Ablenkungsmanöver Tierschutz

Ich habe heute mit einer alten Bekannten aus meiner Jugendzeit telefoniert, schon zum dritten mal. Wie das so ist, wenn man sich mit Leuten unterhält wenn sich die gemeinsame Ebene nur noch aus der Erinnerung speist, ging es fast ausschließlich um Belangloses. Wir sind heute noch viel unterschiedlicher als wir es damals schon waren, meine Entwicklung zur Veganerin ist weit hinter dem Interessensgebiet, was meine Jugendfreundin nachvollziehen will oder kann.

So war die Unterhaltung bisher eigentlich eher eine Art Synchronisation aus sozialen Datenknotenpunkten, allerdings hatte sie sich über meine Rückmeldung mit ihrer besten Freundin unterhalten, unter anderem darüber dass ich jetzt vegan lebe.

Von der kam prompt (über meine Bekannte) die bekannte Reaktion, dass vegane Ernährung krank mache, und ich wohl mit ernsten gesundheitlichen Konsequenzen zu rechnen hätte.

Mich irritiert weniger diese Abwehrreaktion, sondern das die transportierte Behauptung als Tatsache vertrieben wird, völlig unhinterfragt und in der Annahme, ich verfüge selbst nicht über die Fähigkeit, mich mit veganen Ernährungsgrundlagen auseinander zu setzen. Und in dem Fall ärgerte ich mich besonders, dass ich nicht in der Lage war darauf direkt zu reagieren.

Hier geht es auch nicht um den üblichen Schwall Abwertungsreflexe. Sondern darum, dass der hartnäckige Glaube, vegane Ernährung könne nie adäquat sein und sogar krank machen würde, extrem weit verbreitet ist und somit eigentlich im Moment ein Kernpunkt der Tierrechtsarbeit darstellen sollte.

Wenn man sich aber jetzt mal die Aktivitäten von tierschützerischen Veganern und (vegetarischen) Nichtveganern ansieht, dann scheint deren Aktionismus nie über die moralischen Fetischbereiche wie Pelz, Circus oder Käfighaltung hinaus zu kommen. Vom professionellen Geldsammel-Tierschutz einmal ganz abgesehen.

Mich ärgert noch viel mehr wenn Veganer Energie in die Fetischprojekte der Tierschützer stecken, während dort wo es brennt, dort, wo die meisten Tierrechtsverletzungen stattfinden, verwaist brach liegt. Nicht nur kennen viele Veganer selbst die Grundlagen veganer Ernährung nicht und sind daher nicht in der Lage andere vom Gegenteil zu überzeugen, sondern diejenigen, die glauben aufzuklären, produzieren meist nicht mehr als Beschwichtigungs-PR, anstatt die antiveganen Argumente bei der Wurzel anzugehen. Aber ohne den Glauben zu bekämpfen, selbst gute vegane Ernährung mache krank (!), werden auch willige Tierfreunde, bzw. die, die sich dafür halten, nicht vegan werden.

Ein beliebtes Argument von Tierschützern, oder veganen Tierschutzsympathisanten, wenn man sie konfrontiert mit der Sinnlosigkeit von Fetischprotesten, ist, dass z. B. das Pelzthema die Menschen sensibilisieren würde für die Tierrechte. Das ist Unsinn, denn jeder der keinen Pelz trägt, kann sich sofort von dem Thema innerlich distanzieren. Ein Fetischprotest arbeitet also für die Stabilität des Speziesismus und somit für die Sache der geldsammelden Tierschutzvereine. Denn die besetzen ja gerade die Fetischthemen und saugen somit dem Veganismus Energien ab, die noch wertvoller sind als das monetäre, von dem sie ja auch noch viel mehr haben.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Tierrecht und Tierschutz ist doch nämlich, dass der Tierschutz steinreich und die Tierrechte bettelarm sind. Monetäre Energie ist für den Erfolg von Grasswurzelaktivismus zwar nicht relevant, aber wieso den Spendensammlern durch falsche Geschäftigkeit noch mehr Geld in den Arsch blasen, wenn auch indirekt indem man deren Themen bearbeitet?

Alle Veganerinnen und Veganer sollten sich von den Fetischprotesten der Tierschützer komplett verabschieben und dort Energien investieren, wo es wirklich brennt: beim Essen.

Wenn man sich den Ring aus Tierschutzthemen einmal ansieht, und die Aktivitäten die diese Themen bespielen, so hat es fast den Anschein, als ob das ganze ein gezieltes Ablenkungsmanöver ist, eine Billigung von dem, was mit den Tieren passiert die in den Mägen landen. Als ob selbst bei Tierschutz beteiligten Veganern unterschwellig noch der Glaube vorhanden ist, dass Nahrung legitimer sei als Pelz.

Hier muss ein Umdenken stattfinden, wir brauchen mehr Tierrechtler die sich auf das Kernthema einlassen, und das ist Ernährung. Hier passieren die meisten Opfer und in der Hauptgruppe der Täter muss auch die größte Aufmerksamkeit generiert werden.

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Ava Odoemena
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39 Antworten to “Ablenkungsmanöver Tierschutz”

  1. Sascha Bose Says:

    Da fühle ich mich ja nun angesprochen.

    Also zunächst einmal, finde ich, stimmt es einfach nicht, das (tierschützerische) TRler nur „Fetischproteste“ durchführen. Im Gegenteil, wir die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ setzen uns schon seit jeher für eine vegane Ernährung ein, und arbeiten momentan intensiv in Magdeburg an einem „Vegi- Tag“. Die Albert- Schweitzer Stiftung tut ähnliches.

    Zum Anderen halte ich es für falsch, zu meinen, man würde den Speziesismus stärken, indem man gegen Pelz protestiert. Es kommt da weniger auf das „was“ als auf das „wie“ an.

    Ich bin mir meiner veganen Ernährung so sicher, dass ich keine dogmatischen Fuchteleien benötige, um meine Meinung bestätigt zu sehen.
    Will sagen, ich glaube, dass es irgendwann eine einfache Konsequenz ist, vegan zu leben.
    Denn es ist ja nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt und auch der soziale Faktor bzgl. Welthunger.

    Nun könnte man zwar entgegnen, dass ich durch diese Strategie die Ermordung von vielen Tieren billigend in Kauf nehme….aber welche Strategie ist besser?

    Die „Fleisch ist Mord“, und „ich will nur mit Veganern befreundet sein“ Strategie?

    Gerade diese Dogmatisierung treibt uns doch in den Ruin.

    Tierschützer haben im Gegensatz zu Tierrechtlern Geld….ja, das könnte man so durchaus bestätigen, fast.

