Nee echt jetzt, „vegane Nazis“? LOL

cc-by-nc-sa-2: landalaut, ava-odoemena

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In vegandiffamierenden Pseudodebatten wird oft das Idiotenargument angebracht, dass Hitler Vegetarier gewesen sei. Das stimmt erstens nicht, zweitens wäre es irrelevant. Hitler hatte auch Brustwarzen, nur wäre niemand so bescheuert um das Vorhandensein von Brustwarzen als ein Merkmal des Faschismus zu konstruieren.

Dass diese Idiotenargumente dennoch gegen Veganer angeführt werden, zeugt von einer Art „Beschmierungsverzweiflung“, bei der jede noch so absurde Assoziation geknüpft wird, Hauptsache Dreck schmeißen halt. So sollen nicht die Chinesen den Tofu erfunden haben, sondern Hitler persönlich:-)

Seinen Ursprung fand das Gerücht vermutlich im Bemühen der Nazis, die Effizienz veganer, bzw. vegetarischer Ernährung, darunter besonders Soja, für Kriegszwecke einzusetzen. Verbrämt unter Begriffen wie „Nahrungsfreiheit“ und „Autarkie“ sollte das Deutsche Reich, und vor allem seine Soldaten mit dem geringstmöglichen Agrareinsatz am vollwertigsten ernährt werden. Vgl. „Die Nazi-Bohne“ – Joachim Drews.

Da eine vegane Ernährung lediglich einen Bruchteil der Agrarflächen belegt, die unvegane Ernährung über den Umweg der Verfütterung an „Nutztiere“ verbraucht, waren zumindest Aspekte veganer Ernährung- hautpsächlich wohl die vegane Eiweissversorgung- sehr interessant für die Nazis.

Nun bedarf es allerdings schon einer verheerenden Dummheit, oder zumindest „symbolantischen“ Denkens, um über diese Zusammenhänge einen ideologischen Zusammenhang zwischen Faschismus und Veganismus zu konstruieren. Anders ist nicht zu erklären, warum das Argument funktioniert, schließlich liebte Hitler auch die Berge, keiner würde sich jedoch freiwillig der Lächerlichkeit preis geben, indem er behauptet, Alpinisten seien faschistoid.

Der Veganismus als ethische Orthodoxie steht dem Faschismus diametral gegenüber, da er die Trennung von Menschen und Tieren im Bezug ethischer Rechte ablehnt. Wie soll das also funktionieren, dass jemand, der in einer Fliege Merkmale, Fähigkeiten und Eigenschaften erkennt, aus denen sich ethische Rechte ableiten lassen, plötzlich hergeht und bei anderen Volkszugehörigkeiten eine Trennlinie zieht, was ethische Rechte betrifft? Das ist absurd.

Der Veganismus schließt also eine rassische/rassistische, völkische, faschistische Ideologie nicht nur automatisch aus, sondern Veganerinnen und Veganer begreifen diese Phänomene als etwas, was im Zuge der Veganisierung der Gesellschaft verschwinden wird. Die (An)erkennung ethischen Rechts und die Umsetzung dieser Anerkennung in ein Handeln welches vermeidbares Leid vermeidet, umreißt im Kern das Wesen des Veganismus.

Dennoch gibt es unter dem satirischen Konstrukt „veganökoterroristische Sektennazifanatiker“ sicherlich auch Gruppierungen und Strömungen, die sich das Edle des Veganismus aneignen wollen – und so zwar nicht aus einem ethischen Verständnis heraus Positionen des Veganismus vertreten – aber doch zumindest vegane Ernährung betreiben.

So sind schon länger religiöse Gruppierungen und Sekten bekannt, die mit veganer Ernährung experimentieren, wie z. B. in Deutschland die Sekte Universelles Leben, in den USA die Halleluja-Baptistensekte oder in Israel die African Hebrew Israelites of Jerusalem, eine Gruppe amerikanischer Schwarzer die nach Israel zog, weil sie sich als einer der verlorenen 12 Stämme Israels sieht. Darüber hinaus wimmelt es an Schwarzen Brettern in Bioläden mit Angeboten pseudofernöstlicher Esoterik, in der nichtveganen Öko/Vegetarierszene ist Esoterik verschiedenster Couleur weit verbreitet.

