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Vegane Kinder: Sarah Wiener ist keine antivegane Faschistin, aber…

5. Januar 2016

Es gab in der letzten Zeit ein paar Kotzschwälle Richtung Veganismus, denen das Ersatzfleisch nicht so geschmeckt hat, oder so, ich weiß ja auch nicht ob die Freunde des Antiveganismus Jahresende-Panik kriegen und dann noch ein paar Klopper raushauen müssen. Mein Busenfreund Achim Stößer war eingesprungen und hat sich auf scharf-links.de mal ein paar Gedanken gemacht, zu wie er es etwas sheldon-cooperianisch nennt, „Tierrechtverletzerdemagogie“ (Übersetzung: antivegan). Ich brauch das daher nicht alles einzeln nochmal aufzulisten, seine Argumente sind wie oft stichhaltig und auf den Punkt, durchlesen lohnt auf jeden Fall.

Rausgestochen aus diesem Schwall an antiveganer Kotze war ein Bröckchen von Sarah Wiener, ja, die nette Sarah, die mit dem Käfer oder war es eine Ente, (harhar Wortwitz) für Arte über französische Bergdörfer tuckerte und so ganz sympathisch nachhaltig abgehängte Viecher besichtigte oder Fische ausnahm und ach, sie wirkte so harmlos dabei. Man muss sie einfach mögen weil sie so persönlich ist und aufmerksam, immer lernwillig von den dörflichen Tierbenutzern die Matsche nachkochend. Das Aroma dieser Sendungen war die Grundlage für den kometenhaften Aufstieg von Wiener als Medienfigur im deutschsprachigen Raum und legte auch den Grundstein für ihren unternehmerischen Erfolg. Mittlerweile ist sie eine feste Größe in der Medienlandschaft und beschäftigt ca. 200 Mitarbeiter. Gegen die Wiener kann der Pollmer nicht anstinken. Selbst wenn die ihren Leuten nur 1000 Euro brutto bezahlen würde, wären das pro Monat 200.000 Euronen was die gute Wiener alleine an Löhnen von dem für sie erarbeiteten Vermögen abschaufelt. Das bedenkt man gar nicht, die Wiener als Konzernmutti, denn abgelegt in der Gedächtnisdatenbank für Leute ist sie als eine Art nette, Wollsocken tragende und Jasmintee schlürfende WG-Mitbewohnerin, die Biokekse kauft und zum Kontakttanz geht und lustige Schneidbrettchen bei IKEA kauft mit Hundewelpen drauf. Nee, nee, Nachhaltigkeit und Regionales ist schon lange aus der Fleckenapfelkiste raus, und ins Portifolio rein. Und genau da liegt ja auch der Konflikt mit dem Veganzeug.

Ja, ja, ja, ich bin da viel zu spät für dran, aber die Vorgehensweise ist schon im sehr negativen Sinne bemerkenswert, vor allem da sie auch nicht anders konnte und mit gezielten Tritten in den Unterleib veganer Mütter pollmerte und dann mal ebensolche als Rabenmütter diffamiert. Ausgerechnet. Sind Rabenvögel doch eher fürsorglich.

Ich muss gestehen, Sarah Wiener war mir schon immer sehr unsympathisch (ehrlich jetzt), ich kenne einfach genug pseudosensible Leute aus der Ökowelt, die jedem aus nichtigem Anlass das Messer reinbuttern der am Weltbild kratzt. Und die naturnahe natürliche Natürlichkeit ist Wieners großes Thema, aus der Ecke kommt sie und das ist eines ihrer Mantras. Ich will hier auch gar nicht weiter drauf eingehen was die Wiener im einzelnen gesagt hat, der geneigte Leser findet das rapide über die Suchmaschine seiner Wahl, oder auch im Glaskerker (Facebook).