    Aber diese Trennung ist unheimlich schwachsinnig, denn die Grenzen sind sehr schwimmend. Ich habe schon viele „Tierschützer“ kennen gelernt, die keine Lust auf Tierrechtsarbeit, aufgrund der dortigen „Szene“ haben. Und ehrlich, ich kann das sehr gut nachvollziehen.
    Ich habe noch nirgends soviele menschliche Abgründe kennen gelernt, wie innerhalb der „Tierrechts-Szene“.
    Also gibt es auch Veganer im ortsansässigen Tierschutzverein, der dem DTB anhängt, die im Grunde Tierrechtler sind, und auch gerne Tierrechtsarbeit machen würden, aber nur mit Tierschützern vernünftig wirken können.

    Davon abgesehen ist eine „Graswurzelrevolution“ unglaublich utopisch….
    Wenn es überhaupt eine gesellschaftliche Veränderung gibt, dann ist diese von oben gesteuert.

    ODER wie willst du die Leute dazu bekommen, ihren (Verdummungs)Fernseher auszuschalten, sich politisch zu interessieren und sich am Widerstand zu beteiligen?

    Es darf kein Fleisch und keine Milch und keine Eier mehr zu kaufen geben, dann haben wir die „vegan revolution“.

    Anbei, ich finde garnicht so sehr schlecht, wie Peta das Thema „Veganismus“ mittlerweile angeht, immerhin kam ja ihre Kampagne „Nessi wird vegan“ sogar im öffentlichen Radio….

    Liebe Grüße
    Sascha

    • Kabi Says:

      Partei MUT, PeTA, Albert Schweitzer Stiftung:
      auf unterschiedliche Weise, mehr oder weniger, sind zwar begrüßenswerte Ansätze da, aber mehr oder weniger von Nebenschauplätzen (Tierversuche, Robben, Tanzbären etc.) oder Kontraproduktivem (Verbot der Käfighaltung, Betäubung bei der Kastration von Schweinen etc.) an den Rand gedrängt. Veganismus gehört ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Selbst wenn man auf Wähler oder Spender angewiesen sein sollte (ich glaube es ist oft etwas anders, aber das führe ich jetzt nicht aus hier), kann man ihn da zumindest noch ein ganzes Stück näher ranrücken.

      Will sagen, ich glaube, dass es irgendwann eine einfache Konsequenz ist, vegan zu leben.
      Denn es ist ja nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt und auch der soziale Faktor bzgl. Welthunger. 1. Es ist möglich, dass alles den Bach runtergeht bevor es soweit kommt.
      2. Hier und jetzt für veganismus einzutreten ist dennoch nicht unnötig
      3. Das ist deine Sichtweise, die Partei scheint zumindest darauf hinzuarbeiten? 4. Du widersprichst dir doch, wenn du eine „Revolution von oben“ verlangst, weiter unten.

      Die “Fleisch ist Mord”, und “ich will nur mit Veganern befreundet sein” Strategie?

      1: „Fleisch ist Mord“ halte auch ich für einen relativ wirkungslosen bis kontraproduktiven Slogan, solange er zuvorderst und alleine daherkommt, aber das muss er ja nicht. 2: Diskreditierung durch selektiv-verzerrende Darstellung.

      Ich habe noch nirgends soviele menschliche Abgründe kennen gelernt, wie innerhalb der “Tierrechts-Szene”. Was verstehst du genau darunter? Ist der Tierschutz frei davon? Ist irgendeine andere Gruppierung frei davon? Mein Eindruck ist, dass die Tierrechts-Szene (im deutschen Internet) zwar durchaus von so manchem Unschönen mitgeprägt ist, das betrifft vor allem die „oberen Etagen“, aber Geld spielt schonmal keine nennenswerte Rolle, im Tierschutz tut es das oft.

      • Kabi Says:

        Oje, da habe ich gewaltig die Zitat-Tags verbockt, hoffe man wird irgendwie schlau draus…

  2. Nadine Says:

    Da hast recht AVA, es sollte viel mehr gute Quellen zur Ernährung geben! Selbst auf Peta.de wird das Thema meiner Meinung nach nur angerissen und auch viele Ärzte vertreten unbesehen die meinung, sogar Vegetarismus sei ungesund. Fragt man dann nach wieso eigentlich, kommen die wildesten Aussagen…

  3. newsmagazin Says:

    hey ava, ich kann mich dir teilweise anschließen (siehe http://newsmagazin.wordpress.com/2010/04/01/tierversuche-vs-esskultur/). mein anlass für diesen eintrag war, dass ich im tierschutzkurier (bekommen wir wegen unserer katze aus dem tierheim) gegen tierversuche in pharmaindustrie ein artikel geschreiben wurde, 5 seiten weiter ein artikel über „schutz“ von nutztieren und ihrer „artgerechten“ (was für ein ********-wort) haltung bis zu deren schlachtung…und das im namen des „tierschutzes“?
    die ignoranz der menschen gegenüber veganer ernährung und dass sie sehr wohl adäquat sein kann ist aber glaube ich auch etwas das mit grundlegendem verständnis von stoffwechselprozessen, ernährungswissenschaften etc. zu tun hat und 90% (wenn nicht mehr) aller menschen haben diesen background nicht. der bruder meiner freundin hat mal gefragt ob ich mich nur von rohem gemüse ernähre, was anderes veganes ist ihm nicht eingefallen…
    dass mit fetischprozessen dem veganismus insofern die energie abgesaugt wird kann ich nachvollziehen als dass man sich immer wieder für die idioten rechtfertigen muss, die irgendwelche sachbeschädigungen im namen der tierrechtaktionismus begehen. komplett verabschieden und so strikt trennen würde ich die sache aber nicht, immerhin ist „pelz ist mord“ auch eine meiner überzeugungen, nur gibts für mich halt ausserhalb auch noch „essen ist genau der gleiche mord“.

    @ Sascha Bose: ich kann mich dir insofern anschliessen, dass ich dogmatismus auch nicht befürworte, alles zu extremistische ist nicht zu befürworten. „nessi wird vegan“ ist ja ganz nett, ich hab‘ mir auch mal die erste folge angesehen aber meinst du nessi benutzt zb. tierversuchsfreie schminke und haarfärbemittel? ich finds ja ganz nett aber es spielt auch in einer ziemlich pseudoidylischen welt in der sicher nicht jeder von uns lebt und ist mehr wie eine soap aufgezogen als wie eine informierende sendung.

    • Sascha Bose Says:

      Also ich habe am Anfang auch gedacht, was ist „Nessi wird vegan“ wieder für ein Blödsinn….aber auf der anderen Seite finde ich auch beachtlich, wieviel Peta mit ihrer Strategie erreichen.
      Man muss ja mal von unserer Perspektive Abstand nehmen, und sehen, wie man diejenigen ködern kann, deren Leben aus Beauty, Party und Shoppen besteht.
      Da wiederum greift dann diese „Nessi“ Geschichte, denke ich….

      Ich mein, wäre ja schön, aber neben arte und 3sat gibt es auch noch Sender wie RTL2, Pro7, Sat1 und so weiter, und die haben beachtlich mehr Zuschauer. (und demnach auch Konsumenten von Tierqual-Produkten.

