Übersehene Produkte aus der Tiervernichtung

Im Netzmagazin Telepolis des Heise Verlags ist derzeit ein Artikel von Peter Mühlbauer zu finden, der einen Wissenschaftsskandal anreisst, in dem die Pharmaindustrie von PR-Firmen geschriebene Werbung als wissenschaftliche Aufsätze in Fachmagazinen platzierte. Allerdings ist gerade bei dem Medikament Premarin der Skandal viel weitreichender, ein Aspekt den Mühlbauer gänzlich vernachlässigte.

Medikamente sind ethisch nicht nur durch oft völlig sinnlose Tierversuche belastet, manchmal dient der Körper des Opfers direkt der Medikamentenherstellung. „Premarin“ steht für PREgnant MARes‘ urINe, also den Urin schwangerer Pferdefrauen. Dass die „Gewinnung“ eines solchen „Rohstoffs“ nicht ohne massive Rechteverletzung der betroffenen Mütter vonstatten gehen kann, sollte selbst der naivsten Konsumentin einleuchten (wenn schon nicht den krawattigen Produktdesignern). Die Substanz wurde dementsprechend für den Konsumentensektor entwickelt, dessen emotionale Entfremdung durch den gesellschaftlichen Alltag eine unbestimmte Natursehnsucht erzeugt, welche sich nicht selten in einem Prozess der Neurotisierung  zu einem Natürlichkeitsfetischismus verdichtet. „Chemisch-synthetisches“ Östrogen wird als „unnatürlich“ abgelehnt, das „natürliche“ Östrogen dagegen wird hier quasi zum Symbol für die Sehnsucht nach einer einfacheren Welt (verdoppelt über den Verlust von Gynweiblichkeit), welche sich auflöst über eine parasitäre Habgier nach einem besonders perfiden Gewaltprodukt.

Der Urin männlicher Pferde enthält über konjugierte Aromatisierung übrigens mehr Östrogen als der weiblicher Pferde, männlicher Urin für die Erhaltung von Gynweiblichkeit bei Menschenfrauen stellt bei den Konsumentinnen aber wohl eine psychologische Schranke dar.

Die Haltungszustände stehen real dem Konzept der Natürlichkeitskonsumentinnen auf eine extreme Art und Weise gegenüber: Nicht nur wird wie bei Kühen ständig eine Schwangerschaft aufrecht erhalten, für sechs Monate sind die Pferdefrauen in einer Box festgezurrt. Für die Urinernte wird ein Auffangbehälter und Schläuche permanent am Genital der Pferdefrau befestigt, ein Grund weshalb oft auch der gesamte Körper fest verzurrt ist und die Box sehr eng, damit sich das Opfer den Genitalabschluss nicht durch Bewegung abreißen kann. Ein früher Tod ist sicher, denn der Stress, ständige Infektionen im Genitalbereich und das bewusste Vorenthalten von Wasser sind nur wenige der Belastungen, die das Opfer auszuhalten hat. Wasserentzug deshalb, weil die Pferdefrau mit „Bordmitteln“ den Urin vorkonzentrieren soll, und das geht nur über eine Wasserentzugsfolter.

Die aus den Zwangsschwangerschaften hervorgegangen Kinder werden ermordet oder verkauft.

Die Tierverwertung ist, wie jeder rechtsfreie Raum in einer Kriegssituation, auch ein Magnet für sexuelle Psychopathen, schwerst Macht- u. Hasskranke. Den Opfern, die in den Anstalten der Tiervernichtung inhaftiert sind, steht die Möglichkeit des Freitods nicht zur Verfügung, sie müssen alles bis zum Ende ertragen.

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Ava Ọdọemena
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8 Antworten to “Übersehene Produkte aus der Tiervernichtung”

  1. Sam Says:

    Ich finde das absolut bestürzend und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Folter für Pferde erlaubt wird. Ich bin wirklich schockiert.

    WO wird das so gemacht? In Deutschland? In Europa? In den USA?
    Kannst du eine Quelle angeben?