Ich möchte mich viel lieber mit dem Warum beschäftigen. Ich habe mir überlegt, was eigentlich die zugrunde liegende Motivation für Wiener ist, auf einem derart widerlichen Niveau gegen Veganer zu stänkern, nein, ich meine da gar nicht die weltfremde Behauptung, Sojamilch sei künstlich und wir Veganer würden uns quasi von Chemie-Ersatzfleisch ernähren, da hat sich außerdem der Kollege vom Graslutscher-Blog drum gekümmert. Selbst ich als ehemalige Junkfood-Fettie schaffe das übrigens nicht, ich habe höchstens einen Tag in der Woche an dem ich mir Müllnahrung reinziehe. Schöne, eklige, übersalzene, folienverschweißte, nun, *räusper* Tofu-Wiener mit Weißbrot und eifreier Mayo. Mir liegt im Magen eher ihr Vorgehen gegen vegane Mütter mit der Suggestion, vegane Kindsernährung sei verantwortungslos.

Denn hier, meine Damen und Herren, haben wir theoretisch den Einstieg in den Genozid.

Im Artikel II, Absatz D der Definition und Bestrafung von Genozid steht:

„Article II:  In the present Convention, genocide means any of the following acts committed with intent to destroy, in whole or in part, a national, ethnical, racial or religious group, as such:

(a) Killing members of the group;
(b) Causing serious bodily or mental harm to members of the group;
(c) Deliberately inflicting on the group conditions of life calculated to bring about its physical destruction in whole or in part;
(d) Imposing measures intended to prevent births within the group;

Also Maßnahmen, um in einer Gruppe Geburten zu verhindern. Nun gibt es mit dem Vorwurf ein Problem juristischer Natur, denn Veganismus ist keine Religion, keine „Rasse“ oder Ethnie und auch keine nationale Minderheit. Es sei denn man definiert Veganismus als kulturelle Identität und erhebt somit Veganer juristisch in den Status einer Ethnie. Die Gründung der NEO ist ein erster Schritt, Veganismus auch als kulturelle Identität zu etablieren. Veganer sind im Moment noch eine Subkultur, und der Staat sieht Diskriminierungen gegen Gruppen aus Subkulturen auf Basis seines Rechtssystems sogar explizit vor; man denke nur an den Umstand dass Homosexuelle in diesem Land weder heiraten können, noch Kinder adoptieren. Rein juristisch gesehen ist Sarah Wiener also keine Faschistin.

Es gibt auch noch ein zweites Problem, denn ausgerechnet der Sektor unter Veganern, die wie die Wiener aus der Ökoecke kommen, übertragen ihre postmoderne Natürlichkeitsmythologie in die vegane Ernährung, was dazu führt, dass es tatsächlich mangelernährte, vegane Kinder gibt. Und wie geil ist dass denn für die schwarzen Propagandeure, dass verpeilte Veganer selbst die Vorwände für schwarze Propagana liefern. Göbbels hat vermutlich über jeden realgierigen Juden auch eine kleine Freudenträne vergossen, aber noch nichtmal Hardcorenazis war eingefallen, bei der koscheren Ernährung jüdischer Kinder anzusetzen. Dass es sich bei Warnungen vor veganer Ernährung für Kinder nicht um Aufklärung sondern schwarze Propaganda handelt, entlarvt sich durch den Umstand, dass Veganismus als ethische Lebenskultur unterschlagen und rein als Diätform vorausgesetzt wird, und auch keine Hinweise erfolgen wie denn ein Kind richtig vegan ernährt werden kann, sondern eine pauschale Verdammung erfolgt.  Der Geld verdienende Antiveganismus hat sich auf vegane Kinder eingeschossen, man setzt langfristig bei der „Brut“ an, vegane Kinder sollen mit den Methoden der schwarzen Propaganda verhindert werden, die Kleinen sollen sich da erst gar nicht dran gewöhnen – eine Spaltung wird geschaffen zwischen der Elterngeneration der gewordenen Veganer und der geborenen Veganer. Es funktioniert. Nur wirklich informierte vegane Mütter und die wenigen veganen Väter können sich gegen die Desinformation von Innen und Außen und gegen den gesellschaftlichen Druck, der u. a. von höchsten Stellen befördert wird, durchsetzen.

Das dürfen wir nicht tolerieren.

