Eine Revolution muss her gegen die informell-veganen Machtcliquen

Wer zuerst kommt, und das bedeutet im Netz auch wer das technische Know-How hat, mahlt zuerst. Denn ohne technisches Verständnis wie eine Plattform im Internet aufzubauen ist, kann „der Erste“ noch so wohl intendiert sein, er scheiterte an den technischen Hürden. So konnte es passieren dass sich im „veganen Internet“, zumindest in Deutschland antidemokratische Plattformen mit „Hausregeln“ entwickelten, die durch eine willkürliche Praxisausübung geprägt sind, nur weil die Betreiber die technischen Fähigkeiten hatten.

Das Ergebnis davon sind repressive Plattformen, die durch verfilzte Machtcliquen betrieben werden, tyrannisch, antidemokratisch, willkürlich, der Meinungspluralität feindlich gesinnt und somit natürlich furchtbar schlecht für die vegane Gemeinschaft. Machtcliquen deshalb, weil sie über das Privileg des „Ersten seins“ nach und nach die größten Population an sich gezogen haben, was kommerzielle Angebote betrifft wie vegan.de; oder die über ihre Informationsautorität und das Bestimmungsrecht, wer sich auf diesen Plattformen beteiligen darf und nicht, einen immensen Einfluss auf die allgemeine Kommunikation, Vernetzung und Gemeinschaftsbildung haben. Das gilt auch für Plattformen mit ideologischem Hintergrund wie veganismus.de, welche von dieser Macht genauso ausgiebig und willkürlich Gebrauch machen.

Der deutsche Veganismus im Netz wird also maßgeblich beeinflusst und kontrolliert von repressiven Tyrannen.

Deshalb die Zwischenfrage, warum lassen wir, die vegane Gemeinschaft uns das eigentlich gefallen?

Interessant dabei ist, dass die Protagonisten der einzelnen Plattformen sich scheinbar spinnefeind sind und alle grundsätzlich andere Motivationen verfolgen.

Aber alle Plattformbetreiber – also die jeweilige Clique dahinter – haben mit den anderen Cliquen der anderen Plattformen – mit denen sie meist auf ihrer Ebene offiziell verfeindet sind, eine Art stillschweigende Übereinkunft. Denn keine einzige Plattform bemüht sich um ihre Demokratisierung im Sinne der veganen Gemeinschaft, jede Plattform ist quasi Nutznießer des repressiven Milieus und der Verfügbarkeit willkürlichen Gebarens.

Weg mit dem Absolutismus! Das Netz muss befähigen, und niemanden am Boden festzurren!

Die vegane Szene im Netz ist also vergleichbar mit einer Fußgängerzone, mit dem Unterschied dass hinter den Türen der „Läden“ plötzlich alle Grundrechte außer Kraft gesetzt sind, das „Hausrecht“ wird zum absoluten Gesetz! Mit welcher Rechtfertigung eigentlich?

Wie auch die neueste Umfrage gezeigt hat, spürt die vegane Gemeinschaft diesen Umstand auch, obwohl sich vielleicht noch niemand die Mühe gemacht hat, die Situation klar zu definieren.

So kann es nicht weiter gehen. Veganerinnen und Veganer müssen sich von den „Tyrannen“ emanzipieren, es muss eine demokratische, antirepressive und emanzipationsfördernde Atmosphäre geschaffen werden, die als Schutzraum fungiert gegen die Menschengärtner. Ein Langzeitprojket ohne Hektik.

Es gibt zwei Strategien, eine falsche und eine richtige. Falsch und eine Verschwendung von Energie wäre es, mit den jeweiligen informellen Machtcliquen auf Konfrontationskurs zu gehen. Nur mal als Gedankenexperiment: So hat bisher noch niemand in Erwägung gezogen, ob Domains wie vegan.de oder auch veganismus.de rechtmäßig im Privatbesitz sein dürfen – und betrieben werden nach Gutdünken der Eigentümer. Eine interessante rechtliche Frage! Man stelle sich mal vor http://www.sintiundroma.de/ würde ein repressives Forum betreiben, aus dem ungenehme Beiträge von Sinti und Roma nach fadenscheinigen Hausregeln gelöscht werden oder Personen gesperrt, weil sie den Betreibern nicht in den Kram passen. Das wäre wie gesagt die schlechte Strategie.

