Pflanzenmilch, staatliche Diskriminierung über Umsatzsteuer

Gegen Milch basierend auf pflanzlichen Rohstoffen wie Soja, Hafer, Reis oder Kombinationen davon wird nicht nur begrifflich vorgegangen. So ist es verboten, Sojamilch als Sojamilch zu verkaufen, sondern es muss der obskure Ausweichanglizismus „Drink“ verwendet werden. Auch steuerlich wird vegane Milch gedrückt: Seit einer Entscheidung vom Bundesfinanzhof 2006 gilt für pflanzenbasierte Milch nicht mehr der ermäßigte Steuersatz, sondern die volle Umsatzsteuer (Regelsatz) wie auch für Fernseher oder Autos. Demgegenüber stehen zum Beispiel Trüffel, für die eine ermäßigte Mehrwertsteuer gilt. Veganes Auge will hier nicht die Widersprüchlichkeit der Einordnung der ermäßigten Umsatzsteuer erörtern, das haben andere schon getan.

Die Entscheidung des BFH ist abenteuerlich, denn pflanzenbasierte Milch wird nicht zum Regelsatz verdonnert weil sie etwa als veredeltes Lebensmittel gilt, ähnlich wie bei Gewürzen die ermäßigt sind und in Mischungen dem Regelsatz unterliegen. Sondern der Umstand dass es sich nicht um Tiermilch handelt wird als Argument benutzt für die Aberkennung des ermäßigten Satzes.

Nicht nur für Verbraucher, die an einer Überempfindlichkeit gegen Milchzucker (Lactose) leiden und deshalb keine tierstämmige Milch verzehren können, was auf ca. 15 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland zutrifft ist dies diskriminierend. Auch Betroffene von Kuhmilcheiweißallergie, immerhin ca. 2 % der deutschen Bevölkerung müssen sich an der Kasse fragen warum sie benachteiligt werden.

Dazu kommt auch ein Teil der unveganen Vegetarier, Veganköstler und last but not least auch Veganer, für die Sojaprodukte und vor allem auch vegane Milch ein Grundnahrungsmittel ist.

Ein Umstand den der BFH als vollkommen unerheblich erachtet:

Aus diesem Grund bedarf es keiner weiteren Erörterung, dass die Steuerbegünstigung von Milch und Milchmischgetränken dazu dient, die Milchwirtschaft zu fördern […]. Sie trägt außerdem dazu bei, ein Ziel der Verordnung (EG) Nr. 1255/1999 des Rates vom 17. Mai 1999 über die gemeinsame Marktorganisation für Milch und Milcherzeugnisse […], die Absatzmöglichkeiten für Milcherzeugnisse zu erweitern, zu erreichen, während eine Steuerermäßigung für Milchersatzprodukte dem entgegenwirken würde. Auch darauf, dass Milchersatzprodukte nach den tatsächlichen Feststellungen des FG –anders als Milch– von Personen mit Lactoseunverträglichkeit, Milcheiweißallergie oder Fettstoffwechselstörungen verwendet werden, muss deshalb nicht weiter eingegangen werden.

Eine Ermäßigung des Satzes für vegane Milch würde also der Tiermilch den Markt streitig machen, DAS schreiben die auch noch offen so in die Urteilsbegründung, was interessieren da schon ein paar Millionen Verbraucher, die wegen ethischer oder gesundheitlicher Gründe tierstämmige Milch ablehnen.

Dazu kommt, dass tierliche Muttermilch durch erhebliche, aber versteckte Ermäßigungen begünstigt wird, durch Subventionen und Exporterstattungen, was Produkte basierend auf Tiermilch im Ausland verbilligen soll.

Die tierbasierte Agrarwirtschaft ist auch verantwortlich für klimaschädliche Emissionen, vor allem über Methanbildung durch Verdauung und Gülle der betroffenen Tierpersonen, aber auch Ackerflächen die bewirtschaftet werden nur zur Erzeugung von Futtermitteln.

Eine Förderung von veganen Milchsorten stellt demnach keine Bedrohung dar, sondern hilft über die ethischen Vorteile hinaus auch dem Gesunden der Umwelt.

Die Beendung des ermäßigten Steuersatzes und Erhebung – im Vergleich zur Tiermilch – von Strafsteuer war eine rein technokratische Angelegenheit des Steuerrechts und des Lebensmittelrechts.

