Beendet Angelina Jolie Promi-Veganitis?

Seit vielen Jahren kursieren im Netz Listen mit Prominenten die angeblich vegan leben, selbst wenn es sich in Realität in den allermeisten Fällen um Veganköstler handelt, die nicht vegan leben, sondern einer veganen Kostform nachgehen. Es gibt wenige Ausnahmen wie Alicia Silverstone und einige andere, wo es sich tatsächlich um Veganer handelt. Prominenz schließt echten Veganismus natürlich nicht automatisch aus. Veganköstler sind prinzipiell auch keine Blender und Pseudos, es steht jedem frei sich vegan zu ernähren, ohne sich für vegane Ethik zu interessieren. Leider sind viele Veganköstler schlecht informiert und bezeichnen sich während ihrer Vegankost als Veganer, obwohl sie zum Beispiel Schuhe und Möbel aus Haut kaufen.

Prominente im Marktplatz der Unterhaltung sind deshalb prominent, weil sie ihr Geld in der Aufmerksamkeits-Ökonomie verdienen, ein Status der, wenn er einmal erreicht ist nur schwer zu halten sein kann. Moderne Kommunikationstechniken nutzen daher längst Methoden der Werbung, so genannte Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations, um für sich selbst die Vorwährung Aufmerksamkeit zu generieren.

Eine solche Methode ist das Aufspringen auf Trends. Indem man seine Prominenz benutzt um sich selbst vor einen Trend zu schnallen, suggeriert man der trendigen Masse eine Autoritätsposition und kann somit den Trend für den eigenen Zweck benutzen: Die Verbindung dessen was populär ist mit der Aufmerksamkeit für die eigene Person. Man kontrolliert also eine Gruppendynamik, macht sie sich zu eigen. Anders ausgedrückt: Die Herde wird zum melken in den Stall flankiert.

Veganer beklagen sich schon länger über einen für uns besonders lästigen Trend, die grassierende Veganitis vor allem unter amerikanischen Promis. Veganitis, etwas abfällig ironisch als Krankheitsbegriff defininiert, verulkt  vor allem den amerikanischen Rummel um die Vegankost. Vor etwa drei oder vier Jahren schossen Promis wie Pilze aus dem Boden, die sich zur veganen Ernährung bekannten [sic!] als eine mehr oder weniger kurze Diätkarriere. Gefolgt in den meisten Fällen von einer fast reumütigen Rückkehr zur „normalen“ Kost.

Da der Rückfall zur Normalkost natürlich etwas von der Wiederaufnahme einer Drogensucht hat, gabs dazu auch immer mal wieder erheiternde Rechtfertigungsschwälle. Schließlich musste der vermeintliche Moralverlust erklärt werden. Vermeintlich deshalb, weil Veganköstlerei nichts mit Ethik zu tun hat, sondern nunmal eine Diät ist. Veganköstler bräuchten sich für ihre Abwesenheit vom Veganismus gar nicht entschuldigen, schließlich waren sie nie dabei.

Zu den Rechtfertigungsschwällen der übleren, unteren Kategorie, gehört die eskalierende Behauptung, man sei nicht mehr „vegan“, weil man davon krank geworden sei. Eskalierend bedeutet in dem Zusammenhang, dass die Rückfälligen nicht etwa sagen, „meine vegane Ernährung hat mich krank gemacht“, sondern „die vegane Ernährung hat mich krank gemacht“. Die Verantwortung wird also abgewälzt, eigene Fehler geleugnet (wie zum Beispiel die Nichtbeachtung der veganen Ernährungsgrundlagen), und übertragen auf die allgemeine, vegane Ernährung.

Dass Veganer von solchem Verhalten gar nicht begeistert sind, dürfte keine grosse Überraschung sein, schließlich ist das, hm, widerlich und vor allem antivegan.

