Verschiedenes 7

Kann als Forumersatz, Chat-Thread genutzt werden usw.  Ist u.a. ein Twitter-Ersatz und endlos-Laber-Thread.

Was ist mit Verschiedenes 1-6?

Die sind nur noch über Links zu erreichen: Verschiedenes 1, 2, 3, 4, 5 & 6.

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1.452 Antworten to “Verschiedenes 7”

  1. michael Says:

    Ein (nichtmenschlicher) Affe als Urheber :-)) es geht voran.
    http://www.nwzonline.de/panorama/wikimedia-will-affen-selfie-nicht-loeschen_a_17,0,284462506.html

    • Ava Odoémena Says:

      Großartig!

      Davon abgesehen, wie will denn der Fotograf die Änderung einer CC- Lizenz durchkriegen? Wo in den Bedingungen steht denn, dass man das Widerrufen kann wenn es zu erfolgreich ist…

  2. Ich mag Wespen Says:

    Hallihallo.
    So, ich wollte mich mal mit euch beratschlagen.
    Also es gibt in Wien einen Heurigen (Name aus juristischen Gründen entfernt) der, nachdem offenbar die Tochter des Hauses vegan oder Veganköstlerin wurde, neben unzähligen Leichenteilen, Hennenmenstruationsprodukten und geronnenen Drüsensekreten, nun auch einige vegane Hauptspeisen und vegane Desserts sowie vegane Weine anbietet.
    Das wurde von einigen Tierschützern, wie üblich, als Riesenschritt in die „richtige Richtung“ gefeiert. Ich sehe das eher, wie bei anderen Lokalen die ein paar vegane Optionen anbieten, als Erweiterung der Kundschaft, ethisch motiviert ist das Angebot wohl kaum.

    Nunja ich war nun auch schon ein paar mal dort, und es war nicht schlecht.
    Nun stellte sich aber vor einiger Zeit heraus, dass der Betrieb einmal pro Jahr, ein „Sommerfest“ einer sehr rechten österreichischen Partei zulässt. Sie begründen die Annahme der Reservierung damit, dass sie einfach niemanden aufgrund der politischen Einstellung ausschließen, solange diejenigen nicht negativ auffallen.
    Jetzt wird der Heurigen von vielen aus der veganen Community nicht mehr besucht. Ich war ja auch erstmal schockiert als ich von der rechten Veranstaltung erfuhr.

    Nun frage ich mich aber andererseits auch, wo ist eigentlich der ethisch relevante Unterschied zwischen Nazis und anderen Unveganern, immerhin verhalten sich linke Unveganer ja analog zu Faschisten wenn es um nichtmenschliche Tiere geht.
    Handelte es sich um ein veganes Lokal würde ich es verständlicherweise meiden, wenn es Nazis (als Gruppe) bewirtet.

    Da es sich bei genannter Lokalität aber schon an sich um ein Leichenlokal handelt, sind die Naziauftritte, bei der Abwägung ob man das Lokal besucht oder nicht, aber meines Erachtens nicht sonderlich relevant, da ja für die nichtmenschlichen Tiere jeder (Unveganer) ein Nazi ist.

    Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

    • Ava Odoémena Says:

      Aloha Wespenliebhaber.

      Oje, Nazidebatte, Tor-Anonymisierung und eine etwas plumpe Mentalakrobatik, das sind ja gleich drei Trollvorzeichen auf einmal… Den Namen des Lokals hab ich entfernt, denn den Namen der Partei hast du auch nicht genannt – so kann niemand nachprüfen ob es wirklich eine Nazipartei ist. Wenn nein, wäre das in hohem Maße rufschädigend für das Lokal.

      Inhaltlich ist die Sache einfach: Es gibt genügend andere Lokale, die zwar unvegan sind (aber fachlich kompetent Veganer zu bewirtschaften), aber eben nicht noch zusätzlich reaktionäre Strömungen unterstützen. Von daher ist es gute Sitte so ein Lokal zu meiden.