Aber was ist Sarah Wiener dann eigentlich? Nun, wie oben schon erklärt, Unternehmerin. Und als solche hat sie sich auf den Handel mit unveganen Produkten festgelegt, eine ideologische Verhärtung demnach, bei der Nachhaltigkeit und Bio eng mit Tiervernichtung verkettet ist. Und sie verhält sich wie eine Extremistin. Extremisten fällt allgemein und im besonderen Kontext der Widerspruch zwischen Nachhaltigkeit und Bio und das Auslöschen von Tieren nicht auf. Sie blenden das Tier eben mal kurz aus dem Leben und der Nachhaltigkeit aus, stellen es auf die glückliche Wiese und der Schnitt durch die Kehle, naja das ist halt eben so. Die Veganwelle, die da seit einiger Zeit rollt, also das seltsame Phänomen, dass Nichtveganer zum Tofuwürstchen und Sojajoghurt greifen und so in kurzer Zeit eine derartig enorme Marktmacht geschaffen haben, dass Großmetzger inzwischen veganen Aufschnitt anbieten, ist für Leute wie Sarah Wiener ganz banal eine Bedrohung für ihr Geschäftsmodell. Und sie muss noch nicht einmal ihre möglicherweise vorhandenen, intellektuellen Möglichkeiten ausreizen, sondern nur die Hebel anlegen, die auf dem Niveau der Durschnittsbevölkerung liegen. Plump, aber effektiv.

Was muss am dringendsten passieren? Nun, erst einmal müssten sich alle Natürlichkeitsveganer rapide entblöden.  Es gibt in der modernen Welt keine natürliche Ernährungsform mehr. Auch in den Lampen über der Biogemüseauslage fließt Strom. Und auch Nichtveganer sind mit B12 supplementiert – es wird über die Mast eingebracht. Die vegane Ernährung ist genauso künstlich wie alle unveganen Ernährungsformen. Keine Ernährung ist „natürlich“ organisierbar, nicht für 7 Milliarden Menschen, nicht auf diesem Planeten.

In der zweiten Stufe müssen alle Energien, die derzeit in debile Tierschutzprojekte fließen (Stichwort Zirkus, Pelz, Lebendtransporte…) sich nach Innen richten, um Widerstand gegen antivegane Diskriminierungen aufzubauen. Ich will auf Demos keine Tierschutzablenkungen sehen, sondern Schilder, auf denen steht „Finger weg von veganen Kindern“. Denn denen wird gerade im übertragenen Sinne die Haut abgezogen.

.Ava Lang
Neue Ethische Orthodoxie (NEO)
neo-symbol

(n. verantw. für Werbeeinblendungen)

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[English] Kim Wonderland: insane defamation campaign continues outside Germany

10. August 2015

I really thought this story was on its way fading out, however, to my shock and dismay I recently learned that even at her new chosen location in the UK, the German origin vegan entrepreneur „Kim Wonderland“ is facing prosecution by leftist activists across the channel as well.

Here is why and what happened in a nutshell:

It was „discovered“ by German Indymedia activists, that Kim’s new partner allegedly was, is, or associates with the right-wing/fascist political sphere. Her prominent position in the German vegan scene as an online shop pioneer and vegan baker seemed perfect to make an example of „outing the traitor“ to the antifascist cause. The campaign was thinly justified with the risk such an „infiltrator“ would pose to the antifa movement. The shitstorm which unfolded left even me speechless (for a while). Many vegans also joined the lynch-mob, apparently social envy for the success and prominence evaporated any relevance of tact and social boundaries as well as basic brain activity.

Also ignored by the lynch-mob was the small detail, that Kim and her ex-partner had already separated, but he continued the trademark „Wonderland“ for the online shop, so the defamation campaign which was titled „No X-Mas for Kim Wonderland“ hit that shop as well. Just to repeat for the mentally not so swift: Kim’s new partner was associated with the right-wing political sphere, her ex-partner was not part in any of this. Until however, thereafter, when he committed suicide.

What’s so shocking in this whole ordeal, it was with greatest audacity and no evidence assumed and alleged, that Kim herself follows or believes these right wing ideologies of her new partner, despite her saying otherwise. Actually, terrible this must be argued, it’s nobody’s business who anyone dates (that alone is an „amazing“ sexist assault which should be condemned), let alone is dating a right-winger EVIDENCE that the partner agrees in any or all aspects of such political beliefs. Again, there is not a single thread of evidence up until this day, that Kim’s alleged naziness is real.

