Edikt zur politischen Sachbeschädigung [Mobbing gegen Veganz GmbH]

In der Angelegenheit erlasse ich folgende, vegan-ethische Rechtsauskunft:

Wer Sachbeschädigung ausführt die nicht unmittelbar dem Schutz oder der Befreiung von Tierpersonen dient, oder zumindest Zentralinteressen von Veganern an sich; sondern Sachbeschädigung ausführt die politischem Druck, Angst und Einschüchterung bestimmt ist, ist nicht mehr als Veganer oder vegane Gruppe anzusehen. Ihm oder ihr steht es demnach auch nicht mehr zu, vegane Interessen zu vertreten oder dies zu behaupten oder sich als vegan zu identifizieren.

Begründung:

Das gezielte Generieren von Bedrohung oder anderen belastenden Emotionen zum Zwecke der Willensbrechung ist unvegan. Psychischer Stress in Form von Mobbing ist vorsätzliche Gewalt an Anderen und ähnlich wie Körperverletzung ein Übergriff auf die Integrität eines Individuums und eine Missachtung des Rechts auf Unversehrtheit und somit (auch) mit veganer Ethik unvereinbar.

Hintergrund:

In Filialen der Supermarktkette VEGANZ wurden mehrmals im Rahmen „antikapitalistischer Kritik“ u.a. Fensterscheiben eingeworfen.

Erweiterter Kontext:

Was sind Zentralinteressen, die zivilen Ungehorsam rechtfertigen könnten?

Die Diskriminierung veganer Kinder am Beispiel von Berliner Schulen wird mit der Position der DGE e.V. zur veganen Kindernährung gerechtfertigt. Die DGE („Deutsche Gesellschaft für Ernährung“) greift also aktiv in die Grundrechte veganer Familien ein, angeblich zum Schutz veganer Kinder. In Wahrheit ist die DGE e.V. jedoch eng verflochen mit der Tiervernichtungsindustrie. Wären die Akteure der DGE e.V. tatsächlich am Wohl veganer Kinder interessiert und nicht am Wohl ihrer Mitglieder aus der TVI, würden sie Aufklärung für an veganer Kindsernährung Interessierten betreiben statt Diskreditierung dagegen.

Die Tierbenutzungsideologie darf nicht auf dem Rücken veganer Kinder ausgetragen werden! Dies auch noch als Kinderschutz zu vermarkten ist eine Verkehrung tatsächlicher Verhältnisse in ihr Gegenteil und unerträglich. Eine politische Kommunikation geeigneter Mittel wäre daher im Kontext der schieren Selbstverteidigung zum Beispiel ein vertretbares, ethisches Dilemma.

Kein Zentralinteresse dagegen ist Antikapitalismus. Selbstverständlich fordern Veganer eine gerechte Wirtschaftsordung und das Indienststellen von Wirtschaft unter die Interessen der Menschen und nicht umgekehrt; und daher auch das Verändern der Diktatur der Vermögenden. Diese Forderung steht jedoch *innerhalb* veganer Ethik. Es macht einen Unterschied ob Kapitalismuskritik aus veganer Ethik heraus formuliert wird, oder ob Kleingeistige die sich selbst als linksradikal erleben und die seit neuestem halt auch vegan essen, ihre Ohnmacht an einem veganen Feinkosthändler abarbeiten.

Ein Antikapitalismus, der den Veganismus als dekorativen Zusatz zur moralischen (Zusatz)Rechtfertigung benutzt, macht sich schnell dem Gegenteil verdächtig als dass, was er vorgibt zu sein. Schließlich haben inzwischen auch Reformhäuser und andere Lebensmittelhändler ein großes Programm veganer Produkte, warum trägt dieses Grüppchen vegandekorierter „Antikapitalisten“ seine Kritik nicht auch in die Fenster von ALDI, EDEKA usw.? Es scheint darum eher so, als ob die zarte Blüte einer Veganisierung der Wirtschaft am Beispiel von VEGANZ eher unterbunden und radikale Kritik als Instrument einer zersetzerischen Kolonisierung des Veganismus unterlegt werden soll…

Das bedeutet natürlich nicht, dass vegane Unternehmen bar jedweder (legitimen) Kritik sind. Denn inwiefern VEGANZ als Geschäft überhaupt auch als Vertreter veganer Werte gesehen werden kann, steht auf einem ganz anderen Blatt und muss an anderer Stelle eruiert werden. Wenn sich u. a. die Vorwürfe von Armuts/Scheinselbständigkeit bewahrheiten, wären da vegane Produkte halt auch nur eine Marketingstrategie für eine Geschäftsidee, so wie bei großen Händlern auch, die vegan deklarierte Produkte in ihr Programm integrieren. Es wäre allerdings ausreichend, wenn in dem Falle die Betroffenen diese Kritik äußerten, dafür brauchen die nicht die tatkräftige Unterstützung des hoffentlich minderjährigen, kreuzfriedrichköllner Proletariats.