Die gute Strategie ist, den Sumpf auf dem diese Machtcliquen gedeihen, trocken zu legen. Denn wir haben ja eine perverse Umkehr demokratischer Prinzipien: Nicht die vegane Gemeinschaft sollte sich den Plattformen anpassen und vor den Betreibern kriechen, sondern die Plattformen sollten in der Ausübung ihrer telemedialen Verantwortung rechtsstaatliche und freiheitliche Prinzipien vergegenwärtigen und sich den Bedürfnissen der veganen Gemeinschaft unterordnen. Passiert dies nicht, muss sich die vegane Gemeinschaft von diesen Plattformen abkehren. Das wird aber nicht passieren wenn keine Alternativen vorhanden sind.

Der Weg des geringsten Widerstands, den Sumpf trocken zu legen, hat bereits eine technische Lösung: Blogs. Es ist so einfach heute einen Blog einzurichten (besonders mit WordPress), und sofort hat man eine Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeit.

Einzelblogs können über RSS Sammellisten gebündelt werden, es können Netzwerke aus Einzelblogs verlinkt werden. Dies passiert auch schon heute, man denke mal daran wie erfolgreich Veganes Auge in so kurzer Zeit wurde, ganz ohne LAMP-Kenntnisse. Ein Blog kann zu einem Megablog gemacht werden, auf dem auch Leute schreiben können die sich nicht zumuten einen Blog selbst zu administrieren. Es muss nicht immer das große Megaprojekt sein, um einen Stein ins Rollen zu bringen.

Als Mittel der Wahl sind vernetzte Einzelblogs eine gute Möglichkeit, sich der Technokratur von Sonderinteressen zu entziehen.

Diskutiert mit euren Freuden via Epost, in Blogs, in 3D. Fangen wir damit an, die Dinge in die Hand zu nehmen!

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Creative Commons License
Ava Odoemena

(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

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25 Antworten to “Eine Revolution muss her gegen die informell-veganen Machtcliquen”

  1. clemens sebastian Says:

    hallo ava
    der Vergleich gefällt mir
    Fußgängerzone
    man braucht garnicht in die Läden reinzugehn
    the vegan street

    plattform zerreist den Text

    „Es gibt zwei Strategien, eine falsche und eine richtige“

    ich bin froh nicht verlinkt zu sein
    ich möcht keiner Clique angehören
    ich bin es selbst

    clemens

    • Ava Odoemena Says:

      Unsinn, Clemens, in dem Moment in dem du kommunizierst, bist du nicht mehr 100% autonom. Es geht nicht darum neue Cliquen zu bilden, sondern einen emazipatorischen Prozess loszutreten. Erwachsen werden.

  2. clemens sebastian Says:

    „alles Gute kommt von unten“
    das kann nich sein ava
    sonst würd man ja kaum nach oben blicken

    außerdem
    ich wünsch dir wiederum Gutes
    betrefflich deinen Beines
    un deines Einstellung dazu
    es iss ja ein Prozess
    ich hoff s’ghet aufwärts

    gruß und kuss Clemens

    wie aus Stichelei

    viel Glück und viel Segen
    auf all deinen Wegen
    Gesundheit und Frohsinn(sein)
    sei auch mit dabei

    • Ava Odoemena Says:

      Klingt nach Abschied, fährst du in Urlaub?:-)

      • clemens sebastian Says:

        Urlaub_nein
        war begleitend zu deinem Bein

        wo ein Bein ist
        ist ein Weg

        dabei „viel Glück und viel Segen“
        und Achtsamkeit

        „Wie auch die neueste Umfrage gezeigt hat, spürt die vegane Gemeinschaft diesen Umstand auch, obwohl sich vielleicht noch niemand die Mühe gemacht hat, die Situation klar zu definieren.

        So kann es nicht weiter gehen. Veganerinnen und Veganer müssen sich von den “Tyrannen” emanzipieren, es muss eine demokratische, antirepressive und emanzipationsfördernde Atmosphäre geschaffen werden, die als Schutzraum fungiert gegen die Menschengärtner. Ein Langzeitprojket ohne Hektik“

        Frage

        auch hier bei deinem Blog macht „man“ die Erfahrung
        Leuts kommen und gehen
        und unverbindlich ins Nirvanda

        wieviel stete“vegane“ Kontakte hast du vor Ort
        bzw. per Mail

        clemens

      • Ava Odoemena Says:

        Frage

        auch hier bei deinem Blog macht “man” die Erfahrung
        Leuts kommen und gehen
        und unverbindlich ins Nirvanda

        wieviel stete”vegane” Kontakte hast du vor Ort
        bzw. per Mail

        clemens

        Da musst du ein wenig nachhelfen, der Zusammenhang zwischen dem Zitat und der Frage erschließt sich mir nicht. Und danke für die Grüße ans Bein, ich werde es weiter leiten. (War heute wieder in der Klinik zum „Gips“wechsel.)