Jede Verunglimpfung des Veganismus ließ sich demnach bisher immer auf eine vorsätzliche Falschkonstruktion, Fehlassoziation von Zusammenhängen oder auf Handlungen einzelner Personen zurückrecherchieren, die in diskreditierender Absicht auf alle Veganer übertragen werden sollten.

Die Mehrheit bewußter Verunglimpfungen und antiveganer Demagogie hat ganz klar einen linksextremen oder linken Hintergrund, ob es sich um eine verpeilte Jutta Dittfurth handelt, einen glühend antiveganen und nicht minder verpeilten Ivo Bozic, oder auch mal die Kommunistische Partei in Greifswald, die vor der veganen Gefahr warnt. Mit von der Partie war auch mal das Neue Deutschland oder eine Vielzahl antiveganer Einträge auf dem Netzmagazin des Heise-Verlags Telepolis, dessen lautes Schweigen zu den Vorgängen in Österreich rund um den Mafiaparagraphen 278a sehr bezeichnend ist.

Tiefenpsychologischer Hintergrund dieser breit angelegten Diffamierungskampagnen ist wohl die berechtigte Urangst des linkspolitischen Spektrums, dass der Veganismus das „eigene“ Territorium von hinten aufrollen könnte.

Im Kern handelt es sich da immer um die mentalakrobatische Aufbereitung des oben umschriebenen Idiotenarguments Veganer seien (irgendwie) Nazis.

Oft basiert die Konstruktion auch auf dem Unwissen über die unterschiedliche Bedeutung von Tierschutz und Tierrecht, denn im Tierschutz gibt es durchaus eine lange, rechte Tradition.

Allerdings gibt es doch schon seit einiger Zeit eine Gruppe Neonazis, die den Veganismus und den Antispeziesismus für sich instrumentalisieren. In einem bunten Wirrwarr aus Argumentationen des Tierschutzes, präventive Gesundheitsvorsorge, Ökologie und völkischem Antikapitalismus beschwert (Google Cache) sich die „AG Tierrecht“ der „Nationalen Sozialisten“ über mangelnde Akzeptanz innerhalb und außerhalb der rechtsradikalen Szene.

Eine konkrete Aufschlüsselung bar jeder Rechtfertigungs-Mentalakrobatik, wie denn die Unvereinbarkeit von veganer Philosophie mit rechtem Gedankengut aufzulösen sei, liefert die „AG Tierrecht“ nicht.

Inzwischen ist es nun wieder sehr still geworden um die Gruppe, aktive Seiten im Netz finden sich nicht mehr. Entweder sie sind selbst dahinter gekommen wie absurd das ist, oder es handelte sich von Beginn an um eine Falsche-Flagge-Aktion aus dem linken Spektrum. Letzteres kann man ob des massiven Diffamierungsbemühens als Möglichkeit nun auch nicht ganz von der Hand weisen.

Im Übrigen: Ich halte den Holocaustvergleich für hochproblematisch (auch wenn er von israelischen Tierrechtlern benutzt wird), weil damit Menschen vor den Kopf gestoßen wird, die sich mit veganer Ethik null auskennen.

Wer nicht weiß, dass für Veganer die Betrachtung von Menschen auf dem evolutionären Kontinuum der Spezies nicht nur für die Biologie gilt, sondern auch für die Ethik und diese Sichtweise keine Abwertung von Menschen bedeutet, sondern eine Aufwertung anderer Spezies im ethischen Sinne; der muss davon ausgehen dass Veganer meinen, Juden ständen als argumentative Objektmasse auf dem Level von Tieren zur Verfügung, also im Sinne einer Entmenschlichung. Wer dieses Gefühl der Erniedrigung – aus Sicht der Juden – nicht ernst nimmt und übergeht, sich berechtigt fühlt diesen Vergleich anzustellen, der hat auch in punkto veganer Ethik Nachholbedarf.

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Ava Odoemena
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25 Antworten to “Nee echt jetzt, „vegane Nazis“? LOL”

  1. Pauli Says:

    Danke Ava für diesen Bericht.

    Im Grundsatz für mich nichts neues.

