Vegane Ernährung in 10 Punkten: Ein Crashkurs

Der beliebteste Hebel den Antiveganer gegen Veganismus verwenden ist, von Überfällen eines Sondereinsatzkommandos mal abgesehen, die Konstruktion der veganen Ernährung als eine gefährliche Sache. Das sitzt. Kaum ein Neuveganer der sich nicht irgendwann mit hypochondrischer Panik in einem Forum meldet („Ich hab so ein Stechen im linken, kleinen Zeh, Mangel??!). Die Hebel basieren teils auf veralteten Information („Proteine müssen bewußt kombiniert werden“), teils auf Desinformation durch Weglassen bestimmter Fakten („Risiko Vitamin D Mangel“ – betrifft alle, auch Nichtveganer). Teils auf Diskreditierung bestimmter Rohstoffe, die der veganen Ernährung zugewiesen werden, die bei genauerer Überprüfung aber gerade nicht die vegane, sondern die unvegane Ernährung belastet („Soja zerstört den Regenwald“ – ja, das Futtermittelsoja für die „Viehzucht“). Ganz perfide ist die Methode, bei der wirklich radikale Kostformen, die mit veganer Ernährung eigentlich nichts zu tun haben unter veganer Ernährung subsumiert werden. Natürlich auch in Kombination oder absurd gemischt, da sind der Phantasie des fanatischen, antiveganen Sektierers keine Grenzen gesetzt.

Merke: Wer im Jahr 2010 noch pauschal vor veganer Ernährung warnt, der ist entweder dumm oder bösartig.

Jede Kritik schlechter Ernährung betrifft aber meist auch automatisch die unvegane Alltagsraxis, das wird gerne unterschlagen. Die Krankenreparaturindustrie ist nicht deshalb milliardenschwer, weil unsere nichtveganen Freunde sich so gesund ernähren. Dennoch gibt es bei der veganen Ernährung Grundprinzipien die sie von der unveganen Ernährung unterscheidet. Wer diese nicht kennt oder nicht wahrnimmt spielt Antiveganern in die Hände, sei es aus Naivität, Natürlichkeitsglauben oder was auch immer. Tatsache ist: Alle möglichen Faux Pas der veganen Ernährung sind leicht und komplett vermeidbar. Zur vollständigen Emanzipation reichen bereits 10 Punkte.

Hier also die harten Fakten zu veganer Ernährung bezüglich der Nährstoffe, auf die man achten sollte, das Grundgerüst. Rot markierte müssen beachtet werden, alle anderen erledigen sich bei einer vollwertigen veganen Ernährung von selbst, quasi nebenher. Was man danach anstellt ist vollkommen egal und der Kreativität überlassen. Ein guter Einstieg in die vegane Alltagsküche findet man bei meinen besonderen Freunden :-) von der TR-Initiative Maqi, in deren http://tierrechtskochbuch.de/ oder anderen Rezepteseiten im Netz. Manche Punkte betreffen Veganer und teilweise Nichtveganer, manche betreffen Alle.

Reinhaun     cc-by-nc-2.0:cproppe

1.) Vitamin B12

Betrifft vor allem Veganer und unvegan lebende Senioren aus anderen Gründen. Vitamin B12 ist bakterienbasiert, das heißt, überall wo B12 drin ist, waren vorher Bakterien am Werk die das gebildet haben. Obwohl eine Methode besteht die B12 in veganen Lebensmitteln fermentieren kann, erwähnt hier im Blog, konnte die sich nie durchsetzen weil B12 in Reinform, also das was auch in Supplementen vorhanden ist, in großen Mengen günstig hergestellt wird und dann Lebensmitteln beigefügt werden kann, als Anreicherung. Es gibt allerdings inzwischen Anstrengungen von Tofutown, Tofu mit im Herstellungsprozess fermentiertem B12 zu produzieren. Auch die Reinform basiert auf besonderen Bakterien oder als Ausnahme auf speziell für diesen Zweck gezüchtete Hefen. Bis sich vegane Lebensmittel etabliert haben, bei denen in der Herstellung direkt B12 entsteht, muss B12 in Reinform, sprich Supplementen zugeführt werden. Am praktischsten ist die Supplementierung einmal pro Woche mit 2000 Mikrogramm, die Autorin nimmt hierfür Solgar B12 mit 250 „Nuggets“ mit 1000 Mikrogramm pro Nugget, also zwei Nuggets pro Woche. Beziehbar z. B. hier. Vorrat mit 250 Nuggets reicht 125 Wochen und kostet ca. 30 Euro, also grob etwa ein Euro pro Monat. Wer eine billigere Quelle kennt soll sie als Kommentar eintragen. [Aktualisierung: Die Pipette-Methode ist die weitaus billigste.] Solgar verwendet nach eigenen Angaben keine gentechnisch veränderten Bakterien. Alternative: Dr. Ankermann B12 Tropfen. Diese täglich dem Essen hinzufügen, 10mcg. Ältere Nichtveganer sollten wie gesagt genau so vorgehen, deswegen. Vegane Raucher brauchen eventuell eine Extrastrategie und sollten sich diesen Teil der Kommentarlinie ansehen, ggfs Fragen einstellen.