      • Wieder der Wespentyp Says:

        Hi Ava. Nein, ich wollte nicht trollen.
        Okay das mit der einseitigen Namensnennung war nicht ok. Auf diese Veranstaltung bezog ich mich: http://www.rfj.at/termine/60_Sommerheuriger
        Nein der RFS, der der FPÖ nahesteht ist natürlich keine Nazipartei. Diese Herrschaften halten zwar nichts vom antifaschistischen Grundkonsens, siehe: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/485141/Martin-Graf_Halte-nichts-vom-antifaschistischen-Grundkonsens
        Aber öffentlich, darf man die dann trotzdem nicht entsprechend bezeichnen. Deswegen habe ich jetzt eben Tor benutzt, aber ich bin mit der Technik nicht so vertraut wie du, und weiß gar nicht ob mir das so viel bringt.
        Ja und ich wollte halt, da wir uns ja sonst ganz gut verstehen, eben nicht gleich von dir eine Trollmarkierung verpasst bekommen oder von dir in eine Trollschublade gesteckt werden.

        Vermutlich hast du ja recht, das solche Lokale gemieden werden sollten. Es war mir auch etwas unangenehm als ich seit der Aufdeckung noch einmal dort war. Von meinen Bekannten wurde halt argumentiert, dass sich ein Lokal in dieser Gegend nicht leisten könne eine Reservierung von so einer Organisation auszuschlagen.

      • Ava Odoémena Says:

        Ah, verstehe. Ich unterstütze das Prinzip von Tor, leider wird es halt auch von den Falschen genutzt. Tor ist im Moment noch als sicher anzusehen, aber es wird halt von vielen Blogs und Foren blockiert – hat hier auch den Nachteil dass ich jeden deiner Beiträge freischalten muss.

        Die FPÖ ist zumindest rechtspopulistisch und tiefreaktionär, da gibts ja immer zwei Seiten, die öffentliche und die „innere“ einer Partei. Manchmal ist das recht gruselig wenn man jemanden von so einer Strömung privat erlebt und nach ein paar Bier.

        Ich kann die ja mal ein wenig kitzeln und schlage den Anschluss der österreichischen Länder an Deutschland vor; der letzte, deutsche, postmonarchistische Splitterstaat wäre dann in der größeren, demokratischen Gemeinschaft und hätte wieder mehr Scham vor den Kapriolen:-) Zu denen hatte ich ja, insofern sie uns Veganer betreffen, und über die generellen Probleme in Österreich einen Artikel im Blog:

        https://veganesauge.wordpress.com/2010/06/07/oesterreich-am-abgrund/

        Ich weiß, ich weiß, die Idee des Anschlusses von Österreich an Deutschland ist etwas belastet, aber ewig kann diese Frage auch nicht im Schatten Hitlers bleiben. Es kostest ja auch einiges an Energie ständig so zu tun, als sei man nicht deutsch. Daher, liebe FPÖler, gibt euch einen kleinen Ruck und bekennt euch zum Vaterland, äh Mutterschiff, was auch immer.

        Spaß beiseite, es macht für Leute die in Österreich leben durchaus Sinn, politische Äußerungen so anonym wie möglich zu veröffentlichen.

        War, oder ist die FPÖ nicht auch an der Regierung beteiligt? Im Prinzip ist der Status dieser Partei ähnlich mit dem der CSU, ich überlege mir grad ob ich ein Lokal meiden würde das ein Sommerfest für die junge Union abhält. Hm, schwierig und auch nicht direkt vergleichbar, da die CSU sich zur Zeit eher Richtung demokratischer Pluralismus entwickelt. Wackersdorf wäre heute nicht mehr denkbar so wie es in den 80ern abgelaufen ist.