    Dass die intelektuelle Linke, vor allem die Antideutschen, eine Gefahr in der veganen „Ideologie“ sehen ist mir bekannt. Die Antideutschen hatten in ihrer Anfangszeit durchaus berechtigt auf den neuen deutschen Nationalismus und Antiamerikanismus hingewiesen. Momentan scheint mir dass diese Bewegung in eine völlig chauvinistische Ecke abgedriftet ist.

    Vor allem die Beissreflexe so mancher Antideutschen sind mir persönlich auch schon begegnet. Das harmloseste war noch warum ich mich nicht für Menschen einsetzten würde. Geäussert im Biosupermarkt als ich nach veganen Desserts Ausschau gehalten habe. Ich wurde gefragt ob ich vegan sei und nach meiner simplen Bejahung, kam dann diese (vorgefertigte) Schlussfolgerung. Ich habe weder gesagt ob ich mich für Tierechte oder explizit Menschenrechte einsetzen würde.

    Zum Thema Universelles Leben nervt mich vor allem die Blindheit vieler Veganer_innen die diese Sekte verharmlosen und völlig gleichgültig deren Produkte konsumieren. Teilweise wird sie sogar verteidigt und mit Meinungsfreiheit (die Mitglieder machen das freiwillig, denen geht es gut) argumentiert.

    Über die Faschos die sich über Tierechte und Veganismus profilieren wollen mache ich mir auch die wenigsten Sorgen. Ich denke dass sie weder bei den Nazis noch bei der Tierechtsbewegung Akzeptanz finden werden.

    In diesem Sinne:

    Ein Kampf ein Gefecht, Tierbefreiung – Menschenrecht !

    • Ava Odoemena Says:

      Ich muss gestehen dass ich mich in der politischen Farbenleere Farbenlehre nicht besonders gut auskenne, ich beobachte nur die Auswirkungen allgemein und die Auswirkungen des Antiveganismus im besonderen. Der läßt sich immer auf Dummheit oder Boshaftigkeit reduzieren, so wie deine Begegnung von Leuten die nicht wissen, dass Menschen Tiere sind und Tierrechte Menschen mit einschliessen, um es plakativ auszudrücken.

      Veganismus ist, wegen der ethischen Grundhaltung „Politik von Innen“, und somit wird alle Politk „von Außen“, also die Ausrichtung an Ideologie als soziale DNA von Gruppen, obsolet.

      Der Veganismus ist ein geniales System der Vereinfachung von Komplexität auf der Entscheidungsebene im Kleinen, sodass es einer Umgatterung und Beherdung über eine kontrollierende Ideologie nicht mehr benötigt. Der Veganimus ist somit ein politisches Paradox: Eine Bedrohung für alle Formen klassischer Politik, gleichzeitig aber auch löst er das Versprechen ein, für dass alle Formen der normalen Politik zu kämpfen vorgeben.

      Was das UL betrifft, für mich, vielleicht weil ich auch nicht so anfällig bin für Stammespsychologie wie politische Menschen, stellt sich daher auch die Frage nach dem Umgang mit UL anders. Das Echo des Arbeitswahns der postindustriellen Ökonomie z. B., hat für mich auch Züge einer totalitären Sekte, die wegen ihrer Überöffentlichkeit und somit Durchsichtigkeit viel gefährlicher ist. (Siehe Manifest gegen die Arbeit.) Und unsere Kastengesellschaft belohnt innere Trägheit, sie lebt von der Verdummung während die Elite vor der Komplexität kapituliert und in ihrer Aufgabe und Rechtfertiung – der Organisation – versagt. Totalitäre Sekte ist überall und es ist bequem, diese Kollateralschäden der gesellschaftlichen Selbstorganisation in ihre extremsten Auswirkungen hinein zu verorten. Die Frage die sich mir stellt, ist die, wie man mit Menschen umgeht und auf Menschen zugeht, die ein starkes Raster um sich herum brauchen das ihnen vorgibt wie sie sich zu verhalten haben. Soweit zu den Menschen.

      Was die Organisation betrifft, dann denke ich, dass das UL verstanden hat wo die Grenzen seines Territoriums sind. Und diese Grenzen müssen eventuell auch immer wieder von neuem verteidigt werden. Würde ich persönlich Produkte vom UL kaufen? Nein, denn einem anti-emazipatorischen Lebensentwurf möchte ich keine meiner Energie zukommen lassen. Und der Kauf eines Produktes ist ja nichts anderes, als die Übertragung von in Geld gespeicherter Arbeitszeit, also Lebensenergie. Gleichzeitig müssen Veganer natürlich auch hinnehmen, dass wir kein politisches Monopol auf die vegane Ernährung haben. Das hat man auch schon bei den Rohköstlern gesehen, die vegane Ernährung aufgegriffen und ihr eigenes Ding damit gemacht haben.