Außerdem, wird gerne vergessen oder geleugnet in der B12-Debatte: Einer der größten Einzelabnehmer für B12 und andere Nahrungsergänzungsmittel ist die Futtermittelindustrie:

Wie  die Literaturstudie (zip-Datei) von Michel Post, siehe Kapitel 7.2 (niederländisch) belegt, ist einer der Hauptabnehmer von fermentiertem B12 die Futtermittelindustrie.

Wenn man den Verbrauch für Sportnahrung und als Placebo für wissenschaftliche Studien abzieht – also nur den tatsächlichen menschlichen Bedarf der Futtermittelindustrie gegenüberstellt, ist sogar der Hauptabnehmer die Futtermittelindustrie. Also die Tiere, die in der Landwirtschaft verwertet werden, werden mit B12 supplementiert.

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass auch Nichtveganer zugesetztes B12 bekommen, nur eben indirekt über Tiere.

Wenn Bakterien in typischen Nutztieren B12 herstellen können (und dies anders als beim Menschen vor dem Dünndarm passiert, wodurch das B12 aufgenommen werden kann), warum besteht dann überhaupt Bedarf für eine Supplementierung der Tiernahrung?

Durch die Fremdnahrung Mais, Soja, Getreide kippt zum Beispiel das Bakterienmilieu in den Kühen, es überwiegen dann Bakterien, die kein B12 produzieren können. Die Tiere erleiden einen B12 Mangel und somit wäre ohne Anreicherung in Milch und Fleisch kein B12 enthalten.

In Fleisch, Milch, Eiern ist demnach von Tieren umgesetztes Cyanocobalamin enthalten, welches dem Futter vorher beigefügt wurde. Schweine werden darüber hinaus auch mit Cobalt gespritzt, um den B12-Gehalt des Fleisches nach oben zu treiben.

2.) Vitamin D

Betrifft vegan und unvegan lebende Menschen gleichermaßen. Behandelt wird das Thema ausführlich im Extra-Artikel zu Vitamin D. Zu Vitamin D gibt es sehr viele neue Informationen, inzwischen geht man sogar davon aus, dass bei allen Menschen selbst eine ganzjährige Supplementierung angemessen sein kann. Mindestens aber im UVB-Winter, der Ende September bis März dauert, sollte Vitamin D zugeführt werden, nicht nur bei Veganern. Das einzige sinnvolle und günstige, vegane Vitamin D2 Produkt welches durch die Vorarbeit von Veganes Auge nun auch ohne Umschweife erhältlich ist, ist Sterogyl 2.000.000, mit 400 IE pro Tropfen und selbstverständlich auch für Nichtveganer geeignet, da hier sehr günstig dosiert werden kann. Kostet um die 2,60 pro Tropffläschchen und reicht 100 Tage bei einer Dosierung von 10 Tropfen / 4.000IE. Bestellbar hier. (Quelle versiegt, neue wird organisiert…) EDIT: Die Bezugsquelle ist nach Klärung wieder offen hier kann bestellt werden, (Kehl) rezeptfrei für 2,66 oder auch hier (Forbach). Email mit Betreff Sterogyl-Bestellung und Adresse reicht, wird gegen Rechnung verschickt. Siehe auch Blogeintrag zu Sterogyl, mit vielen guten Kommentaren.

Alternative: Im Sommer Pilze auf Stroh züchten lernen (gibt Sets im Netz) und in der Sommersonne trocknen, als Wintervorrat. Der Vitamin D Gehalt in unbelichteten Pilzen ist vernachlässigbar, diese Alternative gilt also nur in Kombo mit der Sonnentrocknung. Wer im Sommer nicht supplementieren will, sollte so oft wie möglich 10 bis 20 Minuten in der Mittagssonne verbringen. Wird die Haut großflächig belichtet, so generiert sie innerhalb dieser kurzen Zeit 10.000 bis 20.000 IE Vitamin D3. Dicke Menschen sollten jedoch auf jeden Fall ganzjährig supplementieren, das im Sonnenlicht gebildete D3 lagert sich nämlich im Fettgewebe ein, gelangt nicht an die Blutbahn und zerfällt ohne Nutzung.