Wie die Bewertung eines Gerichts ausfallen würde, das sich auf den Umstand der Diskriminierung derjenigen beziehen muss, für die Pflanzenmilchprodukte ein Grundnahrungsmittel sind, ist dabei weiter offen.

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Ava Odoemena

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38 Antworten to “Pflanzenmilch, staatliche Diskriminierung über Umsatzsteuer”

  1. Ava Odoemena Says:

    Wer dennoch die ermäßigte MwSt zahlen will, muss einfach die Sojamilch selbst herstellen. Sojabohnen sind nach wie vor 7%. Allerdings ist selbstgemachte Sojamilch so ganz ohne Süßung und Vanille eine herbe Angelegenheit. Nicht dass man den Geschmack nicht mögen lernen kann. Und cremiger als die Sojareismilch aus den Discountern ist das allemal. Außerdem wird die vegane Milch dadurch noch billiger als Tiermilch.

    So kostet mich ein Liter selbstgemachte, cremig-reiche Sojamilch mit 500g Trockenbohnen als Basis für 4 Liter Milch gerade mal 17 Cent aufgerundet, plus Gas und Arbeitszeit. Wobei ich Arbeitszeit nicht wirklich rechne, denn das macht Spaß. Ich liebe es in der Küche zu stehen und die schäumende, ungesiebte Rohmilch in der noch das Okara drin ist zu fächern, damit sie nicht überkocht.

    Ich habe einen riesigen 26l Topf aus dem Gastrogroßhandel den ich wegen einer Schramme günstig erstehen konnte. Ich koche immer 14 Liter Milch auf einen Schlag, 4 als Milch und aus dem „Rest“ mache ich Tofu.

    Ich quelle die Bohnen im Winter zwei Tage in Wasser, gieße ab und trockne sie mit dem Seituch ab. Zur ersten Zerkleinerung gebe ich sie durch einen Presswolf („Fleischwolf“), einen alten Gußeisernen von Porkert mit enger Lochscheibe. Das ist etwas aufwändig, entlastet aber den Pürierstab. Eigentlich wäre ein Kutter mit Schneidescheibe am besten um ein sehr feines Mus zu erreichen – feineres Mus bessere Ausbeute – aber die kosten ab 500 aufwärts…

    Wenn das Wasser kocht dann mache ich eine zweite Mahlung mit dem Pürierstab in etwas vom dem kochenden Wasser. Mindestens 3 Minuten. Das griesartige wird dann fast wie Pudding. Dann kippe ich das restliche Wasser drauf. Und rühren und fächern und rühren und fächern:-) Sojamilch bildet einen Schaum, und eigentlich kann man sagen dass sie fertig ist wenn der Schaum kollabiert auf Kochhitze. Auf Siedehitze kollabiert der Schaum früher, zwischendurch muss man entweder Hitze wegnehmen oder fächern. Ich mache nach dem Schaumkollaps noch eine dritte Mahlung der Milch mit dem Pürierstab. Dann lasse ich sie nochmal 10 Minuten nachkochen, sodass sie ca. 45 Minuten auf dem Herd war.

    Als Seituch benutze ich Stoffwindeln, es gibt nichts besseres. Ich lege zwei in der Mikrowelle sterilisierte Seitücher übereiander und gieße die Okaramilch in das Tuch in der Seischüssel, danach wird mit zwei zersägten Besenstielstücken das Tuch ausgedreht. Je nach Menge braucht man dazu eine zweite Person oder eine verdübelte Halterung in der Wand geht auch.

    Die Pressung ist immer eine Frage zwischen Ausbeute und Lebensdauer der Tücher. Mit der richtigen Wringtechnik bekommt man den richtigen Ausgleich zwischen beiden.

    Danach hat man also Sojamilch auf traditionell asiatische Art. Und das Okara (der „Trester“ oder Schrot) ist viel zu schade zum wegwerfen und sehr reichhaltig immer noch an Nährstoffen. Es ist eine ideale Zutat fürs Brot oder Kuchen backen. Aber man bekommt nicht alles weg.

    Für 10 Liter Milch nehme ich 20-25g Calciumsulfat zum gerinnen. Das Koalugieren ist eine Wissenschaft für sich, irgendwann hat mans raus. 85°C Milch in auskühlender Plastikschüssel, und Calciumsulfat in kaltem Wasser verrührt zugegeben funktioniert bei mir. Danach wird der Bruch wie beim käsen gepresst. Weil ich so viel Tofu auf einmal mache, habe ich mir eine Käsepresse gekauft weil diese flimmsigen Bambusschachteln waren noch nie mein Fall. Pressen tue ich eine ganze Nacht lang mit den Hantelgewichten vom Gatten, und danach friere ich den Tofu ein damit er nach dem Auftauen schön fest und faserig wird.