.Ava Odoéména
Neue Ethische Orthodoxie (NEO)
neo-symbol

(n. verantw. für Werbeeinblendungen)

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19 Antworten to “Edikt zur politischen Sachbeschädigung [Mobbing gegen Veganz GmbH]”

  1. Ava Odoémena Says:

    PS: So macht man Kapitalismuskritik:

  2. nanuel Says:

    Äääähhhh, und wenn die Krawallbrüder trotzdem nicht aufhören? Vielleicht haben die nicht mitbekommen dass du zur Vegankönigin aufgestiegen bist und jetzt mit Edikten Kraft deines Amtes Leute exkommunizierst??!

    • Ava Odoémena Says:

      Nun, eine gewisse Trotzphase ist bei Kindern zu erwarten:D Wenn sie weitermachen, ist ja jetzt geklärt, dass es sich nicht um Veganer handelt, sondern, da sie vegane Geschäfte beschädigen um Antiveganer .

      Die Nachricht ist dann ja: Kauft nicht bei Veganern.

      Sie sind somit auch nicht mehr extrem links, sondern extrem rechts, denn ich kann da keinen wesentlichen Unterschied erkennen zu eingeworfenen Fenstern jüdischer Geschäfte.

      Ich bin übrigens keine „Veganerkönigin“, Edikt ist hier im Sinne einer Bekanntmachung. Es ist auch keine Exkommunikation, denn dass das keine vegane Handlung ist, jemanden so zu bedrohen ergibt sich aus dem Sachverhalt. Dass es mich braucht, um auf den Zusammenhang hinzuweisen, dafür kann ich ja nichts.

      Und wenn die vegane Gemeinschaft dieser Hilfe bedarf, ist meine Autorität in diesen Fragen ja auch gerechtfertigt.

  3. Fritz Says:

    Interessanter Beitrag, der in Worte fasst was ich mir auch schon länger denke.

    Dazu fielen mir noch ein paar meines Erachtens verwandte Themen ein die mich in letzter Zeit beschäftigen, aber Du musst das Kommentarangebot ja nicht annehmen.

    Ich finde generell, dass sich bei Linken auch im angeblich antiautoritären Spektrum in letzter Zeit immer mehr ein Hang zur Diskursverweigerung entwickelt. Vor allem was die Bekämpfung von Rechten angeht werden immer mehr Axiome aufgestellt die nicht mehr verhandelbar sind. Z.B, dass man nichts mehr mit Rechten (Oder Nichtveganern im Allgemeinen vgl. http://tierrechtsforen.de/gemischtethischebeziehungen) zu tun haben darf, siehe den Fall Kim, wobei möglicherweise wirklich ein wenig von der Ideologie ihrer Freunde auf sie abgefärbt hat, siehe: „Abfuck. Umgezogen, keine Vorurteile gehabt in ein Haus, 1Stock, nur mit rumänischen Mitbürgern zu ziehen und wat is los an Tag 4: gestern neu installiertes Schloss […] aufgebrochen.“ (https://www.facebook.com/kimveganwonderland/posts/1099482720078115)
    Das ist natürlich starker Tobak, aber ist für mich kein Grund Leuten vorzuschreiben mit wem sie verkehren dürfen, und mit wem ein Linker gemeinsam am Tisch in der Kantine sitzen darf um nicht vaporisiert zu werden.

    Ein weiterer Diskursverweigerischer Unsinn ist das „Nazis raus!“-Ding. Einmal kamen vermummte Antifa Frauen und Männer in eine Vorlesung an der Uni Wien, in der es um die Politische Verarbeitung des Holocaust nach 45 ging. Sie verteilten Zettel mit einem Portraitfoto eines mutmaßlichen Rechtsextremen, der auch die Vorlesung besuchen würde. Sie forderten in auf sich nicht mehr auf der Vorlesung blicken zu lassen und verschwanden daraufhin. Abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit, stellt sich mir die Frage ob nicht gerade Nazis Zugang zu Bildung haben sollten.