So what we have here is a really awful case of kin liability.

Ironically, „Sippenhaft“ (English: „kin liability“) refers to the principle of a group (kin), sharing the responsibility for a crime committed by one of its members and was used extensively by German Nazis and other totalitarian regimes. It’s a primitive as brutal method of suppression which stems from Germanic law in the middle ages. But, it is now employed against a woman of today.

It also betrays left principles to such an extend, one is left to wonder what the real motivation was and is behind this defamation campaign; which has sadly also found gullible virus-hosts outside the German language sphere now.

My thesis is, that the alleged naziness by proxy was a mere mask, a fig leaf, and that the real target was veganism. There is a growing realization amongst leftist activists, that veganism is the fulfillment of left utopia in real world terms. People who, as a mere consequence of real behavior, rather than oppressively governed re-education are building a just society. One whose ideals and positive effects far outweigh any of the left utopias deemed possible. More powerful, more beautiful, more pure – the „new humans“ are here and they are vegan. Hence veganism poses a great threat to the leftist political justification. Evidence for this thesis are attacks on the first vegan supermarket of Germany which faced a similar smear-campaign by proxy, the guilt by association was strikingly similar of the reasoning against Kim. Because the supermarket would not expel obvious right-wing-looking (!) customers from its premises, it therefore must support a right wing ideology. In another irony, the windows got smashed with rocks. There are historical parallels where shops catering to a specific cultural group (Jews) had their windows smashed in. The psychotic doing what you accuse others of, is another hallmark not of antifascists, but antivegans. Carnists in an antifa dress [ https://en.wikipedia.org/wiki/Carnism ].

Tragically, the smear campaign was and is highly successful in the sense of the perpetrators true motivation. A dead vegan pioneer, a destroyed business, harassment of another vegan business and the public examination of a womans intimate relationship.

If you want to know who the real target is in a line of fire, look who’s falling… In this case, it isn’t the right wingers.

For any vegan out there whose rotten media competence allowed you to join the lynch mob, may you wake up to your shame.

.Ava Odoéména
new ethical orthodoxy (neo)
neo-symbol

(n. responsible for wp-ads)

Selbstkritik: Die Betreibung der veganen Ernährung über den Hausarzt (und was dein Arzt über dich denkt)

30. November 2014

Es ist eine Sucht. Wer einmal einen Bluttest hat machen lassen für irgendeinen Wert, entwickelt schnell eine „Anspruchsunverschämtheit“ und geht davon aus, dass der Blick ins Innere des Körpers ein Recht ist was man den Mitversicherten aufbürden darf. Solidarisch ist dieses Kontrollbedürfnis nicht, eher ein Missbrauch des Systems. Die vegane Ernährung über den Hausarzt zu betreiben ist aber nicht nur eine Frechheit nach außen, sondern auch nach innen, konstruiert das doch den Veganer um zum Patienten und den Veganismus zu einer chronischen Erkrankung.

Diese Anmaßung stößt durchaus bereits einigen Medizinern sauer auf. Auch wenn bei Ärzten oft der Veganismus selbst gerne als psychologische Plattform benutzt wird, beruflichen Hämestau zu entladen, ist der Kern der Beschwerde legitim. Dr. Thomas Georg Schätzler verschafft sich im Kommentarraum der Ärztezeitung Luft über einen veganen oder vegetarischen Google-Hypochonder.

Natürlich gibt es auch bei Ärzten irrige Kritik an der Grenze zur Demagogie bis hin zur antiveganen Hetze. Dr. Wolfgang P. Bayerl zum Beispiel kommentiert fast jeden Veganartikel in der Ärztezeitung, mit der Forderung zur Entmündigung von veganen Eltern weil die – Atem anhalten – ihre Kinder vegan ernähren. Als Beispiel nennt er ein Paar welches in den USA inhaftiert wurde, er unterschlägt leider dass dieses Paar nicht inhaftiert wurde weil die Ernährung des Kindes vegan war, sondern unzureichend. Gleiches Argument führte, wenn es „oben“ statt „unten“ angeführt wurde in der Vergangenheit zu einer Rüge des Presserats. Während die Springerpresse in der Frage eine 180°-Drehung hingelegt hat, fast schon zur vorbildlichen Berichterstattung, muss man an der Stelle fragen warum die Ärztezeitung Kommentare mit demagogischer Struktur, dem Unterschlagen von Fakten toleriert. Darüber darf man spekulieren, aber das nur am Rande. Es soll ja viele Provinzärzte geben, die sich im grünlodenern Dunstkreis der Jägerschaft bewegen. Alleine die demagogische Ummünzung der positiven Studie zur Warnung vor Risiken der veganen Ernährung im Titel lässt etwas von der antiveganen Aggression durchscheinen, die hinter dem akademischen Anspruch brodelt. Veganismus muss in der Redaktion der Ärztezeitung, sowie in Teilen ihrer Leserschaft besondere Ängste hervorrufen.

