Sterblichkeit als Ideologie und politisches Instrument

Wenn man einen Kubikmeter Sand aufschüttet, in einer Höhle zum Beispiel, und in 10.000 Jahren nachsieht dann liegt da noch ein Haufen Sand. Sand besteht aus vielen kleinen Steinchen und die sind relativ statisch, d.h. der Ritt auf dem Zeitzug hat keinen erheblichen Einfluss auf diese Steinchen.

Die „Steinchen“ des Lebens hingegen, die Zellen, sind in ihren Kolonien komplexerer Tiere wie der Körper des Menschs nicht aufgeschüttet, sondern folgen einem mathematischen Muster der Selbstorganisation die nicht nur in den Genen verdrahtet ist, sondern diese Gene wiederum stehen auch in Kontakt mit der umgebenden Welt und deren Zuständen.

Diese Selbstorganisation, diese mathematischen Regeln – der Organismus – variiert sehr stark von einer Lebensform zur anderen. Von der Eintagsfliege bis zum 5.000 Jahre alten  Baum, wie die unscheinbare Fortingall Eibe in Schottland, die als ältestes Lebewesen in Europa gilt:

Was geht ab? cc-by-nc-sa-2:edinblur

Sporen mancher Bakterien sollen nach mehreren Millionen Jahren zu einem aktiven Metabolismus zünden können. Nun ist hier, ähnlich wie bei sehr alten klonalen Kolonien bei Pflanzen das Bakterium einer Spezies wesentlich verstreuter als die einzelnen Zellen in einem mehrzelligen Einzelorganismus, aber selbst bei Inhaber ethischer Rechte, also tierlichen Organismen erreichen manche ein beachtliches Alter. Die Islandmuschel kann über 400 Jahre alt werden, Der Koifish 250, und die Turritopsis Nutricula, eine Quallenart, verwandelt sich gar zurück in eine Jungform und wird wieder alt, gilt somit eventuell als biologisch unsterblich. Bei den Säugetieren gilt der Grönlandwal als Spitzenreiter, mit über 200 Jahren, und das ganz ohne Gesundheitssystem.

Der Zellverband eines tierlichen Organismus ist also vergleichbar mit einer Wolke, ein Wetterphänomen, die feinsten Tröpfchen ergeben zusammen eine Form, kondensieren, und diese Form löst sich irgendwann wieder auf.

Rein medizinisch ist es denkbar, die Regeln die die biologische „Wolkenform“ Mensch ausmacht zu kontrollieren. Und das tun wir bereits erheblich, der gesamte Gesundheitssektor tut nichts anderes als zu versuchen, die Form aufrecht zu erhalten und notfalls zu reparieren wenn es einen Schaden gibt. Aufgrund dieser Bemühungen und Fortschritte ist die Lebensspanne des Menschen bereits sehr weit ausgedehnt worden.

Wirklich sehr weit? Nicht wenn man unsere momentane Lebensspanne mit der einer Schildkröte vergleicht. Oder einem Baum oder der unsterblichen Quallenart. Die Methoden der Medizin waren bisher sehr grob im Vergleich zu den Möglichkeiten der Mikrobiologie. Vor allem der Eintritt der Informationstechnologie in die Mikrobiologie wird die wissenschaftliche Erkenntnis sehr schnell verdichten.

Nun ergibt sich aber ein sehr seltsames Phänomen. In die Richtung der biologischen Lebenserweiterung wird kaum geforscht, ganz wenige scheinen die Zeitspanne unserer zellulären Wolkenformation in Frage zu stellen. Im Gegenteil, nicht nur kommt bei der Erörterung dieser Frage flammender Protest von den Todeskulten (Religionen), für die die Anwesenheit des Todes von zentraler Bedeutung der Selbstlegitimation ist. Sondern auch vermeintlich rational Argumentierende kommen bei dem Thema Unsterblichkeit, oder zumindest die Verlängerung der Lebenserwartung von Menschen, sagen wir mal auf 1500 Jahre denn wir wollen mal nicht gierig sein, sehr rasch an ihre psychologischen Grenzen. Wir sind doch schon jetzt überbevölkert, so die Apologetik für die Menschenproduktion, und ergießen sich geistig von einem Katastrophenszenario zum nächsten, hauptsächlich zum Zwecke der Selbsthypnose, der Aufrechterhaltung der Hoffnungslosigkeit.