Man kann darüber spekulieren, warum die Lara-Croft-Darstellerin Angelina Jolie die niedrigste Form des Rückfalls praktiziert (wissend, dass dies mehr oder weniger gierig aufgegriffen würde), und behauptet die vegane Ernährung hätte sie beinahe umgebracht. Sicherlich benötigt sie wegen ihres neuen Films nun auch wieder Aufmerksamkeit, aber das erklärt nicht den Griff in den Klo mit der Verunglimpfung veganer Ernährung als schädlich. Die Anwendung dieses Mittels ist eher als präventiver Kriegsschlag gegen (Kritik von) Tierrechtler zu werten, mit der Diffamierung veganer Ernährung als krank machend gleich eine der größeren Waffen im Arsenal nutzend, um eben solche Kritik am Rückfall im Keim zu ersticken.

Dabei wären wir dir doch dankbar gewesen, liebe Angelina Jolie, wenn du einfach den Anfang vom Ende der doofen Promi-Veganitis eingeläutet hättest, also ohne gleich mit Kacke zu schmeißen.

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Creative Commons License
Ava Odoemena
(n. verantw. f. Werbeeinblendungen)

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30 Antworten to “Beendet Angelina Jolie Promi-Veganitis?”

  1. Ava Odoemena Says:

    Habe eine schüchterne Epost bekommen, wo jemand fragt was denn so schlecht ist an vegandiätelnden Promis, schließlich seien die Vorbilder. Gut, eigentlich handelt der Artikel von nix anderem als der Beantwortung gerade dieser Frage…

    Sicherlich gibt es auch in der Kunst Vorbilder, wenn nicht die Kunst direkt bereits eine Art schwarzes Loch darstellt, mit dessen Verzerrungen unserer Welt wir hinter die Grenzen unserer eingeschränkten Wahrnehmung blicken können.

    Aber das ist auch eine Qualitätsfrage, ich wüsste wirklich nicht auf Anhieb, wofür zum Beispiel Frau Jolie ein Vorbild sein sollte, vor allem nach *der* Breitseite.

    Und genau *der* Fall zeigt doch überdeutlich, wieviel Schaden Prominente durch ihre als Veganismus definierte Veganköstlerei anrichten können. Denn die Dummen oder Boshaften werden werden genau solche „Vorbilder“ wie Frau Jolie als Rechtfertigung vorbringen, Tiere zu benutzen. Sie ist in der Tat ein Vorbild, und zwar für die Batzenschacherer.

    • Kabi Says:

      „Vorbild“ klingt vielleicht ein bißchen zu ernsthaft-inhaltsreich für Medien-Promis, aber ich fände vegane Stars so als Aufmerksamkeitsgeneratoren erstmal OK, wenn sies denn draufhaben. Du doch prinzipiell auch, oder nicht?
      Bei Jolie, naja ich bezweifel ja dass das alles so wörtlich stimmt. Und Scheitern hat der Tratschjournalismus halt eh lieber als Gelingen, grade bei dem Thema. „Moby seit zwanzig Jahren vegan und gesund“ verkauft sich halt nicht so gut.

  2. Heinz Says:

    Tja, sieht schlecht aus für den „wahren“ Veganismus, gelle :-))

    • Ava Odoemena Says:

      Ja, und mich als Fundamentalistin frustiert das natürlich. Auf der anderen Seite, würden plötzlich alle orthodox, verlöre ich schließlich mein Haupthobby: Das fanatische missionieren.

      • Scheuklappen-Ava Says:

        Naja, fanatisches Missionieren trifft deine Intention wohl nicht richtig, da Du auf Menschen eher arrogant und abschreckend wirkst. Ich denke Selbstgerechtigkeit und sich moralisch über andere erheben, indem man sie runtermacht, trifft es wohl eher.

      • Ava Odoemena Says:

        Der zweite Teil ist ja ein Standardvorwurf von antiveganen Sozialrassisten gegen alle Veganer. Eine kristallklare Projektion, denn Veganer sollen damit ja runtergemacht werden damit sich der Speziesist besser fühlt in dem was er tut. Davon mal abgesehen ist das *gähn* ja auch schon steinalt.

        Wie ich auf Menschen wirke vermag ich nicht kontrollieren wollen. Selbstverständlich nehmen mich meine politischen Gegner im Netz anders wahr als Leute im Sichtfeld… *Überraschung* !