      • clemens sebastian Says:

        ava schriebt

        „Unsinn, Clemens, in dem Moment in dem du kommunizierst, bist du nicht mehr 100% autonom. Es geht nicht darum neue Cliquen zu bilden, sondern einen emazipatorischen Prozess loszutreten. Erwachsen werden“

        wegen des emanzipatorischen Prozesses hab ich das gefragt
        der emanzipatorsische Prozess beinhaltet
        das nötige Personal
        plus die entsprechenden Fähigkeiten des Personals

        ich habe gefragt
        wieviel emazipatorsiches geschieht in deinem Umfeld

        du hattest in deinem Artikel eher technische Details
        erwähnt

        Piyh etwa fühlt sich schon „ganz revolutionär“?
        das iss aber „das Gegenteil“ von Emanzipation
        mal grob gesagt

        clemens

  3. Fleischesser Says:

    Ava, such dir mal einen guten Irrenarzt. Alleine wirst du mit deiner Psychose nicht fertig.

  4. piyh Says:

    Diskutiert mit euren Freuden via Epost, in Blogs, in 3D. Fangen wir damit an, die Dinge in die Hand zu nehmen!

    Zu Befehl. ;)
    Ich fühle mich schon ganz revolutionär heute Morgen äh Mittag.

  5. Ava Odoemena Says:

    Auch die Metzgersöhne freuen sich über die Revolution:-)

  6. Ava Odoemena Says:

    Ich habe einen Plan gefasst, die Idee plagt mich schon lange zur Geburt, doch die Wehen haben nun begonnen.

    • clemens sebastian Says:

      ava

      solang dein Bein nich in Ordnung iss
      bitte keine Revolution
      auch wenn’s grad weh tut

      clemens

      • Ava Odoemena Says:

        Nanana! Wer wird denn hier ein Bedürfnis spüren, die wilde Frau kontrollieren zu wollen;-) Fürchte dich nicht:-)))

      • clemens sebastian Says:

        Ideen sin das
        wo du hast
        wilde Hilde
        eventuell kehrst du sogar zum Wald zurück

        nene
        wo ich immer alles gut mein

        vom Wald bist du
        zu Wald wirst du werden

        „fürchte dich nicht“

        kann ich sogar singen
        iss was katholisches

        „fürchtet euch nicht“
        so iss der Text

        wie issen dein Plan jetzt

        clemens

      • Ava Odoemena Says:

        Ja, in den Wald, ach der Wald, mein erster Geliebter! Meine nächste Kurzgeschichte wird vom Wald handeln, völlig kotfrei, ich versprechs. Mein Plan, da muss ich dich / euch leider noch ein paar Wochen mit Atemübungen vertrösten, es wird auf jeden Fall mein Kind!

  7. Birgit Schüler Says:

    Hallo Ava Odoemena,
    interessant deine Auführungen. Wir sind erst seit Anfang 2011 dabei. Ich selbst bin ganz naiv auf die vegane Gesellschaft im allgemeinen zugegangen, ich dachte, wir wollen alle das gleiche, also lasst uns uns zusammentun. Ich war selbst auch zum Teil irritiert über eine gewisse kühle dünkelhafte Zurückhaltung bei manchen Leuten – wohlbemerkt bei manchen. Da kann man mal sehen, auch vegane Menschen sind eben nur Menschen und keine Heiligen. Schade eigentlich…!

    • Ava Odoemena Says:

      Die politische Situation ist in der Tat suboptimal, da viele der Leute, die selbst glauben sich für den Veganismus einzusetzen eigentlich andere Interessen verfolgen. Von daher ist die Zersplitterung sogar ein Vorteil!

      Ich muss da mal wieder ran und aufräumen, aber ehrlich, ich *fürchte* mich vor dem Aufwand.

      Was mir zumindest positiv auffällt, ist eine generelle Fähigkeit zur Selbstreparatur der Gemeinde. Falschinfo bahnt sich z. B. nicht mehr einen Weg wie ein heißes Messer durch einen Block Fett. Antipropaganda wird schneller entlarvt und kann Einzelne so nicht mehr so schnell entmutigen. USW.

      Die Blöcke im Netz verlieren zunehmend an (politischem) Einfluss.

      Ich hab das Gefühl, dass die Selbstreinigungskräfte der Gemeinschaft langsam ihre Arbeit tun. Es hat sich viel verändert in den letzten 5 Jahren im Veganismus des deutschsprachigen Raums.

  8. Lady Says:

    Super Artikel!!! Schreibe gerade ne Bak Arbeit darüber ;)

  9. Zardoz Says:

    das wird ja was geben …. aber für Soziologie oder Politologie in Bremen oder Hamburg bestimmt voll trendy

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