Anhänger der veganen Ideologie, und hier wird Ideologie im alten, positiven Sinn verwendet, können sich in dieser Debatte nicht von natürlichen Abwehrreflexen überrumpeln lassen, denn das phobische argumentieren gegen eine längere Lebensspanne ist unvegan. Die menschliche Fähigkeit seine und umgebende Natur zu manipulieren ist Teil menschlicher Evolution und Natürlichkeit… Ein Ablehnen einer biologisch möglichen Lebensspanne von 1500 Jahren kommt einem Angriff auf das Recht auf Unversehrtheit gleich für alle diejenigen, die sehr wohl älter werden wollen als lächerliche 10 mal 10 Jahre.

Hunde wollt ihr ewig leben? Ja. Zumindest bis es möglich ist, das Bewusstsein in eine Maschine zu übertragen, Bewusstseinsserver kann man auch im Orbit betreiben, für die biologisch Toten ist ein Weiterleben in der Matrix allemal akzeptabler als ein totales Verströmen zurück in dieses superkalte, dumme Universum hinein.

Und viel spannender ist die Frage allemal, wer alles von unserer Kurzlebigkeit profitiert und uns deshalb erzählen will, dass wir dringend auf sie angewiesen seien.

Wie alt muss ein Mensch werden, bevor seine Psychologie zu einer veganen heranreift? Wie lange dauert die Entneurotisierung von dieser Pseudozivilisation? Wie lange dauert das Verdunsten der Gier und der Verlust am Interesse des Scheffelns von Privilegien, dieses nach oben lecken und nach unten treten? Wie viele Jahre braucht selbst der „idiotischste, reaktionärste Ignorant“ bis er zum „veganen Anarchisten“ wird? 25, 50, 125, 200? Möchte man den Langsameren die Erfahrung des letzten Schritts zur Menschwerdung verwehren? Möchte man sie sterben lassen bevor sie angekommen sind?

Die Welt und Gesellschaft als Menschenfabrik zur Generierung und Verwaltung eines Substrats welches dienlich ist dem Durchwuchern dieses evolutionären Phänomens durch jene, die davon profitieren, hatte nur so lange ihre Rechtfertigung wie es nicht möglich war, sie zu verändern.

Die Zeiten ändern sich. Das Leben ist kein einspuriges Gleis, vor allem nicht wenn man die Fahrtrichtung bestimmen kann. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Wir sollten Widerrede leisten, auch Widerrede gegen die Todesprofiteure der Menschenproduktion. Wir sollten sie daran erinnern, dass ihre Zeit vorbei ist.

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Ava Odoemena

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10 Antworten to “Sterblichkeit als Ideologie und politisches Instrument”

  1. piyh Says:

    Zumindest bis es möglich ist, das Bewusstsein in eine Maschine zu übertragen, Bewusstseinsserver kann man auch im Orbit betreiben, für die biologisch Toten ist ein Weiterleben in der Matrix allemal akzeptabler als ein totales Verströmen zurück in dieses superkalte, dumme Universum hinein.

    Darüber bin ich schon mal gestolpert:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,636395,00.html
    Und ich frage mich immer noch, wie man Bewusstsein „übertragen“ kann. Wenn ich Bewusstsein als emergente Eigenschaft von Materie ansehe, geht das Bewusstsein mit der Materie unter. Ob das Bewusstsein vorher geklont wurde, macht für mich als das ursprüngliche Bewusstsein keinen Unterschied, wir könnten sogar eine Zeit parallel existieren, wir hätten dann die gleiche „geistige“ Vergangenheit, aber nicht die gleiche Zukunft, ich werde sterben – mein Klon nicht.