        Wie hießen die nochmal die anderen rechten Spaßparteien in Deutschland, nein, nicht die von jetzt-bin-ich-wach-Schill (ob der je diesen Zustand erreichen könnte), sondern die Pro-Bewegung. Würde ich in ein Lokal gehen dass für die Pro-Bewegung Veranstaltungen bewirtet? Nein, definitiv nicht. In Österreich ist das etwas schwieriger, da die Gesellschaft dort insgesamt eine komplette Stufe weiter rechts ist, dort ist die FPÖ für Reaktionäre quasi so, wie die CSU in Bayern ist. Für ein Lokal in Bayern ein Sommerfest der CSU-Jugend abzulehnen wäre faktisch Selbstmord, da würde nächsten Tag wohl auch eine Finanzprüfung und Hygieneinspektion anstehen, die ganz, ganz genau hinschaut. Insofern handelt das Lokal nicht nur unter ökonomischen Zwang.

        Auf der anderen Seite:

        Der Bezirksobmann des RFJ in Ried hatte zuvor in einem sozialen Netzwerk ein Bild seiner Person in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Auschwitz rules“ veröffentlicht. Oder: Ein RFJ-Aktivist drohte ausländischen Frauen u.a. : „Wegen euch sperren wir Mauthausen wieder auf und vergasen euch lebend!“

        Ach du Scheiße. Also wenn die beiden Leute noch in der Partei sind, kann man als Veganer kein Lokal unterstützen, das eine Feier für die ausrichtet.

      • Wespentyp again Says:

        Aja, deinen Österreich Artikel hatte ich noch nicht gelesen. Sehr interessant.
        Ja die FPÖ war schon dreimal in der Regierung, in den 80ern sogar zusammen mit den Sozialdemokraten, wobei die FPÖ damals eher liberal als rechtsextrem eingestellt war.

        Macht das rechte Pack natürlich nicht sympathischer aber:
        „einem T-Shirt mit der Aufschrift “Auschwitz rules”
        deckt sich nicht mit der Quelle, auf die sich der Wikipedia-Artikel bezieht, in der steht:
        „einem T-Shirt der Band „Ad Hominem“ zu sehen ist, deren Lieder Titel wie „Auschwitz rules“ tragen.“ (http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/landespolitik/FPOe-Gemeinderat-tritt-nach-fragwuerdigen-Facebook-Postings-zurueck;art383,1063493)

        Also der Tshirt-Typ dürfte nach seinen Nazi-Poesie-Veröffentlichungen zurückgetreten sein.
        Was mit dem Hinrichtigungs-Typ passiert ist, ist unklar.

        Aber in der Partei gibt es auf jedenfall Leute, für die „Neger“ ein „normales deutsches Wort“ ist, welches keine Wertung beinhalte: http://www.youtube.com/watch?v=J3u2kp2iMp0#t=206

  3. Fritz Says:

    Udos vegane Ernährungspyramide:

    • Ava Odoémena Says:

      Haha, das ist großartig, fasst die Demagogie von Pollmer gut zusammen.

    • Erbse Says:

      Wundervoll! ;D

      Und ich wollte mich hier einfach mal wieder zu Wort melden. Ich hab die Kommentare hier in meinem RSS-Reader und lese seit Jahren mit, aber schreib nie was.
      Danke Ava. <3

      • Ava Odoémena Says:

        Das freut mich sehr, Erbse. Wenn ich eine Tochter hätte, dann sollte sie so sein wie du:-)

      • Fritz Says:

        Hallo Erbse. Dein Hefeschmelzvideo hat mir damals beim veganwerden geholfen. Auch deine Kosmetikinformationen waren mir sehr hilfreich. Danke. Das du angefangen hast Urzeitkrebse zu züchten fand ich dafür weniger toll.
        LG

  4. michael Says:

    Peter Sunde, Mitbegründer von the pirate bay und Gründer von flattr, lebt vegan und wurde wegen Urheberrechtsverletzung zu 8 Monaten Haft und absurden 5,2 Mio. Euro Schadensersatz verurteilt. Soweit zur Vorgeschichte.
    Nun sind die Bedingungen für Veganer in (schwedischen) Hochsicherheitsgefängnissen wohl nicht gerade die bessten, er hat wohl seit Haftantritt kontinuierlich abgenommen und schrieb in einem Brief an die Haftanstalt:
    „I believe that the safety class is too high for the crime I been convicted of, plus I suffer tremendously socially, physically as well as psychologically by the shortcomings of Västervik,“ http://au.ibtimes.com/articles/558088/20140704/peter-sunde-pirate-bay-co-founder-health.htm
    Ohne ersichtlichen Erfolg.

