Satire: Der Sexismus ist überwunden, haaalllooo.

Ist euch schon mal aufgefallen? Keiner ist mehr sexistisch. Ist das nicht prima? Wir haben den Sexismus überwunden. Der Fremdenekel in seiner sexistischen Ausprägung hat sich offensichtlich in Wohlgefallen aufgelöst, die Aufklärung hat das psychologische Wissen derart erhitzt, dass dieses Überbleibsel aus der Steinzeithierarchie einfach verdampft ist in der Postmoderne. Super!

Wenn also Frauen für Menschenrechte in weiblicher Ausprägung kämpfen, dann ist das suspekt, schließlich ist der Sexismus überwunden! Das kann ja nur bedeuten, dass Feministen die wahren Sexisten sind; die brave, anständige Männer unterdrücken wollen für ein paar zehntausend Jahre.

Ich sag euch was. Älter werden ist großartig für eine Frau, ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie lästig das ist, ständig aggressiv um Sex angebettelt zu werden – nicht weil man jung, sympathisch und attraktiv ist – sondern als 3D-Wixvorlage und Abladestation für Druck und Seminalplasma. Deswegen sehen Männer Frauen, die eine „freie Sexualität“ leben ja auch als Schlampe -> eben eine Hure die kein Geld verlangt für den Dreckabladedienst. Spritzen ist für Männer eine andere Form des Urinierens, ein unangenehmer Druck, eine Notdurft. Man tut das aber nicht in ein Urinal, sondern in eine Frau. Kein Wunder also, dass Männer Frauen die „freie Sexualität“ leben mit einer Toilette verwechseln. Welche Funktion kann so ein Klo denn womöglich erfüllen in einer Vorstandsetage? Entscheidungen treffen vielleicht? Hahahahaha! Nhaain, natürlich betreffen solche Gedankengänge nicht die auf- u. abgeklärten Männer, sondern nur die anderen Männer da drüben. Also das Prekariat und die Ausländer zum Beispiel.

Und das hat auch überhaupt nichts mit Sexismus zu tun! Neinnein, nur mit Kompetenz. Im Ernst, dass ein Klo Kompetenz in irgendwas erlangen kann ist ja gar nicht möglich. Außerdem, gute Frauen sind ja heilig, die Austrägerinnen des Lebens. Man braucht sie. Es geht nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie. Und Schlampen sind die Hauptdekoration einer jeden Disko die was auf sich hält. Die Ehefrau muss natürlich möglichst Jungfrau sein, unBEFLEKT. Hab ich Disko gesagt? Ich meinte natürlich Club! Möglichst, also ein paar Freunde darf sie schon gehabt haben, so zwei, drei, wir leben hier schließlich nicht in Sa Udi Arabien. Mehr aber nicht, sonst kommt man sich ja vor wie das Würstchen in der Turnhalle.

Ihr seht schon wo ich hin will mit dieser kleinen Zynik.

Es ist natürlich eine Lüge. Niemand der Privilegien hat, wird diese freiwillig aufgeben zugunsten von Gerechtigkeit. Privilegien werden verteidigt bis in den Tod. Und unsere Geschichte hat verursacht, dass eine komplette Geschlechtskaste eine Wirklichkeit gebaut hat, in der für sie nicht nur Privilegien entstanden sind, sondern die komplette Welt ein Abbild des Innenlebens dieser Kaste ist. Die Denkweise, die Philosophie, der Städtebau, die Arbeitswelt, der Krieg. All diese Strukturen sind Furchen geschliffen durch männliches Denken wie Säure die Bahnen in einen Prozessor ätzt. Und Frauen sind immer noch lediglich Besucher in dieser Wirklichkeit, oftmals ohne es zu ahnen, wie der Frauenfußball innerhalb des DFB. Auch in den modernen Ländern und Männer gewähren ihnen wohlwollend Gastrechte als spezielle Sonderbehandlung. Über die Jahrhunderte dumm gemacht und gefügig gehalten, ein nützliches Haustier. Der Computertomograph lügt nicht. Werden Männern neutrale Bilder von Frauen gezeigt, leuchtet genau die Hirnregion auf, die auch aufleuchtet wenn ein Werkzeug gezeigt wird.