  2. Frank Says:

    *lol*

  3. Soylent Linksgrün Says:

    Dass rechtsesoterische Leutchen bei den Veganern oder Anti-Humanisten allein schon wegen der netten relativierenden Sprüche
    „KZ auf dem Teller“ etc. gerne lande möchten und diese wegen
    ihrer Nähe zu Esoterik (z.B. Urkost, Impfgegner) ohnehin für vieles offen sind, ist aber bewiesene Sache.

    Ich war ihne genug veganen Foren als eifriger Leser aktiv, um das notfalls vor Gericht zu bezeugen.
    Veganisten gelten zwar im großen und Ganzen eher als Linksradikal, aber zumindest im annonymen Internetz tummelt sich
    da auch viel Rechtsesoterik.
    Von angeblicher judaistisch-christlicher Tierhassverschwörung bis hin zur theistischen (also auch wieder inklusive Judaismus) Weltverschwörung der Fleischindustrie
    (Juden und Schweinefleisch, ist klar xD)

    • werweiss Says:

      „Nähe zu Esoterik (z.B. Urkost, Impfgegner)“

      Die Verbindung zwischen Urkost und Esoterik leuchtet mir ja noch ein – aber bei Impfgegnern?!
      Bin selber Impfgegner, aber ich muss nicht die Esoterik heranziehen, um das begründen zu können. Im Gegenteil: Wenn etwas auch nur ein bisschen nach Esoterik riecht, ergreife ich schnellstmöglich die Flucht…

      • Ava von Auswärts Says:

        Dann bist aber leider die Ausnahme. Die meisten Impfgegner die sich bisher bei mir als Zeitdiebe betätigt haben, waren leider nicht seriös (es gibt bestimmt auch seriöse Impfkritiker), sondern eben aus der Truppe der Bachblüten-Esos-Homeopathie-Gaja-Natur-ist-gut-und-das-Gesicht-Gottes-was-du-tust-wird-auf-dich-zurückkommen-Idioten, die, wenn man deren Denke mal ein wenig aufbohrt, immer bei so einem ganz kruden, pantheistisch-angehauchten Knüppeldarwinismus landen.

    • Horst Says:

      Ich unterlag bislang der naiven vorstellung, dass ernährungsweisen und esoterik nicht zwingend etwas miteinander zu tun haben. Und wo du die verbindung zwischen impfgagnern und veganern / esoterikern ziehst leuchtet mir ebenfalls nicht ein. Das relativierte impfgegnertum ist mittlerweile aus variierenden gründen bei verschiedensten menschen vertreten, nur ein bruchteil davon bezieht sich auf irgendwelche esoterik oder verschwörungstheoretisches gefasel. Keinesfalls jedoch stellen impfgegner, ebensowenig wie veganer, eine homogene masse dar, die man pauschal beurteilen oder kategorisieren könnte.

      Zum artikel: Ich dachte immer tofu käme aus japan, zumal ja der name ‚tofu‘ eindeutig weder mandariner noch kantonesischer wortabstammung ist.

    • rick Says:

      soylent linksgrün assoziiert gern analog.

      lässt sich dergestalt ein medien-dinosaurisches-schubladendenken beschreiben ?
      nun, zumindest ein „eifriger leser“. in zukunft (keine festlegung) hoffentlich auch aufmerksamer leser. überlegter schreiber wäre wünschenswert, wird aber aus gründen des veganen humanismus nicht gefordert.
      die schubladen haben im übrigen mit identität, ideologie und gruppendynamiken – liest sich weniger vorbelastet als herdentrott, nicht ? – und deren unfähigkeit. darüber hinaus wahrnehmen zu können, zu tun.
      gelten menschen mit bunten haaren mehrheitlich als linksradikal ? nein. gelten veganer mehrheitlich als linksradikal ? nein.
      wenn man nur in „politischen zusammenhängen“ denken kann, fällt einem selbstredend nicht so einfach auf, dass auch gloria von thurn und taxis (ja, früher mal) bunte haare hatte und was vom schnackseln (später) zum besten geben konnte.
      homogenität.