(Hinweis: Veganes Auge bekommt keine Kommission, Klickgeld oder sonstige Vergütungen durch Links auf kommerzielle Angebote. Sollte das irgendwann in der Zukunft der Fall sein, wird dies deutlich angezeigt.)

3.) Calcium

Bei Calcium ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Es gibt Thesen die davon ausgehen, dass Veganer wesentlich weniger Calcium benötigen wegen der besseren Calcium-Balance veganer Ernährung. Tofu der mit Calcium Sulfat („Lebensmittelgips“) geronnen wurde, dunkelgrüne Blattgemüse wie Mangold, Weisskohl, Broccoli, zu denen auch Salate wie Feldsalat, Löwenzahn gehören; natürlich angereicherte Sojamilch, aber auch Mohn im Gebäck oder Orangen leisten ihren Beitrag in der Calciumversorgung, genauso wie Zuckerrübensirup. Mineralwässer wie im Kommentar angemerkt sind auch eine gute Quelle, vielleicht sollte man sich bei Stadtverwaltung informieren inwiefern das eigene Leitungswasser dazu beiträgt. Bei Mineralwasser ist darauf zu achten, dass der Natriumgehalt nicht so hoch ist wenn man viel davon trinkt.

4. ) Vitamin K

Nichtveganer betroffen. Vitamin K wird hier nur gelistet weil für die Knochengesundheit Vitamin D, K und Calcium zusammenwirken, es nützen keine Megamengen an Calcium wenn die Kost nicht auch Vitamin K enthält. Da  es in großen Mengen in dunkelgrünen Blattgemüsen vorkommt, in der Form K1, sind Nichtveganer die wenig davon verzehren nicht gut damit versorgt.  Vitamin K2, wie B12 ein Bakterienvitamin und das angeblich bessere Vitamin K, findet sich in Sauerkraut, Sojajoghurt, Miso und Natto. (Achtung: Saucentütchen bei Natto enthält meist Fischleiche als Grundstoff.) Allerdings ist auch in vielen Gemüsen der Vitamin K(1)-Gehalt so hoch, dass auch – sollte es denn tatsächlich stimmen dass diese Variante weniger potent ist – immer noch genug drin wäre. 100 Gramm getrockneter Basilikum z. B. hat 1715 mcg oder 2143% des Tagesbedarfs.

Und wie immer ist höhere Potenz auch nicht gleichzeitig besser und es ist sowieso noch umstritten inwiefern K2 eigentlich besser sein soll.  Z. B. wird zuviel Eisen schnell giftig. Und manchen Herzpatienten mit speziellen Medikamenten sollten keinen Joghurt essen (egal ob vegan oder unvegan), weil Vitamin K mit dem Wirkstoff in dem Medikamet kollidiert. Natürlich wird versucht über den Unterschied, vegane Ernährung zu diskreditieren. Ist aber ein politisches Thema, kein ernährungsphysiologisches.

5.) Jod

Betrifft vegan und unvegan lebende Menschen gleichermaßen.
Jodierung in Jodsalz ist ausgerichtet auf Menschen die bis 9-15 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen. Diese Menge Salz ist nicht gesund, und Veganer verzehren weitaus weniger Fertiggerichte oder gastronomisch aufbereitete Nahrung, wer Salz also zuhause konsumiert, so 1-3 Gramm, für den ist diese Jodierung nicht ausreichend. Besser: Unjodiertes Salz kaufen und die Feinkostalge Arame (Bioladen, Reformhaus) als Jodlieferant nutzen. Eine Tüte Arame reicht knapp ein Jahr! Ist wie ein Gewürz, ein paar Zweigerl zum Hauptgang dazutun oder auch in die Salatsauce, ist in der kleinen Menge auch geschmacklich nicht zu erkennen. Kombu ist nicht geeignet da hier Jod in erheblichen Mengen vorhanden ist und vermutlich der Grund warum die DGE vor Algen als Jodlieferant warnt. Der Körper gewöhnt sich an das natürliche Jod und im Laufe der Zeit kann es dann auch in höheren Mengen konsumiert werden ohne negative Effekte. Aber warum extra Geld ausgeben? Arame ist perfekt. Bei Nori (die Papierartige) kann man mehr nehmen, da hier ein niedrigerer Jodgehalt vorhanden ist, verfischt das Gericht aber stark im Geschmack.
Der Jodgehalt unterschiedlicher Feinkostalgen auf 100 Gramm getrocknete Blätter:

Nori 5 – 8 mg
Dulse 8 mg
Meeressalat 25 mg
Wakame 10 – 20 mg
Hijiki 30 – 50 mg
Arame 60 – 80 mg
Kombu 100 – 500 mg

Der tägliche Jodbedarf ist etwa 0,2 mg.

6.) Selen

Betrifft Alle. In Vollkorngetreide vorhanden, zu schwankenden Mengen. Besser: Täglich eine Para (Brazil) Nuss. Wie bei Jod, mehr ist nicht besser, denn eine Nuss enthält bereits den täglichen Bedarf an Selen. Die Autorin bevorzugt Bio-Paranüsse. Konventionelle Paranüsse haben öfter mal ein, zwei Nüsse in der Tüte deren Fett gekippt ist, nicht besonders lecker.

7.) B2

Betrifft Veganer mehr als Nichtveganer. Stinknormale Backhefe ist eine günstige, unbekannte Nährwertbombe, unter anderem reichhaltig an B2 und Zink. Selbst Weissbrot wird mit zwei bis vier Würfeln Backhefe zum sehr gesunden Nahrungsmittel, besonders wenn man es mit dem Trester und Saft der Karotte und etwas Rapsöl macht. Die Karotte bringt dann auch noch gleich die nötigen Zucker mit, sodass man keinen anderen Zucker beifügen muss. Auch eine gute Zugabe, Zuckerrübendicksaft, auch eine Nährwertbombe. Und durch die Fermentierung mit Hefe geht der Nachteil des Zuckergehaltes verloren. Also, einfach ein paar Würfel mehr nehmen, dann klappts auch mit dem Nachbarn oder so:-)

8.) Eisen

Soll Veganer mehr betreffen, das letzte Wort ist auch hier noch nicht gefallen. Sehr viel veraltete Info im Netz zu Eisen. Generell: Nur Frauen die auch in unveganen Zeiten zu Eisenmangel neigten, tun das auch zu veganen Zeiten. Das Thema ist eigentlich vernachlässigbar. Vitamin C im Essen erhöht die Resorption, z. B. durch Gemüsepaprika oder Petersilie (extrem viel Vitamin C), oder Apfelsaftschorle.

9.) Omega3-Fettsäuren

Wer behauptet, Veganer hätten zu wenig davon liegt falsch. Gerade ein Hype, der glücklicherweise am abflauen ist. Omega3-Fettsäuren kann der Körper nämlich selbst synthetisieren, wenn die Fett-Balance stimmt. Wer also tonnenweise Algenpresslinge mampft, bei dem stimmt die Fettbalance wahrscheinlich eher nicht. Auch wieder so ein unvermuteter Nährwertstar: Rapsöl. Es muss sogar noch nicht einmal das kalt gepresste sein. Vorteil: Während andere Öle mit guter Fettsäurenverteilung allgemein und Omega3 im Besonderen kalt verarbeitet werden müssen, kann man Rapsöl bis 180°C auch zum braten nehmen. Nur frittieren sollte man damit nicht. Dafür nimmt man dann Palm, oder Kokosöl, die sind selbst bei hohen Temperaturen stabil. Vermeiden sollte man umgeesterte Fette, „gehärtet“, wobei die Transfettpanik eher angebracht war bei den Methoden der Umesterung die in den USA verwendet wird. Auch mal probieren: Statt Margarine natives Rapsöl aufs Brot. Lecker! Wer lieber mit Olivenöl kocht sollte dies mit kaltem Leinsamenöl ergänzen, mit einem Teelöffel. Auch Nüsse sind Lieferanten gesunden Fettes, aber der Star unter den Fetten ist das Hanföl aus Speisehanfsamen. Diese Hanfnüsse sind auch so zu bekommen, geschält und sehr lecker, 5 Esslöffel Hanfsamen sind eine gute Quelle für Omega 3 Fettsäuren. Weitere gute Lieferanten: Mandeln, Macademia, Cashews, Haselnüsse und Avocados.