    • clemens sebastian Says:

      ava schreibt

      „So kostet mich ein Liter selbstgemachte, cremig-reiche Sojamilch mit 500g Trockenbohnen als Basis für 4 Liter Milch gerade mal 17 Cent aufgerundet, plus Gas und Arbeitszeit. Wobei ich Arbeitszeit nicht wirklich rechne, denn das macht Spaß. Ich liebe es in der Küche zu stehen und die schäumende, ungesiebte Rohmilch in der noch das Okara drin ist zu fächern, damit sie nicht überkocht.“

      schön ausgedrückt ava
      das gefällt mir
      anregend

      Clemens

  2. Murph Says:

    Das wurmt mich schon lange, das Silch trotz *massiv* preiswerteren Rohstoffen so viel teurer ist, als Kuhmilch. Und jetzt muss ich hier auch noch lesen, dass das ganz bewusst dabei belassen wird, damit Tiermilchprodukte einen besseren Absatz haben… mich gruselt es.

    Mit dem Umwelt- (bzw. Klima-) argument kannst du auch keine Politik machen – die einzig legitime Maßnahme gegen den „Klimawandel“ ist KONSUM, nicht Konsumverzicht – also neue Autos kaufen, Glühbirnen kaufen, neue Heizung kaufen… *nicht* kaufen ist keine Lösung, sooo wichtig ist die Umwelt dann auch wieder nicht ;-)

    Silch selber machen ist vielleicht eine Lösung, wenn ich mich denn mal dazu aufraffen kann. Wir werden sehen.

  3. moglee Says:

    Passend zum Thema. Heute mal wieder „Hammershit“ von Hammerschmitt bei Heise:

    Milchmädchenrechnungen

    Marcus Hammerschmitt 21.01.2010
    Der radikale Tierschutz mal wieder auf Abwegen
    „Fleisch ist Mord – Milch ist Raubmord“, so lautete die Parole durchgedrehter Tierschützer vor Jahren, und weil alles wieder kommt, haben sich einige ihrer aktuellen Gesinnungsgenossen den Quatsch wieder zu Herzen genommen…

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31942/1.html

  4. moglee Says:

    Die Kommentare dort sind ja echt alleroberübelst, Bösmenschen der untersten Kategorie, der Rest vom Schützenfest. Wenn die wirklich so ticken, dann ist eh alles längst zu spät.

    • Ava Odoemena Says:

      Das sind linke, Speziesisten:-)

      Bei diesen Themen platzen in Telepolisforen grundsätzlich alle Kackbeutel:

      Isreal / Islamismus (Meist mit Trollflut aus dem Abschaumkanal PI News)
      Frauen(Rechte)
      Tierrechte / Veganismus

      • moglee Says:

        Das sind kaputte Spießer und bestenfalls Pseudolinke. Hammerschmitt schafft es mit solchen Beiträgen bestimmt in die Chefetage der Deutschen Spießer Vereinigung mit Sitz in der obersten Etage des Springer Hauses in Berlin.

      • Ava Odoemena Says:

        Du, auch Springer nimmt nicht jeden, und auch wenn Telepolis die „Meinungssparte“ vorzugsweise einsetzt damit antiveganer Quatsch lanciert werden kann, schießen sich die Autoren damit letztendlich selbst in Fuß.

      • clemens sebastian Says:

        na klar
        Hauptsache mal in den Fuß
        kannst ja nich mal Kritik beantworten
        Frau Handlungsbedarf

        dada clemens

      • Ava Odoemena Says:

        Was hab ich denn jetzt schon wieder verbrochen Clemens? :-)

      • Ava Odoemena Says:

        Ach so du meintest Moglee

      • moglee Says:

        Nein, clemens meinte nicht moglee, er meinte ava. Geht ganz klar aus seinem Text hervor. :) Aber macht nichts, Du hattest meinen Beitrag schon missinterpretiert.

  5. Der Anti-Jagd Blog Says:

    Ach, dann war mein Heise-Hinweis ein Doppelpost.