      übrigens gibts auch vegane (neeeeeiiiiin) antideutsche.

  4. Stephan Says:

    Hmm, ob Hitler Vegi war oder nicht, ist mir egal, solange mich niemand mit den Bildern von irgendwelchen Lichtgestalten von etwas überzeugen will. Es gibt Veganer/Vegi Gruppen, welche dies sehr gerne machen, zum Teil auch mit Personen, von denen ich 100% weiss, dass sie keine Vegis waren. Bei diesen Missionaren kann man den Spruch mit Hitler schon mal bringen.
    Was mich erstaunt, ist, dass die Linken für Veganer zu den Bösen gehören. Ich selbst war als Veganer gut integrierter Teil der Autonomen Szene, bei uns war es auch ganz normal, dass die Voküs vegan waren, egal wer gekocht hat.Muss allerdings gestehen, dass ich mit Antideutschen kaum was zu tun hatte, die waren für mich Schweizer immer zu nationalistisch. So wie ich es früher erlebt hatte, war es bei uns in der Szene egal, wie sich jemand ernährte und es wurde auf uns Veganer immer Rücksicht genommen. Im Gegenzug haben wir die Nichtveganer auch in Ruhe gelassen.
    Schwierig wurde es, als immer mehr politfremde Veganer an unsere Anlässe kamen, diese brachten oft eine üble Rhetorik mit, z.B. dass Aids gut sei, da es die Menschen reduzieren würde, …
    Ich bin inzwischen schon lange kein Veganer mehr, nur noch Vegi, was ich allerdings seit meinem dritten Lebensjahr bin. Ich esse immer noch gerne vegan, möchte aber von niemandem missioniert werden, ob von der Globuli-, Bio- oder Veganfraktion.

    • Ava Odoémena Says:

      Hmm, ob Hitler Vegi war oder nicht, ist mir egal,

      Nun, gerade weil das zur Veganerdiffamierung benutzt wird, ist es eben nicht egal, sondern a) falsch und b) irrelevant. Und es gibt sicherlich bessere Mittel ein ungewünschtes Gespräch zu beenden als zur Geschichtsverfälschung zu greifen. Meine Erfahrung mit politischen Linken ist, dass deren Veganismus nur innerhalb des politischen Paradigmas „erlaubt“ wird und nicht als Altruismus gegenüber Tieren. Von daher gibt es eben auch viele, die rückfällig werden und wieder anfangen Tierprodukte zu konsumieren, wie auch bei dir. Vegan sein bleibt im linken Lager leider oft reduziert auf eine Diät, der man mal folgt, und die die man dann wieder aufgibt.

      Leute, die Menschen schlechtes wünschen sind vieles, aber nicht vegan, denn der Mensch ist eine Säugetier.

      • Stephan Says:

        Du irrst dich, ich wurde wegen den Tieren Vegi, ob es gesund, oder was auch immer, ist, war mir egal.
        Das Hitlerbeispiel nimmt man nur, wenn irgendwelche Organisationen mit Lichtgestalten werben, die angeblich alles Veganer sind, bei denen es aber teilweise belegt ist, dass sie Fleisch gegessen haben.
        In meiner Ideologie ist es wichtiger, dass weniger Tiere ausgebeutet werden, als dass ich der perfekte Mensch bin. Grad die 150% Veganer können einem das Leben schwer machen, indem sie alle Veganer unmöglich machen.
        Für mich war Vegan keine Diät, es war meine normale Ernährung, die damals in den besetzten Häusern auch problemlos durchziehbar war. Weil sich aber das Leben halt immer wieder ändert und ich an einem ganz anderen Punkt des Lebens stehe, habe ich auch meine Ernährung angepasst, im Wissen, dass ich dadurch ein inkonsequenter Vegetarier wurde. Dafür kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich nicht so wurde, wie ich nie werden wollte, ein fanatischer Märtyrer, welcher die selbe Art wie Konvertiten a la Piere Vogel hat.
        Bevor ich Veganer wurde, habe ich mir das versprochen, ich habe zu viele Veganer gesehen, die immer ein bitteres Gesicht bekamen, wenn jemand (Milch) Schokolade gegessen hat. Irgendwann kamen sie auf den Menschenhass (Aids …) oder haben heimlich gegen ihre Grundsätze verstossen wie wenn sie katholische Priester wären.
        Nein, lieber seit 31 Jahren Vegetarier und immer noch links
        Hast denn du weitere politische Einstellungen oder genügt dir Vegan?