10.) Zink

Wird gerne erwähnt als kritischer Nährwert der veganen Ernährung, der Autorin ist niemand Veganes bekannt bei dem je ein Zinkmangel festgestellt wurde. Backhefe und damit fermentiertes Getreide (Brot), Kürbiskerne, Okra-Gemüse, Mungbohnen mit mehr als 20mg pro 1000 Kcal, dann Vollkornweizen, Hafer, Erdnüsse, Sojabohnen, Schwarze-Augen-Bohnen (beim Türken/Asiaten/online?) mit mehr als 10mg pro 1000 Kcal. Zuviel Calcium blockiert die Zinkaufnahme, also Haferflocken mit angereicherter Sojamilch eher ungeeignet, vor allem wenn man die Phytinsäure bedenkt die bei nicht fermentiertem Getreide auch die Zinkaufnahme blockiert. Durch Keimen von Saaten (wie man das bei Mungbohnen macht, auch „Sprossen“ genannt), wird Phytinsäure erheblich reduziert. Keimlinge als Salatbeilage sind immer eine gute Idee. (Gekaufte Sprossen blanchieren.)

Und was ist mit Eiweiss?

Vergessen, abhaken, ignorieren. Alle Befürchtungen betreffend Protein gelten inzwischen als veraltet, was im Netz kreist stammt noch aus der Urzeit der Ernährungsphysiologie, heute weiss man dass der Körper in der Lage ist, Eiweiss aus verschiedener Nahrung zu kombinieren, sogar „zwischenzulagern“. Einzig bei Kindern sollte die Ernährung Fett und Proteinreicher sein als bei Erwachsenen. Nüsse, Hülsenfrüchte, Pilze, Hefen, Getreideprodukte und Sojazubereitungen. Wir ertrinken im Protein. Das gleiche gilt für alle anderen Mikronährwerte wie z. B. Folsäure und Vitamin C. Was in real praktizierter, unveganer Ernährung aller nicht genannten Mikronährstoffe oft viel zu wenig vorhanden, ist bei einer halbwegs verünftigen Ernährung kein Thema.

Die Informationen basieren zum größten Teil auf Plant based Nutrition and Health ISBN 0-907337-26-0 von Dr. Stephen Walsh, den wissenschaftlichen Koordinator der International Vegetarian Union, der auch im Beirat der ältesten „Vegan Society“ in Großbritannien ist. Informationen zu Vitamin D aus aktuelleren Quellen.



Creative Commons License
Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

Werbeanzeigen

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

500 Antworten to “Vegane Ernährung in 10 Punkten: Ein Crashkurs”

  1. schlampengoettin.de » :: Go vegan? :: Says:

    […] steht es bei Vitamin B12 und Vitamin D. Einen sehr guten Artikel zu beiden fand ich hier. Kurz und knapp: Veganer, die Flüssigkeiten nicht nach der von Dr. Bärwald gefundenen Methode […]

  2. Paul Says:

    hab neulich auf einer party ne veganerin getroffen. sie ist seit einem halben jahr vegan. auf meine frage ob sie supplementiere meinte sie dass sie regelmäßig sanddornsaft trinken würde.

    ich bin da skeptisch.. weiß auch nicht.

    • Sheogorad Says:

      Nun, es kann durchaus sein, das Pflanzen die auf kobalthaltigem Boden wachsen Spuren von B12 aufnehmen, es kann auch sein, dass die B12 Aufnahme von Baterien aus dem Darm der nicht durch Tierprodukte geschädigt ist besser ist und es kann auch sein, dass dies im oder ohne das Zusammenspiel mit angereicherter Nahrung die überall zu finden ist ausreicht um einen angemessenen B12 Spiegel aufrecht zu erhalten.
      Aber warum sollte man das Risiko eingehen, solange es nicht wissenschaftlich zweifelsfrei geklärt ist? Die Vorsoge durch B12 Einnahme ist kostengünstig und einfach. Wer nicht seinen B12 Spiegel überwachen lässt wäre so bequem auf der sicheren Seite.

    • Ava Odoemena Says:

      Sanddornsaft hat den Goldtest nicht bestanden (B12-Mangel nachweislich beseitigt) und ist damit ein weiteres Placebo aus der langen Liste von Placebos aus der Erdenkind-Natürlichkeitsfetischisten-Veganerfraktion:-)))

      Diese Leute machen mich aggressiv:-)

      • Paul Says:

        hatte ihr gesagt dass ihr gehirn in ein paar jahren nen schaden haben wird. ob sie es kapiert hat weiß ich nicht. war wohl eheh eingeschnappt.