Es sieht  in dieser Dekorationsgegenwart nur so aus, als seien Frauen gleichgestellt, aber alles ist verlogen, es herrscht das große Pseudo. Denn ein Gast muss sich auch wie ein Gast verhalten, sonst… Und auch lieber nicht aufbegehren gegen eine konsumpüppische Nerventerroristin, das Gel des Pseudo darf nicht bewegt werden. Lieber die schrille Stimme ertragen, zum Schluss steht man noch als Sexist da! Im Gegenteil, dient sie doch als gutes Beispiel wie schlecht und dumm die Frauen doch auch sind. Aber in der Tiefenpsychologie, da brodelt es. Wehe, der Gast verletzt die strengen Regeln des Hausherrn, dringt vor in ein Egorefugium des still- u. tiefergelegten Tyrannen. GamerGate. Weiß doch jeder Mann tief innen, dass er ein kleiner König ist und die Frau seine Magd, jeder König braucht Bedienstete.

Aber was beschwere ich mich?

Ich hatte Glück! Ein Mann mit mir in den Unwegsamkeiten dieser… Zivilisation, mit der seltenen Fähigkeit, mich zu sehen.

Ich hatte Glück, denn die Furchen sind kein Labyrinth für mich, ich kenne mich aus.

Ich hatte Glück, ich kann denken wie ein Mann. Krieg führen wie sie. Ich kenne den süßen Klang des surrens der Klinge.

Es gibt aber ein Hindernis. Ganz tief drinnen weiß ich, dass ich eine Königin bin.

Ich will eine Königin unter Königinnen sein.

Sind die Könige dafür bereit?

Nein?

Dann schmeckt das surren meiner Klinge. Denn warten aufs Glück ist meine Sache nicht.

Ich will ja nicht viel, nur die Hälfte von Allem. Ich bin kein halber Mensch, sondern die Hälfte der Menschheit.

.
CCBYSA – Ava Odoéména
(n. verantw. für Werbeeinblendungen)

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34 Antworten to “Satire: Der Sexismus ist überwunden, haaalllooo.”

  1. Name(erforderlich) Says:

    Werden Männern neutrale Bilder von Frauen gezeigt, leuchtet genau die Hirnregion auf, die auch aufleuchtet wenn ein Werkzeug gezeigt wird.

    Gibt’s dafür auch irgendwelche Belege oder hast du dir das gerade aus den Fingern gesaugt?
    Oder meinst du einfach die Hirnregion, die für’s Sehen zuständig ist?

    Das kann ja nur bedeuten, dass Feministen die wahren Sexisten sind;
    Etwa die Hälfte der Feministinnen, deren Texte ich bislang gelesen habe, sagen offen, dass sie Männer für minderwertig bis wertlos halten, viele fordern dass allein die Anschuldigung einer Frau ausreichen soll, einen Mann ins Gefängnis zu bringen (Definitionsmacht), aber nicht umgekehrt.

    • Ava Odoémena Says:

      Also wenns dir nicht mal mehr auffällt, dass dein Reflex bereits in der Satire verarbeitet war (!), dann helfen auch keine Belege. Und das Psychologenteam rund um Susan Fiske von der Princeton University wird wohl deinen Ansprüchen für eine Quelle daher kaum gerecht werden können, schließlich ist die Chefin eine Frau:-)

      • Name(erforderlich) Says:

        Genau, was ich mir gedacht habe. Lesen ist dir offenbar zu schwer.
        In deinem verlinkten Text steht: “Legt man Männern Bilder spärlich bekleideter Frauen vor” und nicht “Werden Männern neutrale Bilder von Frauen gezeigt”
        So deckt sich das durchaus mit meinen Erfahrungen.

        außerdem: “Und zwar umso mehr, je mehr Punkte sich die getesteten Männer auf der von Fiske mitentwickelten Sexismus-Skala in der Dimension „hostile sexism“ erarbeitet hatten.”