    Später bat er um Care-Pakete u.a. um vegane Süßigkeiten.

    Aber auch da stellte sich heraus, dass das nicht erlaubt ist:
    „brokep [Twitternick von P. Sunde] won’t receive food you send him until after his release. But he’s allowed to buy some vegan food with his own money now. #FreeBrokep“

    Zumindest kann er sich wohl jetzt selber was kaufen..

    Auch interessant, aber etwas offtopic, seine „praktizierte“ und anerkannte Religion ;-)
    https://torrentfreak.com/pirate-bay-founders-religious-rights-spark-new-complaint-140726/

  5. Ava Odoémena Says:

    Ich war ein paar Tage platt mit Sommererkältung, eine Kollegin meinte prompt ich solle es doch mal mit Fleisch versuchen:-) Ich meinte dann, sie soll mir doch ihre Haxe spenden. Jetzt ist sie selbst platt.

  6. Ava Odoémena Says:

    Strohhäuser gibt es jetzt sogar schon als selbsttragende Variante, das heißt es wird kein tragender Holzrahmen benutzt, sondern die Pressquader aus Stroh sind wie Ziegel. Auf der Seite sind ein paar Videos zusammengefasst die sich mit alternativen Wohnformen beschäftigen:

    http://www.unserstrohhaus.at/video.html

    Am Videoende gibt es natürlich auch viele Kontextverlinkungen, wer sich dafür begeistern kann, hat viele Stunden Spaß am stöbern. In einem taucht Huntertwasser auf (22:35),

    der gerade Linien feige findet, die jeder Idiot nachziehen kann mit dem Lineal:-)

    • Paul Says:

      Hast du schon was von diesen Earthships gehört?
      http://earthship.com/
      Ich finde das auch sehr interessant. Man soll darin autark leben können. Diese Häuser regulieren das Klima im Inneren selbstständig, recyceln das Abwasser, Nahrung wächst im Haus usw.
      Gebaut werden die Häuser in Erdhügel hinein, als Baumaterial werden z.B. auch alte Autoreifen oder Glasflaschen verwendet (weil günstige Wegwerf-Produkte). Ich weiß nur nicht ob deren Konzept hier mit unserem tollen Deutschlandklima aufgeht.

      • Ava Odoémena Says:

        Ja, Earthships sind faszinierend, aber ich habe ein Vorurteil. Denn die Reifen, in die die Erde gestampft wird, zerfallen langsam und ich habe da ein ungutes Gefühl bezüglich der Stoffe die bei diesem Zersetzungsprozess in den Wohnraum diffundieren.

        Die Flaschenwände im Innenbereich dagegen sind wunderschön, auch das Wasserrecycling im Haus und mit kleinem Teich ist eine schöne Lösung. Vom Wohngefühl erinnern mich Earthships an eine Schildkröte, mit einem Panzer auf der Rückseite der Sicherheit und Schutz bietet; und einer hellen Seite.

        Hier ein Art Promo-Video für die Earthship-Architektur:

    • Ava Odoémena Says:

      Krass:-)

      • Paul Says:

        Das gleiche habe ich bei den Reifen auch schon gedacht. Vielleicht kann man da ja was anderes nehmen. Z.B. diese dicken Heuballen aus unserstrohhaus.at ;-)
        Manche Menschen haben schon tolle Ideen.
        Das Beste (für mich) ist die Lage von Jacks Earthship. Voll in der Pampa, abseits der Zivilisation, weit weg von allen Menschen… :-) (ich weiß, Flucht ist nicht die Lösung und die Menschheit muss informiert werden)
        Weniger toll sind die Temperaturen dort und sein Hühner-Earthship-Gefängnis.

  7. Ava Odoémena Says:

    Wir trauern um Dennis Vahlenkamp, Ralf Kalkowski & Stefanie Haupt.