        „Diese Leute machen mich aggressiv:-)“

        die werden vegan und sind stolz ohne ende und denken es muss alles natürlich sein. sind halt neu die leute. müssen übrigens keine gayajüngerInnen sein, da reicht schon jahrelange vollwert-vegetarische kost als unterbau. oder ehemalige biofleischesser oder, oder..

  3. Elisabeth Says:

    „Selbst Weissbrot wird mit zwei bis vier Würfeln Backhefe zum sehr gesunden Nahrungsmittel“

    Wie meinst du das? Empfiehlst du, zum Weißbrotbacken statt einem zwei bis vier Würfel Backhefe zu nehmen? Oder Backhefewürfel zu einem Aufstrich zu verarbeiten?

    • Ava Odoemena Says:

      Ja, zum Backen. Sollte man austesten wieviel Backhefe in den Teig kann. Es soll natürlich nicht zu hefig schmecken das Brot.

      Aufstriche mit Backhefe sind nicht zu empfehlen. Ich hab da mal ein wenig herumexperimentiert, aber das schmeckt nun wirklich so, wie man sich vegane Aufstriche im allgemeinen vorstellt. Ich konnte das nicht runterschlucken.

      Es gibt leckere Hefeaufstriche die mit Feinkosthefen hergestellt wurden, ich meine nicht das englische Zeug im Glas. *schüttel*

      Von Alnatura gibts pikante, leckere Hefeaufstriche. Ich nehm das immer als Unterlage für fein geschnittenen und gebratenen Weisskohl mit Karottenraspeln fürs Frühstück.

  4. larserl Says:

    Nachdem ich den großartigen Beitrag gelesen habe, habe ich gleich bei uns im biomarkt nach arame-algen gefragt. heute habe ich antwort bekommen: arame algen werden nicht mehr geliefert, da sie genau aus dem meeresgbeiet kommen, das durch das unglück in japan verstrahlt wurde :-/

    • Ava Odoemena Says:

      War mir vor Kurzem auch schon aufgefallen. Einfach im Asia Laden (oder Versender) Wakame kaufen oder Dulse, es gibt viele Feinkostalgen. Wer gerne sparsam dosiert – und dies bei der Arame so gut fand, weil man da so wenig nehmen musste, kann auch Kombu nehmen. Allerdings hat Kombu einen sehr hohen Jodgehalt, wirklich ganz ganz sparsam verwenden, ich würde eher davon abraten, denn die Schilddrüse ist nachtragend. Die Schilddrüse ist übrigens eine verkümmerte Kieme.

      Wakame oder Dulse haben weniger Jod als Arame, hier kann man liberal würzen.

      Der Jodgehalt unterschiedlicher Feinkostalgen auf 100 Gramm getrocknete Blätter:

        Nori 5 – 8 mg
        Dulse 8 mg
        Meeressalat 25 mg
        Wakame 10 – 20 mg
        Hijiki 30 – 50 mg
        Arame 60 – 80 mg
        Kombu 100 – 500 mg

      Der tägliche Jodbedarf ist etwa 0,2 mg.

      Wenn wir bei Kombu mal den Mittelwert nehmen, 300 mg, würden 100 Gramm der Blätter 1500 Tage reichen! Das ist schon sehr viel Jod. Mein Favorit derzeit ist Wakame, da kann nicht viel verkehrt machen.

      Nehmen wir bei Wakame den Mittelwert 15 mg, reichen 100 Gramm Alge immerhin noch 75 Tage. Also grob zwei Monate.

  5. kf-forum Says:

    Es gibt Sanddorn-B12 von Dr. Pandalis! Die Bakterien verrichten dort ihr Werk in der Schale des Sanddorns. Leider in 2011 nicht lieferbar. Hoffentlich 2012 wieder.

    • Ava Odoemena Says:

      Liebe Sanddorn-Gläubige. Öh nein, gibt es nicht:-) Sanddorn-B12 ist nämlich eine Religion.

      Puh, erschreckend dass die Sanddorn-B12-Religion immer noch die Runde macht. Manche dieser Geschichten habe eine längere Halbwertszeit wie Cäsium 134:-)

      Der einzige Nachweis für gutes B12 ist die Behebung eines Mangelzustands. Hier hat das ominöse Sanddorn-B12 noch keine Fakten geliefert!