        Wenn ich dir jetzt sage dass dein Ad Hominem langweilig und bis zum absoluten Vakuum ausgelutscht ist, dann mag das auf dich persönlich arrogant und abschreckend wirken. Soll es ja:-))

      • Scheuklappen-Ava Says:

        Seltsam nur, dass Dir dieser elitäre Anspruch nicht im geringsten zukommt. Du sagst Veganer wollen das Vermeidbare vermeiden. Und Du persönlich legst natürlich fest, was vermeidbar ist. In Wirklichkeit ist die Unvermeidbarkeitsklausel die größte bHeuchelei, die Veganer zusatnde bringen, um sich in Selbstgerechtigkeit zu suhlen.

      • Ava Odoemena Says:

        In Wirklichkeit ist die Unvermeidbarkeitsklausel die größte bHeuchelei

        Es gibt bei einer „psychotischen“ Argumentation immer nur zwei Möglichkeiten: mentale Korruption, also ein Hypnoseversuch, das kann aber auch der Versuch einer Eigenhypnose und damit gelebte kognitive Dissonanz sein. Oder Dummheit. Manchmal auch in Personalunion.

        Denn entweder hat man Tote, oder man vermeidet diese Toten. Entweder man benutzt Tiere (vorsätzlich), oder man benutzt sie nicht. Veganer benutzen deine Toten und die Toten der anderen Speziesisten nicht, ergo ist die Vermeidung dieser Toten real, ganz unabhängig davon was man als vermeidbar definiert.

        Dein Argument scheitert ganz banal an der Realität, und ist somit „psychotisch“.

        Außerdem wendest hier einen billigen rhetorischen Trick an, indem du den Blick von den real vermiedenen Toten abwendest und in die Metaebene tunnelst und unterstellst, Veganer würden die Vermeidbarkeit *willkürlich* definieren. Dem ist aber nicht so.

        Du verwechselst wie alle Nachwuchsspeziesisten Vermeidbarkeit mit dem ethischen Dilemma der Dinge, die eben nicht vermeidbar sind. Wer sich schon in die Metaebene begibt, sollte doch aufpassen nicht über die eigenen Konstrukte zu stolpern, oder es halt bleiben lassen.

        Die nächste Argumentationsstufe (ich greife schon mal vor, denn die Struktur ist ja immer gleich) ist dann nämlich das setzen des Maßstabs, wie Veganer zu leben hätten, also die „wahre“ Vermeidbarkeit als „Beweis“ für die vegane Inkonsequenz. Das ist nicht nur wirr als Argument gerade von denen, die überhaupt nichts vermeiden, sondern dieser Maßstab ist immer absurd. Er würde voraussetzen, dass Veganer die Schwerkraft überwinden müssten und in einer Höhle leben, anstatt durch ihre Anwesenheit in der modernen Gesellschaft diese veganisieren zu können.

        Dass sowas hier abprallt, und unterdrückerische wie plumpe Mentalakrobatik stellvertretend mit der ganzen speziesistischen Idioterie, die „berührte“ Speziesisten so fabrizieren den ganzen Tag auf Veganes Auge wirkungslos verpufft, ist doch bitte nicht meiner Arroganz und Überheblichkeit zu verbuchen, sondern der fiebrigen Täterpsychologie, die Grundlage ist für den Schwachfug.

      • Scheuklappen-Ava Says:

        Von welchen Tätern sprichst Du denn, wenn Du „Täterpsychologie“ formulierst? Ich fühl mich nicht als Täter, sondern als ein ganz noramler Mensch, der in einer Gesellschaft lebt, in der es selbstverständlich und nicht im geringsten unmroalisch ist, Tiere zu verwerten. Das Vermeidbarkeistargument gilt nur für Leute, die meinen es sei unmoralisch, Tiere zu nutzen – zu denen gehöre ich nicht. Also, was willst Du mir eigentlich vorwerfen? Die angebliche Amoralität der Tiernutzung besteht ohnehin nur in deinen subjketiven Moralvorstellungen und ist nicht allgemeingültig. Du möchtest Tiernutzung vermeiden – nicht ich!

      • Ava Odoemena Says:

        Von welchen Tätern sprichst Du denn, wenn Du „Täterpsychologie“ formulierst? Ich fühl mich nicht als Täter, sondern als ein ganz noramler Mensch, der in einer Gesellschaft lebt, in der es selbstverständlich und nicht im geringsten unmroalisch ist, Tiere zu verwerten.

