Depression als Mittel der Veganervernichtung

Depression ist Wut nach Innen. Ähnlich wie zu viel Joggen, bei dem dann die Gelenke kaputt gehen, kippt etwas um und kehrt sich in die andere Richtung. Das heimtückische an einer Depression ist ihre Manifestation als schleichende Vergiftung. Und selbst an dem Punkt, an dem man die Vergiftung bemerkt, ist für die meisten Betroffenen noch lang nicht klar, dass eine Depression die Ursache ist. Körperliche Abgeschlagenheit, „nicht gut geschlafen“ zu haben, eine leichte Erkältung, anderen nicht zuhören können usw. wird meist als vorübergehendes, körperliches Syndrom interpretiert. Selbst eine Diagnose wie Burnout ist eigentlich eine verschämte Uminterpretation einer Depression; auf die eigenen Schuldgefühle, Scham, Versagensängste, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit soll sich nicht auch noch ein Makel wie Depression türmen.

Verrückt sein, zum Psychiater müssen. Von anderen Hilfe annehmen. Gerade in einer Gesellschaft in der Leistung alles zählt, obwohl hinter diesem Funktionswahn gar nicht sicher ist, ob diese Leistung, die da erbracht werden soll überhaupt eine gute oder schlechte Leistung ist, und wem die Leistung, dieses Investment von Lebensenergie eigentlich zugute kommt.

Gerade in einer Bewegung wie dem Veganismus finden sich Menschen ein, die empfindlicher und feinfühliger sind als andere. Eher spüren, wenn etwas nicht korrekt ist, ein stärkeres Gerechtigkeitsbewusstsein haben und von Haus aus schon unter der dieser Gegenwart gelitten haben, lange bevor sie vegan wurden. Gerade solche Menschen laufen Gefahr, dass die Wut nach Innen kollabiert.

Nur, damit gewinnt schließlich der Status Quo. Jede Möblierung des öffentlichen Raums von DGE-Sockenpuppen mit den immergleichen Schlagworten, Verdrehungen, jede noch so banale und idiotische Verunglimpfung auf antivegan.de, jede herablassende Bemerkung auf der Arbeit oder in der Schule, jede Stichelei von Netzpsychopathen, jede koordinierte Repression der Staatsmacht wie in Österreich dient ausschließlich dem Zweck, diesen Kollaps nach Innen zu provozieren.

Denn es ist Krieg. Krieg gegen Veganerinnen und Veganer, denn sie wissen, dass wir Recht haben.

Repression, Mobbing, Diffamierung, Herabwürdigung, Ausgrenzung, FUD, das alles sind Methoden des Psychoterrors von Perversen, die nicht im Traum daran denken damit aufzuhören pervers zu sein (oder damit Geld zu verdienen).

Für uns hier an der vordersten Front ist das alles Routine, wir sind immunisiert gegen die Schlammschleudern. Wut gibt es nach wie vor, aber sie dringt nicht mehr vor bis in die Knochen.

Doch was ist mit denen, von denen man nichts hört, die nicht in der Schusslinie stehen und die nicht draußen auf der Strasse kämpfen können für eine bessere Gegenwart? Die still hier und anderswo mitlesen und denen es dreckig geht? Die zu empfindsam sind um über die perverse Verzweiflung der Antiveganer zu lachen? Die zu am Boden sind um sich gegen Anfeindungen aus der Familie zu wehren? Denen es richtig dreckig geht.

So dreckig, das schlicht die Vorstellung fehlt, es gäbe eine Normalität nach der inneren Misere, geschweige denn Glück oder zumindest Zufriedenheit?

So dreckig, dass sie schon mehr als einmal daran gedacht haben, die Wellen der Existenz über sich zusammenschlagen zu lassen.

Was kann ich denen bieten, in dieser häßlichen Welt der Wachkomaclowns?

Zuerst einmal das Versprechen, dass sie die Misere besiegen können. Das ist machbar und überall gibt es Menschen, die Liebe zu verschenken haben. Depression ist nicht nur Wut nach Innen, sie ist in ihrer Auswirkung wie eine banale Infektion, und als solche kann sie ausheilen.