      Zu deiner Kritik hinsichtlich „artgerechter Haltung“.

      Ich finde hier wird viel zu sehr emotionalisiert. Wer sich von seinen Emotionen leiten lässt, verliert oft den Blick fürs Wesentliche.
      Natürlich ist das total bescheuert, aber wie genau stellst du dir die Welt vor?

      Das morgen in den Nachrichten die Meldung kommt „alle Tiere wurden heute befreit, und die Menschheit lebt ab heute vegan“?

      Ich bin bereit jede „Verbesserung“ für Tiere zu unterstützen, sofern diese gehört wird, und eine Wirkung erzeugt.
      So freue ich mich über jeden, den ich überzeugen kann, statt Bodenhaltungseier, Eier aus Freilandhaltung zu kaufen.

      Es ist ein Weg, und es ist noch ein sehr langer Weg….

      Im Übrigen finde ich die Distanzierung von Tierschützern gegenüber ALF- Aktionen weitaus schlimmer.

      Letztenendes kann man aber auch nicht pauschalisieren. Denn es gibt Tierschützer mit denen man zusammen arbeiten kann, und es gibt Tierschützer mit denen man es nicht kann.

      • Newsmagazin Says:

        „artgerecht“ hab‘ ich deswegen unter Anführungszeichen gesetzt weil ich einfach das Wort an sich blöd finde…
        Irgendwie komm mir vor wir reden aneinander vorbei, meine Freundin ist Vegetarierin, die Hälfte meiner Familie ist vegetarisch und der Rest isst Fleisch und damit kann ich auch leben, weswegen emotionalisiere ich dann? Ich verlange auch nicht, dass die Menschheit vom einen auf den anderen Tag vegan wird, wo soll ich den das geschrieben haben? Der einzige der dauernd davon schreibt bist du…

      • Kabi Says:

        So freue ich mich über jeden, den ich überzeugen kann, statt Bodenhaltungseier, Eier aus Freilandhaltung zu kaufen.

        Darüber habe ich mich vor gar nicht allzu langer Zeit auch mal gefreut, inzwischen kann ich es nicht mehr hören! Ein sanftes Gewissen und Ruhekissen vor dem Herrn ist das! Genau wie all das Biofleisch, und imo bei den meisten Vegetariern ihr Vegetarismus! Zu den Eiern – aus der Maqi-Ecke, mag man sie mögen oder nicht, imo ein gut recherchierter und logisch stichhaltiger Artikel: http://abolitionismus.blogspot.com/2010/01/der-grote-sieg-des-tierschutzes.html

      • Sascha Bose Says:

        Kabi,

        ausnahmsweise habe ich mal den Anfang von diesem Datenschrott, von dir „gut recherchiert“ genannten Artikel gelesen, und muss sagen, 5 Minuten verschenkte Lebenszeit, und momentan altert mein Körper weil meine Galle anschwillt.

        Das StöSSer da mal wieder verzapft hat, ist nichts weiter als das, was der Vollidiot sonst so verzapft.

        Als jemand, der sich für Tiere stark machen will hat man Spalter und Sektierer wie Stösser ungemein zu meiden, wenn die das Maul aufreissen lügen sie mit jedem Wort!!!

        Als wenn Tierschützer für den Seehofer verantwortlich sind, hat der Hirnkranke noch alle Tassen im Schrank??

        DAS RENATE KÜNAST DIE KÄFIGE BIS 2012 ABSCHAFFEN WOLLTE, das ist ein Verdienst von Tierschützern und Tierrechtlern, nicht zuletzt unserer Partei die sich mit Künast in Verbindung gesetzt haben, und solange auf sie eingeredet haben, bis sie das umsetzen wollte.

        Und bevor der Lobby-Stiefellecker Seehofer ihr Amt übernahm wollte sie sogar noch die Kaninchenmast anpacken, WO BIS HEUTE NICHTS GESCHEHEN IST.

        Seehofer kippte dann das Verbot der Käfige und führte stattdessen die Kleinvoliere ein.

        SO WAR DAS!!!!!

        Und nicht so wie in der Märchenstunde mit Sektenguru und Tierfeind Stösser.

        Davon abgesehen wer ALF- Aktionen befürwortet, wie ich, der muss zwangsläufig auch den Weg des Tierschutzes gutheissen, denn das ist die logische Konsequenz!

        Eine Tierbefreiung ist dank Versicherungen und Justiz auch nur ein Tropfen auf einen sehr heissen Stein, und hier argumentiert man mit „Es zählt das einzelne Leben“, welches man gerettet hat.

        Ich wäre sehr glücklich wenn wir es schaffen könnten die Massentierhaltung abzuschaffen. Denn damit ersparen wir sehr vielen Tieren unheimliches Leid.

        Man kann natürlich auch weiterhin in der Stadt Vegan-Flyer verteilen, Fleischesser beschimpfen und dämliche Sprüche wie „kein Gott, kein Staat, kein Fleischsalat“ auf der nächsten Demo rufen.
        Das verändert bloß genau kaum etwas.

        Im Gegensatz dazu, dass man sich gegen die Massentierhaltung und die Industrialisierung von Agrarbetrieben einsetzt. HIER sind nämlich viele Sympathien zu holen, und da spielen auch Bauern mit. Wenn man dort dadurch erstmal ein Stein im Brett hat, ist eventuell auch anderes möglich….

        Naja, Kabi, tut mir leid für meine ausfallende Art zu Anfang des Beitrages, aber ich kann diesen ganzen Schrott einfach nicht mehr lesen und hören.
        Soll doch Maqi weiter auf ihrer bunten Veganblumenwiese rumhüpfen.

        Aber mir liegen leidende Tiere so sehr auf der Seele, dass ich mich gegen alles und jeden stelle, der auf ziemlich kontraproduktive Weise agiert. Wie eben Stösser.

        Wenn wir etwas mehr Einigkeit innerhalb der Bewegung hätten, und dadurch etwas besser organisiert wären, dann wäre Seehofer eventuell mit seiner Scheisse auch garnicht durchgekommen.
        Selbst Barbara Hohensee hat im Käfig vorm Ministerium demonstriert…..

        Aber nein, so Leute wie Stösser müssen ja mit ihrer widerlichen Selbstgefälligkeit anderen, die dabei sind etwas zu bewegen, den Dolch in den Rücken rammen. E K E L H A F T!

        Kabi wirklich, wenn du mal bzgl „Tierschutz vs. Tierrecht“ Meinungen sammeln willst, setze dich mit Leuten aus unserer Partei zusammen.

        Gerade Stefan Eck, du kannst ihn auch anrufen, dann gebe ich dir die Nummer.
        (Kontaktiere mich dafür dann bitte per mail)

        Der „Tierschutz“ ist nicht böse, nein, wir Tierrechtler können ihn instrumentalisieren, was uns zugute kommt, weil „Tierschutz“ nicht so negativ behaftet ist wie „Tierrechte“.