  8. Fritz Says:

    Hi Leute,

    Jetzt gibt es ja seit einiger Zeit diese sogenannten Friedensmahnwachen. Ich war bisher nicht auf diesen Veranstaltungen, da die Leute die dort auftreten offenbar ein bunt gemischter beliebiger teilweise wahnsinniger Haufen sind. Von tatsächlichen Pazifisten über „Zurück zur Natur“-Gaia Leuten über Aluhütler und Fluor/Chemtrailer/Klimaerwärmungsleugner über „Hitler ist Liebe“/Holocaust-ist-ausgeglichenes-Karma-Leuten bis hin zu NPDlern und anderen Braunsüpplern.

    Einige Veganer wie der Strongman Patrik Baboumian halten auf diesen Veranstaltungen reden, andere wie die Sängerin Maren Strassner (alias Morgaine) spielen dort Musik. Warum sie das tun kann ich nicht sagen, ich glaube dass sie annehmen, sie könnten durch ihre Teilnahme an diesen Eso-Veranstaltungen tatsächlich für den Weltfrieden eintreten. Das ist Naiv, aber die Veganprominenz ist im allgemeinen Naiv, denn sie engagieren sich ja auch für PeTA oder andere kontraproduktive neutierschützerische Spendensammel-Organisationen.

    Auf diese Kausa wurde ich aufmerksam als Morgaine von der Veganmania (einem veganen Fest) in Wien ausgeladen wurde. Sie wurde ausgeladen da sie wegen ihrer Teilnahme an den Mahnwachen „rechtsoffen“ sei. Auch von anderen Veranstaltungen wurde sie ausgeladen, da sie „rechtsoffen“ oder eine Nähe zu rechten Gruppierungen hätte. Morgaine hat sich aber recht deutlich von rechten Positionen distanziert, siehe: https://www.facebook.com/morgaineofficial/posts/705939952795797

    Nun wird den Mahnwachenteilnehmern vorgeworfen, das dies reine Lippenbekenntnise seien, man müsste die Nazis rauswerfen.
    Ich war auch schon auf einigen Demonstrationen, z.B gegen Studienbeschränkungen oder Streichung der Familienbeihilfe, auf denen sich auch Rechte und Nazis tummelten. Meistens gabs dann eben von Autonomen aufs Maul und die rechte Minderheit zog weiter. Auf Friedensdemos dürfte „aufs Maul“ aber keine Option sein und demnach schwerer die Braunen loszuwerden.

    Nun habe ich das ganze wieder vergessen, bis sich nun Patrik Baboumian zu Wort meldete, der nun von sich aus einen Auftritt auf einem veganen Fest absagte, um sich mit Morgaine und dem Klimawandelleugner-Rapper Kilez More, die wieder von einem Fest ausgeschlossen wurden, zu solidarisieren, siehe: https://www.facebook.com/Patrik.Baboumian.Fanpage/photos/a.242925579122642.58643.115571855191349/699075886840940/

    Ja also Kilez More dürfte in seinen Texten schon eher Schrott vertreten (z.B Der Klimawandel ist nicht von Menschen gemacht) das muss man ihn nicht unbedingt auf einem veganen Fest verbreiten lassen. Das wäre auch kontraproduktiv, denn unveganer Lebensstil ist nun mal für einen Großteil des Klimawandels verantwortlich. Morgaines Lyrik ist wohl recht einfach und dreht sich um Liebe, Einsamkeit und Oneness/Eins-Mit-dem-Kosmos-Zeug. Habe jetzt aber nicht alle ihre Lieder gehört und kann nicht viel dazu sagen. Meines Erachtens muss man sie aber, solange sie direkt auf dem Fest keinen Müll erzählt, nicht gleich ausladen, auch wenn sie naiverweise auf ein paar Aluhut-Veranstaltungen dabei ist.

    Generell kommt es mir so vor als würde sich in einem Teil der Linken eine Tendenz zur Diskursverweigerung breit macht, und man wird schnell zum Faschisten erklärt wenn man einer anderen oder unüblichen Meinung ist, z.B das Nazis hauen auch nicht nett ist.