    Ein anderes Beispiel sind Demonstrationen, Veranstaltungen und Bälle von Rechten. Der einzige Maßstab, ob solche Veranstaltungen und Verbindungen untersagt werden können, wäre für mich das Verbotsgesetz 1947, (wobei auch das meines Erachtens wiederverhandelbar wäre, da ich es sehr fragwürdig finde wenn auf rechte Abwege gelangte, oder einfach nur verblödete oder gelangweilte Jugendliche für Schmieraktionen sich wegen Wiederbetätigung vor Gericht verantworten müssen und dann eventuell deswegen ein paar Jahre weg sind) aber sicher keine „Autonome Antifa“-Leute.
    Ob es sich bei den Rechten Gruppierungen um legale Organisationen handelt, die auch ein Recht auf Versammlungsfreiheit haben ist egal. Das Ziel ist meistens einfach Rechte Hetze zu verhindern und die Demos zu blockieren.(vgl. einige Kommentare von Michael Eisenriegler http://blog.c3o.org/de/femcamp/)
    „Ja, auch als Linker muss ich mir Gedanken machen, ob Rechte ein Demonstrationsrecht besitzen, sonst spreche ich ihnen nämlich ihre Menschenrechte und damit ihr Mensch-sein ab. Und dort will ich nicht hin.“ (Michael Eisenriegler http://blog.c3o.org/de/femcamp/#comment-11391)

    • Ava Odoémena Says:

      Aloha Fritz,

      Ich vermute dass die Kritik an der Diskursverweigerung und den fixen Axiomen zumindest teilweise auch das Edikt mit einbezieht. Denn auf nichts anderem, dem ethischen Axiom Veganismus und dessen inhärente Logik basiert das Edikt. Das Axiom ‚Recht auf Unversehrtheit‘ definiert die Basis, und wer es überschreitet verliert automatisch das Identifikationsrecht als Veganer.

      Ich denke also nicht, dass es zu wenig Axiome gibt, sondern zu wenig richtige und zu viel falsche. (Die NEO soll u. a. genau das regeln, übrigens.) Ich halte zum Beispiel das Ächten von gemischtethischen Beziehungen für falsch, weil es zu ausgrenzend ist. Es ist doch absurd wenn man sagt dass es vertretbar ist, in unveganen Geschäften Grundbedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen – wenn dass was man kauft vegan ist; und dann hergeht und in so etwas intimen wie Beziehungen andere Maßstäbe anlegt, für Andere(!) Eine größere Anmaßung ist kaum denkbar, zumal wahrscheinlich ein Dominanzreflex zugrunde liegt. Muschiverteilungskontrolle… Die „veganen Weiber sollen sich gefälligst für die richtigen Besitzer zurückhalten“. Wie vegan diese Haltung ist, brauch ich wohl nicht weiter auszuführen. Wir sind im Moment halt noch eine Subkultur und müssen uns mit der Mehrheitskultur arrangieren, ich sehe keine Grundlage gemischtethische Beziehungen generell zu ächten, schwierig wird es bei Kindern. Hier sollte die Frau darauf bestehen (und die Kombination ist meistens Frau vegan / Mann nichtvegan), dass die Kinder nach veganen Richtlinien erzogen werden. Wenn der nichtvegane Partner das nicht respektieren kann, respektiert er oder sie auch nicht den veganen Partner.

      Was Kim betrifft. Ich glaub ich hab da schon genug Kohlen aus dem Feuer geholt für sie nach der Schmierenkampagne und möchte das Thema nicht unbedingt ad nauseum behandeln. Vielleicht noch so viel dazu: Nicht Stereotype sind das Problem, sondern die, die sie bestätigen. Dass ausgerechnet sie diese Erkenntnis als Teil einer sinnvollen Kommunikationsstrategie erachtet, ja, hmm, lassen wir das.

      Zu deinen links/rechtspolitischen Kommentaren kann ich nicht viel sagen, außer dass ich mich schon länger frage, was Veganer überhaupt in politischen Zusammenhängen zu suchen haben. Es ist ja nicht so, dass es für unsere Zusammenhänge keine Arbeit mehr gäbe. Es fehlt glaub ich komplett das Verständnis, dass menschenrechtliche Fragen innerhalb veganer Ethik zu erörtern sind, und jede Auslagerung in linkspolitischen Aktivismus ein Absaugen von Einsatzkraft weg vom Veganismus ist.