    Ich meine, dagegen muss dringend vorgegangen werden. Das können wir doch nicht zulassen!

    • Ava Odoemena Says:

      ich kann mir nicht vorstellen, dass

      Warum nicht? Für Kühe, Hühner, Schweine usw. wird das doch auch erlaubt. Und dass es auch in Deutschland Pferde“wurst“ gibt, wird dir doch nicht entgangen sein?

      Die Rohstoffgewinnung zur Herstellung von Premarin erfolgt auf über 500 landwirtschaftlichen Betrieben in den USA und Kanada, siehe z. B. hier.

      Ich meine, dagegen muss dringend vorgegangen werden. Das können wir doch nicht zulassen!

      Jetzt nur weil es sich um die Hanni&Nanni-Tiere handelt oder wie muss ich das verstehen? Dagegen vorzugehen ist sehr einfach: vegan werden. Und andere auffordern, das auch zu tun. Schwupps ist die gesamte Tierquälerei vorbei – nicht nur für Pferde…

  2. Sam Says:

    Warum gleich so ein aggressiver Ton?

    Ich WEIß, wie es Tieren überall auf der Welt ergeht – daher lebe ich schon seit 1 1/2 Jahren vegan.
    So schwupps geht das eben leider nicht mit dem Veganismus, so sehr wir uns auch bemühen.

    Ich finde es übrigens gar nicht verachtenswert, wenn man sich der Pferdefreunde bedient, um gegen diese Tierquälerei vorzugehen.

    Zwar ist es richtig, klar zu argumentieren, dass nicht nur die Pferde leiden, sondern auch alle anderen Tiere, aber ich finde es falsch, Leute vor den Kopf zu stoßen, indem man sie lächerlich macht (siehe dein „Hanni-Nanni“-„Argument“).

    • Ava Odoemena Says:

      Warum gleich so ein aggressiver Ton?

      Stimmt, du hast Recht, ich hatte deinen Kommentar als „Pferdefreundin/Tierschutz“ eingeordnet, also jemand die empört ist, dass man einem Tätscheltier was antut. Aber da du bereits vegan lebst war mein Ton in der Tat unangemessen, tut mir leid.

      • Sam Says:

        Danke für deine Entschuldigung, ist natürlich angenommen.

        Ich habe von Premarin hier das erste Mal gehört. Es ist immer wieder ein Schlag für mich, auf was für Qualideen manche Menschen verfallen, nur um Profit zu machen.
        Und eigentlich zeigt die Quälerei der STUTEN statt der Hengste auch noch, WIE unglaublich perfide diese Typen sind.

  3. Sam Says:

    Danke für das Video. Furchtbar anzusehen, wie ich es mir aus deiner Beschreibung schon gedacht habe.

    Ich finde auch sehr gut, dass du das Thema hier in deinem Blog bringst.

    Es wäre gut, wenn die Info an mehr Leute verteilt werden würde, denn ich vermute, davon wissen auch viele andere Veganer/Tierrechtler noch nichts.

  4. Soylent Linksgrün Says:

    Tierabnutzung trifft es wohl eher.
    Begrifflichkeiten umdeuten ist nicht.
    Hat weder in der NS-Zeit noch durch Kirche oder Kommunismus lange gehalten.
    Krieg ist auch kein Frieden.
    Denn der Tod des Tieres ist nicht Ziel, des Ganzen Prozesses
    (also dieses expliziten Prozesses) sondern bloße Folge
    marktwirtschaftlich-technokratischer Produktionsmethoden.
    Also von Vernichtung keine Rede, die Art überlebt.

    Gab es mit Menschen auch, gibt es immer noch.
    Das interessante:
    Veganer (nicht alle, aber durchaus einige) freuen sich darüber.
    Nur beim Tier ist es was anderes.
    Grundsätzlich hat nirgendwer irgendwelche Rechte.
    Menschenrechte sind allerdings ein Abgrenzungskriterium zum gemeinen Tier.

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