        LOL. Die Leugnung selbst einer offensichtlichen Tat ist ein klassisches Beispiel für Täterpsychologie. Zumal du in deiner Annahme, dass Tiere nicht den geringsten Schutz genießen würden, noch im Zeitvortex der Vorsteinzeit festhängst. Selbst wenn man eine rein speziesistische Sichteinschränkung betreibt, kann man doch nicht hellen Tages z. B. das Tierschutzgesetz ignorieren (mag es für die Opfer der Todesfabriken wirkungslos sein), oder die Auflagen für Tierversuche.

        Das Vermeidbarkeistargument gilt nur für Leute, die meinen es sei unmoralisch, Tiere zu nutzen

        Wie gesagt, drück mal die Reflexfantasien deines Stammhirns aus dem Frontallappen und nehm wenigstens die juristische Faktenlage zur Kenntnis. Bis zur Tatsache, dass Menschen Tiere sind, und eben solche Tiere nicht verwertet werden dürfen und umfassende Rechte genießen, wirst du wegen deiner speziesistischen Verblendung nämlich nicht durchdringen.

        Die angebliche Amoralität der Tiernutzung besteht ohnehin nur in deinen subjketiven Moralvorstellungen und ist nicht allgemeingültig. Du möchtest Tiernutzung vermeiden – nicht ich!

        Nervenbahnen, Fluchtverhalten, die bewusste Selektion von Sexualpartnern, Schmerzempfinden usw., sind alles Fakten auf denen die vegane Ethik basiert und somit sind deine Amoralvorstellungen subjektive Gewaltrechtfertigungen. Du erinnerst in der Qualität deiner Argumente an ein Kind, das glaubt es würde unsichtbar wenn es die Augen nur fest genug zukneift. An deinen Thesen ist fast alles Projektion, in einer besonderen Ironie wird das deutlich durch die Wahl deines Pseudonyms.

      • Scheuklappen-Ava Says:

        Dann scheibedoch Weltgeschichte, Ava, indem Du eine neue Ethik wissenschaftlich fundiert und allgemeingültig für alle begründest, das steht Dir frei. Du musst wasserdicht bewelegen, warum Ethik erstens objektiv sein kann, obwohl doch jeder Kulturkreis seit Jahrtausenden sein eigenes Süppchen kocht, indem Du die Körperteile, Funktionen usw. bezeichnest, naturwissenschaftlichen Gesetze, die dafür verantwortlich sein sollen, genau benennst, und zweitens unmissverständlich aufzeigst, warum die von Dir postulierte naturwissenschaftliche Grundlage der Ethik ausgerechnet festlegt, dass der Mensch für den Veganismus bestimmt sei. Ich wette, das kannst Du nicht. Und ich verlasse mich in meiner Vorstellung von Ethik lieber auf namhafte und rational denkende Philosophen und nicht auf Spinner wie Dich!

      • Ava Odoemena Says:

        Hier gehts weiter.

      • Kabi Says:

        Und ich verlasse mich in meiner Vorstellung von Ethik lieber auf namhafte und rational denkende Philosophen

        Na dann verlass dich doch auf SingerReganBestFrancioneCavalieriWolfKaplanBalluchKikeriki und lass die irrationalen Spinner hier in Ruhe. : )

      • Ava Odoemena Says:

        Dann scheibedoch Weltgeschichte, Ava, indem Du eine neue Ethik wissenschaftlich fundiert und allgemeingültig für alle begründest, das steht Dir frei. Du musst wasserdicht bewelegen, warum Ethik erstens objektiv sein kann, obwohl doch jeder Kulturkreis seit Jahrtausenden sein eigenes Süppchen kocht,

        Ich bin vermutlich nicht die Erste, die objektive Ethik definiert, seit dem Zeitalter der Aufklärung ist doch genau die säkulare Erörterung von Ethik Hauptthema der Philosophie. Unser gesamtes, modernes Staatswesen basiert praktisch auf auf diesem Prozess. Inwiefern ich mich da persönlich als Rädchen beteilige, steht völlig separat von deiner und der Verantwortung aller Speziesisten.

        Ich wette, das kannst Du nicht.