      • Tobi Says:

        „Für mich war Vegan keine Diät, es war meine normale Ernährung…“

        Ebenso wie „links“ keine Ernährung ist, ist Veganismus keine Ernährung.

      • Stephan Says:

        pfffft. Da ist wer religiös. Hoffe, dass du in einem Jahr keine neue Religion hast

      • Ava Odoémena Says:

        Eigentlich eine typische Idiotenantwort, hätte ich jetzt von dir als politischer Mensch nicht erwartet (Kleiner Scherz am Rande). Zur Diffamierung von Veganismus als Religion gibts auf VA einen eigenen Eintrag:

        https://veganesauge.wordpress.com/2009/11/28/veganismus-eine-religion/

        Es steht dir frei dich zu entblöden.

        Womit sich deine übrigen Vorwürfe auch wieder mal als typische Projektion outen, denn mit den Diskreditierungsmustern geht es ja nicht darum, veganes Verhalten vernünftig zu kritisieren, sondern darum, die Tierbenutzungsideologie über die Abwertung von Veganern zu rechtfertigen.

        Was könnten wir für einen zivilisierteren Umgang miteinander haben, wenn Projektion als psychologischer Reflex, wenn schon nicht durch Eltern, dann zumindest in einem noch einzurichtenden Schulfach Psychologie erkennbar würde.

      • Stephan Says:

        Warum soll ich Vegan sein kritisieren? Ich kritisiere nur die religiöse Fraktion davon. Vegan finde ich immer noch gut und logisch. Aber der Beitrag von Tobi war ne klassische hohle Phrase. Erinnert mich an 16 jährige Punx. Man kan alles als Religion betreiben, darf man auch, man darf nur nicht erwarten, dass man dann von anderen noch ernst genommen wird.

      • Tobi Says:

        „Ich kritisiere nur die religiöse Fraktion davon.“

        Soso, und das nachdem ich einen einzigen Satz geschrieben habe?

        „Aber der Beitrag von Tobi war ne klassische hohle Phrase.“

        Nein, das war er nicht. Es handelt sich hierbei um einen wichtigen Punkt, den (zu) viele (offenbar auch Du) immer noch missverstehen.

        „Man kan alles als Religion betreiben[…]“

        Man kann auch alles, was andere mit Leidenschaft vertreten und einem selbst nicht so recht schmecken mag, als Religion abtun. Hmm.

        [OT: Ich antworte auf diesen Beitrag hier, weil die Spalte schon zu schmal war, als dass ich noch auf „Antworten“ hätte drücken können, sorry]

      • Mononoke Says:

        „Für mich war Vegan keine Diät, es war meine normale Ernährung“

        Es mag keine Diät, sondern Deine normale Ernährung gewesen sein (eine Bezeichnung dafür wäre „Vegankost“).
        Veganismus allerdings mit Vegankost gleichzusetzen, ihn also als Ernährungsform zu verstehen, macht in meinen Augen soviel Sinn, wie die Befreiung von frühen, kannibalistischen Ernährungsformen bereits als „Humanismus“ zu feiern.

        Klar ist es Teil des Humanismus, keine ermordeten Menschen zu essen. So, wie es auch in einer veganen Lebensweise nicht enthalten ist, ermordete Tiere zu essen (weder aus unserer Tierspezies, noch aus anderen).

        Nur, wieso sollte es „religiös“ werden, wenn wir eine humanistische oder vegane Lebenweise mit diversen Gewalttaten wie Vergewaltigung, Versklavung, etc. gleichermaßen als unvereinbar betrachten?

        Da dies jeweils aus exakt denselben Gründen geschieht scheint es mir viel eher „religiös“, die nicht gleichermaßen abscheulich zu finden, sondern sich eine herauszupicken und das als „Humanismus“ zu bezeichnen.