        Eine schöne Woche…und…
        Liebe Grüße
        Sascha

      • Ava Odoemena Says:

        Also ich find, du emotionalisierst zu viel, da fehlen die sachlichen Argumente. SCNR

        BTW, findest du es nicht etwas absurd auf einem veganen Blog dich mit antiveganen Handlungen zu brüsten?

      • newsmagazin Says:

        find ich auch…irgendwie komisch, dass du weiter oben meinst es wird zuviel emotionalisiert und dann solche kommentare schreibst? klingt für mich außerdem alles ziemlich populistisch aber das passt eh zum trend unserer zeit.

      • Sascha Bose Says:

        Hallo Ava, Hallo Newsmagazin, Hallo moglee,

        1. Wo fehlen sachliche Argumente?

        Wenn es keine Intensivmast mehr gibt, und man genau das schafft, was ein Großteil der Bauern eigentlich will (nämlich den romantischen Bauernhof vor der Industrialisierung) hat man verdammt vielen Tieren sehr viel Leid erspart.

        Wo ist das nicht sachlich?

        2. Was ist eine „antivegane Handlung“?

        Ist es „antivegan“ Tiere zu helfen?

        Ja wahrscheinlich, da haben wir ihn, den Dogmatismus.

        3. Mit „Emotionalisierung“ meinte ich, die artgerechte Tierhaltung zu verdammen, einfach weil es eine Tierhaltung ist.

        4. Ja, wahrscheinlich trieft mein Beitrag von Hass….von Hass auf Leute die Anderen einen Dolch in den Rücken rammen und sich damit als Tierfeind outen.

        5. Tut mir leid wenn hier Maqi- Sympathisanten mitlesen, aber so ist das nunmal.

        Stefan Eck hat beispielsweise schon mehr erreicht als Stösser.

        Aber vielleicht sind unsere Argumente ja auch so schwach, dass wir die Bilder der Intensivmast brauchen.
        Nur das glaube ich nicht.-

        Dann grüße ich jetzt mit:

        tierlieben Grüßen
        Sascha

      • moglee Says:

        Dein Beitrag trieft nur so vor Hass und Selbstgefälligkeit. Total daneben was Du da von Dir gibst. Und so einer wünscht anderen „liebe Grüße“…

        Das was Du hier geschrieben hast, hat mit „Liebe“ aber auch gar nichts zu tun. Es sind Hiebe statt Liebe. Heuchler!

      • moglee Says:

        Dass ausgerechnet Du Sascha andere als dogmatisiert hinstellst? Lies Dir Deinen Beitrag doch einfach noch mal mit selbstkritischem Blick durch.

        Ein Beispiel gleich am Anfang:
        >Das StöSSer da mal wieder verzapft hat, ist nichts weiter als das, was der Vollidiot sonst so verzapft.<

        Hier schreibst Du Stößer mit zwei S-Versalien anstatt mit ß. Was Du mit den beiden SS andeuten möchtest soll jeder Betrachter selbst beurteilen. Dann stellst Du Achim Stößer als Vollidioten hin, obwohl Du sicher genau weißt, dass sich Achim Stößer schon in einem Lebensalter für Tierrechte und Veganismus sowie gegen Speziesismus breit gemacht hat, als Du noch mit Deinen Kameraden aufmarschiert bist und vermutlich noch nicht einmal wusstest, dass es so etwas wie Veganer überhaupt gibt.

        Wenn Dir tatsächlich daran gelegen ist, dass so etwas wie Gemeinsamkeit stattfindet, dann solltest Du den Ball etwas flacher halten. Egal wie man zu Achim Stößer, warum auch immer stehen mag, er hat viel geleistet für den Veganismus und für Tierrechte, mehr als die meisten von denen, die ihn diffamieren. Diese Arbeit verdient zumindest so viel Respekt, dass man keine hasserfüllten persönlichen Beleidigungen vom Stapel lässt.

        Meine Meinung dazu.

        Mit Deinen "tierlieben Grüßen" bekräftigst Du wenigstens Deine Grundhaltung.

      • Sascha Bose Says:

        Hallo moglee,

        was bitte hat den Stößer im Gegensatz zu Peta und der Tierschutzpartei, sowie weiteren ähnlichen Organisationen erreicht?
        Das möchte ich doch sehr gerne mal wissen…..

        Es ist nämlich nicht so, dass ich damit sagen wollte, das ich etwas mehr erreicht hätte, sondern ich solidarisiere mich mit dem Teil der Tierrechtsbewegung, die dem Tierschutz offen sind, und diesen nicht bekämpfen oder anfeinden.

        Bis zum heutigen Tage habe ich NUR negatives von ihm mitbekommen…egal ob es die Hetzjagd gegen Peta, seiner Hetze gegen die Tierschutzpartei UND ihrer Erfolge ist, ob es sein Kampf gegen Kaplan ist oder vieles mehr, was man mir mündlich mitgeteilt hat.

        Bis heute bin ich auch noch niemanden begegnet, der positiv auf ihn zu sprechen ist.

        UND!

        Diejenigen die ihn beleidigen, beleidigen ihn nicht ohne Grund. Der erste der geschossen hat, war Stößer.

        Mit tierlieben Grüßen
        Sascha

      • Ava Odoemena Says:

        Hier schreibst Du Stößer mit zwei S-Versalien anstatt mit ß. Was Du mit den beiden SS andeuten möchtest soll jeder Betrachter selbst beurteilen.

        Ist auf jeden Fall ein klarer Verstoß gegen die Debattenregeln, Sascha du hast eine Woche Pause und bist bis 26. gesperrt, vielleicht auch ganz gut so, denn das Reflexejakulat und Bullshit-Bingo ging mir grad sowieso etwas auf die Nerven. Ich werde da vielleicht nochmal separat was dazu sagen, wenn die Muse mich küsst.

      • moglee Says:

        Hi Sascha,
        ich bin nicht der Advokat des Achim Stößer, informiere Dich bitte selbst über ihn, vielleicht ein bisschen objektiver, dann verstehst Du auch was ich meine. Ich finde, man kann nicht den einen etwas vorwerfen, das man selbst betreibt. Was Achim Stößer schreibt hat meiner Meinung nach Hand und Fuß, wenn es viele überfordert, so liegt das nicht unbedingt an ihm. Ich jedenfalls bin selbstkritisch genug, dass ich die Fehler für eigenes Versagen nicht bei anderen suche. Die Kritik die A. S. an den von Dir genannten Organisationen geübt hat, waren meiner Meinung nach durchaus begründet, kein Grund jedenfalls ihn als Vollidioten und weiß ich was zu bezeichnen.

        Dass Du bis heute noch niemand begegnet bist der nicht negativ über A.S. redet, ist kein Wunder bei Deinem Umfeld. Ich kenne mich dort aus, habe auch schon an einigen Aktionen und Demos teilgenommen, die von MUT und PETA veranstaltet wurden.