        Muss ich auch nicht können. Die Kultur ist weit genug fortgeschritten, um ethische Rechte zumindest dem Tier Mensch in Form juristischer Verbriefung zuzugestehen. Und die Biologie ist weit genug, um eben auf naturwissenschaftlicher Basis die Analogien zwischen Prozessen im menschlichen Körper und denen anderer Spezies zu beschreiben.

        Mit deinem Massstab, die Leistungen gesamter Zivilisationsvorgänge der letzten 300 Jahre alleine mir persönlich als Aufgabe zu übertragen, or else, also mit dieser Erpressung vertiefst du nicht nur die Lächerlichkeit der du dich hier preisgibst, sondern diese rhetorische Korruption belegt ein weiteres mal, wie hilflos und hohl Speziesisten doch vorgehen müssen.

        Und ich verlasse mich in meiner Vorstellung von Ethik lieber auf namhafte und rational denkende Philosophen und nicht auf Spinner wie Dich!

        Klar, wer Batzen & Co. frisst darf sich seine Philosophen aussuchen, wer das nicht tut hat die Argumente der letzten 300 Jahre persönlich zu erabeiten. m(

        Was ist eigentlich dein Plan mit dem erbärmlichen Gesabbel? Soll ich mich vor Langeweile vom Balkon stürzen? Bis jetzt hab ich alles kassiert, was du hier ausgekotzt hast. Vielleicht stehst du ja auch einfach drauf, dich ownen zu lassen. Aber ich bin ja nicht so, den derart Bedürftigen kann ich es ab und zu auch gerne mal besorgen:-)

  3. Hans_49 Says:

    Wer ist schon diese Angelina Jolie. Eine dieser „Kulturgrössen“, die sich ständig bemühen müssen, nicht in Vergessenheit zu geraten. Jetzt hat sie es halt einmal mit Veganköstlerei versucht und das hat sie nun fast umgehauen. Schon die Aussage, sie müsse nun wieder Fleisch essen zeigt doch überdeutlich, dass sie sich mit tierrechtlichen Themen gar nie oder zumindest nicht tiefschürfend befasst hat, ansonsten hätte sie zuerst einmal ihre vegane Ernährungsweise hinterfragt und diese dann grundlegend geändert. Mit ihrem Rückzieher hat Frau Jolie nur bewiesen, dass sie eben keine überzeugte Veganerin ist. Ein Verlust für die Veganszene ist dies allemal nicht. Fleisch essen ist eben bequemer, als konsequent das alltägliche grauenhafte Verbrechen am Tier anzuprangern und für diese brutale Wahrheit auch noch einzustehen. Diese Grösse hat Frau Jolie bis jetzt leider nicht. Ich weiss, wie schwierig es ist, als VeganerIn in einem Umfeld von Carnivoren zu leben und zu bestehen. Selbst in meinem Familienkreis stosse ich mit meiner veganen Lebensweise nicht allseits auf Verständnis. Für meine Frau war damals mein Wechsel vom Vegetarismus zum Veganismus fast ein Scheidungsgrund. Was ich damit sagen will: Der Lebenspartner nimmt oftmals bei so wichtigen Entscheidungen eine führende Rolle ein. Meine Frau hat sich dann mit tierrechtlichen Fragen befasst und gelangte im Nachhinein zu einer völlig neuen Sichtweise der Dinge. Heute leben wir beide vegan und sind immer noch beisammen :-)). Ich bezweifle, dass Frau Jolie dasselbe Glück mit ihrem Partner widerfahren ist, wie mir.

    • Ava Odoemena Says:

      Für meine Frau war damals mein Wechsel vom Vegetarismus zum Veganismus fast ein Scheidungsgrund.

      +

      Heute leben wir beide vegan und sind immer noch beisammen :-))

      Alle Achtung, das nenne ich mal eine Wende! :-)

  4. Ken DasNetzInDIr Says:

    Einen großes Dankeschön für diesen Artikel!!!
    Du bist eine der Besten!

