Eine Prognose: Die vegane Stadt der Zukunft

Wie schön dass es so viele Menschen gibt. Denn das befördert den Veganismus auf eine indirekte Art und Weise, schließlich erhöht dies zusammen mit dem wegbrechen von Erdöl als Energieträger den Druck für nachhaltige Handlungsweisen, und vor allem auch für nachwachsende Rohstoffe. Dieser Druck muss unweigerlich dazu führen, dass ineffiziente Verhaltensweisen „vom Markt“ gedrängt werden, denn wer wenig hat fängt an zu denken.

Ob dies jetzt bei Häusern und deren Dämmung ist, der Austausch von Dachziegel durch Solarpanele, oder die Abschaffung tierbasierter Landwirtschaft, die ein gigantischer Energieverschwender ist. Für die westliche Art der tierbasierten Ernährung werden weltweit bereits die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Agrarflächen verwendet, schließlich müssen die Opfer bis zur Zweckerfüllung ernährt werden.

Gerade nachwachsende Rohstoffe aber werden durch diesen Effizienzzwang, der entstanden ist durch das Anwachsen der Menschheit und dem Wegbrechen von Erdöl als bequemer Energielieferant, jetzt immer mehr zur Puffertechnologie. Sie stehen zunehmend im Fokus einer Übergangslösung, bis die anderen Technologien wie Solar und Wind in ihrer Entwicklung (und vor allem auch in der Speicherung) so weit sind, dass sie fossile Energieträger vollständig ablösen können.

Selbstverständlich haben die gewaltigen Umwälzungen, die uns bevorstehen auch Auswirkungen auf unseren Lebensraum, und nicht die schlechtesten. Denn die Zukunft wird nicht nur vegan, sie wird auch grün in die Städte tragen. In jedem Termitenhügel steckt mehr Energieintelligenz als in jeder von Menschen gebauten Stadt. Termiten, die mit den Kakerlaken verwandt sind, haben noch nicht einmal ein Bewusstsein, jedoch sorgt die Architektur nicht nur für Temperatur und Belüftung für die unterschiedlichen Bedürfnisse, sondern bei einigen Arten wird die benötigte Nahrung via Pilzzucht im Gebäude selbst hergestellt.

Sicherlich ist eine menschliche Stadt wesentlich komplexer und die Bedürfnisse von Menschen anders, aber Menschen haben es bisher nicht geschafft, ihre Bedürfnisse mit ihrer Umgebung zu „equilibrieren“. Ein wesentliches Merkmal der gegenwärtigen Stadt ist, dass fast alles von Außerhalb hineingebracht werden muss, mit entsprechendem Transportaufwand.

Der Effizienzdruck wird dafür sorgen, dass Städte in sich selbst autonomer werden, und mehr von dem herstellen was sie selbst benötigen.

Zur Zeit gibt es riesige „Energiefelder“ die einfach brach liegen, die Häuserwände. Heutige Häuser sind bemerkenswert unintelligent, im Prinzip gestapelte Höhlen mit Wasser und Energieversorgung. Ein Behältnis. Die Häuser der Zukunft aber werden mit eingebunden sein in die Erzeugung von Energie und Lebensqualität.

vertikalgarten

Vertikalgarten Patrick Blanc cc-by-nc-nd-2-deed-en:paolo_rosa

Was zur Zeit noch ein Kunstprojekt von Patrick Blanc ist, bietet ein faszinierendes Fenster in die Stadt der Zukunft, Bauhaus ist tot, es lebe der „vegane Hundertwasser“ mit equilibrialer Intelligenz.

Die Kombination von Vertikalgarten und dezentralen Biogasanlagen, Solarthermie/strom und Windenergie, sowie der Anbau von Nahrung direkt in der Stadt, eine Stadt in der keine Autos mehr den öffentlichen Raum verabgasen, all das ist denkbar und wird kommen.

Denn wir haben gar keine andere Wahl als diese geile Zukunft.

Vertikalgarten in Spanien

Vertikalgarten in Spanien cc-by-2:pdbreen

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Ava Odoemena
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72 Antworten to “Eine Prognose: Die vegane Stadt der Zukunft”

  1. trabbifahrer Says:

    Ich habe nichts gegen die vegane Idee, aber hier klingt es so, als sei es unausweichlich, dass die gesamte Bevölkerung früher oder später vegan leben wird (k.A. in 50, 100, oder 250 Jahren). Aber dafür gibt es keine Anzeichen, oder? Auch wenn es das Richtige wäre, folgt daraus kein Umsetzungszwang, denn der Mensch im Kollektiv hat noch nie sinnvoll gehandelt, oder? Wenn ich richtig informiert bin, gab es 2007 etwa eine halbe Millionen Veganer in Deutschland. Nicht gerade besonders viel (dabei gibt es die vegane Bewegung doch schon 50 Jahre, oder so). Ich kann mir gut vorstellen, dass der Vegetarieranteil in Deutschland bis auf 10, oder meinetwegen auch 15 Prozent ansteigt, aber Veganer werden, in den nächsten Generationen zumindest, einer Randgruppe angehören. Ich weiß ja nicht, auf welche Zeiträume diese VA-Utopien hier ausgelegt sind.
    Und geil wird die Zukunft bestimmt nicht, wenn die viel realistischeren Szenarien der Klima- und Hungerflüchtlinge, die (zu Recht) nach Europa strömen, eintreten. Da kann jetzt auch ein gewaltiger veganer Ruck durch die Industriestaaten ziehen, dass wäre dann der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Ich will ja jetzt nicht total pessimistisch sein, aber dass die Menschheit nicht über ihren eigenen Schatten springen kann und sich weiterhin ungebremst dem Diktat des Kapitalismus beugen wird, bis der letzte Cent aus der Erde rausgepresst wurde, ist doch wohl klar, oder? Was nützen einzelne grüne (meinetwegen auch vegane) Städte, wenn die Welt drum herum den Bach runter geht?
    Sicher kann man über eine vegane Ernährung einiges an Ineffizienz einsparen (muß aber nicht sein, schließlich ist die Bio-Mango aus Peru, die per Flugzeug hier angekarrt wird, nicht gerade Treibhausgasneutral), deswegen finde ich es gut, dass die vegane Idee propagiert wird. Bald habt ihr mich bestimmt auch so weit.

