Wer trägt deinen Lebenskoffer?

einzimmerwohnung

Lebenskoffer cc-by-nc-nd-2: | spoon |

Wir gehen davon aus, im freiheitlichen Teil der Welt zu leben, trotz des Sicherheitswahns und der Kontrollgeilheit der Politik, vor der uns in Deutschland fast nur noch das Verfassungsgericht zu retten vermag.

Die Vorstellung frei zu sein knallt aber mit einer dumpfen Realität zusammen, denn faktisch werden wir in sektenartig organisierte Kasten hineingeboren, die über den Verlauf unseres Lebens weitgehend entscheidend sind. Wir sitzen meist in Häusern deren Eigentümer wir nicht sind – selbst die, die ihr Haus selbst gebaut haben. Wir besitzen noch nicht einmal Land um unser eigenes Überleben zu sichern, können also noch nicht einmal unsere eigene Nahrung anbauen. Selbst bei akuten Lebensbedürfnissen sind wir auf Fernversorgung angewiesen.

Wir besuchen Schulen deren primäres Ziel es ist, uns zum Funktionieren zu erziehen; und „erwachsen zu werden um für sich selbst zu sorgen“ bedeutet in Wirklichkeit zu einem Chef zu wechseln, mit dem wir nicht verwandt sind. Wir müssen unsere Lebensenergie in Form von Erwerbsarbeit als Geld virtualisieren, und wenn wir das nicht können, dann sind wir Schmarotzer und müssen noch stiller sein, als wir eh schon sind.

Wir müssen Dinge konsumieren deren Wert oder Funktion rasch verfällt um neue Dinge konsumieren zu können. Manchmal glauben wir, dass wir das nicht müssen und tun es aber trotzdem. Wir müssen einen gewaltigen Informationsbrei verdauen und werden bombadiert mit den Kontrollversuchen der Herdentreiber und all die Interessen und Ideologien die sich wie ein Spinnennetz um uns legen. Wir sind blind und unsere Köpfe sind zubetoniert mit Fremdinteressen. Denn nicht nur mit Nahrung werden wir aus der Ferne versorgt…

Welche Freiheit haben wir in einer vernetzten, komplexen Gesellschaft mit ineinandergreifenden und sich gegenseitig beeinflussenden Abhängigkeiten? Wie viel von dem was du glaubst ist du, bist wirklich du? Hast du dein Leben wirklich im Griff, oder ist nach dem Zugriff Anderer auf dein Leben von dir noch was übrig?

fraktal eines netzwerks

cc-by-nc-nd: ava odoemena

Wir haben, wie es scheint, gerade mal die Freiheit zu zappeln.

Wenn wir also Veränderungen bewirken wollen, dann müssen wir, wenn wir das Spinnennetz namens postmoderne Gesellschaft in seiner Form ändern möchten, uns über unsere immense Unfreiheit bewusst werden.

Was von mir bin wirklich ich? Was davon ist Angst und Scham? Was will ich, was hält mich zurück? Wer trägt meinen Lebenskoffer? Und geht die Reise wirklich dort hin, wo ich auch hin will?

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Creative Commons License
Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

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5 Antworten to “Wer trägt deinen Lebenskoffer?”

  1. Bimbo Says:

    Geile Alte, da im Koffer. Dicke Möpse. Wird bestimmt oft durchgeballert. Kann also nicht vegan sein. Weg damit.

    • Murph Says:

      Wieso kann die hübsche Dame dann nicht vegan sein? Hast du Ava etwa abgenommen, dass sich Veganer mit Ablegern vermehren? :-)

    • Ava Odoemena Says:

      Ich kenne die Frau nicht, kann also zu ihrer ethischen Grundhaltung oder Sexualität nichts sagen. Ich bin ihr aber dankbar, dass sie als Model an diesem überaus ästhetischen Foto mitwirkte, welches mich so beeindruckte dass ich die Überschrift zu meinem Artikel änderte, um es besser zu integrieren. Darüber hinaus muss ihr auch noch zugute gehalten werden, dass sie einwilligte das Werk unter einer CC-Lizenz zu verbreiten, wodurch diese Kunst uns allen geschenkt wurde.

  2. Auge Says:

    Freiheit ist vorallem ein abstrakter, schwammiger Begriff und wird es auch bleiben. Gesellschaften … Gesetze schränken „Freiheit“ ein, können aber auch Freiheiten garantieren. „Hier“ werden mir diese Wege frei gehalten, dort jene. Grenzen und Zwänge tun sich auch im Individuum auf. Was bin ICH, wie definiere ich mich. Das gelingt doch auch nur konkret in Gesellschaft. Individuen gehen in der Gruppe auf, die Freiheit des Einzelnen bewegt nichts.
    Freiheit ist zuerst doch Freiheit vor der Willkür des Staates, und dann die Möglichkeit, mit „seiner“ Freiheit in den gesellschaftlichen Prozeß einzuwirken, den Staat zu gestalten. (Meiner Meinung nach sollte man den Staat auch mehr und mehr als den möglichen Schutzschild betrachten, um sich gegen die Auswüchsige des globalen Kapitalismus zu schützen. Menschen-/ Bürgerrechte im Grundgesetz verpflichten den Staat. Der Staat verpflichtet die Unternehmen. )
    …kurzes Brainstorming eines Unwissenden…

  3. Pauli Says:

    @Auge: Du hast zum Teil durchaus recht. Wenn ich das Land in dem ich Lebe ansehe, so ist mir die Gegenwart deutlich sympathischer als zum Beispiel die Antike, das Mittelalter, Kaiserreich..

    Z.B. in der Antike als Unfreie_r in die germanische Gesellschaft hineingeboren zu sein, stelle ich mir nicht besonders nett vor.

    Aber es stimmt, unsere Wahlmöglichkeiten sind eingeschränkt. Alles können wir aber sowiso nicht bekommen. Eigenes Haus – nein Danke, hab ich keine Lust zu. Ich möchte lieber so frei und unabhänbgig wie möglich sein.
    Die konsumorientierte Gesellschaft – und da stimme ich Ava zu, generiert sehr viel Unfreiheit. Freiheit fängt im Kopf an. Er ist der Sitz der Freiheit.
    Wie stark wir die Zwänge bewerten und uns nach ihnen richten bestimmt letztendlich unsere persönliche Freiheit

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