass die lustigen Kasper ihr Sprüchlein aufsagen, dann erigiert bei mir schon auch mal der Mittelfinger.

  6. monster Says:

    Meine Nachbarn schneideten/sägten mir meinem Ledergurt! Selber Vegetarierin mit Lederschuhe und mit meistens (Budget) Bio-Produkte (Ovo/Lacto sehr selten Fisch nur weil man nicht alles leer fischen kann)!

    Für extreme Veganer, bin ich einen Monster und warum hast du einen Computer Darling? Extrem schädlich!

  7. Ein guter Mensch: Veganismus als religiöses Phänomen | TheoPop Says:

    […] sich ein Veganer als areligiös in dem Sinne, dass er sich keiner Religion zuordnet, ist es ihm nicht möglich, Bestätigung im Glauben zu empfinden. Bestätigung kann er nur durch […]

    • Ava Odoémena Says:

      Hm, wo da anfangen, aufzuräumen? Nach den gleichen Kriterien, sind – Führerscheinprüfung als Einstiegsritus- Abgrenzung von Fußgängern – Aggression gegen Fahrradfahrer – Autofahrer auf dem Weg zu einer Religionsgemeinschaft.

      Veganismus ist ja noch nicht einmal eine spirituelle Gemeinschaft, da die gesamte Ethik im Hier und Jetzt stattfindet. Zur Religion fehlt bereits das Hauptmerkmal, dass eine kultische Figur angebetet wird.

      Hanebüchen, dieser Unsinn… Wenn man Argumente schon so biegen muss, dass man sich schon vom überfliegen des Textes fremdschämen musss…

  8. Kamill Says:

    Informativ und eine sehr gute Ausdruckweise beherrschst du. top! :)

  9. Ava Odoémena Says:

    Weils hier auch hingehört:-)

  10. Ava Odoémena Says:

    Hier geht außerdem Christoph Wagenseil in seinem REMID-Blog darauf ein, wie Veganer mit dem "Religionsvorwurf" mundtot gemacht werden sollen:

    http://www.remid.de/blog/2013/02/veganismus-ist-keine-religion-ein-essay-ueber-demokratische-kultur/

    Erfrischend zu lesen, auch wie er danach mit Engelsgeduld die Ja-Abers heilt in den Kommentaren.

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