      • Ava Odoémena Says:

        Neutral im Sinne von nicht offensichtlich pornographisch, deine Definition von neutral mag der Shador sein – das schmälert ja in keiner Weise die Aussage der Untersuchung. Dass die Quelle für dich nicht legitim sein kann weil eine Frau Chefin ist, hatten wir ja im Voraus geklärt. Schön dass du es so noch mal so bestätigst.

      • Name(erforderlich) Says:

        ps: “Das kann ja nur bedeuten, dass Feministen die wahren Sexisten sind;” war ein Zitat aus deinem Artikel. Keine Ahnung, ob dein Blog Fehler macht, oder du das Zitat absichtlich gelöscht hast, aber im Falle von letzterem, bitte ich dich, dies in Zukunft zu unterlassen.

      • Ava Odoémena Says:

        Dein Zitat war kaputt, du muss schon blockquote-Tag am Ende setzen. So hattest du deinen Text und das Zitat in einem Zitatblock. Wenns technisch zu anspruchsvoll ist, bleib bei „“, SCNR

      • Name(erforderlich) Says:

        “Neutral im Sinne von nicht offensichtlich pornographisch” Mag sein, dass du Neutral so gemeint hast. (wobei auch das nicht direkt aus der Quelle hervorgeht; wenn es auch wahrscheinlich ist)
        Genausogut kann mit Neutral gemeint sein, dass es keine Reaktion auslöst, die nicht auch da wäre, wenn ein Mann in seinem Alltag zB eine Arbeitskollegin sieht.

        “das schmälert ja in keiner Weise die Aussage der Untersuchung.” Nein. Dass du die Untersuchung falsch zitierst, schmälert deren Aussage tatsächlich nicht.

        “Dass die Quelle für dich nicht legitim sein kann weil eine Frau Chefin ist” Woraus liest du das, insbesondere da ich im letzten Post der Quelle explizit zugestimmt habe? Es geht darum, dass ich DIR widerspreche oder? Und wer dir widerspricht, kann schließlich nur ein Frauenhasser sein (oder halt jede andere negative Eigenschaft, die gerade bequem ist).

        “Dein Zitat war kaputt, du muss schon blockquote-Tag am Ende setzen.” Ich hatte ein Größer-Zeichen gesetzt. Was dein Blog offensichtlich als Zitat erkannt hat. Nur nicht, wie überall sonst, beim nächsten Absatz schlussgemacht.

      • Ava Odoémena Says:

        insbesondere da ich im letzten Post der Quelle explizit zugestimmt habe?

        Gut, da du den wesentlichen Punkt anerkannt hast, können wir das unangenehme Gespräch ja beenden…

    • Mononoke Says:

      „Etwa die Hälfte der Feministinnen, deren Texte ich bislang gelesen habe, sagen offen, dass sie Männer für minderwertig bis wertlos halten, viele fordern dass allein die Anschuldigung einer Frau ausreichen soll, einen Mann ins Gefängnis zu bringen (Definitionsmacht), aber nicht umgekehrt.“

      Waren das also tatsächlich „feministische“ Texte? In der mir bekannten Definition von Feminismus ist Gleichberechtigung einer der wesentlichsten, wenn nicht sogar der zentralste Aspekt – was sich mit der sexistischen Haltung, dass Männer „minderwertig bis wertlos“ seien, ausschließt.

      Bei solchen Beispielen stellt sich also immer die Frage, ob die Selbstdefinition (als „Feministin“) mit der eigentlichen Definition (des „Feminismus“) übereinstimmt.