    • Ava Odoemena Says:

      Sehr scharfe Beobachtung! Wenn wir Bewusstsein als Metaeffekt betrachten, also z. B. perpetuell stabile Rückkopplung, dann ist das Umgebende, die Grundlage also von zentraler Bedeutung. Die Hardware. Und du hast vollkommen Recht, eine Kopie wäre ein Zwilling.

      Die Digitalisierung des Bewußtseins (entsprechende Hardware auf der anorganischen Rechnerseite vorausgesetzt) wäre nur in einer komplizierten Operation und keiner Totalkopie möglich.

      Denkbar ist eine Technologie, bei der die gesamte synaptische Struktur des Gehirns als ganzes gescannt wird, aber die Digitalisierung nur im schrittweisen Kleinstbereich von Statten geht, übertragen wird und der kopierte Kleinstbereich des Gehirns zerstört wird. So hätten wir während der Operation also ein Wesen, dessen Bewußtsein und Erinnerungen kurzfristig, eben während der Dauer der Operation sich auf zwei Körper erstreckt, den biologischen und die anorganische Hardware.

      Mir ist klar dass das nach derzeitigen Stand der Medizintechnik totale Science Fiction ist. Aber wir wissen ja aus der Geschichte wie schnell die Realität in dieses Vakuum einfließen kann.

  2. Murph Says:

    Ich frage mich, ob du während du den Artikel verfasst hast auch nur eine einzige Sekunde daran gedacht hast, wie viele Tiere die Äffchen in den Tod foltern, nur weil sie panische Angst vor’m Sensenmann haben – und fundamentales biochemisches Wissen fällt nicht vom Himmel, auch nicht in einer veganarchistischen kostenlos-Gesellschaft, falls du jetzt mit „Alternativmethoden“ (fürchterliches Wort) kommen willst. Grundlagenforschung lässt sich per Definition nicht an einem selbstgebauten Modell durchführen, weil die *Grundlagen* zur Modellierung einfach fehlen.

    Nun ist mein Standpunkt eher, dass die Menschen lernen sollten das es nicht legitim ist, andere in den Tod zu reißen, nur weil man selbst zum Sterben verdammt ist, oder kurz: Auf unethische Forschungsmethoden zu verzichten. Den Artikel hier gelesen zu haben fühlt sich da im Nachhinein an, wie ein Faustschlag ins Gesicht („danke“ erstmal, dafür :/), da du doch tatsächlich schreibst es wäre UNVEGAN das zu tun.

    Btw. ist die Forschung am ewigen Leben DAS Standbein der Medizin und Biochemie schlechthin – und die Totenkulte fangen eher genau dann an Amok zu laufen, wenn man freie Euthanasie für Menschen, auf deren ausdrücklichen Wunsch hin, fordert. Letzteres wäre ein wahrer Segen für eine leidfreie Gesellschaft: Würde ich z.B. eine unheilbaren (da keine Tierversuche mehr gemacht würden, oder warum auch immer), fatale, Krankheit bekommen, so wäre es mir tausend mal lieber damit weiterzuleben, solange es noch Spaß macht, um mich dann einschläfern zu lassen, als für eine winzige Aussicht auf Heilung die kleinen Mengeles in unseren Forschern zu fördern.

    Möchte man den Langsameren die Erfahrung des letzten Schritts zur Menschwerdung verwehren? Möchte man sie sterben lassen bevor sie angekommen sind?

    Du willst also einen reaktionär-idiotischen Ignoranten 200 Jahre wüten lassen, nur damit er als Mensch sterben kann? Wem wäre damit geholfen – dem Toten ist es danach schnuppe, wie weit er im Leben gekommen ist. Ist es das allen Ernstes wert, in anbetracht des Schadens, den dieser Mensch in 200 Jahren vielleicht anrichtet?

    Ehrlich, so einen esoterischen Schwachsinn hätte ich von dir nicht erwartet, sonst alles :/
    Rechtschreibfehler dürfen wie immer korrigiert oder behalten werden.