  5. ####Das Netz in Dir#### | LinkSammlung #13 “““ DasNetzInDir ”””” Says:

    […] Mit Drogen vollstopfen und auch noch angeben – “Stars”+ Dummheit pur! Wie Angelina Jolie dem Veganismus schadet – piefig und uncool das Ganze Filmempfehlung 2 “Max und Mary” – zum lachen und zum nachdenken Filmempfehlung 3 […]

  6. Elisabeth Says:

    Ava, du nennst diejenigen, die sich ohne ethische Motivation tierfrei ernähren, Veganköstler. Erst mal naheliegend; aus meiner Sicht ist der Begriff „Veganköstler“, vor allem in diesem Zusammenhang, jedoch ein Oxymoron. Vegan ist nach der gängigen Definition jemand, der aus ethischen Gründen auf Produkte tierlicher Herkunft verzichtet. Jemand, der nicht aus ethischen Gründen auf Produkte tierlicher Herkunft verzichtet, kann deshalb nicht als Veganköstler bezeichnet werden. „Pflanzenköstler“ trifft es schon eher, wobei jemand, der sich so bezeichnet oder so bezeichnet wird, nach der Definition keine Pilze essen würde. Also „Pflanzen- und Pilzköstler“, „HerbiFungivor“, „alles-außer-Tier-Köstler“ – naja, alles nicht so prall. Weitere Ideen?

    • Ava Odoemena Says:

      Ich denke mal es nicht so wahnsinnig wichtig. Veganköstler kann man auch so sehen, als jemanden der sich „wie ein Veganer ernährt“, dann wäre es auch kein Oxymoron. Für Außenstehende sind Veganer als kulturelles Phänomen und Menschen die eine eigenartige Diät halten sowieso nicht unterscheidbar, da helfen Begriffe nur bedingt. Denn Begriffe die ohne Kontext leer und unvernetzt im Raum stehen, bewirken auch nicht mehr als ein technisches Wort in einer Bedienungsanleitung.

      Eigentlich sind Veganköstler ja Vegetarier. Es gibt also schon einen passenden Begriff.

  7. Soylent Linksgrün Says:

    Veganismus bezieht sich auch nur auf die Ernährung (ursprünglich).
    Der Rest ist singerische Ersatzreligion.
    Keine Schuhe aus Leder, kein Haus aus Holz,
    bei jedem Atemzug Luft den Tränen nah, weil die fehlt ja dann den
    Tieren *Schluchz*
    Fast schon so raderdoll wie man bei uns in Kölle sagt, wie der Herr Muslim oder Jesusmensch der Sorte Fundamentalist und Wort/Schrift-Treuer.
    Genauso wie es bei begrenzten Ressourcen unvermeidbar ist, dass diese abderen fehlen, ist es als Lebewesen nicht-pflanzlicher Natur unvermeidbar sich von Biomasse anderer Lebewesen zu ernähren.
    Singerische dahingestellte Kriterien besagen der Mensch sei nur ein Lebewesen von vielen, ein Tier mit etwas mehr Wahlmöglichkeit und Selbsterkenntnis. Und es gäbe keine Unterschiede zwischen Tier und Tier.
    Wie passt das überein mit dem, dass man Pflanzen essen darf und soll und Tiere nicht. Warum Tiere nicht? Wegen der Selbsterkenntnis?
    Nicht wirklich, ausser eben man ist vom Singer bekehrt und sieht das ganze etwas gläubiger.
    Das Wort unvermeidbar ist sowieso die Lieblingsphrase der Veganesen. Alles was sie tun, ist unvermeidbar, denn Singer Vult!?
    Unvermeidbar ist auch, dass man von anderer Lebewesen Biomasse zehren muss. Der Mensch mit seinen gestiegenen Bedürfnissen sogar noch mehr.
    Klar, dass ist keine Rechtfertigung für bewussten Sadismus, aber Unvermeidbarkeit betreffend ist der Tod Meister.

    Ich bin nicht vegan (was die Ernährung betrifft, das Sektenkonstrukt der Tier(be)Freier drumherum ist nichtig bzw. reine Glaubenssache), werde es nie aus Überzeugung sein, bestenfalls aus Preisdruck oder Gesetzeslage, aber
    um mich geht es ja nur bedingt.
    Die ganze Mischpoke von PeTA-Maskottchen, gerade denen aus Hollys-Wald, geht es doch vor allem um Selbsterhalt und Medienpräsenz = Einfluss und Einkommen. Komerzielle Interessen eben.
    Dass die fundamentalistisch-extremistische Strömung der Tierschutzaktivisten darüber tobt war klar, linkgrüne Verhaltensweisen, fernab von gesellschaftlichem Konsens und Konstruktivismus.
    Wenn die Militanz nicht so hoch wäre, wäre dieser singerische Animal People´s Temple sogar richtig lustig.
    Statt Jonestown, Singer-Town oder so.
    Compassionate Option all inlcusive oder was?