Hm, wie viele Ärzte müssten eigentlich ihre Praxen schließen, wenn alle Gesundheitsvorteile der adäquaten veganen Ernährung wahr wären? 70%, 80%?

Diebisch freuen darf man sich im Zusammenhang mit dem antiveganen Geraune von „Kommentar-Troll“ Dr. Bayerl auch über die blanke Ironie: Denn gerade die verinnerlichte, schwarze Propaganda löst Unsicherheit bei Veganern aus – der Gang zum Arzt ist oh Ironie ein Bumerang der medialen Hetze gegen Veganer in den letzten 20 Jahren.

Wenn man dem gegenüber jedoch die legitime Kritik, abzüglich Häme, von Dr. Schätzler stellt, muss man zustimmen, dass es nur eingeschränkte Rechtfertigungen für das Abfragen von Blutwerten gibt.

Völlig inakzeptabel ist die Konsumentenhaltung: „Ob meine Ernährung eine gute oder schlechte vegane Ernährung ist, ist mir egal, ich gehe schließlich zweimal im Jahr zum Arzt für mein Eisen, Calcium, B12, Vitamin D“ etc. pp. Noch schlimmer sind die, die bereits eine adäquate Ernährung betreiben, also ein guter Mix aus Verantwortung und, nunja, Sinnlichkeit und trotzdem zum Arzt rennen.

Einer der am meisten verlangten Blutwerte, und zugleich ein völlig sinnloser ist der B12-Wert. Besonders beliebt wie auch paradox ist der B12-Wert bei veganen „Natürlichkeitsliebhabern“. Einerseits ist das integrieren von B12-Supplementen ja total unnatürlich, aber die Ermittlung des Werts im Labor im Schweineserum fliegt völlig unterm Natürlichkeitsradar hindurch. Vollends pervers ist die Kombination des gewaltsamen Anhungerns eines B12-Mangels und dann ein Rezept um die Substanz per Spritze in den Körper zu bekommen.

Zumal dieser Wert auch noch völlig nutzlos ist, hat er doch nur echte Aussagekraft mit der gleichzeitigen Ermittlung von Homocystein oder Methylmalonsäure, am besten noch abgesichert durch Holotranscobalamin II.

Das lächerlichste am B12-Test ist allerdings, dass das Endresultat immer gleich ist:

1. Mangel: B12 muss supplementiert werden.
2. Kein Mangel: B12 muss supplementiert werden.

Hierin unterscheiden wir uns in keiner Weise von Nichtveganern: Auch Nichtveganer werden massiv mit B12 supplementiert, halt über den Umweg der Futtermittel.

Da die orale Aufnahme von B12 ohne Zweifel – und ich rede hier vom wissenschaftlichen Zweifel, nicht vom psychologischen – geeignet ist zur Beseitigung eines Mangels, wie auch der Aufrechterhaltung eines guten Status, gibt es für den B12-Test keine wie auch immer geartete Rechtfertigung.

Etwas anders sieht es aus bei Vitamin D. Der ist sowieso kein veganes Anliegen, Vitamin D-Mangel ist nördlich vom 41. Breitengrad ein Massenphänomen, und der individuelle Bedarf um einen suboptimalen 25(OH)D-Wert zu beseitigen und einen optimalen Wert zu halten kann stark variieren. Die Aufnahmemenge schwangt enorm. Die Autorin dieses Textes muss täglich 15.000-20.000 IE Vitamin D supplementieren, um einen 25(OH)D-Wert von +- 100 nmol/L zu halten. Ein Einpendeln der eigenen Menge ist ohne Blick in den Blutwert unmöglich.