    • Ava Odoemena Says:

      Ich frage mich, ob du während du den Artikel verfasst hast auch nur eine einzige Sekunde daran gedacht hast, wie viele Tiere die Äffchen in den Tod foltern,

      Soso, wer sich für medizinischen Fortschritt einsetzt, der stimmt gleichzeitig Tierversuchen zu? Wäre es nicht andersrum?

      nur weil sie panische Angst vor’m Sensenmann haben

      Dein verunglimpfender Stil zieht sich durch deine Reaktion wie ein roter Faden seit dem Arbeitswahn-Artikel. Also seit du mich beim Feind verortet hast, und seither ist deine Präsenz hier die typische eines Reaktionären. Das Objekt Ava hat fehlfunktioniert und da es mit Charme nicht zu manipulieren war folgt jetzt der Kontrollversuch über Verunglimpfung und Diskreditierung. Mir ist schleierhaft wie du es fertig bringst, das in „antivegane Veganer“ umschriebene Phänomen der kognitiven Dissonanz nicht auf dein Verhalten anzuwenden. Wobei, eigentlich ist das nicht schleierhaft, liegt es doch genau in der Natur der kognitven Dissonanz. Etwas tragisches hat das durchaus dass du nun hier zum Troll mutierst.

      – und fundamentales biochemisches Wissen fällt nicht vom Himmel,

      Ist ein ganz anderes Thema was mit dem hier nichts zu tun hat. Zumal ich vom Einzug der Informationstechnologie in die Mikrobiologie sprach, die Methoden der rechnergestützten Prognostik und Simulation zur Gewinnung biologischer Erkenntnisse macht große Fortschritte. Dies hatte ich angesprochen, dass du das unterschlägst und suggerierst ich würde Tierversuche unterstützten werte ich als rhetorische Grenzverletzung.

      auch nicht in einer veganarchistischen kostenlos-Gesellschaft,

      Ach du liebe Zeit, jetzt wirds aber sehr billig mit den haltlosen Unterstellungen. Also ich markiere deinen Beitrag jetzt mal als Trollbeitrag.

      falls du jetzt mit „Alternativmethoden“ (fürchterliches Wort) kommen willst. Grundlagenforschung lässt sich per Definition nicht an einem selbstgebauten Modell durchführen, weil die *Grundlagen* zur Modellierung einfach fehlen.

      Ok, die Behauptung hinter dem Einzäunungsversuch-Kontrollschwall: „Ohne Tierversuche findet keine medizinische Grundlagenforschung statt.“ Komische Argumentation von einem Veganer, findest du nicht? Was mir an Reaktionären immer wieder auffällt ist wie bereitwillig sie Prinzipien über Bord werfen nur um einen Punkt zu gewinnen. Und Reaktionäre, das scheint wirklich etwas neurologisches zu sein, tun immer genau das, was sie anderen vorwerfen. Die Innensicht/Außensicht Polarität ist komplett verschoben, Selbstreflektion und prüfender Abstand zu den eigenen Positionen scheint nicht möglich. Ich habe Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Debatten mit Reaktionären im Heiseforum hinter mir, und es ist immer wieder das gleiche Muster.

      Nun ist mein Standpunkt eher, dass die Menschen lernen sollten das es nicht legitim ist, andere in den Tod zu reißen, nur weil man selbst zum Sterben verdammt ist, oder kurz: Auf unethische Forschungsmethoden zu verzichten. Den Artikel hier gelesen zu haben fühlt sich da im Nachhinein an, wie ein Faustschlag ins Gesicht („danke“ erstmal, dafür :/), da du doch tatsächlich schreibst es wäre UNVEGAN das zu tun.

      Och du armes Opferchen du, so geschlagen von dem bösen Weibe. Man sollte sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen nicht wahr? Und auch hier wieder eine Projektion. Der Faustschlag besteht darin, dass du deine Leser für so unfassbar dämlich hälst, dass du davon ausgehst sie würden nicht merken wie du hier in intellektuell unredlicher Weise Tierversuche einwebst, erst in einer suggerierender Weise und diese dann sanft zum Fakt erhebst. Jetzt steht es also schon felsenfest, dass Ava Odoemena, diese veganarchistische Sau, Tierversuche nicht nur billigend in Kauf nimmt sonder sie sogar befürwortet:-)