    Ein-wenig-verärgert, aber dennoch amüsiert bis freundlich gesinnt
    (Nicht Inhaltlich, obwohl auch da nur Meinungsverschiedenheiten, keine grundsätzliche Ablehnung)

    Daniel Düsentriebtäter

  8. Soylent Linksgrün Says:

    Nicht, dass das vollkommen versandet.
    Ich bin Veganern dankbar, dass sie die zum Teil abartigen Zustände in Zuchtbetrieben offenlegen, sodass man als Konsument, solche Betriebe erkennen und meiden kann.
    Ich kaufe für gewöhnlich beim lokalen Metzger, aber selten auch bei ALDI Süd.
    Ich trinke sogar Soya-Milchersatz aus Umweltschutzgründen, aber ich würde niemals auf Käse und echte Milch völlig verzichten, z.B. zum Kochen.

    • primal Says:

      Aber ist es nicht so das in Milch Dutzende Artspezifische Wachstumshormone für das Wachstum des Kalbes zuständig sind und nicht für das Wachstum des Menschen ?

      Wir Menschensäuger brauchen eigentlich unsere Spezielle Muttermilch und nicht die von niederen Säugetieren,oder ?

      Ich finde es deshalb gar nicht so schlecht was Jürgen Drews macht wenn er die Muttermilch seiner Frau Trinkt.Das ist nur Konsequent und der Natur Angepasst.Ich hab dagegen keine Moralische Sichtweise.

      Es soll ja schon Frauen geben die ihre Milch teuer Verkaufen.Wäre das nicht eine Lohnende Alternative statt Kuhmilch die Wahrscheinlich dem Menschlichen Organismus Schaden zufügt ?

      Aus Umweltschutzgründen Soja-Milch ? Hmmm…ich würde aus Umwelschutzgründen lieber im Wald wie der Simplicissimus Leben mögen,wenn ich Kraft genug dafür hätte.Da gibts sicher einige die das können.

      Aus Umweltschutzgründen ist die Natürlichste Verpackung immer noch die Bananenschale ;)

  9. DerLernendeVeganer Says:

    Seit langem der geilste Blog, den ich grade irgendwie einfach beim Googeln gefunden habe. Werde auf jeden Fall ab und zu wieder vorbeischauen. Bis dahin schonmal Glückwunsch zum lockeren, eigenen Stil!

    • Ava Odoémena Says:

      Vielen Dank Lernender Veganer:-)

      • Raoúl Says:

        Ich schließe mich dem an und würde auch gerne mehr von Dir lesen. Mich würde besonders Deine Sicht auf andere in irgendeiner Weise abwertende Denkweisen interessieren – beispielsweise sexistische – im Prinzip eigentlich zu jedem Thema, solange es Dich interessiert. Oder gibt es einen anderen Blog oder Ort in dem Du bereits über solche Dinge schreibst?

      • Ava Odoémena Says:

        Nein, einen weiteren Blog gibt es nicht, die vegane Emanzipation und deren Feinde umfasst – wie der Veganismus an sich, abwertende Denkweisen. (Frauen, Männer, Zwitter, Kinder sind Säugetiere, haben ergo ethische Rechte für die man eintreten muss, wenn sie sich selbst nicht helfen können). Wobei dieser Begriff abwertende Denkweisen missverständlich ist, da es Kontexte gibt, in denen abwertende Denkweisen angebracht sind. Man denke nur an die Gesellschaftskritik die der Veganismus beinhaltet, wenn ich Nichtveganer kritisiere für ihre (Mit)Täterschaft, dann denke ich von den Tätern ja abwertend…

  10. primal Says:

    Ich bin sicher das Frau Jolie diesen Wissenschaftlich Fundierten Dokumentarfilm nicht gesehen hat…

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