      Mir springt das deshalb so stark ins Auge, weil es auch immer mal wieder vorkommt, dass jemand bestimmte Menschen als „minderwertig bis wertlos“ erachtet, und sich gleichzeitig als „vegan“ bezeichnet (siehe „vegane Nazis“ – gibt es hier auch Artikel zu) ohne die Gegensätzlichkeit, die Unvereinbarkeit zwischen beiden Konzepten zu verstehen.

      • Name(erforderlich) Says:

        Du hast recht. Ich sollte etwas konsequenter werden, wann ich jemanden zu einer Bewegung zähle. Schließlich nenne ich auch nicht (immer) jeden einen Veganer (Vegetarier/Anarchisten/etc), der sich selbst als solchen bezeichnet.

        Also: Ich bezog mich oben auf Menschen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen.

  2. pedro Says:

    [Gelöscht. Bitte vermeide diffamierende / diskreditierende Unterstellungen]

  3. pedro Says:

    [Gelöscht. Bitte vermeide diskreditierende Unterstellungen.]

  4. hardy Says:

    ava,

    ich bin ein klitzekleines bißchen entsetzt und frage mich, was du bloß für männer kennengelernt hast … aber ich mache erst mal die honneurs und lege dir den film „liebe und revolution“ ans herz, in dem laetita casta eine wunderbare frau spielt, die ihre sexualität konsequent frei lebt.

    http://programm.ard.de/?sendung=2872410306217703#

    was mich geschockt hat an deiner „satire“ war einerseits dieser gedanke, daß männer frauen als „urinal“ betrachten könnten und andererseits die vorstellung, daß männer frauen um sex anbetteln.

    doppeligitt. du musst auf einem fremden planeten wohnen, denn ich kenne weder einen solchen mann noch kann ich mich selbst daran erinnern, frauen um sex angebettelt zu haben, was stimmt also nicht mit mir?

    ach ja, ich bin weder vegan noch vegetarisch. vielleicht liegt es ja daran. oder daran, daß meine generation mal daran glaubte, frauen seien die besseren wesen, die, wenn sie erst mal an die macht kämen, nie wieder krieg führen würden.

    naja, das war vor maggie thatcher ;-)

    liebe grüße aus der garage

    • Ava Odoémena Says:

      Ich finde an der Stelle spannend, dass du dich so gar nicht wiederfindest in der Beschreibung, im gleichen Atemzug aber per Ferndiagnose nach möglichen Defekten und Traumata wühlst, nicht nur bei mir, sondern bei Veganern insgesamt. Psychowühlen kann ich auch: Deine starke Abwehrhaltung und der Abwertungsreflex ist eher der Versuch, deinen Defekt vor dir selbst zu verbergen, also dass meine Satire deinen eigentlichen, vergrabenen Vorstellungen gefährlich nahe kommt.

      • hardy Says:

        oh, nö, ava, das war keine ferndiagnose aber es ist wiederum interessant, wie (über)“spitz“(t) und auf „gegenangriff“ gepolt du auf eine eher launisch gedachte bemerkung reagierst.

        was jetzt ein klitzekleines bißchen dumm ist, ich muss da nicht sehr tief in mir graben, um verborgenes zu entdecken. mich selbst skeptisch zu betrachten, gehört zum grundprogramm, auch altersbedingt, dazu

        trotzdem liebe grüße

      • Ava Odoémena Says:

        Hardy, es ist ja egal wie es gemeint war – und es kann ja auch durchaus sein dass du einer der Guten bist –dir nehme ich das sogar ab- (insoweit „gut sein“ ohne Veganismus funktionieren kann), aber du kannst mir nicht einfach die Fähigkeit absprechen bestimmte Zustände in einer Polemik zu thematisieren („DDR-Klammer“), und gleichzeitig von Traumata fabulieren – ohne eine entsprechende Reaktion zu erwarten. Das macht man nicht, man stellt keine öffentliche Spekulation auf zum psychischen Gerüst eines fremden Menschen, nur weil man was gelesen hat was an der Grenze zum guten Geschmack geschrieben wurde.