      Btw. ist die Forschung am ewigen Leben DAS Standbein der Medizin und Biochemie schlechthin – und die Totenkulte fangen eher genau dann an Amok zu laufen, wenn man freie Euthanasie für Menschen, auf deren ausdrücklichen Wunsch hin, fordert. Letzteres wäre ein wahrer Segen für eine leidfreie Gesellschaft: Würde ich z.B. eine unheilbaren (da keine Tierversuche mehr gemacht würden, oder warum auch immer), fatale, Krankheit bekommen, so wäre es mir tausend mal lieber damit weiterzuleben, solange es noch Spaß macht, um mich dann einschläfern zu lassen, als für eine winzige Aussicht auf Heilung die kleinen Mengeles in unseren Forschern zu fördern.

      Und nicht nur schlitzt Ava Odoemena höchstpersönlich Laborratten die Wampe auf, nein, sie macht gemeinsame Sache mit den NAZIS. Ava ist im Bunde mit dem FÜHRER:-)

      Du willst also einen reaktionär-idiotischen Ignoranten 200 Jahre wüten lassen, nur damit er als Mensch sterben kann?

      Nun, stell dir doch mal vor was die Alternative für dich bedeuten würde. SCNR

      Wem wäre damit geholfen – dem Toten ist es danach schnuppe, wie weit er im Leben gekommen ist. Ist es das allen Ernstes wert, in anbetracht des Schadens, den dieser Mensch in 200 Jahren vielleicht anrichtet?

      Du meinst also im Umkehrschluss, ich soll mich mit einer Maschinenpistole vor der Fleischtheke positionieren?

      Ehrlich, so einen esoterischen Schwachsinn hätte ich von dir nicht erwartet,

      Im Zusammenhang mit dem Artikel zu Esowatch ist diese Aussage hochinteressant, da du dich auf Seiten der Antiveganer positionierst. Nicht überraschend für einen antiveganen Veganer…

      PS: Godwin

      • Murph Says:

        Vielleicht solltest du mal einen Schritt zurücktreten, deinen eigenen Kommentar lesen und gucken, ob du vielleicht Unterstellungen, bewusste Fehlinterpretationen oder Verunglimpungen findest.
        Um es nicht in eine rhetorische Schlammschlacht ausarten zu lassen direkt zum wesentlichen:

        Wie du ganz korrekt erkannt hast handelt es sich bei deiner Matrix-Utopie momentan noch um Science Fiction. Der Grund dafür liegt natürlich einmal noch auf der technischen Seite, aber außerdem liegt hier auch ein Wissensproblem vor, weil momentan noch kein Forscher (m/w, wirf mir bloß keinen Sexismus vor) von sich behaupten kann, er/sie wisse, wie das Gehirn funktioniert.
        Die Frage die ich mir jetzt stelle ist: Wie willst du an dieses Wissen kommen (unter der Annahme das du es haben willst)? Durch sogenannte Alternativmethoden geht es nicht, weil diese lediglich zulassen, von vorhandenem auf ähnliche Abläufe zu schließen – sie taugen nicht um neue Strukturen zu entdecken (um eine einfache Analogie zu versuchen: Du kannst nicht darauf schließen, dass eine Niere existieren muss, weil du weißt, das eine Leber da ist). Wenn es deiner Meinung nach mittlerweile anders sein soll, dann vergiss nicht, dem reaktionären Volltrottel die Links zu den veröffentlichungen zukommen zu lassen – sie würden ihn genau so interessieren.
        Das festzustellen und zuzugeben hat nichts damit zu tun, dass man seine Prinzipien verrät. Schließlich habe ich ja nirgendwo geschrieben, dass ich dieses Vorgehen gutheiße, oder?

        Zum Esoterik-Vorwurf ein Beispiel: „Der Zellverband eines tierlichen Organismus ist also vergleichbar mit einer Wolke, ein Wetterphänomen, die feinsten Tröpfchen ergeben zusammen eine Form, kondensieren, und diese Form löst sich irgendwann wieder auf.“
        Poesie ist nicht Wissenschaft

      • Ava Odoemena Says:

        Welchen Teil von Godwin verstehst du nicht? Und die diskreditierenden Assoziationen werden durch Wiederholung nicht besser. Du gilst auf diesem Blog sofort als unerwünschte Person, d. h. du kannst weiterhin Kommentare veröffentlichen, aber sie werden alle so markiert wie der obige.

