Kein Eintrag zum internationalen Tierrechtstag?

Nein, denn der ist am 1. November. Der Weltvegantag ist selbstverständlich bereits der zentrale Tag für die Rechte der Tiere, Veganes Auge lehnt die Ausschabung und Abspaltung der Tierrechte aus dem Veganismus heraus ab und feiert demnach auch nicht den Tierrechtstag.

Um die Tierrechte als politisches Konzept und somit die Schwächung der Tierrechte als Wahrnehmung ethischer Rechte hat sich längst eine politisierte Szene entwickelt die dem Veganismus nicht nur unbewußt Energien abzapft, sondern „Tierrechte“ als eigentständige Prämisse formuliert, die so genannte „Tierrechtsbewegung“, in der der Veganismus als ethische Orthodoxie kaum mehr eine kulturelle Rolle spielt, sondern eher zu einem Konsumleitfaden degradiert wird. Eine Immunreaktion blieb von Seiten der Veganer vollkommen aus bisher, das Mem konnte sich ungehindert ausbreiten.

Parallel dazu kam der Tierschutz als Nutznießer des geschwächten Veganismus, heute faseln sich selbst Nichtveganer und unvegane Vegetarier als „Tierrechtler“ zurecht, der Begriff, ursprünglich als philosophische Markierung gedacht verlor somit vollkommen seine eigentliche Bedeutung und wurde zum Schlagwort für mittelschichtlerische Cliquen die ein wenig Kopfabenteuer betreiben, ähnlich wie in mittelschichtigen Küchenshops Kartoffelstampfer für 30 Euro vertrieben werden für das „Herbstmilchgefühl“ in der Doppelhaushälfte.

Diese beispiellose Kolonisierung und Angriff auf den Veganismus ging sehr schleichend von statten, ganz langsam und indirekt, und so ist es auch nicht verwunderlich dass bei der Behauptung, Singer oder Regan wären die Väter der „Tierrechtsbewegung“ (!), keiner mehr mit dem Lid zuckt oder gar rot wird vor Scham ob dieser Respektlosigkeit gegenüber Donald Watson und Elsie Shrigley.

Denn die Begründer der modernen Tierrechtsbewegung waren keine faselnde Utilitaristen welche nun dem Verstand sei Dank von ethischen Pragmatikern wie Gary Francione abgelöst wurden, sondern mit Donald Watson und Elsie Shrigley die Begründer des modernen Veganismus.

Nehmt es Veganes Auge deshalb nicht allzu übel, dass es den „internationalen Tierrechtstag“ zum Anlass nimmt, den Koloniseuren und Abgreifern mit einem kleinen Stöckchen über die schwitzigen Finger zu ziehen.

Creative Commons License
Ava Odoemena

Donald Watson als über 90jähriger, lebte über 60 Jahre vegan. © Vegan Society, UK

Elsie Shrigley mit Ehegatten (l.) auf IVU-Kongress © IVU

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