    Mich stören ein paar Cent mehr für Sojadrinks nicht so sehr. Ich kaufe jetzt die von Kaufland, die so um 80-90 Cent liegen. Ungerecht bleibt diese ungleiche Besteuerung allerdings trotzdem. Das mir meine Sojadrinks aber ja keiner mehr Milch nennt. :-) Die haben doch aber rein gar nichts mit Tiermilch zu tun und das ist gut so!

    • Ava Odoemena Says:

      Doppelpost

      Nee, das gehörte schon auf Antiveganismus melden.

      Nun, sie haben mit Tiermilch insofern zu tun, dass sie in die Ernährung genau so integriert werden können, über eine ähnliche Eiweißzusammensetzung verfügen, usw., die Klägerin umschrieb das so:

      Bei den Milchersatzprodukten handelt es sich um aus Soja, Reis oder Hafer gewonnene Flüssigkeiten, die im allgemeinen Handel erhältlich sind. Sie sind ebenso wie Milch tierischen Ursprungs zum direkten Verzehr als Getränk, zur Zubereitung anderer Lebensmittel, für Nachspeisen oder als Beigabe für Kaffee und Tee verwendbar. Aufgrund der übereinstimmenden Eigenschaften werden Milch und Milchersatzprodukte in Kochrezepten gleichermaßen für die Zubereitung von Speisen empfohlen. Die pflanzlichen Milchersatzprodukte verfügen über den gleichen Eiweißgehalt wie tierische Milchprodukte sowie über vergleichbare Mengen an Kohlehydraten, Mineralstoffen, Fetten und Calcium. Sie ähneln auch in ihrer Beschaffenheit und ihrem Aussehen tierischen Milchprodukten.

      Und in Tiermilch ist ja auch nicht die Milch an sich das Problem, sondern die Handlungen die dahinter stehen.

      Die Bezeichnung Sojamilch würde sicherlich auch zur größeren Akzeptanz bei Nichtveganern führen. Ich bin jahrelang an Sojamilch im Diabetikerregal vorbeigelaufen, weil ich dachte das sei eine komische Substanz für kranke Menschen;-)) lololol

      Woher hätte ich wissen sollen wie gut das schmeckt? Vor allem Alpro Vanille zum anfixen ist unbesiegt!

  6. Ava Odoemena Says:

    Nightow bringt es auf den Punkt:

    Wahnsinn, ein ganzer Artikel…
    Nightow

    voller Polemik und frei von jeglicher Argumentation! Und dazu mit der
    völlig neuen Methode „Wir reduzieren eine gesellschaftliche Bewegung
    auf ihre radikalsten Anhänger und ziehen sie anhand derer ins
    Lächerliche“. Wo kriegt man sowas heute schon noch zu lesen? Bin
    beeindruckt!

    Die ganze Debatte um Fleischkonsum und Vegetarismus, oder überhaupt
    die Nutzung tierischer Produkte, wurde bisher ja auch einfach viel zu
    nüchtern und sachlich geführt. Es war höchste Zeit, mal für ein
    bißchen Action zu sorgen und die Gemüter zu erhitzen!

    Respekt!

    • Ava Odoemena Says:

      *schmunzel* Kommt mir erst jetzt: Nach der Rhetorik gehöre ich ja wohl zu den radikalsten Anhängern, anhand deren Beispiel die Bewegung der Lächerlichkeit preis gegeben wird.

  7. Der Anti-Jagd Blog Says:

    Dann bleibe ich eben der einzige Veganer auf dieser Welt, der sich an den Begriff Sojamilch stört. :-) Den Begriff Sojafrikadellen mag ich aber auch nicht, genau so wenig wie den Begriff Sojawürstchen. Schon allein bei diesen Wörtern bekomme ich ein Schaudern. Warum nicht gleich vegane Hühner oder vegane Schweine?

    • Ava Odoemena Says:

      Hier bitte, „Tofurkey“:-)
      Tofurkey falscher Truthahn
      cc-by-sa-2.0:nyxie

      Würde bestimmt auch als Spanferkel durchgehen.

      Unsere Amis sind da ganz geil drauf.

    • Martin Deffner Says:

      Wie sieht’s aus mit Kokos- oder Sonnenmilch?
      Diese tragen ihren Namen übrigens völlig legal, weil sie ja weniger am Status Quo des Tiermilchmarkts rütteln als so ein kleiner Sojadrink …

      • Ava Odoemena Says:

        Eben! Deshalb ist ja das Verbot der Bezeichnung Sojamilch eine klare Übervorteilung von Tiermilch. Übrigens darf nur Milch von der Kuh Milch genannt werden, andere Spezies müssen den jeweiligen Zusatz tragen, z. B. Ziegenmilch usw.