Überprüfung aller anderen Nährwert-Parameter sollte Symptom behaftet sein, wer persönliche Betreuung seiner Ernährung sucht, sollte zur Ernährungsberatung gehen oder einen Butler einstellen. Der Weg zur gesunden Eigenverantwortung darf nicht zur Auslagerung der Verantwortung in die Arztpraxis mutieren. Wer sich von der Veganhetze vom Veganer zum Patienten umbauen lässt, erweist weder dem eigenen Selbstwert noch der veganen Gemeinschaft einen guten Dienst.

.

CCBYSA – Ava Odoéména
(n. verantw. für Werbeeinblendungen)

Pflanzenrechte, kleine Analyse einer Idiotie

8. November 2014

„Leben“ ist im Prinzip ein weit flexibleres Konzept als es den Anschein hat. Denn genau so wie sich einst chemische Elemente verdichtet haben, so hat sich die Biologie als eine Erweiterung der chemischen Evolution verdichtet mit Hilfe von Daten. DNS/DNA ist in ihrem Kern ein chemisches Programm, deren kaskadierende Assoziation von Daten aus dem Tango von Ursache und Wirkung heraus entstanden ist. Und diese Verdichtung von Prozessen wird nicht in der Biologie verharren, sondern die Daten wandern schon lange weiter in die „Chemie der Maschinen“.

Leben ist also ein physikalisches Metakonstrukt in der „Mittelwelt“ der Raumzeit, physikalisch verortet irgendwo zwischen dem Universum als ganzes und den Elementarteilchen. Und so lässt sich jede biologische Einheit kleinzoomen auf ihre chemische, atomare und irgendwann auch mal quantenmechanische Bestandteile. Lebensformen sind ergo ein materiebasierter Aggregatzustand von Konglomeraten, die sich aus kleineren Bestandteilen zusammen setzen. So weit so gleich.

Aber ethische Rechte lassen sich doch nicht aus der Atomebene ableiten!



Biomechanik ist keine Sinneswahrnehmung
cc-by-sa-nc Øystein Alsaker

Ethische Rechte fangen an ab einem *bestimmten* biologischen Zellkonglomerat: Bei Tieren. Denn (more…)

Betreibt der Berliner Senat & die DGE Hungerfolter gegen vegane Kinder?

5. April 2014

Dem aufmerksamen Betrachter ist nicht entgangen, dass der Wind sich gedreht hat. Nach einer Zeit wohlwollender Berichterstattung sogar in der bürgerlichen Presse wird manchen der Vegantrend wohl langsam unheimlich und die antiveganen Stimmen kommen wieder aus den Schatten, Spalten und Winkeln hervor, um sich als manische Priester wider die vegane Gefahr zu verdingen. Udo Pollmer zum Beispiel tingelt übers platte Land durch die Aulas der Kinder seiner tierverarbeitenden Verbündeten und warnt die Dorfjugend; der Remszeitung ist das wohl selbst etwas peinlich und vermarktet diesen Schulmissbrauch mit dem Feigenblatt der Satire… Im Deutschlandradio fallen von der veganen Mangelkost die Haare aus und die Autorin bekommt das große Kotzen (danke Michael), die Verbraucherzentrale warnt vor Salz und Fett bei McBurger veganer Fertigkost, und Mühlbauer von Telepolis dichtet die Skala journalistischer Integrität nach unten ab.

All dies ist pipifax gegen den Verdacht der institutionellen Diskriminierung (more…)

Warum sind Antiveganer eigentlich so dumm?