        Meine Psychologie ist nicht Gegenstand öffentlicher Debatte, und das sollte dir zu denken geben dass ich dich erst darauf hinweisen muss.

      • Name(erforderlich) Says:

        man stellt keine öffentliche Spekulation auf zum psychischen Gerüst eines fremden Menschen, nur weil man was gelesen hat was an der Grenze zum guten Geschmack geschrieben wurde.

        Dann vielleicht mal selbst dran halten? wobei dann wohl nicht mehr viel von deinen Kommentaren übrigbliebe.

      • Name(erforderlich) Says:

        Um Missverständnissen vorzubeugen: der letzte Satz war als Übertreibung gemeint.

      • Ava Odoémena Says:

        Mea Culpa, das war früher meine Hauptverteidigungsstrategie gegen Mobber, und sie funktionierte. Seitdem Mobber hier Hausverbot haben, wirst du keinen Kommentar mehr finden der psychowühlt, die eine Ausnahme zur Demonstration hier eben bestätigt die Regel.

    • Paul Says:

      „mich selbst skeptisch zu betrachten, gehört zum grundprogramm“
      und
      „ach ja, ich bin weder vegan noch vegetarisch.“
      hmm… da stimmt etwas nicht…

    • michael Says:

      Der eigentlich „interessante“ Teil ist ja der:
      »denn ich kenne weder einen solchen mann [noch trifft es auf mich zu]«
      Auf das „Argument“ trifft man leider sehr oft, gerade in feministischen Debatten und hauptsächlich von Männern kommend. Dabei macht man die eigene Unwissenheit zum Maßstab aller Dinge. Und diejenigen die andere Erfahrungen gemacht haben, müssen zwangsläufig lügen.
      Ich habe auch mal so gedacht und ich habe ne ganze Weile gebraucht um zu erkennen wieviel ich nicht wahrgenommen hatte bzw. aus meiner männlichen Perspektive nicht wahrnehmen konnte. Street Harrasment ist so ein Beispiel, oder alltäglicher Rassismus, etc. soetwas begegnet mir einfach nicht.

      »was mich geschockt hat an deiner “satire” war einerseits dieser gedanke, daß männer frauen als “urinal” betrachten könnten«
      https://www.youtube.com/watch?v=suglTerMEaY (Stickwort „Entsafter“, ab min. 2, aber die ganze Doku ist interessant)

    • Tapferes Schneiderlein Says:

      sorry, aber dein kommentar ist einfach doppeligitt. entweder du meinst das ironisch, dann willst du einen blowjob für eine selbstverständlichkeit, oder du meinst es ernst, dann stellst du deine blödheit als maßstab für die wahrheit hin.

  5. Mononoke Says:

    Ein deutliches Zeichen dafür, dass sexistische Denkweisen nicht überwunden sind, ist der Umgang mit Jungen in Bezug auf Genitalverstümmelung („Beschneidung“).
    Was bei Mädchen glücklicherweise, dank des bewundernswerten Einsatzes von Menschenrechtlern, nicht mehr hingenommen wird, wurde 2012 vom deutschen Bundestag bei Jungen ausdrücklich erlaubt. Vom frühest möglichen Zeitpunkt an lernen Jungen dabei, dass sie kein Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper haben (falls sie den operativen Eingriff überleben, was nicht immer der Fall ist) und dass ihre körperliche Unversehrtheit weniger wert ist, als die von Mädchen.

    Ein Unrecht, das hoffentlich bald bei jedem Kind, Jungen und Mädchen, in gleicher Weise abgelehnt wird.