        Mit freundlichen Grüßen
        moglee

      • miracle Says:

        ich finde es schön, mal einen etwas objektiveren standpunkt gegenüber stößer zu lesen. selbstverständlich ist er auch nicht perfekt und seine methoden, vor allem sein schreibstil, mag vielen nicht passen, aber wie du auch schon richtig sagtest: er hat viel erreicht, engagiert sich sehr stark und unglaublich lange (viel intensiver als ich, wofür ich mich oft schäme) und zeichnet sich nicht nur durch reden (schreiben), sondern auch handeln aus. mir schmeckt seine kritik auch nicht immer, aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, muss ich ihm dann doch (meist) recht geben und nur weil ein argument ruppig vorgebracht wird, ist es nicht falsch oder (wie s.b. meinte) voll-idiotisch. ich höre jetzt aber besser auf, ich habe sowieso schon zu viel zu einem thema geschrieben, um das es eigentlich gar nicht geht… p.s. kritik an peta und co ist keine nicht gleich „hetze“. s.b., du solltest vielleicht selbst mal deinen schreibstil (tierfeind, SS,..) überdenken, bevor du andere für den ihren anfeindest.

      • Kabi Says:

        @Sascha Bose
        Ich antworte mal hier wegen der Spaltenbreite.

        ausnahmsweise habe ich mal den Anfang von diesem Datenschrott, von dir “gut recherchiert” genannten Artikel gelesen

        Das merkt man, dass du nur den Anfang gelesen hast, es geht da keineswegs nur um die Seehofer-Käfige, sondern auch um die anderen „alternativen“ Haltungsformen. Eine Schuldzuweisung wie du sie rausliest kann ich nicht finden, aber ich konzentriere mich auch nicht darauf wo wem ans Bein gepieschert wird sondern auf sachliche Kritik an Tierschutz-Forderungen, unabhängig davon wer sie genau stellt. Und da finde ich den Artikel nach wie vor sehr einleuchtend, auch wenn ich kein Riesen Maqi-Fan bin. (Übrigens ist der Autor gemäß des Duplikats in der antispe-Texte-Abteilung nicht Stößer, sondern Pätzold, falls das für irgendwas ne Rolle spielt)

        Davon abgesehen wer ALF- Aktionen befürwortet, wie ich, der muss zwangsläufig auch den Weg des Tierschutzes gutheissen, denn das ist die logische Konsequenz!

        Nein, finde ich nicht. Der Tierschutz hat neben Leidverminderung auch das individuelle Leben im Auge, ja, aber wenn man eine konsequent abolitionistische (oder in diesem Fall sogar tierschützerische!) Ansicht mit Blick auf die Zukunft fortdenkt, kann man zu dem Schluss kommen, dass das, was heute unter Leidverminderung und Einzelerfolgen läuft, im Großen eine Verewigung oder zumindest Verlängerung des Leidens und Sterbens sein kann. Wer Freilandeier kauft, weil ihm das als tiergerecht im Vergleich zu anderen Haltungsformen vorgeredet wurde, sieht meistens keinen weiteren Änderungsbedarf mehr. Das entspricht jedenfalls nicht nur einer Francione-Argumentation wie sie in dem maqi-Artikel durchscheint, sondern auch meiner realen Erfahrung mit „tierlieben“ Omnis.

        Ich wäre sehr glücklich wenn wir es schaffen könnten die Massentierhaltung abzuschaffen. Denn damit ersparen wir sehr vielen Tieren unheimliches Leid.

        Na sicher. Aber zum einen ist jegliche alternative Haltung immer noch eine Massenhaltung, und zum anderen werden wir doch die nicht abschaffen können ohne zuallererst den Konsum drastischst zu verringern? Das gegen den Konsumwunsch durchzudrücken halte ich für völlig unrealistisch. Also sage ich den Leuten nicht „kauft kein Ei mit 3“, sondern „kauft weniger/keine Eier“, gefolgt von ein paar Tips was man stattdessen nehmen kann.

        Man kann natürlich auch weiterhin in der Stadt Vegan-Flyer verteilen

        Warum denn nicht? Hab ich übrigens bisher kaum mitgekriegt sowas, alles eher Anti-Pelz-Demos, gucke zwar erst seit ca. 1 Jahr zu was da so geht und war noch nie selbst dabei aber denke das ist die Ausnahme.

        Fleischesser beschimpfen und dämliche Sprüche wie “kein Gott, kein Staat, kein Fleischsalat”

        Ach komm, wieder Diskreditierung durch selektive Verzerrung.

        Im Gegensatz dazu, dass man sich gegen die Massentierhaltung und die Industrialisierung von Agrarbetrieben einsetzt. HIER sind nämlich viele Sympathien zu holen, und da spielen auch Bauern mit. Wenn man dort dadurch erstmal ein Stein im Brett hat, ist eventuell auch anderes möglich…

        Die Bauern, selbst wenn die wollten, haben aber doch nicht überall das letzte Sagen. Der Tierschutz bemüht sich nicht erst seit gestern, und wieviel hat das bisher gebracht? Ohne massive Konsumverringerung kein nennenswerter Ab- und Umbau.

        Du siehst, dass ich keineswegs überall hardline abolitionistisch argumentiere – auch ich halte Stößer in einigen wenigen Punkten für kontraproduktiv – aber so manche Verbesserungs-Beschwichtigung des Tierschutzes erst recht – ich glaube nicht, dass sich der Tierschutz instrumentalisieren lässt, dazu ist er zu groß&in sich nichtvegan, ich lehne Tierschützer als Partner nicht ab, aber ich sehe eher eine umgekehrte Instrumentalisierung und ganz viel Zeit/Kraft/Geldvergeudung für letztendlich viel zu geringe, wenn nicht sogar systemstabilisierende, Fortschritte.
        Einigkeit in der Bewegung… Ja, schön wäre das, wenn dabei nicht der wirkliche Fortschritt auf der Strecke bleibt.
        Danke für das Angebot mit jemandem aus eurer Partei zu sprechen aber ich bin etwas scheu und les mir lieber online euer Programm durch :D