      • Fritz Says:

        Huhu Ava,
        Nein an das Edikt habe ich eigentlich nicht gedacht. Mit Axiomen meinte ich eigentlich Aussagen die ohne Beweis angenommen werden. Den Veganismus nahm ich nicht als Axiom an, da es ja durchaus Hinweise auf seine Richtigkeit gibt. Ich hatte auch nur eine vage Vorstellung vom Axiombegriff, es dürfte wohl verschiedenste Auslegungen geben, auch deine Annahme von richtigen und falschen Axiomen deutet darauf hin.

        Ich halte übrigens nicht nur das Einkaufen, sondern auch das Arbeiten in einer Angestelltenposition in nicht veganen Unternehmen für legitim, solange es eine defacto Verpflichtung zur Lohnarbeit gibt und kein Bedingungsloses Grundeinkommen. Immerhin sind die Konsumentinnen das Problem und nicht die Arbeiterinnen.

        Und hier stehe ich eventuell mal wieder auf dem Schlauch: „Nicht Stereotype sind das Problem, sondern die, die sie bestätigen. Dass ausgerechnet sie diese Erkenntnis als Teil einer sinnvollen Kommunikationsstrategie erachtet, ja, hmm, lassen wir das.“
        Meinst Du damit, dass Vorurteile zu verbreiten okay ist, aber man es besser aus strategischen Gründen, lassen soll?

        Ich halte ja auch nicht viel von politischer Korrektheit, und bin auch gegen die Kacksturmkultur, aber finde es halt nicht so schön wenn Leute die eben keine Stereotype bestätigen (Nicht vergewaltigende Männer, Nicht stehlende Rumänen) wegen Stereotypen („teach boys not to rape“, „teach Romanians not to steal“ und so) geächtet werden.
        Stereotype sind natürlich kaum zu vermeiden und auch hilfreich. Biker in Lederjacke reagieren auf Kritik vermutlich ganz anders, als vornehme Damen im Pelzmantel. Deswegen werden wohl vor allem letztere von Tierschützern angestänkert.

        Wie das mit den veganen, nicht politischen Zusammenhängen gehen soll, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen. Wählen gehen ist schon okay oder?

      • Ava Odoémena Says:

        Hi Fritz, tut mir leid für die verzögerte Antwort.

        Meinst Du damit, dass Vorurteile zu verbreiten okay ist, aber man es besser aus strategischen Gründen, lassen soll?

        Nein, ich denke nur, politische Korrektheit, oder simpel Takt, sollte nicht zur Selbstzensur führen. Außerdem ging es mir ja nicht um Vorurteile, sondern um problematische Situationen in denen Menschen Vorurteile rechtfertigen. Das sollte man benennen dürfen. Ob das jetzt im Fall von Kim so klug ist, das ziehe ich in Zweifel.

      • Fritz Says:

        Jetzt versteh ichs schon besser, danke für die Antwort.

  4. nevermore Says:

    Das hat schon gar nichts mit Kapitalismuskritik zu tun, sondern ist reine Kapitalistenkritik. Das oft letzteres statt ersterem betrieben wird war schon immer ein Problem der Linken.

    Die Kritik hinter der Sachbeschädigung ist ja nichtmal falsch. Sicher sind Läden wie VEGANZ auch auf Profit aus und nehmen dafür verschiedene Missstände in Kauf. Aber diese Weise des Profitmachens ist nach kapitalistischer Logik notwendig um sich in der Konkurrenz durchsetzen zu können. Es geht um das Streben nach Maximalprofit, einem Systemimmanenten Sachzwang. Ein paar Fensterscheiben einzuwerfen kann diese Sachzwänge nicht überwinden, davon profitiert höchstens nur die Konkurrenz, die dazu noch unvegan ist.

    Der Menschheit muss sich von solchen Sachzwängen befreien und ein neues Verhältnis zur Natur entwickeln (die bislang gewaltsam beherrscht wird). Daher muss Kapitalismuskritik mit Antispeziesismus Hand in Hand gehen. Letzteres ist die notwendige Grundlage für ersteres. Näheres dazu haben die Antispe Tübingen und die Tierrechtsaktion Nord in überzeugenden Texten dargelegt.