16. Juni 2011

C. hat bei „Antiveganismus melden“ einen Link zu einem Thread in einem Vegetarier-Forum eingetragen, und war überrascht dass sich gerade Vegetarier zu extrem fanatischen™©, antiveganen Äußerungen hinreißen lassen. Aber in vegandiffamierenden Pseudodebatten geht es nie um Veganismus, sondern es geht um die Abwertung von etwas als vage oder direkt bedrohlich Wahrgenommenen. Da ist es völlig unerheblich ob es sich um ein paar milch- u. eisüchtige Methadonvegetarier handelt, denn das ist ein psychologischer Reflex der häufig und in vielen Zusammenhängen auftaucht.

antivegan
Gehirnfurz
(Foto CC am Textende)

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Die Welt: Speziesismus als Kulturgut

10. Juni 2010

Die Welt beklagt in ihrer Netzausgabe heute in einer auf den ersten Blick harmlos wirkenden Meldung die Entfremdung Jugendlicher von der Natur und tappt doch selbst völlig im Dunkeln. Dunkle Realsatire. Anlass dafür war eine „Studie“ des „Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV)“. Alleine der Name verursacht trockenes Würgen, ganz so, als sei der Fetischmord Jagd gleich zu setzen mit bedrohten Tierarten und daher besonders schützenswert.

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Freiheit suchende Elefantenfrau von Polizei und Rettungskräften verfolgt

7. Juni 2010

In Zürich hatte eine im Zirkus Knie in Zirkushaft „lebende“ Elefantin wohl genug von den zahlenden Gaffern, die sich an den Erniedrigungen von Tierpersonen ergötzen wie Elefanten, welche dahingehend manipuliert werden Männchen zu machen und andere, alberne Kunststückchen vorzuführen, die für die schweren Tiere wesentlich gefährlicher sind als sie aussehen. Elefanten sind so schwer, dass sie sich bereits beim Geschlechtsakt Knochenbrüche zuziehen können wie Hüftfrakturen; jede Belastung die sich nicht auf die vier Beine verteilt ist an sich schon ein Gesundheitsrisiko, jeder Fall, jedes Ausrutschen kann fatale Folgen haben.

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[Aktualisierung] Österreich am Abgrund

7. Juni 2010

Ein Messie-Haus füllt sich von den Ecken her mit Unrat. Erst das Altpapier, dann die Pfandflaschen, Schmutzwäsche, der Müll wird nicht mehr entsorgt und die Haufen werden immer größer. Übertragen auf eine Gesellschaft denkt man bei einer schleichenden Stagnation und Zerfall eigentlich erst an sozial Schwache, Kleinkriminelle, Drogenkonsumenten usw. Was aber, wenn die Fäule von Oben kommt, durch die Institutionen und hochoffiziell? (more…)

Märchenstunde mit Onkel Pollmer

30. April 2010

Udo Pollmer hat es geschafft. Der Lebensmittelchemiker, selbständige Wissenschaftsjournalist und Unternehmensberater ist in den Medien angekommen. Leider erfährt man nie, in welcher Eigenschaft er gerade auftritt. Er tourt durch Laberschauen, veröffentlicht Bücher und wird zitiert. (more…)

FDP bereitet EU-AETA vor

2. April 2010

Alle gesellschaftliche Entwicklungen der Rechte, seien es Bürgerrechte, Frauenrechte, Schutz von Minderheiten und Zuwanderern, die Rechte der Erwerbstätigen, um einige zu nennen, wurden vor ihrer Verbriefung von einer radikalen Minderheit erkämpft. (more…)

Veganismus – das Positive an der negativen Aufmerksamkeit

13. Februar 2010

“First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.” – Mahatma Gandhi (Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.)

Dieses Zitat von Ghandi ist in der Architektur meiner Synapsen untrennbar akustisch verwebt mit der leicht abgewandelten Interpretation eines britischen Pop-Künstlers(more…)

Die seltsame Empörung über Veganer als gesellschaftliche Elite

24. Januar 2010

Wer ist ein besserer Mensch? Jemand der einen anderen vor den Bus schubst, oder jemand der einem anderen aufhilft weil der gestürzt war? Diese einfach zu beantwortende Frage bereitet dem Normvolk anscheinend doch etwas Schwierigkeiten wenn man das Konzept überträgt auf den Veganismus. (more…)

Schweinerei in Berlin

8. Dezember 2009

Mutti schau mal die Sau ist behindert und muss auf den Hinterbeinen rumstaksen cc-by-nc-2.0:curlybob0161

Sind sie nicht herrlich liebreizend, diese klitzekleinen Frischlinge? Man möchte sie einfach nehmen, knuddeln und drücken, küssen, ihnen einen Knüppel über den Schädel ziehen und braten. (more…)