      Wer sich ernsthaft über Sanddorn mit B12 versorgen will (und dafür auch noch horrende Preise zahlt), dem ist nicht mehr zu helfen. Ich finde es schade, kf-forum, dass du den Sanddorn-B12-Glauben ausgerechnet unter einem Artikel verbreiten willst, der mit Fehlinfos aufräumen will.

  6. kf-forum Says:

    Hallo Ava,

    da liegst Du grübdlich falsch und ich wundere mich über diese fachliche Uninformiertheit. Verwertbares B12 wird immer durch die Arbeit von Bakterien gebildet, ob nun in der Pflanze oder in einem Prozess in einer Pharmafirma. Für das Pandalis Sanddorn-B12 gibt es den Nachweis des Gehaltes an verwertbarem B12, da Pandalis alle seine Produkte als Medizinprodukte führt, die man auch in der Apotheke bekommt.

    Erst schlau machen, dann antworten!

    gruß kf

    • Ava Odoemena Says:

      Du wunderst dich über meine fachliche Uninformiertheit, vergisst aber diese Unterstellung mit inhaltlichen Argumenten zu füllen. Die Kritik von Luisa steht aber noch immer:

      http://vegan.de/foren/read.php?152,358645,358647#msg-358647

      Verwertbares B12 wird immer durch die Arbeit von Bakterien gebildet, ob nun in der Pflanze oder in einem Prozess in einer Pharmafirma.

      Kommt mir bekannt vor dieses Argument, sehr bekannt:-) Von wem das wohl originär stammt?…

      Aus deinem Munde in diesem Kontext aber ein klassisches Eigentor. Denn gerade weil ja B12 spottbillig kommerziell via Fermentierung hergestellt werden kann, gibt es noch weniger Gründe (nämlich keinen) auf das gleiche und vielfach teurere B12 ominöser Herkunft zurück zu greifen, welches komischer Weise nur im Schrebergarten von Dr. Pandelis persönlich auf dem Sanddornstrauch gedeihen soll!

      Und dass der Verkauf über Apotheken dieses medizinische Wundermittel in seiner Eigenschaft legitimieren soll, ist genauso Quatsch wie wenn man behaupten würde, Hustenbonbons können Krebs heilen weil sie schließlich in der Apotheke verkauft werden.

      Apotheker sind in erster Linie Geschäftsleute, was die Idioten nicht umbringt und legal ist wird selbstverständlich dort auch verkauft. Schon lange weiss man, dass z. B. Vitamin C kaum einen Einfluss hat auf das Immunsystem, trotzdem werden jeden Winter aufs Neue Bruttoregistertonnen davon verkauft in allen Formen und Farben.

  7. kf-forum Says:

    Nochmal ich – selbstverständlich hat Sanddorn-B12 den Nachweis der Behebung eines Mangelzustandes erbracht. Ich selbst war davon betroffen und es hat bestens funktioniert. Vermutlich wird diese Erfahrung aber wieder „vom Tsich gewischt“, weil man sich ja nun mal so schön gegen Sanddorn-B12 eingeschossen hat.

    kf

    • Ava Odoemena Says:

      Ich kann diese Erfahrung nicht vom Tisch wischen, aber ich weiss auch nicht ob:

      1.) Ob Sandorn vom Onkel Doktor Pandelis nicht einfach angereichert ist. In dem Falle wäre die Sanddorn-B12-Religion halt ein Placebokult bei dem wenigstens noch ein echter Wirkstoff mitgeliefert würde. (Geniale Marketingstrategie, Glaube und Wirkung in Personalunion!)

      2.) Weiss ich nicht welche Untersuchungen du hast machen lassen. Ein positiver B12-Blutserumbefund sagt alleine gar nix aus. Wenn nicht mindestens Homocystein mitgemessen wurde, ist das kein Nachweis. Und von einer Person – einem Gläubigen noch dazu – schon gar nicht.

      Schau mal, ich will dir deinen Glauben doch gar nicht verleiden. Ich wäre froh wenn das stimmen würde mit dem Sanddorn. Ich wünsche Dr. Pandelis eine fette Jacht im Hafen von Saint Tropez. Denn dann ließe sich das rhetorisch supergut ausbeuten. Ich habe ein politisches Interesse an eurem „Natur-B12“.

      Mir nervt einfach wie bereitwillig Trendunterlinge diesen Produkten hinterher rennen, aus psychologischen Gründen. „Natur-B12“ ist gut fürs Gefühl, sonst nix. Oder aber auch die eine B12-Form der anderen vorziehen. Cyanocobalamin ist out, Methylcobalamin is it, man, und nicht nur für Raucher, nein für Alle! Cyanocobalamin kommt jetzt direkt aus dem Anus Satans…

      Und was mich besonders ärgert dabei, ist, dass es doch „Natur-Alternativen“ gibt bei B12. Die Prof.-Bärwald-Methode tut nichts anderes als B12 in Lebensmitteln zu fermentieren.