    Von daher volle Zustimmung zu dem Text, aber es wäre auch falsch davon ausgehend auf die gesamte Linke zu schließen.

    PS: Einen Kommentar von dir will ich auch noch kritisieren. „ich kann da keinen wesentlichen Unterschied erkennen zu eingeworfenen Fenstern jüdischer Geschäfte.“
    Es gibt da einige wesentliche Unterschiede. Antisemitismus ist nicht das Resultat einer verkürzten Gesellschaftskritik, sondern ein grundsätzlicher Hass gegen Juden. Antisemiten werfen nicht nur Fenster von jüdischen Geschäften ein, sondern haben sich auch häufig bereit gezeigt, die Steine direkt gegen die Juden zu werfen. Den linksradikalen geht es um Sachbeschädigung als Selbstzweck, nicht um das gewaltsame Austragen eines Ressentiments. Außerdem sind die praktische Konsequenz von Antisemitismus (die Vernichtung von Juden) und die von Antiveganismus (das Fortbestehen einer Industrie, die Tiere für Profit umbringt und ausbeutet) auch qualitativ deutlich unterschiedlich. Das eine ist ein irrationaler Vernichtungswahn, dass andere eine rationale (amoralische) Form des Wirtschaftens.

    • Ava Odoémena Says:

      Hallo nevermore,

      Menschheit muss sich von solchen Sachzwängen befreien und ein neues Verhältnis zur Natur entwickeln

      Hm, der Mensch ist inhärenter Teil der Natur, alles was Menschen tun ist Teil der Natur. Die Befreiung aus Sachzwängen wird nur mit einer Erweiterung technischer Maßnahmen gelingen können. Schließt dein neues Verhältnis zur Natur diese technischen Innovationen mit ein, oder denkst du eher man müsste die Schraube zurück drehen?

      Kritik angenommen, danke dass du dir die Mühe gemacht hast meine polemische Analogie entsprechend aufzufasern:-)

      • nevermore Says:

        Hallo und danke für deine Antwort.

        Warum braucht eine Befreiung aus Sachzwängen eine Erweiterung technischer Maßnahmen? Ein Sachzwang sind zum Beispiel Nationalstaaten. Ich denke die Überwindung von Nationalstaaten wäre problemlos auch ohne weitere technische Maßnahmen möglich – andere Tieren gelingt es immerhin auch ohne diese zu existieren. Trotzdem halte ich Technologie für ne super Sache, wenn sie halt nicht nur der Menschheit, sondern der ganzen Natur nützt (bspw. auch Medikamente für kranke Tiere hergestellt werden und Umweltschutz betrieben wird).

        Mit dem neuen Verhältnis zur Natur meine ich, dass die Menschen ihre naturgebundene Seite (Emotionalität & Instinkte) und ihre naturbeherrschende Seite (Rationalität & Vernunft) verbinden, anstatt sie gegeneinander aufzuspielen. Dafür muss man nicht die menschliche Natur ändern, aber dafür sorgen, dass Menschen unter anderem begreifen, dass sie selbst nur Tiere sind und das Mitleid und Mitgefühl in allen Fällen integraler Bestandteil von Gesellschaft sein sollte.

    • Name(erforderlich) Says:

      Außerdem sind die praktische Konsequenz von Antisemitismus (die Vernichtung von Juden) und die von Antiveganismus (das Fortbestehen einer Industrie, die Tiere für Profit umbringt und ausbeutet) auch qualitativ deutlich unterschiedlich. Das eine ist ein irrationaler Vernichtungswahn, dass andere eine rationale (amoralische) Form des Wirtschaftens.

      Inwiefern qualitativ unterschiedlich? Ist aus rationalen Gründen eingesperrt und umgebracht zu werden super lustig?

      • nevermore Says:

        Nein, für die Betroffenen ist es genau gleich schlimm. Die Aussage: „Die Juden wurden behandelt wie Tiere“ (im Sinne von Nutztieren) trifft den Nagel auf den Kopf.

        Dennoch ist es eine andere Form von Grausamkeit, ob man jemanden aus persönlichem Nutzen oder wirtschaftlichem Kalkül umbringt, oder ob es aus purem Hass. Auschwitz ist deshalb für mich in seiner Grausamkeit mit keiner Massentierhaltung vergleichbar. In letzteren würde das Morden eingestellt werden, sobald es keine Profite gibt. In den KZ hat man aber ohne Rücksicht auf Verluste gemordet. Es ging darum Juden auszurotten.