    Vielleicht reagiere ich aber einfach unter.

    Was sagt ihr zu der Kausa?

  9. Ava Odoémena Says:

    Hallo Fritz, danke für den Bericht, hatte ich nicht auf dem Radar bis ich einen Blog-Artikel gelesen hatte von Stefan Lauer auf Vice vor ein paar Tagen:

    http://www.vice.com/de/read/wie-sich-veganer-von-rechts-instrumentalisieren-lassen-Kilez-more-montagsdemos-921

    Ich vermute die Montagsdemos sind etwas ähnliches wie die Friedens-Mahnwachen.

    Als ich das (und nun wieder, als ich den Bericht von dir eben) durchgelesen habe, war mir sofort die dumpf-esoterisch-reaktionäre Bande aufgefallen, die damals auf vegan.de gegen vegane Ernährungsfakten agitierte und sofort jeden anmobbte, der kein Dreck von Möhren lutschen wollte um an B12 zu kommen. Da gabs dann so unfassbar debile Diskussionen ob ein Kind zu stillen vegan sei, „nein, nicht wenn die Mutter sich ausgebeutet fühlt“. Die Bolleria hat das Klientel ja hergezüchtet und das lief wie geschmiert: Die Dumpfbackenmafia im Forum hat gegen Vernunft agitiert, bis die Vertreter derselben :::hust hust::: ausfallend geworden sind ob der hohen Dichte an Borniertheit, dann kam die bollersche Lösch-Guillotine und raus war die Vernunft.

    Und diese Szene aus Steinzeitromantikern ist selbstverständlich auch anfällig für Freimärktler (hinter Leugnern des Klimawandel stehen Marktradikale) und Faschisten, weil sie einfach auch eine reaktionäre Ordnungshierarchie wollen die frei von Störbildern ist (keine Kranke, Ausländer, „Schwache“ usw.). Das ist alles das gleiche Gesocks was sich in unterschiedlichen Outfits transvestiert. Diese bräunlichen Veganer sind eigentlich keine Veganer, sondern Reaktionäre die über den Veganismus eine Art kultische Entladung für ihre wahren Einstellungen erleben, vegan sein quasi als Beweis für die eigene progressive und menschenliebe Einstellung, die perfekte Selbstlüge. Die Flucht in die Natur ist halt aber auch gleich eine Sehnsucht nach einer Zeit vor der Aufklärung.

    Und jemand der hinter der Maske der veganen Korrektheit eigentlich mit den Denkstrukturen der Faschisten klammheimlich sympathisiert, wird auch Schwierigkeiten haben, ein Problem zu erkennen warum man rechte Denke nicht auf veganen Veranstaltungen haben will.

    Denn zu den Natur-Esos, Pantheisten; dieses Hippie-Reservoir aus Reaktionären, die als Wölfe im Hanfpelz gegen Progression, Emanzipation (nicht nur die Weibliche) und Aufklärung agitieren, kommen ja noch die selbstdefinierten Rechten dazu. Und für diese Rechten war der Veganismus schon immer eine strahlende, jungfräuliche Braut, deren Duft man all zu tief und all zu gern in die Lungen saugt.

    Die Rechten mit ihrem Arier-Schutzprogramm haben ja keine Kernkultur. Da ist nix, alles wild zusammenkopiert von hier und da. Im Gegenteil, der Faschismus ist lächerlich widersprüchlich. Eigentlich müsste die NPD für das Fallen der Schranken demonstrieren, alle Ausländer die rein wollen rein lassen. Denn der überlegene Arier wird sich doch wohl durchsetzen gegen die Untermenschenkonkurrenz in der Wirtschaft, Kultur und im Bett? Nein, daran glauben die Rechten selbst nicht, von daher ja die Wand der Abschottung von allem Fremden. Es fehlt den Rechten ein zivilisatorischer Kern, kein Wunder, sind doch alle Dominanzideologien ein politisierter Minderwertigkeitskomplex und Kontrollfetisch.