      Es könnte schon *LÄNGST* ein Gemeinschaftsprojekt von Interessierten geben die diese Methode für sich selbst nutzen und *ihr eigenes B12 herstellen* und sogar vermarkten. Diese wie auch immer geartete Interessengemeinschaft hätte es längst in der Hand, sogar eigene Produkte zu vermarkten oder von mir aus auch zum Selbstkostenpreis für die vegane Gemeinschaft (oder sonstwie Interessierten) anbieten.

      Aber da wo wirklich was zu holen wäre herrscht gähnende Leere. Komisch.

      Die Leute wollen halt geblendet werden.

  8. kf-forum Says:

    OK, da habe ich mich verschrieben, sollte heißen: „Verwertbares B12 wird immer durch Fermentation gebildet, ob nun in der Pflanze durch die Arbeit von Bakterien oder in einem Prozess in einer Pharmafirma. “

    Ansonsten möchte ich mich nicht auf dieses Niveau der Unterhaltung begeben, dass Du nun eingeschlagen hast /Rhetorik, UNterstellungen, etc). Bleib halt bei Deiner Meinung.

    • Ava Odoemena Says:

      Ich werde mich nicht für meine Polemik entschuldigen, ich muss ja die Schmerzen, die Glaubens-Pseudodebatten mir antun auch irgendwie verarbeiten dürfen. Ich muss nur abschließend feststellen, dass du keine legitimen Argumente hast. Schade.

  9. kf-forum Says:

    Tja, das übliche Rhetorik-Gefasel („keine legitimen Argumente…“). Ein netter Versuch aus dem Rhetorik-Kusr für Anfänger. Vielelicht solltest Du mal über das Thema Glaubenspseudodebatten bei Dir selbst nachdenken. Wer behauptet, Vitamin C spiele KEINE Rolle für das Immunsystem, den kann man nicht erst nehmen.

    Und Tschüss.

    • gerrit23 Says:

      „Wer behauptet, Vitamin C spiele KEINE Rolle für das Immunsystem, den kann man nicht erst nehmen.“

      gut, dann können wir sie ja weiter ernst nehmen…

      • Ava Odoemena Says:

        Bei Gläubigen hat man das oft, dass sie direkt und ohne Umschweife genau das tun was sie anderen vorwerfen. Ich wollte eigentlich gar nix mehr dazu sagen, denn unsaubere Abgänge sind eh peinlich genug. Ich finde das schon in Gesprächen bescheuert, etwas zu behaupten was jemand gesagt haben soll was nicht stimmt. Bei mehr als zwei Personen gibts dann wenigstens Zeugen.

        Aber in einem Textmedium eine Unterstellung zu formulieren, wenn 10 cm weiter oben jeder nachlesen kann was wirklich gesagt wurde ist einfach dumm.

  10. kf-forum Says:

    Tja Gerit23 und AVA – man sollte lesen können!

    Zitat AVA: „Schon lange weiss man, dass z. B. Vitamin C KAUM einen Einfluss hat auf das Immunsystem, trotzdem werden jeden Winter aufs Neue Bruttoregistertonnen davon verkauft in allen Formen und Farben.“

    Wer sich wirklich auskennt (und die Studien kennt), weiß genau, welchen erheblichen Einfluss Vitamin C auf das Immunsystem hat (vor allem auf die Fresszellen, wenn es im Körper knapp wird).

    Soviel zur angeblichen „Peinlichkeit“ meiner Äußerungen (und wieder viel rhetorische Wendungen in AVA’s obiger Antwort). Und daher nun wirklich TSCHÜSS.

    • Ava Odoémena Says:

      Wir können lesen, gerade deshalb war uns ja der Unterschied zwischen KAUM und KEINE aufgefallen.

      Die Studien von Linus Pauling – ich nehme mal an auf den Kultvater und Guru von Vitamin C beziehst du dich – sind eben diejenigen wie andere schlecht designte – welche inzwischen als überholt gelten oder gleichweg diskreditiert.

      Darfst ja gerne trotzdem dran glauben, nur wundere dich nicht wenns außerhalb deines Realitätsfeldes auch mal Kritik gibt.

Kommentar anbieten

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s