    • Murph Says:

      Aber dafür gibt es keine Anzeichen, oder?

      Solange wir nur einen bewohnbaren Planeten in der Nähe haben gibt es die beiden Alternativen 90% weniger Nahrung zu verbrauchen oder 90% der Menschheit loszuwerden. Letzteres passiert im „Zweifelsfall“ von ganz von alleine, weil die Leute einfach verhungern (und verhungert wird jetzt schon).

      muß aber nicht sein, schließlich ist die Bio-Mango aus Peru, die per Flugzeug hier angekarrt wird, nicht gerade Treibhausgasneutral

      Naja, die Eisdecke der Antarktis schafft es ja trotz Erwärmung jedes Jahrzehnt um 1% zu wachsen ;)
      Aber: Die Bio-Mango aus Peru ist wesentlich „Treibhausgasneutraler“ als eine Bio-Kuh aus Argentinien die mit Bio-Soja aus Afrika gefüttert wurde.

      Nicht gerade besonders viel (dabei gibt es die vegane Bewegung doch schon 50 Jahre, oder so). Ich kann mir gut vorstellen, dass der Vegetarieranteil in Deutschland bis auf 10, oder meinetwegen auch 15 Prozent ansteigt, aber Veganer werden, in den nächsten Generationen zumindest, einer Randgruppe angehören.

      Das ist eigentlich der zentrale Punkt. Es gibt natürlich eine Hand voll Arschlochmenschen, wie z.B. Nimrod, aber der Großteil der Omnis sind einfach gehirnlose Herdenviecher, die alles machen was man machen muss um im Mainstream zu bleiben – da passt Veganismus natürlich überhaupt nicht rein. Gäbe es 10% oder 15% Veganer wäre das etwas anderes.

      Und zu guter letzt:

      […] denn der Mensch im Kollektiv hat noch nie sinnvoll gehandelt, oder?

      Doch, hat er!

    • moglee Says:

      >Es gibt natürlich eine Hand voll Arschlochmenschen, wie z.B.<

      Murph, pass bloß auf, dass Du mit solchen Sprüchen von Betroffenen nicht auch zum "totalitären Faschisten" degradiert wirst. ;)

      • clemens sebastian Says:

        ach moglee

        „Was nützen einzelne grüne (meinetwegen auch vegane) Städte, wenn die Welt drum herum den Bach runter geht?“

        da hätte was auffallen wollen
        auf sowas will man eingehen
        weil das Argument kindisch ist
        zwar verständlich
        aber doch kindisch
        und aber ein Fragezeichen hinter dem Satz steht

        wo man das „bessere“ will
        so kann der Bach nicht gelten
        gegen den Strich will man bürsten

        clemens

      • Ava Odoemena Says:

        Da ging es wohl eher um eine Provokation gegen mich, d. h. Clemens benutzte dich als Hebel um mich zu provozieren, was ja auch schon übel genug ist. Ich denke aber kaum dass er so verblödet ist, dass er das tatsächlich meint. Clemens ist übrigens auch auf der Trollliste, wo er schon länger hingehört, d.h. seine Beiträge werden halt eventuell erst dann veröffentlicht, wenn ich sie sichten konnte.

      • moglee Says:

        >Da ging es wohl eher um eine Provokation gegen mich<
        Ja, schon klar. Wollte das trotzdem nicht so stehen lassen. Alles lasse ich mir nicht gefallen. Auch nicht von solchen bedauernswerten Wesen wie clemens.

      • clemens sebastian Says:

        ava ava

        ich bin sogar so blöd
        dass ich auf kaum was reinfalle
        und wenn
        bewusst
        was du draus drehst iss deine Sache
        iss dein Blog
        deine Verantwortung

        als liebenswerter Mensch glaub ich eben an Wunder

        wenn du das trollig findest
        meinetwegen

        ich wär sogar fähig Fressack vom Veganismus zu überzeugen
        aber ich behalte es mir gern vor
        wo ich Troll bin
        ein Troll iss eine Willküre

        also
        clemens

      • Ava Odoemena Says:

        Du kannst dich ja nichtmal selbst vom Veganismus überzeugen.

    • moglee Says:

      >Wenn ich richtig informiert bin, gab es 2007 etwa eine halbe Millionen Veganer in Deutschland.<
      Hallo trabbifahrer, woher hast Du diese Information? Kann ich mir nicht vorstellen.

  2. Ava von Auswärts Says:

    http://www.tagesspiegel.de/kultur/vertikale-gaerten-tropen-an-der-wand/6100628.html

    Patrick Blanc hat ne Salatwand in Berlin gemacht!

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