  4. Erbse Says:

    Hallo,

    ersteinmal danke für diesen Artikel, Ava. Ich denke er liefert einen ganzen Berg (wenn nicht sogar einen riesiges Gebirge) an Diskussionsstoff.
    In einigen Bereichen würde ich meine Vorredner nur wiederholen, weshalb ich diese Themen nun weitgehenst außen vor lasse.
    Ich selbst bin ja auch im Tierschutz tätig, sofern man das sagen kann. Allerdings bin ich in keinem Tierschutzverein und/oder spende Geld. Vor ungefähr zwei Jahren habe ich eine Farbrattennothilfe zusammen mit einer guten Freundin aufgebaut, weswegen wir des Öfteren mit Tierschutzvereinen bzw. Tierheimen zusammenarbeiten (müssen). Das “müssen“ sitzt in Klammern, da viele Tierheime bzw. Tierschutzvereine einfach nicht das durchsetzen bzw. realisieren können/wollen, was wir uns von unserer Arbeit als Farbrattennothilfe erhoffen. Ich ärgere mich oft, da wir gründlicher zu „arbeiten“ scheinen, trotz fehlender finanzieller Mittel, als so mancher hießiger großer Tierschutzverein in unserer Gegend. Es wird oft groß getönt, aber das wars dann. Im Prinzip geht es bei fast allen nur um das eigene Ego, das wurde mir in den letzten Jahren bewusst. Das Ego steht vor den eigentlichen Richtlinien, die sie sich immer wieder setzen und damit Parolen schwingen. Besonders was Heimtierhaltung betrifft, ist es doch so, dass man als Tierschützer sinnloses (und das ist es zu 99%) Vermehren keineswegs beschönigen sollte etc. etc. – Ich könnte Romane füllen in denen ich mich bis ins kleinste Detail aufrege. Aber das sprengt den Rahmen. – Ein Armutszeugnis was mich aber dazu bestärkt in meinem Bereich weiterhin im Tierschutz stark tätig zu sein.

    Zumal ich der festen Überzeugung bin, dass auch beides geht. Tierschutzarbeit (man muss ja nicht alles nachahmen, was die restlichen Tierschützer bewegt) und auch die Aufklärung über den Veganismus. Durch meine YouTube-Videos etwa, habe ich mittlerweile sehr viel Austausch mit jungen Leuten erfahren, für die dieses Gebiet totales Neuland ist. Aber die Reaktionen sind derweil alle durchweg positiv, auch bekomme ich Nachrichten von jungen Menschen, die durch meine „Propaganda“ nun auch seit kurzem vegan leben.
    Positiv daran ist, dass ich -Internet und Ava sei Dank-, nicht über Peta o.Ä. an den Veganismus gekommen bin, sondern mir zuvor wirklich viele viele verschiedene Quellen eingesogen haben. Was sich natürlich positiv auf andere Menschen auswirkt, die ich unweigerlich in meinem Umfeld für dieses Thema sensibilisieren will. Deshalb stimme ich newsmagazin vollkommen zu, was er (oder sie? – entschuldige bitte) über „Nessi wird vegan“ schreibt. Hätte mir diese Soap den Anstoß für ein veganes Leben gegeben, wäre ich doch mehr als blauäugig an diese Sache rangegangen.

    So far…
    Liebe Grüße,
    Erbse

    • Newsmagazin Says:

      Bin ein er :-) bei mir sind’s übrigens die Menschen im Umfeld, die ich zumindest vegetarisch „gemacht“ habe. Und das hab‘ ich eben nicht durch Dogmatismus erreicht sondern durch sanfte Hinweise und Schubsereien…Nessi geht übrigens Meiner Meinung nach so dermasen blauäugig an die Sache ran, dass genau das schon wieder eher destruktiv als konstruktiv ist.

      • moglee Says:

        Hier fällt im Zusammenhang mit Tierrechten und Veganismus immer wieder der Begriff Dogmatismus. Was bitte haben Tierrechtler, Veganer und Antispeziesisten mit Dogmatismus zu tun?

        Als nächstes kommt dann: „Ich versuche das den Mensch beizubringen, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger oder mit missionarischen Absichten“. Die PETAs und VEBUs sagen immer: „Man muss die Menschen dort abholen wo sie stehen, man darf die Menschen nicht vor den Kopf stoßen“ und so ’n Zeug. Warum soll man sich immer verbiegen und nicht gleich Klartext reden. Auch dann, wenn man selbst in diese Zwangsjacke hineingeboren wurde und sich jahrelang genau so falsch verhalten hatte, ist das kein Grund die Missstände zu relativieren und schönzureden.

        Entweder ich bin gegen Gewalt und Ausbeutung Schwächerer, oder ich bin es nicht und da kann ich doch so viel Persönlichkeit und Rückgrad haben, klar Position zu beziehen. Ob und wie das beim Gegenüber ankommt, liegt an dessen Grundhaltung. Und die ist zumindest da wo christliche Werte dominieren konservativ, anthropozentrisch und speziesistisch. Ich jedenfalls sag denen das, immer und überall.

      • Newsmagazin Says:

        Ich meine Dogmatismus im Sinn von dem Anderen seine Meinung aufzwingen und genau das ist auch das Problem: wenn du jemanden deine Meinung aufzwingst, wird er sie nie vertreten. Wenn du ihn oder sie am das Thema heranführst wird er/sie sich deine Argumente verinnerlichen und nicht sofort in Abwehrhandlung gehen. Ich bin definitiv gegen Gewalt in jeder Form (gg. Tiere, Menschen, Ökosysteme,…), aber wenn ich jemanden MIT GEWALT überzeugen will (denk mal über diese Redewendung nach) bin ich nicht besser als jede(r) GewalttäterIn. Ich habe auch Erfahrung mit in der katholischen Kirche tätigen und aktiv praktizierenden Christen in meinem sehr nahen Umfeld und deine Aussagen zur „immer grundlegend konservativen“ Haltung von Christen sind genau so eine Pauschalisierung wie es von anderen mit VeganerInnen gemacht wird.

      • moglee Says:

        Anderen seine Meinung aufzwingen hat nichts mit Dogmatismus zu tun, Meinung ist Meinung und lässt sich nicht aufzwingen. Außerdem geht es hier nicht um Meinung, sondern um Verhaltenskritik und Ethik. Wer eine klare Position vertritt, der zwingt niemand etwas auf, das funktioniert nicht. Im Zusammenhang mit der Anwendung von Gewalt ist das schon gar kein Thema, nennen wir es doch Ehrlichkeit. Welcher vernünftige Mensch möchte schon Gewalt mit Gewalt bekämpfen?

        Bei den Christen ging es mir nicht um die Katholen speziell, sondern „pauschal“ um die ganze eingefahrene Sippschaft. Von denen geht eine ständige Gewalt aus, vor allem psychische Gewalt durch Indoktrination ihres Götterglaubens schon an Kleinkinder, das fängt bereits mit der christlichen Zwangstaufe an. Lebewesen die nicht der menschlichen Spezies angehören, haben unter deren anthropozentrischem Größenwahn zu leiden. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ Da wo ich lebe, sind die übelsten Tierausbeuter Christen, die wie oben zitierte dumme Bibelsprüche als göttliche Steilvorlage zur Legitimation ihres destruktiven Handelns betrachten.

        Wären diese Leute, egal ob deren Führer oder die abhängigen Glaubenskranken nicht erzkonservativ, so gäbe es keine Christen und sonstige Theistensekten mehr. Doch wir hatten dieses leidige Thema schon öfters hier. Karl-Heinz Deschner hat den Großteil seines Lebens damit verbracht, die ständigen Verbrechen des Christentums aufzuarbeiten. http://www.deschner.info/

        Glaube verhindert freies und kritisches Denken und ist für mich aus eigener Erfahrung, die Ursache für viel Leid und Zerstörung auf dieser Erde.