        Gleichermaßen absurd wäre es, unter Veganismus lediglich die Ablehnung von gewalttätigen Nahrungsfetischen zu verstehen. Auch hier steht schließlich, wie im Humanismus, die Empfindungsfähigkeit meines Gegenübers im Mittelpunkt. Nur dass sich das in diesem Fall nicht auf meine menschlichen Gegenüber beschränkt, sondern auf jedes Tier. Aus jeder Tierspezies.

    • Mononoke Says:

      „Schwierig wurde es, als immer mehr politfremde Veganer an unsere Anlässe kamen, diese brachten oft eine üble Rhetorik mit, z.B. dass Aids gut sei, da es die Menschen reduzieren würde“

      „Irgendwann kamen sie auf den Menschenhass (Aids …)“

      Seltsam, der ganze Artikel unter dem Du diese Kommentare schreibst, handelt davon, wie Menschenhass (mit allen Konsequenzen, die das hat), mit Veganismus unvereinbar ist.

      „Der Veganismus als ethische Orthodoxie steht dem Faschismus diametral gegenüber, da er die Trennung von Menschen und Tieren im Bezug ethischer Rechte ablehnt. Wie soll das also funktionieren, dass jemand, der in einer Fliege Merkmale, Fähigkeiten und Eigenschaften erkennt, aus denen sich ethische Rechte ableiten lassen, plötzlich hergeht und bei anderen Volkszugehörigkeiten eine Trennlinie zieht, was ethische Rechte betrifft?“

      Und auch in biologischer Hinsicht ist diese Trennung Unsinn. Menschenhass ist Tierhass, oder genauer: es ist Hass auf Individuen einer bestimmten Tierspezies.

      Eindeutiger als Ava kann man es eigentlich nicht sagen…
      „Leute, die Menschen schlechtes wünschen sind vieles, aber nicht vegan, denn der Mensch ist ein Säugetier.“

      • Stephan Says:

        Hmm, das mit der Deutungshoheit ist so ne Sache. Ihr müsst damit leben, dass Leute, die die ganze Zeit von Tierrechten, Spezizismus und Tierfabriken reden und sich Vegan ernähren, von den meisten als Veganer bezeichnet werden. Genauso, wie ich damit leben muss, dass mir viele Leute Stalin um die Ohren schlagen.
        Ich denke auch, dass die meisten von euch einen Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren machen, sont gäbe es plötzlich auch Kampagnen gegen andere Allesfresser.
        Mich würde es wirklich interessieren, wenn ihr euch auch mal über euren anderen politischen Ansichten äussern könntet.
        Ich z.B. fühle mich kommunistisch (müsst mir jetzt nicht Stalin und die anderen Mörder vorhalten, ich kenne die leider viel zu gut und würde sie gerne auch verleugnen, idese elenden Mörder, auch Marx nervt mich nur)
        Dies ist mein politischer Hintergrund, er bestimmt, wie ich die Welt sehe.
        Trotzdem bin ich ein Arbeitgeber und Besitzer der Produktionsmittel. Versuche allerdings diese Rolle so auszuüben, dass ich niemandem schade und kann sagen, die Angestellten verdienen in der Stunde mehr als ich…
        Daneben versuche ich die Natur möglichst zu schonen, z.B. fliege ich nicht, auch ein Auto besitze ich nur über die Firma, privat bin ich Fussgänger und Zugfahrer.
        Anders als die meisten, benütze ich das Flugzeug auch nicht für weite Distanzen, ich verzichte einfach auf die Distanzen. Finde diese Ausrede nämlich nur lächerlich.
        Dann bin ich noch Vater von drei Kindern, welche ich, weil ich auch für Gleichberechtigung bin, zum gleichen Anteil wie meine Frau, betreue.
        Bei meiner Arbeit setze ich mich stark für Umweltschutz ein, ich bin Schadstoffspezialist und sensibilisiere häufig unengeldlich Bauherren und Bauleiter zur korrekten Entsorgung von Dioxinen etc.