    • moglee Says:

      Mir geht es gleich, verwende auch Drinks anstatt Milch. Milch zu Ernährungszwecken ist die Säuglingsnahrung von Säugetieren, wie bspw. Menschen und hat einen anderen Ursprung und Zweck als bspw. Haferdrink. Wie das wer auch immer nennt, ist mir jedoch egal.

      • Der Anti-Jagd Blog Says:

        [ADMIN: Trollmarkierung Detlef]
        Trotzdem würde ich mir blöd vorkommen, wenn ich vegane Eier oder vegane Blutwurst kaufen würde. Da würde sich jeder sagen, dass vegane Kost nur eine Ersatzkost ist, (was sie aber nun mal nicht ist) und mir unterstellen, dass ich wohl immer noch geil auf solche Sachen bin, diese aber nun mal leider nicht mehr essen dürfte. Gerade der Begriff Orginal ist hart umkämpft. Den sollte man nicht durch solche Namensnachahmungen den Omnis überlassen. Orginal, reiner Sojadrink, nicht mit Kuhmilch verpanscht, hört sich irgend wie besser an. :-)

      • Martin Deffner Says:

        Du hast psychologisch gesehen völlig recht, Produkte, die nun einmal Originale sind (wie eben Sojadrinks, Tofu, Seitan), sollten in unserem Kulturkreis gar nicht erst als Nachahmungen dargestellt, benannt und verkauft werden.

        Auf der anderen Seite ist die vegane Kost für die meisten Menschen hier sowieso noch eine (unnatürliche) Ersatzkost, die von vorne bis hinten durch Chemikalien ergänzt werden muss. Egal wie die Bezeichnung auf der Verpackung lautet, sobald die Tofuzubereitung mit den gleichen Gewürzen versehen wurde oder nur annähernd die gleiche Form aufweist wie die Leichenmatschwurst, macht man sich der insgeheimen Fleischeslust verdächtig.

        Dabei wäre es ja keine Schande anzuerkennen, dass mir eben diese Gewürzkombination gut schmeckt, ich mich aber nicht an Tierausbeutung beteiligen will. Da steht der ethische Veganismus wieder mal als was ganz besonderes da. Jemand, der aus Diätgründen zum Tofuaufschnitt greift, erntet eher Anerkennung für seine Disziplin als Unterstellungen.
        Finde ich schade, aber Egoismus scheint viel gesellschaftsfähiger zu sein als selbstloses Verhalten. Wenn ich mir dann mal mein erstes Solarmobil kaufe, dann natürlich nur, um Geld zu sparen, sonst steh ich wieder als der irre Öko da … ;-)

      • Ava Odoemena Says:

        Analogeier gibts glaube ich schon, da gab es doch in China einen Skandal, die wurden als echte hartgekochte Eier verkauft. Die werden anscheinend in Handarbeit hergestellt diese „Eier“. Verrückt.

        Wenn die vegan wären hätte ich keine Probleme die zu essen, ich bin (ui, das Zitat ist nicht unpikant) schließlich nicht vegan geworden weil mir tierbasierte Produkte nicht mehr geschmeckt haben.

        Ob da dann jemand sagen würde dass vegane Ernährung Ersatzkost ist, wäre mir komplett egal, denn ich weiß ja dass das nicht stimmt:-)

        Ich denke nicht dass man sich an Symbolismen aufhängen sollte.

      • Paul Says:

        mochte schon als kind keine eier, da ich aber schon immer neugierig war, hab ich sie ein paar mal probiert. es ging nicht, für schmeckten sie immer nach furz – haha. milch mochte ich pur nur eine phase lang, dann fand ich sie eklig. an käse musste ich mich auch erst langsam gewöhnen, wobei ich während meiner frankophilen phase tatsächlich ziegenkäse und munster zu schätzen lernte. fleisch hab ich als kleines kind im kartoffelbrei versteckt :-)

        von daher hatte ich nach meiner kurzen vegetarischen phase kaum schmerzen bei der umstellung. das gegenteil war eher der fall. :-)

        in nem cafe ist es mir neulich zum ersten mal passiert dass ich nen kuhmilchcappucino vorgesetzt bekam – das schmeckte nach stall. wenn mein mb aus seiner heimat kiloweise käse mitbringt, könnte ich mittlerweile durchaus ne atemmaske gebrauchen, daher brauch ich auch keinen authentischen fakekäse. wenn ich die gerüche von milch -und eierprodukten genau beschreiben müsste – dann würden mir als erstes körperflüssigkeiten einfallen.

        fake eier.. brrrrr

  8. moglee Says:

    Ist zwar nicht mehr topaktuell, aber dennoch von Interesse in diesem Zusammenhang.