    • Kabi Says:

      Hallo Erbse,
      ich denke auf persönlicher Ebene kann man beide Anliegen (Tierschutz und Tierrechte/Veganismus) gut vereinen. Das Problem sind die großen Vereine, die Anspruch auf eine umfassende Behandlung des Themas Tiere haben, und dann aber auf verhältnismäßig kleine Randgebiete fokussieren oder halbherzig um den Brei reden. Und eben auch viele Leute, die wunder was für ihr Haustier tun, aber andere Tiere zu Hunderten aus dieser Kategorie der Fürsorge rausfallen lassen. Die werden von den genannten Vereinen wunderbar bestätigt.

      Wow, die Rückmeldungen zu den Videos, das ist ja klasse, gratuliere : ) Hoffentlich wollen die damit nicht nur dir gefallen, und bleiben schön dabei ^^
      Gruß, Kabi

      • Erbse Says:

        Hallo Kabi,
        danke, das hoffe ich natürlich auch. :)
        Ein persönlicher „Erfolg“ war es für mich dennoch in vielen Belangen, durch die Videos habe ich näheren Kontakt zu einer jungen Frau bekommen, die auch wegen dieser Videos nun seit einigen Wochen vegan lebt. Da ich ja auch erst seit Ende Januar vegan lebe, ist das eine wirklich schöne Möglichkeit sich auszutauschen. Wir spielen uns gegenseitig immer neue Quellen zu, entdecken das Neue also gemeinsam. Wir regen uns zusammen auf und freuen uns zusammen. Ein wahrer Vorteil bei doch so vielen Steinen, die einen manchmal in den Weg gelegt werden.

        Dein oberer Abschnitt findet bei mir nur Zustimmung. Es ist ja leider tatsächlich so, dass das eigene oder das liebste automatisch allen anderen Tierarten vorgezogen wird. – Ein simples Beispiel fällt mir ein. Vor einiger Zeit lernte ich eine Frau kennen (im Tierschutz in höherer Position tätig) mit Großfamilie und vielen vielen Tieren. Zu Anfang fand ich es beachtlich wie sie das alles unter einen Hut bekam, aber der Schein verschwand ziemlich schnell. Ihre Kinder vernachlässigte sie, aber opferte sich regelrecht für ihre Farbratten auf. Die anderen Tiere im Haushalt (Hunde, Katzen und Bartagamen) lebten in viel zu kleinen Bereichen, die Hunde machten sehr häufig in die winzige Wohnung, weil Niemand mit ihnen spazieren ging. uvm. – Ich schätze die anderen Tiere waren auch mal gewollt, auch mal geliebt. Aber wie das so ist, versiegt dieses Gefühl bei vielen Menschen zügig. Und das bei einer Person, die es eigentlich besser machen müsste. Allein wegen ihrer Position.
        Es ist ein Wahnsinn was mit so verdammt vielen Tieren (und auch Menschen) passiert bzw. passieren darf.

        Dir auch liebe Grüße,
        Erbse, die ständig aus dem Nähkästchen plaudert

      • Kabi Says:

        Oje, das klingt ja schon fast Richtung „animal hoarding“. Ironie dabei ist wahrscheinlich, dass wenn man das Vet/Ordnungsamt einschalten würde, die Tiere in eben dem TH landen würden, von wo sie die gute Frau zu sich genommen hat…
        Ich dachte vor allem auch an ganz Alltägliches: Lederhalsband und Putenmatsch für den Hund. (OK, ich füttere selbst noch nicht vegan, aber ich finde es ein arges Dilemma und will dahin, zumal es bei Hunden wohl recht gut geht)
        Katzen liebhaben, Schweine essen.
        Über Vermehrer wettern, aber Kuhmilch trinken.
        Manche Tiere haben absurderweise sogar eine Art doppelten Eintrag in der Gewissens-Skala, z. B. Lamm und Kaninchen.

        Ja, Verbündeten-Austausch ist echt wichtig und wohltuend (natürlich cool wenn das bei jemand so ganz parallel abläuft), wird mir denk ich auch immer so gehen.

  5. moglee Says:

    Guter Beitrag Ava! Viel Spaß noch bei den weiteren Diskussionen. :) Ich bin auch einer von denen, die sich komplett verabschiedet haben von der Tierschützer-Szene. Bin immer noch am überlegen wo die Doppelmoral größer ist, in den christlichen Kirchen oder unter den Tierschützern?

  6. Hans_49 Says:

    Nagel auf den Kopf getroffen, Ava, danke ! Die von dir beschriebene inkonsequente Haltung bei TierschützerInnen stelle auch ich immer wieder fest. Setzen sich ein für artgerechte Haltung von Nutztieren, nur um diese dann mit weniger Skrupel und umso genussvoller verspeisen zu können. Carnivoren im Schafspelz halt. Genau aus diesem Grund gibts von meiner Seite auch keine Spenden an Tierschutzvereine mehr. Als Veganer verhalte ich mich konsequent, aber nicht dogmatisch. Alles andere fruchtet erfahrungsgemäss nichts.

  7. Ava Odoemena Says:

    Passend dazu auch ein bemerkenswerter Artikel in der Zeit:

    http://www.zeit.de/2010/15/Affen-Tierschutz

  8. gleichklang Says:

    Das eine tun und das andere nicht lassen, fällt mir da ein. Ich stimme völlig zu, dass der unglaublich große Bereich der Nahrungsmittelproduktion aus Tieren sträflich vernachlässigt wird. Trotzdem glaube ich, dass selbst der traditionelle Tierschutz noch besser ist als gar kein Tierschutz. Einerseits wird wengstens ein paar Tieren geholfen (karikativer aspekt), andererseits wird doch ein, wenn auch sehr rudimenäres Bewusstsein geschaffen, dass Tiere offenbar irgendeine Art von Recht auf ein schmerzfreies Leben haben. Klar ist das viel zu wenig und unglsaublich inkonsequent, aber gäbe es die traditionellen Tierschützer gar nicht, wäre es noch schlimmer.

    • Ava Odoemena Says:

      Aloha Gleichklang,

      aber gäbe es die traditionellen Tierschützer gar nicht, wäre es noch schlimmer.

      Dieses Argument wird gerne gebraucht, ignoriert allerdings dass der Fokus auf Tierrechte und somit Veganismus nicht im Metabereich verweilt und „Bewusstsein“ schafft, sondern Fakten. Würde all die Energie die in den Tierschutz fließt dazu verwendet, neue Veganer zu produzieren, dann wäre es eben nicht noch schlimmer, sondern wesentlich besser und erfolgreicher da vegan leben nicht nur Bewusstsein schafft, sondern nunmal Fakten.