    Der Veganismus dagegen, obwohl er reaktionären „Werten“ diametral entgegensteht, hat nicht nur eine Kernkultur, sondern ist eine. Das ist es, was die Faschisten so magisch anzieht. Das Reine und Gute des Veganismus als Stopfmittel für das eigene Vakuum. Und natürlich ist das eine Kriegserklärung. Vegane Kochshows, von Nazis grinsend organisiert, ist der Versuch der Aushöhlung veganer Kultur durch Umdefinierung von Ethik zur einer rechten Lifestyle-Deko.

    Also ja, vegane Veranstalter sind aufgerufen, genau hin zu schauen. Aber man kann Leute nicht ausladen, weil die auf einer Veranstaltung waren auf der auch Nazis rumhingen. Würde man das machen, überließe man den Nazis einen Infektionsvorteil, strategisch ist das nicht klug. Nazis könnten sich so jede noch so beliebige Veranstaltung zu eigen machen, und „Neutrale kontaminieren“, nur durch Auftauchen auf solchen Veranstaltungen.

    Eine Lösung des Problems wäre ein Fokus auf das Für. Für was stehst du? Nicht gegen was bist du? Da muss jeder dann Farbe bekennen. Und für vegane Veranstalter müssen vegane Inhalte im Zentrum stehen.

    Ich war übrigens nicht auf dem „vegan-vegetarischen“ Sommerfest am Alex, da fühle ich mich nicht von angesprochen. Ich hab keine Ahnung, was der Pleonasmus „vegan-vegetarisch“ aussagen soll, außer vielleicht eine Anbiederung an Ei/Milch/Leder-konsumierende Methadon-Vegetarier. Ob man die nicht eher ansprechen würde durch eine selbstbewusste Kommunikation veganer Werte, ich denke schon.

    • Fritz Says:

      Den Artikel von Vice habe ich auch gelesen, und er hat mich ehrlich gesagt nicht sonderlich vom Hocker gehaut. Die Kritik ist natürlich legitim aber der Artikel ist einfach nicht sonderlich sachlich, so wie das bei diesem Hipstermagazin halt meistens der Fall ist. Vor allem das diese Nazi-Köche als Aufhänger für die Story verwendet ist ein wenig primitiv. Auch wenn ich nicht viel von Mahi und seiner Tierschützer-Stiftung halte, fand ich den Interviewstil nicht sehr seriös.

      Aja interessant, auf vegan.de kenne ich mich nicht aus. Ich bin vor allem durch Maqi und dich sozialisiert worden. Aber als ich vegan wurde habe ich auch ganz verzweifelt nach natürlichen B12 Quellen gesucht, bis ich erfuhr dass auch Unveganer, ihr B12 unnatürlich, über den Umweg der Körper ihrer Opfer, supplementieren.

      Gegen Hippies und Pantheisten, auch wenn es sicher viele nervige Individuen unter ihnen gibt, habe ich nicht so eine Aversion wie du. Ich glaube Pantheisten sind mit ihrer monistischen Weltsicht immerhin theoretisch empfänglicher für Veganismus als Dualisten wie Descartes, der nichtmenschliche Tiere im Gegensatz zu Menschen im rein physikalischen, Gefilde ansiedelte, sie also als Automaten ohne „Geist“ (Empfindungsfähigkeit) ansah.

      „Vegane Kochshows, von Nazis grinsend organisiert, ist der Versuch der Aushöhlung veganer Kultur durch Umdefinierung von Ethik zur einer rechten Lifestyle-Deko.“

      Da bin ich mir eben nicht so sicher ob sie die vegane Kultur aushöhlen, denn auch richtige Vegane Kochshows haben generell wenig mit veganer Ethik zu tun. So wie andere Werbetreibende nehmen sie eben „Hipsterlifestyle“, der ja meines Erachtens nicht sonderlich politisch ist und Veganköstlertum wie es unter anderen von Attila Hildmann und auch den „High Carbern“ (Nichts gegen High Carb) aufgebaut wurde, als Aufhänger um ihre Wahnvorstellungen zu verkaufen. So funktioniert doch Werbung.
      Zum Beispiel habe ich als ich deinen verlinkten Vice Artikel aufgerufen habe, eine Werbung vom Blechkistenhersteller Smart gesehen ( http://www.youtube.com/watch?v=a-01GwKaoDI ), in dem genau dieser Fokus auf das „Für“ den du als Lösung vorschlägst (Was durchaus sinnvoll wäre), als Aufhänger für eine Marketingkampagne verwendet wird.