        Trotzdem ist beides eine unmenschliche Grausamkeit, die jeder Moral widerspricht. Ich wollte da gar nichts verharmlosen.

  5. sathomaso Says:

    Die Veganerkönige und -innen sitzen doch alle im Tellerchen-Debattierclub (vegane FB-Gruppe). Dort wurde neulich bspw. ein Edikt erlassen, daß man DM-Drogerie nun als obskur-rechtsesotherisches Unternehmen zu sehen hat und jeder der widersprach, wurde exkommuniziert. ^^ Mischt Du da eigentlich auch mit oder meidest du Facebook @ Ava?
    Ps. Toller Blog hier übrigens! Mir gefällt vor allem die kritische Auseinandersetzung mit Themen und nicht diese „ich weiß es eh besser und alle anderen sind doof“-Attitüde, die unter Veganern leider weitverbreitet scheint.

    • Ava Odoémena Says:

      Klingt lustig. Nee, FB-Konto hatte ich mal für einen Monat um Verschollene aus meiner Jugend abzuangeln, dann wieder gelöscht. Der Glaskerker ist eine Gefahr für das Internet, ein Hallimarsch-Pilz der von unten den Wald frisst. Ist schon ein Musterbeispiel für kognitive Dissonanz, wenn dm über eine diskreditierende Suggestion, also die Unterstellung, Werner teilte alle Positionen Steiners in ein schlechtes Licht gerückt wird – aber Facebook mit seinen Weltbeherrschungsphantasien und verheerenden Auswirkungen auf das freie Internet da gar nicht auf dem Radar erscheint.

      • sathomaso Says:

        Das Problematische an solchen Diskussionen wie der Steiner/DM-Diskussion ist mMn, daß die Behauptung alleine als Beweis genommen wird und dann nur noch auf alle verbal eingeschlagen wird, die das etwas differenzierter oder relativistischer sehen. Dieses schwarz/weiß-Denken ist mMn symptomatisch für Teile der Linken. Im Übrigen halte ich große Teile gerade der radikalen Linken keineswegs für antikapitalistisch sondern für durch und durch neoliberal, technik- und fortschrittsgläubig.

        Denn es sind zumindest im genannten Forum die gleichen Leute, die einem DM verbieten wollen aber gleichzeitig auch jede Kritik an Monsanto und co oder auch an Gentechnik als dumm abkanzeln. Passt für mich irgendwie nicht zusammen. Diese Leute sehen sich selbst als Antis.

        FB ist selbstverständlich nur ein Medium, und daher nicht anzugreifen. Oder so.

        Kognitive Dissonanz trifft es sehr gut.

  6. sathomaso Says:

    Muß noch mal was schreiben: Ich zitiere dich mal:
    „Zu deinen links/rechtspolitischen Kommentaren kann ich nicht viel sagen, außer dass ich mich schon länger frage, was Veganer überhaupt in politischen Zusammenhängen zu suchen haben.“

    Da habe ich schon zur Antwort bekommen, daß Veganismus immer mit Anti-Haltung einhergeht und jeder, der nicht gegen Rassismus, Sexismus usw. „kämpft“ bzw. den Vegansimus „beschränkt“ auf Tierleidvermeidung, befürwortet diese automatisch (und ist somit ein Nazi). Da weiß ich dann leider nicht mehr, was ich da noch antworten soll.

    • Ava Odoémena Says:

      Das ist eben von Leuten, die den Veganismus nicht begriffen haben und im Grunde für eine Diät halten. Vegane Ethik beinhaltet aber bereits Kritik an gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, denn Menschen sind Tiere, Säugetiere. Die politische Abspaltung von Menschenfeindlichkeit ist also speziesistisch und höhlt den Veganismus aus.

      • sathomaso Says:

        Da fällt mir ein: Neulich bezeichnete ein selbsternannter veganer Antirassist bei FB „besorgte Bürger“ und Neonazis als „Ungeziefer“ und ein weiterer ärgerte sich darüber, daß Artikel 1 GG „leider“ für alle Menschen gilt. Ist das nicht eigentlich Nazi-Denke? Ist das noch vegan?

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