    • Marco Says:

      „Das eine tun und das andere nicht lassen, fällt mir da ein.“

      Auch wenn das eine dem andern diametral entgegengesetzt ist?

      „Einerseits wird wengstens ein paar Tieren geholfen (karikativer aspekt)“

      Und es wird sogar (bspw. bei der tierschützerischen „biologischen Nutztierhaltung“) einer Vielzahl von Ausbeutungsopfern mehr „geholfen“, da die „Produktionsleistung“ viel geringer ist als bei kovnventieller „Landwirtschaft“. Da ist der Nutzen der vermeintlichen Hilfe doch ein wenig kleiner als der Schaden, wage ich zu behaupten, abgesehen davon, dass es in vielen Fällen gar keine ist (siehe bspw. hier: http://www.antispe.de/txt/legebatterieverbot.html)

      „andererseits wird doch ein, wenn auch sehr rudimenäres Bewusstsein geschaffen, dass Tiere offenbar irgendeine Art von Recht auf ein schmerzfreies Leben haben.“

      Nein, eben nicht. Es wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass es okay ist, Tiere auszubeuten, solange dies in einer „artgerechter Haltung“ geschieht. In keinem Tierschutzgesetz werden nichtmenschlichen Tieren auch nur grundlegendste Rechte zugestanden, genausowenig tun dies Tierschutzorganisationen.

      „Klar ist das viel zu wenig und unglsaublich inkonsequent, aber gäbe es die traditionellen Tierschützer gar nicht, wäre es noch schlimmer.“

      Im Gegenteil, gäbe es die traditionellen Tierschützer nicht, würden sich die Tierrechte einfacher und schneller etablieren. Nicht zuletzt aus den oben genannten Gründen.

    • moglee Says:

      Vergessen wir dabei nicht den blühenden Ablasshandel bei Tierschutzorganisationen. Spende und Deine Sünden sind Dir vergeben.

      Spenden Sie 20,– 50,– oder 100,– Euro und verhelfen Sie mit Ihrer barmherzigen und großzügigen Spende vielen unserer behaarten und gefiederten Freunde. Die Tiere werden es Ihnen danken. Spenden Sie jetzt an „Ein Herz für die notleidende Kreatur“.

  9. Soylent Linksgrün Says:

    Kann es irgendwie sein, dass „ihr“ Veganer keine Vermarktung auf die Reihe bekommt (kein Wunder bei den linksradikalen Umtrieben und der Unfähigkeit zur Distanzierung von kontraproduktiven Subjekten wie Frank Hummel) und davon ablenken wollt
    in dem ihr den Tierschützern die Schuld dafür gebt?
    Sie würden euch die nötige Beachtung „stehlen“.
    Dann konvertiert halt ein paar Medienmenschen die was von Marketing verstehen oder schickt eigene Leute auf Seminare und hackt nicht auf PetA rum und heult der Welt die Ohren voll,
    weil ihr keine Finanzmittel zusammen bekomt und kein organisatorisches Geschick beweist.
    Da sind selbst die dummdreisten Antiveganer besser organisiert.
    Period.

  10. Hannes Benne Says:

    Hier noch 2 Texte, die zum Thema „Tierschutz und Effektivität“ mMn interessant sind:

    Neuer Tierschutz – Anspruch und Wirklichkeit
    Kurzzusammenfassung: Die Strategie des Neuen Tierschutzes bzw. Reformismus ist zurzeit vorherrschend. Der Reformismus nimmt für sich in Anspruch, die effektivste Methode für die Beendigung der Tierausbeutung zu sein. Um dies zu überprüfen wird in diesem Artikel zuerst gefragt, was eine effektive Methode auszeichnet, mit anderen Worten: woran sich „Schritte in die richtige Richtung“ messen lassen. Davon ausgehend werden allgemeine Argumente vorgebracht, die gegen den Reformismus sprechen und anschließend werden Argumente, die für den Reformismus sprechen, kritisch diskutiert. Letztlich zeigt sich, dass keines der Pro-Argumente geeignet ist, um ihn zu verteidigen. Im dritten Kapitel wird zum einen der Ausgangsfrage nachgegangen (Erzielt der Reformismus Erfolge, die auf die Beendigung der Tierausbeutung hinarbeiten?). Das Ergebnis der ersten Frage ist: Das tut er nicht, denn Reformen stabilisieren die Tierausbeutungsindustrie und schaden ihr nicht. Das ist darauf zurückzuführen, dass sie die Produktivität der Tierausbeutungsindustrie erhöhen können und dass sie den Verbrauchern ein gutes Gewissen beim Konsum von Tierprodukten vermitteln, was den Absatz der Produkte stabilisiert oder erhöht. Zum anderen wird das Phänomen untersucht, weshalb der als Strategie ungeeignete Reformismus bis heute wirkungsmächtig ist. Das Ergebnis lautet: Weil es sich bei Tierschutzorganisationen um Spendensammelorganisationen handelt und Reformismus die beste Möglichkeit darstellt, Spenden einzunehmen. Im vierten Kapitel wird als Alternative zum Reformismus die Strategie des Abolitionismus kurz skizziert.
    http://antispe.de/txt/neuer-tierschutz.html

    Rob Johnson über die anthropozentrische Ausrichtung des Neuen Tierschutzes:
    http://www.scribd.com/doc/61792947/5-Johnson-Should-We-Be-Anthropocentric

    • Ava Odoémena Says:

      Danke für den Hinweis Hanne, eine hervorragende Arbeit von Martin, Hut ab. Das einzige was fehlt ist CC-BY-NC-SA:-)

      Den zweiten Text muss ich noch lesen.

      • Hannes Benne Says:

        > CC-BY-NC-SA:-)

        Mh? Kenn mich mit Creative Commons nicht aus ^^
        Aber im Wesentlichen ist es ja so, dass die Materialien auf den maqi-Seiten genutzt werden dürfen, solange dies im Sinne der Tierrechte geschieht.

        > Den zweiten Text muss ich noch lesen.

        Von Johnson gibts dann übrigens noch nen kostenloses Online-Tierrechtsmagazin, falls du noch was zum lesen suchst ;)
        http://www.theabolitionist.info/
        Auch wenns bisher leider nur 2 Ausgaben hat.

      • Ava Odoémena Says:

        CC ist ein Urheberrechts-Standard. Texte (oder Bilder, Musik) dürfen frei kopiert werden, man muss aber immer die Lizenz nennen wenn man das Werk woanders veröffentlicht, damit auch andere wissen dass sie es frei verwenden dürfen. „Im Sinne der Tierrechte“ wäre durch SA abgedeckt, weil, wenn man nichts verändern darf, kann die Struktur und das Gewicht der Argumente auch nicht verzerrt werden.

        Der Blog-Eintrag hat eine CC-Lizenz, einfach mal draufklicken am Textende.

        theabolitionist.info kannte ich auch noch nicht:-)

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