    • Ava Odoémena Says:

      Genitalverstümmelungen von Mädchen und Jungen sind nicht direkt miteinander vergleichbar, es ist schon ein Unterschied ob eine Vorhaut entfernt wird, oder die komplette Vulva und/oder Klitoris abgesäbelt und bis zu einem Pipiloch zugenäht wird. Eine rein sexistische Motivation sehe ich hier nicht, denn Sexismus ist ja eine explizite Abwertung eines Individuums aufgrund seines Geschlechts, die religiös/rituelle Beschneidung von Jungen aber dient in betroffenen Kulturkreisen gerade der Aufwertung und Aufnahme in den Kulturkreis als vollwertige Mitglieder.

      Beim Sexismus kommt man da gar nicht erst richtig an, finde ich, es ist einfach nicht vegan, vor der Möglichkeit einer aufgeklärten Willensbekundung Körpermodifikationen an Kindern anzubringen. Ich bin daher auch der Meinung, dass kulturrituelle Körpermodifikationen nicht vor der Vollendung des 14. Lebensjahrs erlaubt sein sollten.

      Wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich andere Schmerzen begutachten, die Kindern zugemutet werden, wie die Abrichtung zur ökonomischen Verwertungsmasse in der neoliberalen Ökonomie, Schule als Abfüllen mit Informationen, die hauptsächlich darauf abzielen, ein Funktionieren im ökonomischen Verwertungsprozess zu forcieren.

      Letztendlich dient heute mehr denn je, einen Beruf zu erlernen, hauptsächlich dem Aktionär für den man seine Lebenszeit im Zwangssystem der landlosen Fernversorgung aufopfernd zu verdunsten hat. Dass Mindest(!)lohn gefeiert wird, die Zumutung dieser Schmerzen an Kinder, denen HartzIV als Drohmaschine hingestellt wird, sind auch kulturrituelle BDSM-Strukturen die es kritisch zu analysieren gülte, bevor man sich dem kleinen Migrantenpenis annimmt.

      Was bei der Kritik an Jungenbeschneidungen nämlich oft vergessen wird, sind die Erwachsenen (die damit kein Problem haben, als Jungen beschnitten worden zu sein) und die Diskussionen innerhalb des Kulturkreises, also die Möglichkeit dass sich innerhalb der betroffenen Kulturen ein Umdenken formieren und artikulieren kann. Diesen Luxus hat(te) man bei Mädchen“beschneidungen“ nicht, denn das waren/sind halt keine Beschneidungen, sondern Kastrationen.

      • Mononoke Says:

        Eine „rein sexistische Motivation“ hinter der Genitalverstümmelung sehe ich auch nicht – es ist der Umgang mit den Opfern, der je nach Geschlecht extrem unterschiedlich ausfällt. Wenn nur dann Dein Recht auf körperliche, insbesondere genitale, Unversehrtheit geachtet wird, wenn Du mit bestimmten, und nicht einem anderen, Geschlecht geboren bist, kann das doch nicht deutlicher ein Beispiel für Sexismus sein…?

        In Deutschland ist zum Glück nicht nur das Absäbeln der Klitoris verboten, sondern meines Wissens nach jeder operative Eingriff an den Genitalien eines Mädchens, selbst wenn es „nur“ die äußersten Bereiche der äußeren Schamlippen sind. Es wäre auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Wieso wird dann so oft behauptet, dass es bei Jungen um etwas völlig anderes, etwas „nicht vergleichbares“, ginge, obwohl die Vorhaut einer der sensibelsten Teile, möglicherweise sogar der sensibelste Teil, des Penises ist (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23374102), und es unzählige Berichte von Männern gibt, bezüglich des Schmerzes den sowohl verbockte als auch „gelungene“ Amputationen bei ihnen verursacht haben und immer noch verursachen?

        Auch dass bestimmte Einwände stärker wirken, wenn sie bezüglich den Körperverletzungen, die Jungen durchmachen müssen, genannt werden, kann ich nicht nachvollziehen.