        Das ist nur ein kleiner Auszug meiner Tätigkeiten, bei den meisten dieser Tätigkeiten ist es sehr wichtig, dass ich für die Menschen greifbar bin, dass ich nicht wie ein Pfarrer auftrete (z.B. das wegen dem Fliegen weiss kaum jemand) An der Uni ist es einfach der super Mensch zu sein, ging mir auch so, da ist man in seinem Szenenfilm und grenzt sich mehr gegen Abweichler ab, als dass man in der Aussenwelt was bewirkt.
        Auch in deutschen Grossstädten ist es viel einfacher Veganer zu sein als irgendwo auf dem Land Vegetarier.
        In meinen Augen ist es wichtiger, dass man etwas erreicht, als dass man sich in seinem eigenen Sumpf immer mehr radikalisiert.

        Ich werde ich jetzt in Ruhe lassen, mit dem Wissen, dass die meisten von euch nur doof finden werden, recht viele sich fragen werden, warum ich mein Leben so ausgebreitet habe.
        Diesen Leuten möchte ich gerne antworten, dass ich dasselbe gerne von euch lesen würde und hoffe, dass nicht alle meine Vorurteile bestätigt werden, nämlich, dass ihr alles Studenten (meist aus kleinen Städten in grössere Unistädte umgezogen) seid.
        Und zu dem IQ 137 sage ich nur hihi, absurdes Argument, könnte aber gut mithalten.

        Liebe Grüsse aus der Schweiz

      • Mononoke Says:

        „Hmm, das mit der Deutungshoheit ist so ne Sache. Ihr müsst damit leben, dass Leute, die die ganze Zeit von Tierrechten, Spezizismus und Tierfabriken reden und sich Vegan ernähren, von den meisten als Veganer bezeichnet werden. Genauso, wie ich damit leben muss, dass mir viele Leute Stalin um die Ohren schlagen.“

        Klar. So wie Du diesen Leuten dann jedoch erklärst, dass Deine politischen Ansichten nicht automatisch mit einer Stalin-Verehrung einhergehen, räumen wir dann einige ebenso absurden Missverständnisse – einige „Perlen“ darunter hast Du hier ja bereits vorgetragen -, die es so über Veganismus gibt, aus dem Weg. Oder zumindest können wir es versuchen…

        „Ich denke auch, dass die meisten von euch einen Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren machen, sont gäbe es plötzlich auch Kampagnen gegen andere Allesfresser.“

        Klar gibt es Unterschiede zwischen Individuen verschiedener Tierspezies. Natürlich kommt niemand auf die Idee „Kampagnen gegen andere Allesfresser“ (Du meinst omnivore, nichtmenschliche Tiere?) zu führen.
        Ich hatte angenommen, dass das selbstverständlich sei.

        Mir ist allerdings nicht klar, inwiefern das mit einem meiner Kommentare zu tun haben soll…?

  5. Michael Says:

    “In einer Online-Sendung kochen deutsche Nazis mit veganen Zutaten aus dem Abfallcontainer. Das mutet grotesk an, ist angesichts der Ideologie des »Heimatschutzes« aber konsequent.”
    http://jungle-world.com/artikel/2014/24/50042.html

    • Ava Odoémena Says:

      Hm, im Dschungel hat man offensichtlich immer noch nicht den Unterschied zwischen Möhren essen und Veganismus begriffen. Von daher goldrichtig das hier rein zu stellen, die lesen sich dann den Eintrag hoffentlich durch.

    • Lisa Says:

      Interessant, dass der Link zu dem Text von Ivo Bozic auch auf jungle-world führt. Die waren also hier theoretisch nicht ganz unbekannt ;-)

  6. Ava Odoémena Says:

    https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/der-moderne-nazi-kocht-vegan-088926908.html

    Nordkurier hat Kompetenzschwierigkeiten beim Unterschied zwischen Veganismus und veganem Essen. Beziehungsweise, vielleicht war das garnicht dumm, sondern demagogischer Vorsatz, denn es wird ja explizit von „vermeintlichen Widersprüchen“ bei den als hippen Stadtmenschen transvestierenden Nazis gesprochen. Ergo wird hier vorsätzlich transportiert, dass beides irgendwie zusammenhängt. Vermutlich hat Jonas-Erik Schmidt sich noch nie wirklich inhaltlich mit Veganismus beschäftigt, ist halt irgendwie radikal, so wie Nazis. Genau wie Kindergärtner und Kinderschänder ja auch irgendwas mit Kindern zu tun haben…

  7. michael Says:

    nachtmagazin: http://www.tagesschau.de/inland/vegane-kochshows-101.html

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