    Das Wegschütten von Säuglingsnahrung hat sich mal wieder gelohnt. Milchbauern werden mit 750 Millionen Euro zusätzlich subventioniert:
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/aigner182.html

    Außerdem hoffen die Milchbauern auf eine wachsende Weltbevölkerung, denn so soll sich die Weltagrarproduktion in den kommenden 20 Jahren verdoppeln, was zusätzlich für eine Nachfrage nach Kuhmilch sorgen wird.

    Einfach voll krass die Leute, Herr erleuchte sie.

  9. Lady Says:

    Mittlerweile kostes ne ganz normale (Bio) Sojamilch bei DM 0,69€ das Liter. Ist also noch billiger geworden. Jupi ;)

    • Ava Odoémena Says:

      Hast du die schon mal gekostet? Meine Lieblingssojamilch zur Zeit ist die von Edeka, mittlerweile für 1,19 oder so. Haushoher Favorit geschmacklich und sensorisch ist für mich Alpro, aber 1,75 ist doch etwas happig.

      • Lady Says:

        Ja, jede Woche gehen 4 Packerl weg ;)) (hab heute nochma geschaut, die kostet 0,65€ ;) ). Also die schmeckt „weich“, ein wenig (also wirklich ein hauch) süss, ist aber kein Zucker drin, einfach Sojabohnen und Wasser; Ich würd auch sagen kein typisch Sojabohnengeschmack ;) Ich hoffe die gefällt dir ;)
        Ach ja ich tu in die Packung ein wenig Zitronensaft (oder Citrovin) rein, dann vorsichtig (hab vorher immer wild geshakt, aber das wird eher noch flüssiger) ein wenig umdrehen die Packung, bei Zimmertemperatur paar Stunden (oder besser sogar ein Tag oder zwei) stehe lassen, und schon ist es dickflüssig, eher sogar Joghurt mässig.
        Und das beste aber: Am Boden (ich schneid die Packung dann auf) und an den Rändern kannst du sogar einen Quark löffeln.
        Den mag ich am liebsten und wart die zwei/ drei Tage sehnsüchtig drauf. ;)
        Was machst du so mit deiner Sojamilch? ;)

      • Ava Odoémena Says:

        Ich habe eine ganze Zeit lang selbst Sojamilch und Tofu gemacht im 20-Liter-Topf mit Gastrowanne und Tüchern usw. Hat Spaß gemacht das von der Trockenbohne auf herzustellen. Dazu fehlt mir jetzt leider die Zeit/Muse. Werde das demnächst aber wieder mal machen, weil ich so vielen Leuten von meinem selbstgemachten veganen Quark erzählt habe. Also nicht die faule Zitronensäuremethode.-), sondern so richtig mit Temperatur und abtropfen des Joghurts.

      • Lady Says:

        Wow *lecker*…schade, dass du so weit weg wohnst. Kann man deinen Quark verschicken? Ich würd zwei kg z.B. kaufen ;)

      • Ava Odoémena Says:

        Ich hab tatsächlich schonmal überlegt das kommerziell anzubieten, aber mir war das Bürokratische zu aufwändig. Man braucht einen Gewerbeschein (womit auch sofort die BG/IHK/GEZ die Hand aufhält), Gesundheitszeugnis, Küche finden in der man vegan arbeiten kann, bzw. selbst anmieten. Kleingewerbetreibende die unter 2000 EUR im Monat verdienen, sollten (bei Lebensmitteln von der Hygienekontrolle mal abgesehen) komplett von dem ganzen Quatsch befreit sein. Manchmal scheint es wirklich so, als ob das System so entworfen wurde um Kreative auszubremsen.

        Davon mal abgesehen kriege ich dich auf jeden Fall mit veganem Quark versorgt, wollte sowieso demnächst mal wieder einen Sack Sojabohnen kaufen.

  10. Lady Says:

    Ja? ;) Meine mail Adresse haste ja ;) *njam*

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