      „Ich hab keine Ahnung, was der Pleonasmus “vegan-vegetarisch” aussagen soll[…]“

      Ich denke diese flexible veggie/veg/veg*n-Ideologie die nun auch von der Führungsriege der „Vegan Society“ vertreten wird, liegt derzeit einfach im Trend. Im deutschsprachigen Raum wird sie vor allem von Utilitaristen, aus dem Umfeld der Giordano-Bruno-Stiftung und der Effective-Altruism-Bewegung, die ja vor allem der „Ethik“ des Unveganers Singer entspringt, propagiert.

      Ein weiterer wichtiger Protagonist in dieser Flexi-Veg-Veggie-Cut-Out-Meat-On-Mondays-Bewegung ist wohl Nick Cooney. Eine Einführung in seine Ideologie und sein Buch „Change of Heart“ gibt er hier: http://youtu.be/6y90xxiLTFE

      Ein in diesem Zusammenhang auch aufschlussreiches Zitat vom GBS-ler Philipp Möller: „Zuerst sollte ich aber einräumen, dass ich mich inzwischen eher als Flexiganer verstehe, mich also so häufig wie möglich pflanzlich ernähre, aber beispielsweise auf Reisen oder als Gast auch mal Käse zu mir nehme. […] Wie unter Atheisten gibt es sicherlich nervige VeganerInnen, also vorwurfsvolle, hitzköpfige KampfveganerInnen, die mit ihrer Art meist vollkommen kontraproduktiv agieren[…]“ ( http://www.vegpool.de/magazin/interview-philipp-moeller-vegan.html )

      Problematisch ist vor allem, dass dieser Trend von Leuten beworben wird, die von sich behaupten für Rationalität zu stehen. Aber eigentlich ist das ja nichts Neues, der Antiveganer Udo Pollmer ist ja auch in der GBS.

  10. Ava Odoémena Says:

    Apropos, aufmerksamer Artikel zur israelischen Veganschaft auf Hagalil:

    http://www.hagalil.com/archiv/2014/08/28/tierschutz/

    Über die Tierbefreier-„Gruppe 269“, die PETA-Style-Aktionen durchführen, basierend auf dem befreiten Kalb Nummer 269. Wer den jüdischen Feinsinn kennt, versteht vielleicht auch die nur leicht verdeckte Spitze bezüglich des Tanzes um das goldene Kalb als kleine Rache für den Vergleich zwischen den Tiervernichtungsprofiteuren und den Nazis. Ich halte den Vergleich für hochproblematisch (auch wenn er von israelischen Tierrechtlern benutzt wird), weil damit Menschen vor den Kopf gestoßen wird, die sich mit veganer Ethik null auskennen.

    Wer nicht weiß, dass für
    Veganer die Betrachtung von Menschen auf dem evolutionären Kontinuum der Spezies nicht nur für die Biologie gilt, sondern auch für die Ethik und diese Sichtweise keine Abwertung von Menschen bedeutet, sondern eine Aufwertung anderer Spezies im ethischen Sinne; der muss davon ausgehen dass Veganer meinen, Juden ständen als argumentative Objektmasse auf dem Level von Tieren zur Verfügung, also im Sinne einer Entmenschlichung. Wer dieses Gefühl der Erniedrigung -aus Sicht der Juden- nicht ernst nimmt und übergeht, sich berechtigt fühlt diesen Vergleich anzustellen, der hat auch in punkto veganer Ethik Nachholbedarf.

    Apropos II:

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