  3. Balance Says:

    „Hunde wollt ihr ewig leben? Ja. Zumindest bis es möglich ist, das Bewusstsein in eine Maschine zu übertragen, Bewusstseinsserver kann man auch im Orbit betreiben, für die biologisch Toten ist ein Weiterleben in der Matrix allemal akzeptabler als ein totales Verströmen zurück in dieses superkalte, dumme Universum hinein“

    Schöner Post. Aber der Glaube, mittels Technik ewig leben zu können, ist abstrus. Wie soll jene das Ende des Universums überdauern, selbst wenn sie alle Fährnisse davor überstanden hätte? Und 100 Jahre leben oder zig Milliarden, spielt absolut keine Rolle, wenn am Ende Nichts bleibt. Da könnte man genausoschlecht nie existiert haben, für einen selber macht es keinen Unterschied. Und wie das Selbst -der Wesenskern- durch BEWUSSTSEINSübertragung gerettet werden könnte, ist mir auch rätselhaft, aber genau das macht ein Individuum (auch) aus. Das Heil in technischem Firlefanz zu suchen ist Irrsinn. Ganz ehrlich. Besser ist es, den Aufstieg anzugehen, oder die Erleuchtung, oder sich von einem Christos erlösen zu lassen. Gut, dafür müsste man/frau sich erstmal eine(n) angeln, auch keine Kleinigkeit…

    Das Universum ist Emanation der heiligen prämütterlichen Geist. Es also „dumm“ zu nennen, geht zu weit. Die Kommunikation von Quanten untereinander ist verblüffend, alles hier atmet Magie, die Ordnung der Mutter ist absolut genial, eine marxistisch-materielle Sicht hingegen zeugt von Ignoranz, geistiger Beschränktheit oder Bildungsferne. Die wohlwollende Idee, auch der „idiotischste, reaktionärste Ignorant“ sollte „das hier“ überdauern, es wäre gar möglich, ihn zum Menschen zu machen, wenn er 200 Jahre Zeit hätte, ehrt die Person, deren Denken sie entsprang, ist aber blauäugig und nur theoretisch praktikabel. Asche zu Asche, Staub zu Staub. Manche Wesen (Tiermenschen) haben nun mal zu Recht nur ein Leben.

  4. Paul Says:

    wow!

    das ist aber ein greller thread :-)

  5. Soylent Linksgrün Says:

    Das war jetzt aber bloß noch simpelster und theoretischster Idealismus, der glaubt er wäre materialistisch.
    Und andere Idealisten wegen ihres Idealismus
    kritisieren zu wollen, da klingt irgendwie
    wieder klassischer Theismus durch. Meine Wahrheit ist die „wahrste“ –
    ja genau und nach Afrika kommt Santa Klaus…

    Wie der Benutzer Balance bereits gesagt hat, sollte die Menschheit lieber an einer Bewusstseinserweiterung arbeiten und an einer spirituellen Evolution, denn das Festhalten an der Begrenztheit der Materie und einer Begrenzung auf die Materie wird da nicht viel ändern , schlicht also irgendwann mal diese Begrenztheit im Denken und
    des im Moment noch überbewerteten Ichs(eigentlich bloß eine Ansammlung von Trieben, Instinkten und Bedürfnissen sowie Ängsten) überwinden.
    Unsterblichkeit ist auch nur für den erstrebenswert der sich aufrgrund seines begrenzten Ichs immer noch ans physische klammert, eben auch ans Ich.
    Atheisten als Gegensatz-Konzept zum klassischen Theismus mit seinem Leben nach dem Tod, haben sich auch nicht frei von diesem gemacht sondern versuchen sich krampfhaft gegen diesen zu stellen und sind letztendlich von diesem beherrscht, mehr sogar als der eigentliche Theist.

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