        Mädchen sollten jegliche genitale Verstümmelungen („Beschneidungen“) nicht angetan werden. Unabhängig davon, ob dies in der Vorstellung des jeweiligen Kulturkreises eine „Aufnahme als vollwertiges Mitglied“ bedeutet. Unabhängig davon, ob ein Teil der betroffenen Mädchen dann später als Erwachsene sagen, sie hätten kein Problem damit, dass ihnen der sensibelste Teil ihrer Genitalien amputiert wurde (wie sollten sie das allerdings wirklich bewerten wollen? Sie würden ja schließlich nicht wissen, welche Empfindungen es genau sind, auf die sie dadurch verzichten müssen).

        Warum ist es bei Jungen nicht genau so?

      • Mononoke Says:

        Ja, hatte ich richtig in Erinnerung, „sämtliche „Veränderungen an den weiblichen Genitalien“, auch eine nur teilweise Entfernung der Klitorisvorhaut, sogar bloße „Einschnitte“ in sie“ sind verboten:
        http://www.zeit.de/2013/28/genitalverstuemmelung-gesetz-frauen

      • Mononoke Says:

        (In den Kommentaren wird übrigens auf eine Sache hingewiesen, in der Autor in einer Sache irrt. Hatte das hier eben zwar auch schon geschrieben, wollte aber nochmal darauf hinweisen, weil der Irrtum häufiger begangen wird.)

  6. Paul Says:

    Ich habe noch nie so viel gequirlte Scheiße auf einen Haufen gesehen:
    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/archiv/novo104_46
    Und das auch noch von einer Frau kopfschüttel :-)
    Nur soviel zum Spruch von Frau Duve „Frauen seien die besseren Menschen“. (Ich finde gerade den Link nicht dazu, könnte aber schwören den hier irgendwo gesehen zuhaben)

    • Mononoke Says:

      Verstehe ich nicht. In welchem Zusammenhang steht dieser seltsame Text jetzt mit Avas?

    • Mononoke Says:

      Zuerst wollte ich den (wirklich unterirdischen) Text kommentieren, aber dann hab ich gesehen, dass der von 2010 ist und Kommentare wenn überhaupt erst über eine Kontaktierung per E-Mail freigeschaltet werden. Ich glaub das lohnt sich nicht.

      • Paul Says:

        Ich war nur so entsetzt von diesem Text, darum wollte ich das hier irgendwie einbringen. Für die Rubrik „Antiveganismus melden“ ist er mir zu alt.
        Ich google ab und zu „Speziesismus“ und diesen alten Link habe ich noch nie präsentiert bekommen. Gestern leider das erste mal :)
        (oder ich habe ihn immer unbewusst ignoriert, kA)

  7. Paul Says:

    (Ich finde gerade den Link nicht dazu, könnte aber schwören den hier irgendwo gesehen zuhaben)

  8. Mononoke Says:

    Bezüglich unter der Oberfläche schlummernden Vorurteilen, insbesondere gegenüber Frauen, die leitende Tätigkeiten ausüben… eine Studie in den USA hat untersucht, wie Studierende die Leitung eines Kurses bewerten (meine Übersetzung):

    „Zwei Professoren, ein Mann und eine Frau, leiteten je zwei Online-Kurse (ohne persönliche Interaktion) – eine Klasse, die glaubte, sie würde von einem Professor unterrichtet und eine Klasse, die glaubte, sie würde von einer Professorin unterrichtet.
    Die Studierenden gaben Professoren, von denen sie dachten, sie wären männlich eine weitaus bessere Bewertung als denjenigen, von denen sie dachten sie wären weiblich […]. Die Studierenden straften die vermeintlich weiblichen Professoren in allen 12 Kategorien ab, inklusive bei Eigenschaften, von denen gewöhnlich angenommen wird, dass Frauen sich darin auszeichnen, wie beispielsweise umsorgend und respektvoll zu sein.

    http://www.thenewcivilrightsmovement.com/stevielynnette/study_shows_gender_bias_in_professor_evaluations

  9. Kein König Says:

    Man kann das alles so sehen. Man kann es aber auch andersrum sehen. Siehe z.B. Esther Vilar „Der dressierte Mann.“

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