Es ist auch nicht so, dass rein chemisch eine Depression eine Fehlfunktion von Botenstoffen ist, sondern im Gegenteil. Eine Depression ist eigentlich eine normale Reaktion auf ein fehlfunktionierendes Umfeld. Das äußere Chaos drückt nach Innen. Die Kraft ist nicht weg, sondern eingedrückt. Sicherlich gibt es auch gehirnchemische Muster, anhand derer, so jedenfalls die Behauptung, ein gesunder und ein depressiver Mensch unterschieden werden kann. Allerdings bringt eine positive Veränderung meistens nur der Schritt in die Veränderung der eigenen Lebensumstände. Antidepressiva dagegen stehen mehr denn je in der Kritik, sollen in ihrer Wirksamkeit sogar Placebos nicht überlegen sein.

Depression ist das Produkt einer kranken Gesellschaft.

Die Generierung eines Raums in dem Depression entsteht, also Depression als Folge von Repression, muss nicht unbedingt von einer koordinierten Verschwörung ausgehen, wie z. B. die USA das mit Schwarzen und Indianern gemacht hat, oder Wirtschaftsliberale mit HartzIV-Empfängern in Deutschland. Sondern auch in der Gesellschaft breit vorhandene, schwelende Ressentiments können unkoordiniert, an verschiedenen Orten, aber dennoch gleichzeitig zu Repressionsbestrebungen führen und den gleichen Effekt haben wie geplante Repression.

Wer sich daraufhin umbringt, führt also genau den abstrakten Vernichtungswillen aus, der hinter Repression verschiedenster Art steht.

Diesen Gefallen sollte man *dem Mitverursacher* der Depression – der hier über Proxy des Freitods einer Tötungsanklage entgeht, quasi der perfekte Mord – wirklich nicht tun.

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Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

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31 Antworten to “Depression als Mittel der Veganervernichtung”

  1. Felizitas Says:

    kraftdurchFleisch,
    Viehcher sind wirklich massenhaft um mich rum, solche wie du, die nichts checken. Und DIESE VIEHCHER sind mein Problem. Glaub ja nicht, dass ich deinen Vorschlag mein Leben zu beenden, nur weil ich mit Leuten wie dir nicht klar komme, überdenken werde. Wenn es sein müsste würde ich dann doch lieber das Problem selbst beseitigen. Das Problem bin nicht ich, nicht meine Familie, nicht die Tiere um die es mir leid tut. Das Problem bist du und Leute die deine kranken Gedanken teilen. Wenn zu meiner Selbsterhaltung und der meiner Familie nötig sein sollte- ich wäre zu vielem bereit.

    (Ich glaube das Vitamin D wirkt schon.)

  2. LutzL Says:

    Vielen lieben DANK AVA! Sehr genau getroffen, dieses ständige marginalisieren, herabsetzen und verunglimpfen. Kann einen fertig machen, muss aber nicht. Ich würde mir noch ein paar Worte wünschen, wie man diese innere Umkehr unterstützen kann. Ich glaube schon an ein „Gesellschafts-Bewusstsein“, und ich finde dieses sieht in großen Teilen ziemlich übel aus… Sich vernetzen, Zuspruch bei gleich Gesinnten suchen, und drüber reden können hilft schon sehr :) ich wünsche allen empathiefähigen gutes Gelingen!

    • Ava Odoémena Says:

      ich habe darauf noch keine befriedigende antwort gefunden. aber ich kann gut mit dem verlust des grundvertrauens in die gegenwärtige „zivilisation“ leben, das hatte ich nämlich noch nie. dieser abstand zu deren gegenwart ist natülich auch ein abstand zu meiner gegenwart, denn ihre gegenwart ist in der überzahl, sozusagen. aber auf der richtigen seite zu stehen gibt mir viel kraft. letztendlich wird es darauf hinaus laufen, dass wir unsere kultur festigen müssen, um ihrer kultur etwas entgegen zu setzen. im kern ist das auch die aufgabe von veganes auge. denn wir müssen uns erst um die kümmern, die unsere kultur zerstören wollen, im innern und im äußeren.

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